„Ich male eigentlich, was ich will!“

Coswig widmet dem Maler und Porzellangestalter Heinz Werner im Karrasburg-Museum eine Ausstellung

Es gibt so bemerkenswert viele Dinge in dieser Ausstellung, die deutlich machen, dass man es mit einem wahrhaften Maler zu tun hat. Das ist bspw. das Gespür für die Harmonie der Farben. Es ist auch die Fähigkeit, behutsam scheinbar Unsichtbares sichtbar zu machen. Im Reden, aber auch im Tun. Nicht zuletzt ist da auch das Talent, sich und seine Kunst auf irgendeine Weise unverwechselbar zu machen. Und zum guten Schluss kommt auch noch ein wahrhaftes Bekenntnis zur Heimat dazu, dass man bei vielen Menschen der bunten, lauten und schrillen Gegenwart so schmerzhaft vermisst.3_heinz-werner All diese aufgeführten Eigenschaften nun hat der Coswiger Maler Heinz Werner in seiner Seele gespeichert. Er vermag dadurch zu jeder Zeit die Ereignisse der Vergangenheit mit all ihren Unwägbarkeiten, ihren Schnörkeln und Problemen abzurufen. Denn er weiß heute noch sehr genau, wie holprig sein Weg einst in die Kunst verlief. Heinz Werner wurde am 27. August 1928 in Coswig geboren. Zu jener Zeit lag die Weimarer Republik schon am Boden und der Nationalsozialismus wuchs sachte aus dem Schatten hervor. Als das Hitlerreich unterging, war Heinz Werner 17 Jahre alt und hatte bereits seine ersten Schritte an der Meißner Porzellanmanufaktur getan. 1948 schloss er die Lehre als Porzellanmaler ab und begann schon mal, Dekore zu gestalten. Wieder einige Jahre später gründeten Peter Strang und Ludwig Zepner mit Heinz Werner die Gruppe „Künstlerische Entwicklung“, die über viele Jahre hinweg erfolgreich existierte. Heinz Werner schloss 1961 ein Studium an der HfBK ab, erhielt elf Jahre später den Kunstpreis der DDR und lehrte dann an der Hallenser Hochschule für angewandte Kunst. Und ganz nebenbei entwickelte sich sein unverwechselbares Sujet, entstanden jene Kunstwerke, die sich weit über die Porzellanmalerei erhoben. Daneben aber schuf er Bleistiftzeichnungen wie jene, die einen „Bauernhof im Erzgebirge“ zeigt. Später kamen Tuschezeichnungen dazu, dann entdeckte er die wunderbar zurückhaltende Sprache der Wasserfarben, mit denen er u.a. das berühmte Taj Mahal in Indien malte. Und letztendlich schwelgte er natürlich – wie viele andere Maler auch  – in der brillanten Kraft von Arylfarben.


Drei DamenDrei DamenDrei Damen

Taj Mahal in Indien

Taj Mahal in Indien (Aquarell)


Und gerade eben – am 27. August 2013 nämlich – feierte Heinz Werner seinen 85. Geburtstag.  Das Coswiger Museum Karrasburg widmete diesem gewichtigen Anlass eine Personalausstellung. In der man als Besucher nicht nur den künstlerischen Werdegang Heinz Werners ziemlich präzise verfolgen, sondern auch das große Spektrum seiner Kunst erleben kann. Da ist u.a. auch jenes Nähkästchen ausgestellt, dass er 1955 für seine Frau Elfriede bemalte.

Nähkästchen für Elfriede (1955)

Nähkästchen für Elfriede (1955)

Da ist ein Selbstporträt aus dem Jahre 1963 – Heinz Werner war gerade 35 geworden – zu sehen. Und es sind auch jene drei Grazien zu bewundern, denen er mittels der Farben die Aura von wunderschönen und engelsgleichen Nymphen verlieh. „Ich male eigentlich, was ich will!“ bekennt er im Gespräch. Und er tut einfach. Lange schon und immer noch. Und hoffentlich noch für sehr lange.
Bis zum 17. November 2013 kann man die Ausstellung im Museum Karrasburg besuchen. Zehn Tage vor deren Ende – am 7. November 2013 nämlich – kann, wer möchte, mit Heinz Werner am Ort der Ausstellung ins Gespräch kommen.
W. Zimmermann

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