Eine völlig missglückte Aufführung – und trotzdem ein großer Erfolg

Zur Premiere von „Mord auf Schloss Haversham“ am 24.10.2026

Ein beim Publikum bewährtes Konzept sich zu eigen machen und damit einen kommerziellen Erfolg produzieren: Wer wollte das Stückeschreibern verübeln? Was mit Shakespeare im „Sommernachtstraum“ recht heiter und im „Hamlet“ sehr ernsthaft vor etwa 400 Jahren begann, mündete ausgangs des 20. Jahrhunderts mit Michael Frayns „Der nackte Wahnsinn“ in einer weltweit gefeierten Komödie – Schauspieler nehmen die Rollen von Schauspielern ein und bringen somit ein „Stück im Stück“ auf die Bühne. Dieser Grundidee folgten 2012 drei junge Briten (wer sonst?) und schrieben die Komödie „The play that goes wrong“, was seither ununterbrochen in London läuft und in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde. Auf deutschen Bühnen wird es unter dem klischeetriefenden, dafür aber umso prägnanteren Titel „Mord auf Schloss Haversham“ gespielt, aktuell ist es außer in Radebeul beispielsweise auch in Nürnberg und Wiesbaden zu sehen.

mit: Alexander Wulke, Grian Duesberg, Matthias Avemarg, Vega Fenske, Karoline Günst (v. l.),Foto: René-Jungnickel

Die Landesbühnen betrauten die neue Schauspieldirektorin Esther Undisz mit der durchaus herausfordernden Aufgabe, gegenüber dem Publikum das Versprechen eines amüsanten Theaterabends einzulösen. Wer mit Schauspielern darüber spricht, weiß: Komödien sind die Königsdisziplin. Mag auch das Skript beim Lesen Lachen erzeugen, mögen die Akteure selbst auch Spaß am Spiel haben, so ist doch entscheidend, dass es auf der Bühne und für die Zuschauer funktioniert. „Mord auf Schloss Haversham“ setzt diesem Anspruch noch etwas obendrauf, indem es von den Schauspielern verlangt, unprofessionell zu agieren, denn, nun sei etwas über die Versuchsanordnung berichtet, sie nehmen die Rollen von Laiendarstellern ein. Das ist so, als müssten die Musiker der Elblandphilharmonie bewusst nicht nur falsch musizieren, sondern ihre Stümperhaftigkeit auch glaubhaft verkörpern. Diesem Anspruch wird das Ensemble über weite Strecken bestens gerecht, sodass sich der gewünschte Effekt schon nach wenigen Minuten im Saal einstellt: Es wird gekichert und gelacht, was das Zeug hält. Die Handlung nachzuerzählen erübrigt sich, sie tut auch nicht wirklich etwas zur Sache. Grundsätzlich geht es nämlich nur darum, dass das Laienspielensemble versucht, ihr neues Stück „Mord auf Schloss auf Haversham“ trotz zahlloser Versprecher, missglückter Auftritte,unfreiwilliger Stürze, Verwechslungen, dysfunktionaler oder fehlender Requisiten etc. tapfer zu Ende zu bringen und im Spiel die Frage zu klären, wer Charles Haversham (Oliver Natterer) ermordet hat. Viel wichtiger ist es mir, einzelne Aspekte hervorzuheben, die diese Inszenierung sehenswert machen. Einerseits sind es die individuellen darstellerischen Leistungen des Ensembles. Es ist eine Augenweide, Alexander Wulkes Minenspiel als Cecil Haversham zu verfolgen, wodurch er den wiederholt erzwungenen „Genuss“ eines Reinigungsmittels ausdrückt, den Butler Perkins (Karoline Günst) ihm in bester Absicht anstelle eines Scotchs anbietet. Es verblüfft, wie sich Sandra Maria Huimann (Florence Colleymoore) einer Puppe gleich hin- und herschleppen, ziehen, fallen und sich von der körperlich kleineren Vega Fenske (als Inspizientin der Theatergruppe) auch noch tragen lässt. Man verfolgt amüsiert das gutmütig-behäbige Agieren von Tom Hantschel als Licht- und Tontechniker der Theatergruppe, dem das Wiederauffinden einer Duran Duran-CD aus den 1980ern mitten im Stück eine Durchsage wert ist. Andererseits beeindrucken die fast schon akrobatischen und den ganzen Körper herausfordernden Gruppenszenen, die nicht umsonst im Probenprozess mit einem Stuntkoordinator erarbeitet wurden. Beispielsweise wenn Matthias Avemarg (Thomas Colleymoore) und Grian Duesberg (sowohl Chef der Theatergruppe als auch Inspektor Carter) auf der erhöhten zweiten Bühnenebene (dem „Arbeitszimmer“) auf engstem Raum mit der geneigten Fläche und den Requisiten (Globus, Schreibpult) kämpfen.

mit: Vega Fenske, Matthias Avemarg, Karoline Günst (v. l.), Foto: René-Jungnickel

Oder wenn vier Akteure versuchen, einen Telefonanruf entgegenzunehmen und diesen trotz zu kurzer Strippe an den gewünschten Gesprächspartner weiterzureichen (Avemarg, Wulke, Duesberg, Günst). Dies alles provoziert nicht nur Lachsalven, sondern nötigt Respekt vor der physischen Leistung. ab. Zum Dritten schließlich führt dieses Stück vor Augen, wie gründlich eine Inszenierung geprobt werden muss und dass alle Abläufe bis ins Kleinste „sitzen“ müssen, damit sich Situationskomik entfaltet. Dieses Stück verlangt Perfektion in der Darstellung des Chaos. Dafür braucht es alle Mitwirkenden, gerade auch die hinter der Bühne, die manchmal aber auch ganz schnell auf der Bühne aushelfen müssen (Marion Gensch, Anna Heinrich, Emil Pfitzner und Juliane von Stein als „Community Player, also Amateurschauspieler). Dafür braucht es aber auch eine Spielfläche und Requisiten (Franziska Smolarek), die den Belastungen standhalten und vor allem so gebaut sind, dass sie trotz ihrer Stabilität instabil sind – was nicht ganz ungefährlich sein kann. Wenn also ganz zum Schluss Bühnenteile zusammenstürzen und haarscharf die Schauspieler verfehlen, dann bekommt man eine Ahnung davon, wie präzise die Abläufe einstudiert werden mussten. Die Kostüme übrigens verantwortete Tilo Staudte und entschied sich erfreulicherweise für stimmige, teilweise hintersinnige Details. Der Inspektor mit Sherlock-Holmes-Mütze; Gärtner Arthur in bunt-sommerlicher Arbeitskluft

mit: Alexander Wulke, Sandra Maria Huimann, Karoline Günst (v. l.), Foto: René-Jungnickel

(bei Schneesturm!), Thomas Colleymoore mit klassisch englischer Schiebermütze. Wie schon zu anderen Anlässen organisierten die Landesbühnen vor der eigentlichen Premiere im Foyer ein einstimmendes Programm, z.B. die Versteigerung von Theaterkostüm-Entwürfen durch den Ausstattungsleiter Ralph Zeger. Neu war das Angebot, eine Buchhandlung vor Ort zu haben. „Büchers Best“ aus Dresden bot diverse Klassiker der Kriminalliteratur an. Ob diese Zusammenarbeit fortgesetzt wird, muss sich zeigen und wird wohl am Umsatz gemessen werden. Begeisterter, langanhaltender Beifall des fast ausverkauften Saals beschloss einen Theaterabend ganz im Sinne der Schauspieldirektorin, die im aktuellen Spielzeitheft formuliert: „Im besten Fall verlassen Sie das Theater mit einem Lächeln im Gesicht und fühlen sich gestärkt für die nächsten Herausforderungen“! Jawohl, genau so war es!

Bertram Kazmirowski

Nächste Vorstellungen: 1./8. November 19 Uhr, 21. November 19.30 Uhr jeweils in Radebeul.

 

Zur Titelbildserie

Aus meinen grafischen Tagebüchern
Manchmal, finde ich, kann man in natürlichen Strukturen die Arbeit eines guten Grafikers vermuten! So ging es mir vor diesem Astgewirr. Im Foto festgehalten, konnte ich mich der Faszination dieser „Grafik“ nicht entziehen.

Wie eine Zeichnung des Herbstes steht der Baum vor dem hellen Grund – ein filigranes, dunkles Geflecht, zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Linie und Fläche. Schwarz ringen die Äste miteinander, als wollten sie festhalten, was bereits vorüber ist.

Kein Blatt lenkt mehr den Blick, nur Linien sind geblieben. Äste werden zu schwarzen Zeichen, zu Bögen, Diagonalen und Kreisen, die sich überlagern, kreuzen, verdichten und wieder auflösen.

Und dennoch ist dieses Gewirr nicht ungeordnet. Es folgt einem verborgenen Rhythmus aus Verdichtung und Leere, aus Spannung und Gleichgewicht.

Das Schwarzweiß nimmt dem Herbst seine gewohnten Farben und gibt ihm etwas Abstraktes: Der Baum wird zur Grafik, zur kalligrafischen Spur einer Jahreszeit, die sich langsam zurückzieht.

Matthias Kratschmer

Ein musikalischer Start in den Advent

Adventskonzert des Lößnitzchor e.V. Radebeul

Es ist bereits zu einer Tradition geworden, dass der Lößnitzchor e.V. Radebeul am Vorabend des 1. Advent musikalisch in die Vorweihnachtszeit startet. Alle Interessierten, die das gemeinsam mit dem Chor tun möchten, sind daher herzlich zum
Adventskonzert am 28.11.2026 um 17.00 Uhr in die Emmauskirche in Dresden-Kaditz eingeladen.
Zu hören sein werden unter dem Motto „In Nah und Fern“ traditionelle und moderne Werke, die sich inhaltlich und stilistisch auf ganz verschiedene Art und Weise mit dieser besonderen Zeit im Jahr befassen. Auch das kleine Ensemble des Chores, die Gruppe „fEinklang“, wird das Konzert erneut mi ihren Beiträgen bereichern.
Musikalisch geleitet wird der Abend von Eric Weishiet. Der Eintritt ist frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten. Wer nicht nur zuhören, sondern das Konzert aktiv als Sänger oder Sängerin mitgestalten möchte, ist herzlich eingeladen, unverbindlich an einer Probe des Chores teilzunehmen. Diese finden immer montags von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr in der Aula des Lößnitzgymnasiums auf der Steinbachstraße 21 in Radebeul statt. Es wird um vorherige Anmeldung per E-Mail an die Vorstandsvorsitzende über gloeckner@loessnitzchor.de gebeten.

Laura Hackeschmidt
Lößnitzchor e.V. Radebeul
www.loessnitzchor.de

Mit Felix Meyer poetisch durch das Jahr

Radebeuler Miniaturen

Novemberblues

„Die Nachtigall in meinem Garten schweigt …“
Fröstelnd zieht sich Susanna das wollene Tuch fester um ihre Schultern und tritt ans Fenster. Wie von ungefähr gehen ihr Verse aus Mascha Kalékos Herbstanfang durch den Kopf. Dabei schweift ihr Blick über die Terrasse, streift die schlaffen, eben noch stolzen Dalien, sucht im alten Birnbaum die Ramblerrose. Nächtlicher Frost hat das letzte Grün von den Bäumen gerissen und zu Laub gemacht. – Da ist nichts mehr, das an Leben erinnert. Selbst die Sperlinge, die sonst so munter die Hecke bevölkern, sind verschwunden.
„Die Welt wird leer.“
Wer jetzt noch Trost sucht, findet keinen mehr …
Sogar die Herbstzeitlose liegen kraftlos am Boden und welken vor sich hin. – Herbstzeit – Lose, denkt Susanna – wie wird mein Los aussehen? Kraftlos am Boden? Kahl und dürr?
„… jährlich trüber schleicht der Herbst sich ein …“
Schon droht, „von Wolken schwer“, der Himmel mit Schnee – hats nicht Zeiten gegeben da wir uns drauf gefreut haben?

Susanna reißt sich vom Fenster los und geht im Dämmerlicht des Mittags zu ihrem Sessel hinüber. Kaum sitzt sie, macht die Katze ihren Anspruch auf das weiche Polster geltend. Susanna greift in das dicke weiche Fell des Tieres. Sie spürt die Wärme – Lebenswärme. Warte, sagt sie, ich hol dir was –
Der Kühlschrank ist leer, als hätte die Katze sich selbst bedient. Richtig, murmelt sie, ich wollte doch noch …

Hinter sieben Bergen macht sich am Abend ein Mobiltelefon bemerkbar. Ich hab Zwiebeln gekauft, schreibt Susanna, Frühblüher, bunte Mischung, hab gleich fünf Pakete genommen, – jedes Mal hundert Stück – willst Du welche?

Und irgendwann singt auch die Nachtigall wieder…
Thomas Gerlach

Korrespondenz aus einer Nachbargemeinde

Die Kalender lassen ihre Blätter fallen, und wie wir wissen, wurzeln unsere Monatsnamen im Römischen Reich, sind für die meisten unserer Nachbarn in Europa und sogar bis Wladiwostok ableitbar. Eine poetische Ausnahme bieten mitten im Kontinent die Tschechen (nicht die Slowaken, die bleiben Lateiner) und Polen. Aber Vorsicht, man kann sich dort beim Verabreden sogar verfehlen. Der Blütenmonat findet in Tschechien erst im Mai, in Polen schon im April statt und mit dem Bienenlarvenmonat ist es über Juni und Juli ähnlich. Einzige Parallele ist der November: Listopad. Wörtlich: Blätterfall. Ich höre es rascheln und sehe bunt, finde Zeit für Ausstellungen und Bücher.

Madrid, Orléans, Budapest, Mailand, Parma, Basel, Paris, Oxford, Frankfurt/M., Wien, Rom, London, Karlsruhe, Cambridge, Berlin, Florenz, Straßburg. Nein, Sie finden mich nicht mit dem Shell-Atlas auf dem Sofa, sondern im Winckelmann-Forum (ich sage dazu immer noch „Gobelin-Saal“) der Galerie Alte Meister in Dresden, Tram-Linie 4 hält davor. Die Ausstellung zu Antonio Allegri (ca. 1489 bis 1534), der sich nach seiner Heimatstadt Correggio nannte, ist eine hochkarätige Zusammentrage aus Museen genannter Städte. Italienische Renaissance pur: Ehrfurcht gebietend, aber auch mystisch und sinnenfreudig. Ein Geniestreich der Kuratoren, Logistik, Zusammenarbeit etc. Dresden als Strahlkraft der Kunst mit Corregios Bild „Die heilige Nacht“ (ital. nur „La Notte“) im Eigenbestand.
Sollte es Sie danach zu Kaffee und Kuchen oder etwas Herzhaftem ziehen, die paar Schritte zum „Café Solo“ im Kulti, Eingang Schlossstraße, sind es wert. Betreiber ist René Kuhnt, der auch einiges an Gastro im Kraftwerk Mitte inne hat. Richtig, der spektakuläre Wiederhersteller der Kolbe-Villa in Radebeul. Zum Abschluss noch ein Buch, bevor die Lichter nach Toten-/Ewigkeitssonntag angehen: Ich empfehle „Der Waldmeister“. Nein, keine Bowle und Strauss-Operette aus Heft IV/26, sondern ein kürzlich geschriebenes Werk vom 1955 in Karl-Marx-Stadt geborenen Autor Jens Sparschuh. Kernthema: Kulinarik und Gastro. Er muss sich da gut auskennen, genau so in der bilderkriegend beschriebenen Brandenburger Provinz. Bliebe Oma Tilda, die Sommerferien des Protagonistenknabenego in Radebeul (Wo mag man nur Tildas Häuschen mit Garten verorten? Niederlößnitz?) und ihr handgeschriebenes Kochbuch. Außerdem eduardbilzt und karlmayt es in dem Buch immer wieder. Spannend…

Tobias Märksch

Glosse

„He, Alter…!“

„Nee, ni was‘se jetzt denkn“, verehrte Leser. Das war zunächst keine respektlose Anmache einer älteren Person. Der Spruch kam aus der Jugendsprache. Anfang der 1990er Jahre fiel es den Teenagern ein, angefeuert von der Hip-Hop-Kultur, cool sein zu wollen und redeten sich mit diesem Spruch an. Später freilich kamen sie den Alten mit „He Alter, was glotzt du so blöd!“ eher unverschämt. Heute freilich kann es gar passieren, dass älteren Personen gleich Prügel angeboten bekommen und gar nicht lange gefackelt wird. Die Zeiten sind sichtbar rauer geworden, besonders auch auf dem Arbeitsmarkt. Müssen doch häufig die Alten noch etwas dazuverdienen, weil die Rente nicht reicht. Meist aber bekommen sie nur noch Minijobs.
Also, der Arbeitsmarkt – dafür gab es auch mal eine andere Bezeichnung. In der Regel stellt man ja Leute ein, die andere Eigenschaften haben als man selber hat oder aber, die einem ähnlich sind. Dann kann es schon mal passieren, dass das Unternehmen nur noch aus Chef-Typen besteht. Da könnte man den Alten ja gleich klonen.
Und wenn wir erst einmal so weit sind, dass es für alle Weh-Wehchen an jeder Ecke einen Bausatz zu erwerben gibt, sind wir nur noch mit uns selbst verheiratet. Es war schon immer der Traum von Herrschern und besonders der ihnen dienenden Pädagogen, die Menschen nach ihrem Gusto zu formen. Die Geschichte der theatralen Bildung von Goethe bis Salzmann ist voll davon. Seit den 1953er Jahren basteln am Pazifik, besonders Wissenschaftler der „RAND Coperaqtion“ in Santa Monica USA-Bunddesstaat Kalifornien daran, aus den Menschen berechenbare Maschinen zu machen. Wenn das glückt, könnten die Friedhöfe dicht machen, muss doch dann vermutlich nur noch aller 200 Jahre einer „entsorgt“ werden, wenn die Ersatzteile ausgelaufen sind. Freilich müsste dann Radebeul nach dem Muster von Paris umgebaut werden, wie damals im Zweiten Kaiserreich auf Wunsch von Napoleon III., denn mit den vielen Einfamilienhäusern kommen wir nicht weit. Aber ich denke, das ist zu schaffen! Einen Napoleon haben wir ja schon. Wer vorwärts kommen will, muss halt auch mal was riskieren. Und wenn es am Ende nicht klappt, kann man ja immer noch abtreten oder ein „Bauernopfer“ über die Klinge springen lassen.
Aber mit den Alten ist das am Ende doch nicht so einfach. Nicht jeder sitzt auf einem gepolsterten Stuhl. Hier in unserer schönen Republik spielt man gern die unterschiedlichen sozialen Gruppen gegeneinander aus: die Arbeitslosen gegen die Beschäftigten, die angeblich Faulen gegen die scheinbar Arbeitsamen, die Dicken gegen die Dürren, die Jungen gegen die Alten… Die aktuelle Rentenreform lässt grüßen!
Vor einiger Zeit hatte man die Alten mit Sechzig noch in die Frühverrentung geschickt, da sie angeblich den Jungen die Arbeit und die Rente wegnehmen würden. Auf den „Ausrutscher“ zur Corona-Zeit will ich jetzt erst gar nicht zu sprechen kommen. Gegenwärtig sollen die Alten möglichst zehn Jahre länger am Fließband stehen. Aber wie ich die Lage einschätze, wird das auch nur von kurzer Dauer sein. Bisher hatte sich eigentlich jede „ach so alternativlose Reform“ nach wenigen Jahren sang- und klanglos verabschiedet. Die KI wird‘s richten und binnen weniger Jahre das Arbeitslosenheer gewaltig anwachsen lassen. Dann schicken wir die Alten wieder in die Frühverrentung und die überflüssigen Jungen gleich hinterher. Die jungen und alten Kindergärtnerinnen haben wir ja schon aufs Abstellgleis geschoben, obwohl wir im Königreich Sachsen den miesesten Betreuungsschlüssel auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik haben. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln! Das scheint mir die nun seit Langem bewährteste Taktik der Regierenden auf welcher Ebene auch immer zu sein, meint

Euer Motzi

Neues Album von Felix Meyer & Projekt ìle mit dem Titel „Paradies“ erscheint am 11.12.2026!

Liebe Leserinnen und Leser, durch dieses Jahr begleitet uns auf unserer Lyrikseite Felix Meyer mit bisher unveröffentlichten Texten seiner erst jetzt erscheinenden CD. Wir haben das Privileg, in einem Vorabdruck daran teilhaben zu dürfen. Im Dezember erscheint nun endlich das neue Album, und dann haben Sie die Möglichkeit, die Liedtexte mit Stimme und Musik erleben zu können.

Sascha Graedtke

 

 

 

Es ist diese bewährte „Musik für Erwachsene“, die vor allem gekennzeichnet ist durch jene überaus dichte, nachdenkliche und stimmungsvolle Arbeit am Wort, die Meyer einen Platz gibt irgendwo im weiten Feld zwischen Tom Waits und Jacques Brel, zwischen Klaus Hoffmann und Sven Regeners „Element Of Crime“ sowie seinen Freundinnen und Kolleginnen Dota Kehr, Alin Coen, Jan Plewka, Norbert Leisegang oder Sarah Lesch, mit denen er regelmäßig die Bühne teilt. 

Großes, deutschsprachiges Ohrenkino, das nach den vielen neuen Stücken trotzdem viel zu schnell zu Ende ist, aber deutlich länger nachwirkt! 

 

 

 

 

Ein Sorbenjüngling als Wahrzeichen eines Industrieortes

Radebeul und seine vergessenen slawischen Wurzeln

Wappen am Rathaus, Foto: S. Hennig

Ein heimatkundlicher Wandertag von uns Erstklässlern der Oberlößnitzer Schule führte uns im Frühjahr 1980 vor das Rathausgebäude. Unser Lehrer gab hier eine sozial-romantische Erbauungsgeschichte über ein kleines Mädchen zum Besten, dessen Hunger durch die milde Gabe eines Brotes gestillt wurde. Die Details der Geschichte habe ich vergessen. Möglicherweise wurde sie auch absichtsvoll unbestimmt gelassen. Jedenfalls war sie eindringlich erzählt. Kinder haben kein Interesse an Tatsachen, Zahlen und Urkunden. Geschichten und Bilder jedoch wirken stark auf sie ein. Sooft ich in Zukunft hier vorbeikam, nahm ich den kleinen Strolch für ein verwildertes Mädel. Von den slawischen Gottheiten Radegast, Svantovit und Perkun hatte ich zwar damals schon gehört, wäre aber im Traum nicht darauf gekommen, das langhaarige Mädel im Kleidchen damit in Verbindung zu bringen.

Gemeindesiegel Radebeul

Als inzwischen regelmäßigem Wanderer durchs benachbarte Böhmen, dem Herkunftsland einiger meiner Ahnen, sind mir Darstellungen von slawischen Gottheiten aufgefallen, die eine Verbindung zur Figur am Rathausgebäude nahelegen. Indem ich der Sache nachging, offenbarten sich weitere überraschende Bezüge, von denen dieser Artikel Auskunft gibt.

Faszikel Radebeul

Von der Hand des Direktors des sächsischen Hauptstaatsarchivs Woldemar Lippert (1861-1937) findet sich in einer Mappe im Sächsischen Hauptstaatsarchiv folgende Notiz: „Mitte Oktober erschienen bei mir die Herren Bürgermeister Werner und Studienrat Meyer aus Radebeul; Besprechung der Stadtwappenfrage; auf den vor einigen Jahrzehnten angenommenen Sorben verzichteten beide gern, die Unmöglichkeit der Verkörperung der vielseitigen

Wappenentwurf I, 1924

Radebeuler Industrie sahen sie auch ein.“ Lippert wiederholt diese Bemerkung in seinem Begleitschreiben zu den von ihm angeregten Wappenentwürfen vom 19. Januar 1925: „Selbstverständlich kam dabei das ebenso törichte wie geschmacklose letzte Siegelbild, das erst in den neunziger Jahren angenommen war, nicht in Betracht: der etwas wüst ausschauende Sorbenjüngling oder gar Sorbengott Radegast (!) musste gebührendermaßen in der Versenkung verschwinden.“

Wappentwurf II, endgültige Fassung

Doch dass der romantische Wildfang in Radebeul inzwischen längst verankert war, erfahren wir vom Stadtchronisten Adolf Schrut. Der kommt 1935 in einer heraldischen Studie mit der Überschrift „Wappen und Farben der Stadt Radebeul“ im General-Anzeiger für die Lößnitz noch einmal auf diese Personifikation Radebeuls zurück. „Als dann in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eine Art

Radegast auf dem Radoscht

Slawomanie bei uns grassierte, in der man sich u.a. auch darin gefiel, alle unsere alten Dorfformen als ‚echt sorbisch-wendisch‘ zu kennzeichnen, da schuf sich Radebeul das sonderbare Siegelbild des ‚wilden Mannes‘ eines wüsten Gesellen in Fellkostüm, der wieder in Anlehnung an den Ortsnamen als der Gott Radegast der wendischen Mythologie […] ausgedeutet wurde.

Radobyl, Neidenburg

Der „Geschichtsschreiber der Lößnitz“, Moritz Lilie, schreibt 1892 in seiner „Chronik“ (Seite 18): „Nach der slawischen Gottheit Radegast oder Radihorst (!) soll auch Radebeul seinen Namen führen. Auf einem Hügel oder Bühel soll die Bildsäule dieses Hauptgötzen gestanden haben, der als jugendlich kräftiger Krieger mit kraushaarigen Kopf dargestellt war.“ Und weiter

Aula des heutigen Loessnitzgymnasiums Radegast

schreibt Lilie die wunderbaren Sätze: „Vermutlich hat das Dorf ursprünglich Radegastbühel (!) geheißen, das ist der dem Radegast geweihte Hügel.“ Als Gegengewicht zu diesem bombastischen Unsinn führt Lilie, wahrscheinlich in der leisen Empfindung desselben, den Ausspruch eines Kenners der slawischen Sprache, Doktor Leskien aus Leipzig, an, der Radebeul als deutsche Form eines öfter vorkommenden

Radegasz, Götzenbilder der alten Sachsen und Lausitzer. aus Saxonia. Museum für sächsische Vaterlandskunde 1835

slawischen Orts namens „Radobyl“ bezeichnet: „Noch heute gibt es ja einen Radobyl genannten Berg bei Leitmeritz in Böhmen. Leider hat der Siegelbildunsinn des Radegast auch in zwei Wappendarstellungen an öffentlichen Gebäuden, dem Rathause an der Adolf-Hitler-Straße und der Hans-Schemm-Schule, dem städtischen Realgymnasium seinen Niederschlag gefunden.“ Die Rede ist hier vom oben bereits erwähnten Radebeuler Rathaus, dessen Fassade heute noch mit der Gestalt des Naturburschen aus dem damaligen Amtssiegel verziert ist. Das Glasfenster mit demselben Motiv in der Aula des heutigen Lößnitzgymnasiums ist den öffentlichen Blicken etwas entzogen. Während längs der Eisenbahnlinie auf den Ackerflächen des Dorfes Radebeul die Schornsteine emporwuchsen

und Maschinen aufgestellt wurden, trennten sich die Gemeinderäte von der bislang gebräuchlichen volksetymologischen Darstellung eines Rades über einem liegenden Beil zugunsten des slawischen Götzen, der hier eher ein Götzlein war, mit dem bis zur Einführung des Stadtwappens im Jahr 1924 die Schriftstücke der Gemeinde gesiegelt wurden. Es war die letzte eigenständig getroffene heraldische Entscheidung der Radebeuler. Denn am 18. Oktober 1912 wurde für das Königreich Sachsen verfügt, dass „die Annahme eines neuen Siegelbildes oder die Abänderung eines solchen dem Ministerium des Inneren zur Genehmigung vorzulegen ist.“ Allerdings hatten sich die hiesigen romantischen Fantasten die von ihnen nach Sachsen fantasierten Heidengötter viel zierlicher vorgestellt als der über die drei Meter große Radegast, der 1931 auf dem Radoscht in den Beskiden aufgestellt wurde. Bis zur Stadterhebung, die Radebeul zur Führung eines neuen Wappens berechtigte, entfaltete sich Radebeuls wirtschaftliche Dynamik im Zeichen „eines wüsten Gesellen in Fellkostüm“.

Der Autor als wilder Mann, 1979

Der seit 2022 in Radebeul ansässige gemeinnützige Kulturverein Radobyl/Neidenburg e. V. ist 2022 hervorgegangen aus der Meißner Jugendkunstschule, die sich im Jahr 2010 aus den damaligen Dozenten der 1992 gegründeten Jugendkunstschule der Stadt und des Landkreises Meißen gebildet hatte. Der Verein widmet sich der Beschäftigung mit Kultur, Geschichte und Natur der vormaligen deutschen Ostgebiete sowie anderer Landschaften mit einstiger oder verbliebener deutscher Besiedlung in Europa und weltweit, zum fruchtbaren Umgang und der schöpferischen Zusammenarbeit mit den gegenwärtigen Bewohnern der vormals deutschen oder deutsch geprägten Städte, Dörfer und Landschaften. Das Signet des Vereins stellt den wilden Mann aus dem Wappen des ostpreußischen Neidenburg neben den Radegast vom Gemeindesiegel Radebeuls. Dabei wird für das heute zu Polen gehörende Nidzica der alte (deutsche) Name verwendet und für das deutsche Radebeul der mutmaßlich slawische Name, um dadurch die bedeutungsvolle und kulturell fruchtbare Verschränkung der deutschen und slawischen Stämme in Mitteleuropa anzudeuten.

Sebastian Hennig

 

Wie sich das Schaffen von Architekt Volker Röhricht auf Radebeul ausgewirkt hat

1. Kurzbiografie

Herr Röhricht ist zu Hause, Foto: D. Lohse

Es gab und gibt nicht wenige Radebeuler Architekten auch solche, die nicht hier leben und dennoch maßgeblich auf die bauliche Entwicklung von Radebeul nach 1990 eingewirkt haben. Einer der sich da einreiht, ist Volker Röhricht. Als langjähriger Freund und Kollege möchte ich seine Entwicklung und sein sich dem Ende näherndes Wirken hier skizzieren.
Am 12. März 1944 wurde Volker Röhricht in Dresden geboren. Seine Eltern waren Gertrud und Fritz Röhricht, die sich dann aber getrennt hatten, so dass Volker bei der Mutter in Dresden Striesen aufwuchs und dort zur Schule ging. Da war der Wunsch, Architekt zu werden, noch nicht zu ahnen. Er machte zunächst eine Lehre als Elektriker und erwarb dann das Abitur an der ABF (Arbeiter- und Bauernfakultät) in Freiberg. Mit diesem Rüstzeug begann er 1967 in Weimar Architektur zu studieren, ließ sich aber aus familiären Gründen ein Jahr später an die TH Dresden umschreiben. Hier hatte Volker Röhricht erst eine „Studentenbude“ in Blasewitz. 1969 heiratete er Ulrike Klemm und zog nach Radebeul. Etwa seit der Zeit besteht auch unsere Freundschaft. Gern erinnert sich Volker an die Hauptfächer des Entwerfens bei den Professoren Wiel, Göpfert,

Kynastweg 26, Foto: D. Lohse

Trauzettel und Lander, andere dagegen blieben weniger in Erinnerung. Es war wohl eher Zufall, dass wir 1972 beide an einer Diplomarbeit, eine Werksplanung für Robotron im Norden von Erfurt, zusammenarbeiten durften. Sie wurde mit „sehr gut“ benotet.

Dr.-Külz-Straße 25 Foto: D. Lohse

Ebenfalls 1972 kam Volkers Sohn Stefan zur Welt. Röhrichts erwarben den westlichen Teil des Minckwitz´schen Grundstücks auf der Oberen Bergstraße. Das Seitengebäude wurde zusammen mit Freunden um- und ausgebaut und ist seitdem Wohnsitz der Familie Röhricht. Nach dem Diplom begann für Volker Röhricht die Arbeit bei BMK Süd / Ipro Dresden auf der Tannenstraße – also in erster Linie Projekierung für den Industriebau. In Radebeul entstand 1988 durch Röhrichts Mitwirkung das Demonstrations – Zentrum für das Druckmaschinenwerk VEB Planeta, ein Industriebau, der mit dem Architekturpreis des Bezirkes Dresden ausgezeichnet werden konnte. Dem folgten 1989, 2005 und 2007 weitere Industriebauten für König & Bauer / Planeta.

Johannesstraße 6/6a, Foto: D. Lohse

Die TU Dresden bot ihm 1974 eine Aspirantur in der Fachrichtung Industriebau bei Professor Papke, die Volker aber 1976 wieder beendete und zum Planungsbüro MTB, später Ipro Dresden zurückkehrte. Den Weg zur Projektierungsgruppe im Dresdner Schloss hatte der Radebeuler Freund und Kollege Dr. Dietmar Kunze geebnet. Nach der Wende wechselte die Projektierung öfter den Namen, aber Volker Röhricht blieb immer am selben Platz.

Dr.-Rudolf-Friedrich-Straße 29 a, Foto: D. Lohse

Da war ein gutes Betriebsklima, es wurde straff gearbeitet und hin und wieder auch mal gefeiert oder Theater gespielt. Hier war er als Gruppen – bzw. Projektleiter tätig. Ab den 80er Jahren bot sich ihm auch die Möglichkeit einer nebenberuflichen Tätigkeit im Fach. Bei Ipro war die Arbeit stets Teamarbeit, die andere Arbeit wurde zuhause allein bewältigt. Die Wende erwies sich für Volker Röhricht beruflich als ein Glücksfall, denn der Job ging ohne Unterbrechung weiter, die Aufgaben waren nun interessanter und die daraus folgenden Bauwerke schöner. Seine größte Dienstreise führte ihn nach Argentinien/ Buenos Aires, aber ein Projekt entstand daraus leider nicht. Durch seine verbindliche Art fand er stets Kontakt zu z.T. höher stehenden Persönlichkeiten und Bauherren, zu Vertretern von Behörden zu Handwerkern und Berufskollegen. So wurde und wird er auch von anderen Radebeuler Architekten geschätzt.

Winzerstraße 26, Foto: D. Lohse

Seine Arbeiten umfassten Industrie-, Gesellschafts- und Wohnbauten sowie Denkmalpflege. Er nahm mit Entwürfen erfolgreich an vielen Wettbewerben teil, in Radebeul z.B. an der Bebauung des Waldstraßenviertels und am Wettbewerb zur Bebauung des ehem. Glasinvest – Areals an der Meißner Straße. Ebenso beteiligte sich Röhricht in verschiedenen Jahren am Radebeuler Bauherrenpreis. Mit dem Eintritt ins Rentenalter 2009 lief die Projektierungsarbeit als Freier Architekt im kleineren Maßstab zuhause weiter. Jetzt konnte ihm auch seine Ehefrau gelegentlich bei der Arbeit behilflich sein. Das Haus Kynast war über mehrere Bauetappen und Jahre ein Schwerpunkt. Ich freue mich jedes Jahr, wenn ich seine lockeren Reiseskizzen sehen kann, die auf den Übungen im Freihandzeichnen des Studiums aufbauen, bin aber auf dieses Talent nicht neidisch. „Last but not least“ muss man ein musikalisches Interesse Volkers erwähnen – er war und ist über Jahrzehnte aktives Mitglied im Posaunenchor der Friedenskirche Radebeul.

Gartenstraße 63/68, Foto: D. Lohse

Friedrich-List-Straße 47, Foto: D. Lohe

Volker Röhricht hatte nach seinem Studium als Architekt sozusagen die Ideallinie dieses Berufsbildes gefunden – der vielseitige Beruf lässt ja auch Entwicklungen als Statiker, Architekt in der Verwaltung, Denkmalpfleger und ja sogar als Künstler (z.B. Walter Herzog, Berlin) zu. Wir dürfen feststellen, er hat mit seinen ausgeführten Entwürfen einen beachtlichen Beitrag für die Gestaltung Radebeuls in jüngerer Zeit geleistet. Da ich mich auf die in Radebeul ausgeführten Arbeiten beschränken wollte, seien von Röhrichts zahlreichen Dresdner Baustellen und denen im Lande hier nur fünf wesentliche genannt: Wohntrakt am Böhnischplatz mit 102 Wohnungen (1986), das Uhrenmuseum in Glashütte, die Wiedererrichtung des „British Hôtel“ und des „Hôtel de Saxe“ um den Neumarkt herum und das private Wohnhaus „Elbblick“ in Dresden Kleinzschachwitz, das eine Auszeichnung erhielt. Insgesamt kann ich einschätzen, dass Volkers Arbeiten im Industriebau sachlich modern ausgefallen sind, jedoch mehr als reine Zweckbauten waren, die Wohnbauten dagegen sind angenehm modern, erfüllen die Wünsche seiner Kunden und fügen sich gut in das Radebeuler Stadtbild ein, was gut am jüngeren Beispiel des Wohnhauses eines Arztes in der Winzerstraße erkannt werden kann.

2. Röhrichts Arbeiten / Bauten in Radebeul
2.1 Sanierungen und Denkmalpflege
# Minckwitzsches Weinberghaus, Finstere Gasse 1,
Bauherrenpreis 1997
# Weingut Kynast, Kynastweg 26, (1994- heute)
Mehrere Gebäude eines historischen Ensembles
wurden von 1992 mit Unterbrechungen bis heute saniert,
wobei sich ein gutes, freundschaftliches Verhältnis mit der
Bauherrschaft, Familie Muth, herausgebildet hat.
# Villa mit Gartenhäusern, Dr.-Külz-Straße 25, (2023 / 24)
# Mietvilla Humboldtstraße 5
# Mietvilla Hohe Straße 35, Sanierung u. Neubau, (1999)
# Mietvilla Hohe Straße 38, Sanierung (1997)
# Winzerhaus (Barth) Große, Weinbergstraße 14 u.
16 (mit Neubau Nebengebäude), (1995)
2.2 Wohnhausneubauten
# EFH, Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße 29a, (1999)
# Wohn- u. Geschäftshaus Dr. Franke,
Wichernstr. 10A, (1998)
# Mehrfamilienhaus
Rathenaustraße 10a
# Doppelhaus Johannesstraße 6 / 6a, (1998),
Bauherrenpreis 1998
# Anbau an Mietvilla, Meißner Straße 239
# Villa für Arztfamilie, Winzerstraße 26, (2024/25)
2.3 Industriebauten
# Straßenbahn-Wartehalle Bahnhofstr. / Meißn. Str. (1987)
initiiert durch KBA Planeta, um 2000 abgerissen
# KBA Planeta, Friedriich-List-Straße 47
Demonstrations – Zentrum, (1988)
Sanierung Hochhaus, (1989)
Hochregal – Lager, (2005)
Bürogebäude, (2007)
# (Rapido) Hebenstreit / Palme, Gartenstraße 63 / 68

Für die Vollständigkeit der Übersicht möchte ich nicht garantieren, aber die wesentlichen Baustellen in Radebeul dürfte ich erfasst haben. Seinen Elan und seine Schaffenskraft bewundere ich bei Volker, der ja in der Familie den Stand eines Urgroßvaters geniest. In Radebeul waren nach 1990 viele gute Architekturbüros damit beschäftigt Radebeul zu beplanen – mir fallen sofort die Büros Kempe, Mehnert, Baarß & Löschner, Clausnitzer und Wagner ein – Volker Röhricht gehört natürlich dazu. Keinesfalls hatte ich mit dem Artikel die Absicht, herauszufinden, welches Büro die meisten oder die besten Häuser entworfen oder gebaut hat. Die Arbeit Volker Röhrichts erschien mir zum Zeitpunkt des Büroendes allerdings eine Erwähnung wert. Vielleicht gibt es später auch mal eine Gelegenheit, hier ein anderes Büro näher vorzustellen.
Weil Röhrichts Entwurfsarbeit 2026 wohl nun zu Ende gehen wird, sollte der Artikel bitte nicht als heimliche „Werbung fürs Geschäft“ aufgefasst werden!
Dietrich Lohse

 

 

 

 

 

 

 

 

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