Die Heidelbeere, die Preiselbeere und die Mistel

Der Coswiger Porzellanmaler Klaus Henker feiert seinen 80 Geburtstag mit einer Ausstellung im Museum Karrasburg

»Figürliche Studie«, Bleistift/Aquarell, 1973 Foto: W. Zimmermann

»Figürliche Studie«, Bleistift/Aquarell, 1973
Foto: W. Zimmermann


„Im Blickpunkt“ ist die aktuelle Ausstellung im Coswiger Museum Karrasburg überschrieben. Ein solcher Titel suggeriert dem Besucher zunächst die Notwendigkeit zu höchster Aufmerksamkeit. In zweiter Linie aber verweist er natürlich auf die ganz bestimmte Person, die mit dieser (Personal-) Ausstellung gewürdigt wird. Und damit leitet die Aufmerksamkeit über auf den in Freiberg gebürtigen und seit langem schon in Coswig lebenden Maler und Grafiker Klaus Henker. Ein solch gewichtiger Geburtstag wie der 80. aber rückt nicht nur den Maler selbst, sondern vor allem auch sein Werk in den Fokus des Betrachters. So zeigt dann auch die Geburtstagsausstellung einen nicht nur umfangreichen, sondern auch sehr detailliert geordneten Querschnitt eines immensen Lebenswerks. Das sich eben nicht nur in dem umfangreichen Ergebnis seiner langjährigen Arbeit für die Porzellanmanufaktur Meißen erschöpft, sondern auch den Grübler, den Sucher und den Perfektionisten Klaus Henker zeigt. Gleichzeitig wird mit dieser Ausstellung auch ein Künstler geehrt, der immer bereit war, sein spezifisches Wissen und Können an andere weiterzugeben. Wie bspw. an die Mitglieder seines Coswiger Mal- und Zeichenzirkels, denen er eine stattliche Anzahl von Jahren nicht nur Lehrer, sondern auch Freund war.
»Flaschen«, aus dem Zyklus »Begegnungen«, Tusche, 2001 Foto: W. Zimmermann

»Flaschen«, aus dem Zyklus »Begegnungen«, Tusche, 2001
Foto: W. Zimmermann


Unbedingt erwähenswert aber ist die Akribie in der Arbeit wie auch die Forscherlust, die Klaus Henker über die Jahrzehnte hinweg im Griff hatte.
»Preiselbeere«, Tusche/Aquarell, 1981 Foto: W. Zimmermann

»Preiselbeere«, Tusche/Aquarell, 1981
Foto: W. Zimmermann


Er ließ kaum eine Gelegenheit aus, sein Wissen um die Dinge zu erweitern. Forschte immer wieder in neuen Ausdrucksmöglichkeiten und Formen seines Metiers. Und wagte sich begeistert an immer neue Herausforderungen. Die Ausstellung weist sehr übersichtlich auch darauf hin, mit welcher Akribie Klaus Henker neue Ideen in der Porzellanmalerei verfolgte. Wie er sich nicht nur dem Motiv „Heidelbeere“ widmete, sondern auch durch die Beschäftigung mit der Preiselbeere, der Mistel etc. das eigene Wissen vervollkommnete. Und er ist auch mit 80 Jahren keinen Deut ruhiger gworden. Doch das ist dem schöpferischen Menschen wahrscheinlich stets immanent. Die Ausstellung in der Karrasburg blickt sozusagen auf ein komplettes Künstlerleben.

Wolfgang Zimmermann

Bis zum 12. April 2015 ist die Ausstellung zu besichtigen.

Fotos (Zi)
1.    „Figürliche Studie“ (Bleistift/Aquarell/1973)
2.    „Flaschen“ (aus dem Zyklus „Begegnungen“/Tusche: 2001)
3.    „Preiselbeere“ (Tusche Aquarell 1981)        

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