„Auswandern und Ankommen !“

Das Schauspielensemble der Landesbühnen Sachsen rüstet für ein Gastspiel in den USA

Das gab es wohl noch nie in der lokalen Theatergeschichte, ein Schauspielensemble der Landesbühnen Sachsen macht sich auf zu einer Gastspielreise nach North Carolina in den USA. Nein, es soll kein Urlaub werden und auch keine Erholungsreise. Erstmals in der langen Geschichte des Radebeuler Reisetheaters „Landesbühnen Sachsen“ bricht eine Gruppe von Darstellern des Radebeuler Theaters auf, um den Atlantik zu überqueren und um dort – nach der Ankunft im „gelobten Land“- ein Stück aufzuführen, dass seine Premiere unter der Regie von Olaf Hörbe zwar schon vor einigen Monaten am Radebeuler Theater (den Landesbühnen Sachsen) erlebte. Dessen Handlung aber führt den Zuschauer fast dreihundert Jahre in die deutsch-amerikanische Geschichte zurück; in das Jahr 1742 nämlich. Damals versammelte der lutherische Pastor Heinrich Melchior Mühlenberg in Deutschland seine Anhänger, um sich mit ihnen auf die Reise über den Atlantik (ins „gelobte Land“) zu begeben. Die Strapazen solch einer Reise aber hatten sie alle unterschätzt. Auch über die dort in Amerika bestehenden Verhältnisse wussten die Ankömmlinge kaum etwas. Denn sie wurden dort u.a. mit Sklavenmärkten konfrontiert, auf denen die Menschen selbst zur Handelsware wurden.

»In Gottes eigenem Land« mit Gojko Miti´c und Moritz Gabriel
Bild: H. König


Die Radebeuler Inszenierung von „In Gottes eigenem Land“ erlebte im Februar 2017 in Radebeul ihre Premiere und wurde danach sowohl im Radebeuler Stammhaus als auch auf der Felsenbühne in Rathen zu einem wahren Publikumsrenner.

Vor einigen Wochen nun folgte die Einladung zu einer Gastspielreise nach Pennsylvania und North Carolina. Gespielt wird dort vorwiegend in Kirchen; u.a. auch in jener Kirche, die Mühlenberg seinerzeit mit den deutschen Auswanderern erbaut hatte. Und überhaupt; die Kirchen werden während dieser Reise zu den wohl wichtigsten Partnern der deutschen Darsteller.

In die Vorbereitung dieses einmaligen Highlights sind sowohl zahlreiche deutsche Darsteller, aber auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich involviert.

Zusätzlich zur mehrfachen Aufführung des Theaterstücks wird es in Amerika noch zwei Konzerte geben. Mit dabei wird auch Paul Heller sein, er ist der Komponist der Bühnenmusik. Die ins Leben gerufene Kampagne „So geht sächsisch!!!“ spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt sei noch die Kampagne erwähnt, die u.a. den Weg für dieses Gastspiel ebnete. Ein Grußwort von Stanislaw Tillich – dem sächsischen Ministerpräsidenten – hebt diese Gastspielreise auf ein zusätzliches und sehr bedeutendes Podium.

Wolfgang Zimmermann

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