Der 37. Radebeuler Grafikmarkt zieht um von Ost nach West

Künstler präsentieren ihre Werke am 8. November von 10 bis 18 Uhr erstmals in der Elbsporthalle

Nichts bleibt wie es ist. Veränderte Situationen erfordern neue Lösungen. Die bevorstehenden Umbaumaßnahmen im Radebeuler Rathaus und der gegenüberliegenden Schule stellten die Organisatoren vor die Entscheidung: Lassen wir den Grafikmarkt künftig ausfallen oder finden sich für diese traditionsreiche Veranstaltung an anderer Stelle in der Stadt Radebeul geeignete Räumlichkeiten? Zu bedenken galt es dabei aber noch Vieles mehr. Die bisherige Logistik war eng mit den Ressourcen der Stadtverwaltung verbunden wie die kostenlose Nutzung von Räumen, Mobiliar und Technik sowie die Unterstützung durch zahlreiche städtische Mitarbeiter. Wie also weiter?

Bärbel Kuntsche

Bärbel Kuntsche


Erste Diskussionen hierzu fanden mit den Künstlern bereits während des letzten Grafikmarktes statt und stimmten durchaus zuversichtlich, diese Herausforderung gemeinsam bewältigen zu können. Ja, man war sogar der Auffassung, dass nach all den Jahren eine Veränderung nicht schaden kann. Schließlich wurde die Elbsporthalle in Altkötzschenbroda als sehr geeignet befunden. Sie ist gut erreichbar mit S-Bahn, Straßenbahn und Bus. Parkplätze befinden sich auf der angrenzenden Festwiese unmittelbar vor Ort. Das Gebäude hat auch als Mehrzweckhalle eine lange Tradition. Ursprünglich als offene Schützenhalle zum Elbgausängerfest im Jahr 1908 erbaut, fanden später immer wieder Ausstellungen, Sängertreffen, Messen und Jugendkonzerte statt. Nach dem Einbau von Seitenwänden erfolgt bis heute die Hauptnutzung als Sporthalle. Ein besonderer Blickfang ist das Hallendach mit der diagonal ausgebildeten sichtbaren Holzlamellenkonstruktion.
Das ursprüngliche Gebäude diente als Schützen-, Sänger- und Ausstellungshalle Bild: Radebeuler Stadtarchiv

Das ursprüngliche Gebäude diente als Schützen-, Sänger- und Ausstellungshalle
Bild: Radebeuler Stadtarchiv


Was die Freunde des Radebeuler Grafikmarktes allerdings vordringlich interessiert: Was wird beibehalten? Was wird sich verändern?

Neu ist in diesem Jahr, dass der Grafikmarkt nicht an zwei, sondern nur an einem Tag stattfindet, dafür aber am Sonntag zwei Stunden länger geöffnet haben wird. Ob sich die Besucherzahlen der vergangenen Jahre trotzdem erreichen lassen, wird sich zeigen. Ungebrochen ist jedoch der Enthusiasmus, mit dem Künstler, Helfer aus Bürgerschaft und Stadtverwaltung, der Förderkreis der Stadtgalerie, der Radebeuler Kunstverein sowie der Kulturverein der Stadtbibliothek dem kleinen Organisationsteam auch weiterhin zuverlässig und tatkräftig zur Seite stehen wollen. Als neue Partner konnten die Händlergemeinschaft Radebeul-West und die Kultur- und Werbegilde Altkötzschenbroda gewonnen werden.

Nicht nur Sammler, sondern vor allem auch Familien gehören seit Generationen zum festen Besucherstamm. Gekauft wird, was gefällt. 100 Künstler präsentieren auf einer Ausstellungsfläche von 900 qm Druckgrafiken, Zeichnungen, Collagen, Aquarelle, Scherenschnitte, Fotografien, Künstlerbücher, Kunstpostkarten, Plakate, Kalender und Kataloge. Über 3.000 Exponate stehen zur Auswahl. Das Spektrum an Techniken, Handschriften und Motiven ist breit gefächert und reicht von der Miniatur bis zum Großformat. Die Preise sind sehr moderat und liegen in der Spanne von 1 bis 1.000 Euro.
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Neben bekannten Künstlern gilt es vor allem immer wieder auch junge und solche, die noch nicht im Rampenlicht stehen, zu entdecken. Die Künstler sind an diesem Tag präsent und verkaufen ihre Werke selbst. Sie freuen sich auf den Kontakt zum Publikum, aber auch auf den Kontakt zu den Fachkollegen. Zu jenen Künstlern, die bereits beim ersten Grafikmarkt mit ihren Arbeiten vertreten waren, gehört die Radebeuler Malerin und Grafikerin Lieselotte Finke-Poser. Obwohl sie mit 89 Jahren die älteste Grafikmarktteilnehmerin ist, will sie – sehr zur Freude ihrer großen Verehrerschar – auch in diesem Jahr mit anwesend sein. Der Radebeuler Grafikmarkt bietet am neuen Ort reichlich Gelegenheit zum Schauen, Verweilen, Fachsimpeln, Kaufen und Plaudern. Mit Informationsständen werden der Radebeuler NOTschriften-Verlag und die Buch-, Präge- und Rahmenwerkstatt Kruschel vertreten sein. In schöner Tradition wird es wieder ein Künstlercafé geben. Neu ist das ganztägige preiswerte Imbissangebot im Sportcasino. Und wichtig ist vor allem auch, dass erstmals der gesamte Präsentationsbereich barrierefrei zugängig ist. Der 37. Radebeuler Grafikmarkt startet am neuen Ort mit einer kleinen Einweihungszeremonie. Der Stadtverwaltung Radebeul, die dem Grafikmarkt über all die Jahre ein guter Gastgeber war, sei abschließend noch einmal ganz herzlich gedankt.

Karin Baum

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