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Bauernhäuser in Radebeul Juni 2021

Altlindenau 28

Wir stehen vor einem Dreiseithof, der von der Straße etwas abgerückt ist. Das alte Wohnhaus des Herrmannhofs war am 19. Dezember 1880 abgebrannt. Der Bauer Karl Ernst Herrmann ließ es „etwas moderner“ mit verändertem Standort (90° gedreht), massiv, also ohne Fachwerk, und mit mehr Geschoßhöhe bis 1885 wieder aufbauen. Der Dachgeschoßausbau mit vier stehenden Dachgaupen im Satteldach kam aber erst 1934 dazu. Dieser Bauernhof erschien mir wegen einer fast original erhaltenen Scheune interessant – bei vielen Gehöften fehlt heute die Scheune oder wurde im Zuge von Wohnraumschaffung stark verändert. Das dritte Haus, ursprünglich ein Wirtschaftsgebäude, wurde bereits 1914 zu einem kleinen Wohnhaus umgebaut. Man führte auf diesem Hof 1972 die LPG Typ I ein und die Landwirtschaft endete 1979 mit dem Tod des Bauern Heinz Herrmann. In den 80er und 90er Jahren des 20. Jh. hatte der Baubetrieb Janke hier seinen Sitz und endete mit einem wirtschaftlichen Bankrott.

Seit etwa 2000 besitzt nun Familie Heinrich das Grundstück, aber Landwirtschaft wird nicht mehr betrieben. Am großen Wohnhaus finden wir ältere Sandsteingewände an Türen und Fenstern, hölzerne Spaliere für Wein und Rosen an den Fassaden und die typischen Zwillings-Rundbogenfenster im Giebel. Denkmalpflegerische Maßnahmen und Wünsche an zeitgemäßes Wohnen halten sich hier auf angenehme Weise die Waage.

Dietrich Lohse

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