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… von flüchtigen Momenten …

Verglasung Andachtsraum
St. Benno Verlag
Leipzig | 2020

Die Tage werden kühler und kürzer, während die dunklen Stunden mehr und mehr an Raum einnehmen. Und doch ist etwas anders, als bisher. Das Licht ist aus, fast aus. Die Stadt, die einst wie ein glänzender Juwelenteppich sich im Tal ausbreitete, bedeckt sich nun mit dem Mantel der Dunkelheit, dem Weniger an Licht. Es scheint, als müsse sie nicht mehr posieren, nicht mehr im Glanze erstrahlen, sich nicht mehr darbieten. Sie nimmt sich zurück und gibt sich schlicht der Abendruhe hin. Und doch sehe ich auf meinen nächtlichen Spaziergängen nicht weniger sondern mehr, denn die Sinne dürfen sich entfalten, sich weiten.
Dieses positive Potential, das Krisen von Natur aus in sich tragen, lässt sich auch im Andachtsraum finden. Er wird von einem gläsernen Band umschlossen, das von blauen Papieren mehrschichtig durchzogen ist. Ihre bewegten Formen erschaffen sich in jedem Licht immer wieder neu und bilden abstrakte Räume aus, die sich gedanklich durchwandeln und erweitern lassen. Behutsam nehmen die von Philipp Aust überschmiedeten Prinzipalien in ihrer tiefdunklen Tönung diese Dynamik auf und erden sie zugleich. Die Kerze sendet Licht und Frieden. Möge sie uns im Advent auch Hoffnung sein, in der Reduktion den Ursprung für das Neue zu erkennen – nicht nur für einen flüchtigen Moment …

Constanze Schüttoff

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