Wie bunt ist Coswig wirklich?

Spaziergang mit Carl Romer durch die Große Kreisstadt Coswig  Teil 4

Foto: I. Rau

Darauf erwiderte ich ihm aber, dass wir mit dem Sitz der Institution der Kulturbetriebsgesellschaft doch schon viel für unser Umfeld und speziell die Kultur tun. Dazu gehört auch unsere “Villa Theresa”im Ortsteil Kötitz mit dem schön angelegten Park und seinen Parkfesten! “Da müssen wir später noch hin, denn an die Theresa kann ich mich noch erinnern mit ihren fliegenden Fingern über die Tasten des Flügels und den Kompositionen ihres Ehemanns Eugen d’Albert”. “Übrigens sind beide wie Sie Ehrenbürger der Stadt”, ließ ich nebenbei mit Schmunzeln und Nachdruck fallen. “Donnerwetter, soviel Ehre wurde auch mir zu Teil!”, war er jetzt doch erstaunt. “Ja, das waren sie schon damals der Stadt wert!”, meinte ich anerkennend. “Was habt ihr den noch so zu bieten?”, meinte er nach dieser für ihn schon großen Runde durch seine Heimatstadt.“Gehen wir doch einfach mal durch unser Neubaugebiet an der Dresdner Straße!”, wollte ich ihn locken(Bild von dem Stufenberg). “Wo ist denn das nun wieder, hier waren doch früher Felder und eine Gärtnerei?”, murmelte er. “Nun, als Coswig mehr Industrie- als Gartenstadt wurde, musste Wohnraum her und da sind dort eben viele Häuser errichtet worden”, gab ich zögernd zur Kenntnis. Rein zufällig zog ich nun die Broschüre Stadtumbau im Wohngebiet “Dresdner Straße” aus meiner Mappe/1/. Wir setzten uns auf die Bank neben der Straßenbahn-Haltestelle auf dem Lovositzer Platz, da er zunächst blättern wollte. Sein Gesicht hellte sich auf, als er die Vergleiche des sogenannten “Stadtumbaus” der letzten 30 Jahre an diesem Standort sah. Ohne Anstoß raffte er sich auf und meinte, “das muss ich noch sehen!” Zielgerichtet nahm er seinen Weg durch die aufgezeigten Freiräume, Innnenhöfe, Grünflächen, Sitz- und Spielplätze. ”Donnerwetter”, meinte er nach einer Weile des Staunens, “ihr habt ja tatsächlich Farbe und Grün in dies Viertel gebracht”! Darauf erwiderte ich ihm, dass Gleiches in den nächsten Jahren auch im Neubaugebiet “Spitzgrund” geplant ist. “Das ist gut angelegtes Geld für das Wohl der Bürger der Stadt, scheinbar habt ihr doch einiges von mir gelernt!”, meinte er mit Nachdruck und Überzeugung. Ob soviel Lob, blieb mir doch glatt die Spucke weg, denn ich dachte schon, dass er nur mit seinen Gedanken von gestern mit mir spazieren wollte. “Dann will ich ihnen doch noch eine Neuigkeit zeigen, um die die Verkehrsteilnehmer, die von Radebeul kommen und nach Coswig einreisen oder umgekehrt, nicht vorbei kommen, die Gestaltung des neuen Kreisverkehrs!“(Bild vom Kreisverkehr). Plötzlich zog er seinen Hut vor dieser Initiative, die den Stadträten von Radebeul und Coswig zu verdanken ist. “Aber fehlt hier nicht noch was, wenn ich bei dieser tollen Verkehrslösung die fehlenden Anschlüsse für die Radfahrer sehe!” Auch das fiel ihm also gleich in die Augen! “Für die Straßenführung und die begleitenden Radwege ist der Kreis zuständig und der hat dies glatt nicht eingeplant”.So hat sich die Stadtverwaltung von Coswig auf Drängen des Stadtrates beim Kreis so engagiert, dass sie die Planung übernimmt und in absehbarer Zeit die Anschlüsse realisiert werden sollen. “Was ist denn aber mit den Anschlüssen auf Radebeuler Seite und der Straßenbahnhaltestelle unter der Eisenbahnbrücke!” stellte er als ehemaliger Naundorfer mit erhobenem Zeigefinger fest. “Das sieht aber noch ziemlich unfertig aus. Da werde ich wohl auch mal einen Spaziergang in’s Radebeuler Rathaus machen müssen, um hier schnelle Abhilfe zu schaffen!”
“Ich zeige ihnen noch zum heutigen Abschluss einen nächsten kleinen Schritt in ein noch blühenderes Coswig!”, meinte ich. “Zwischen Dresdner Straße und Zur alten Poststraße sind jetzt Grasstücke umgebrochen und als blühende Wiese angelegt worden”. “Das gefällt mir!”, war seine spontane Äusserung. “Macht hier mehr draus, kann ich nur sagen, wenn ich die vielen Rasenflächen im Neubaugebiet noch vor Augen habe. Hier könnt ihr den Bienen und Insekten noch Nahrung bieten und euren Bürgern Freude in die Augen zaubern. Übrigens spart ihr auch noch Arbeit, wenn ihr weniger mäht!”, rügte er mich. Er kann es einfach nicht lassen, murmelte ich, immer will er noch mehr, also notierte ich mir auch diesen Hinweis, um diese Gedanken zu verarbeiten. “Machen sie das!”, forderte er mit Nachdruck.

Foto: I. Rau

“Lieber Bürger!”, fasste er zusammen, “heute habe ich wieder genug gesehen. Sie haben einen älteren Mann bisher ganz schön durch die Heimatstadt getrieben!” Das enttäuschte mich nun aber, denn er wollte doch von seiner Stele runter, um das Coswig von heute zu sehen. “Sie brauchen nicht traurig zu sein, denn es ist ihnen gelungen, mir mein Coswig neu vorzustellen. Gehen wir zurück zur Stele und ich halte fest, dass ich schon relativ zufrieden wieder aufsitzen kann!”. Ich half ihm, am Museum angekommen, aufzusteigen. Ermüdet, aber mit einem Zwinkern in den Augen, dankte er mir und nahm seine Ruhestellung wieder ein.
Bis später wieder, rief ich ihm noch zu, denn ich hatte schon die Absicht, ihn stetig auf dem Laufenden zu halten. Mit Aufgaben beladen ging ich noch mal kurz in’s Rathaus gegenüber. Was hatte er noch gesagt:
“Macht was aus eurer grünen Stadt, denn es gibt schon noch mehr zu tun!”

Eberhard Bröhl
/1/ Stadtumbau im Wohngebiet “Dresdner Straße”- Herausgeber Stadtverwaltung Coswig, Fachbereich Bauwesen –Dezember 2020

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