Editorial 01-26

Liebe Leserinnen und Leser,
Zwölf Tage und Nächte sind es vom Christfest am 25. Dezember bis zum Fest der Erscheinung am 6. Januar. Genau in der Mitte dieser Zeit schreiben wir – sofern wir der christlichen Tradition folgen – ein neues Jahr, 2026 mittlerweile nach Christi Geburt. Beginnen wird alles mit der Heiligen Nacht. Der Nacht, in der arme Hirten ihren Wert und ihre Würde fühlen und große Könige ihre Demut. Der Nacht, in der die Liebe zur Welt kommt und mit ihr der Frieden, gegen den Augenschein und vor allem gegen die so augenscheinliche Finsternis. In der langen Dunkelheit gerade dieser Nacht wird das Licht geboren. Wir selbst können neu das Licht der Welt erblicken, wenn wir in die Augen unserer Lieben schauen oder wenn wir in den Kirchen als Menschen zusammenstehen und singen, was sich niemand von uns ausdenken könnte: „Welt ging verloren, Christus wird geboren“.
Es sind die sanften Kräfte, die sich durchsetzen werden. Darauf liegt Segen, auf der schlichten Menschlichkeit, auf dem kleinen Kind, auf dem Mann und der Frau an der armseligen Krippe und bald schon auf der Flucht. Es liegt kein Segen auf dem Gebrüll, auf nationalistischen Parolen, auf der Abwertung oder Ausgrenzung anderer Menschen, auf der Gewalt nicht und nicht auf der zwanghaften Selbstdurchsetzung bis hin zum Krieg. Damit kann man kurzfristige Vorteile erzielen oder sich selber stark fühlen, aber niemals wird Segen darauf liegen.
Wenn uns der Grund des Lebens aus den Augen eines Neugeborenen anschaut, bittet er um ein neues Menschsein. Da braucht es nicht viele Dinge. Nur einfache, offene Herzen für das, was Gott uns damit gesagt hat. Ich rate gern dazu, sich nicht allzu sehr mit Äußerlichkeiten davon abzulenken. Denn nichts anderes kann uns Menschen retten.
Ich wünsche Ihnen, was immer Sie persönlich glauben, Gottes Segen für diese Tage und für das kommende Jahr!

Christof Heinze, Pfarrer der Lutherkirchgemeinde Radebeul im Kirchspiel in der Lößnitz

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