Editorial Novemberheft

Nicht gerade einfach, sich in diesem Jahr mit einem mehrspurigen Kraftfahrzeug durch Radebeul zu bewegen. – Baustellen, soweit das Auge reicht. Selbstverständlich handelt es sich um lang geplante und durchaus ehrgeizige Projekte, aber irgendwie scheint es, als müssten wieder mit größter Betriebsamkeit gewisse Fördertöpfe vor Jahresfrist noch schnell bis zum Boden geleert werden.

Durch den Ausbau der Eisenbahngleise bildete der durch die Stadt führende Schienenstrang so fast einen undurchdringlichen Riegel. Denn gleich mehrere Brückendurchfahrten entpuppten sich als Baustellenbollwerke. Zu allem Überdruss ist zudem über einen langen Zeitraum noch die Hauptschlagader der Stadt, die Meißner Straße, über weite Strecken zumindest einseitig voll geperrt. Für ungeübte Ortsdurchfahrer hat die Verkehrssituation gar labyrinthartige Züge, insbesondere im Gewirr der angrenzenden kleinen Straßen.

Und schließlich unser größter Bauplatz – im Umfeld des Bahnhofgeländes in Radebeul-Ost. Ein ganzer kleiner Stadtteil ist hier seit Jahresbeginn im Wachsen begriffen. Man darf gespannt sein, wie sehr sich die auf dem Reißbrett konstruierte Urbanität in der Praxis bewähren wird. Die Bahnsteige haben mit Abriss der alten Überdachungen zumindest ihren vorstädtischen Charme verloren. Und wenn nach Abschluss der Umbauten hier wirklich kein Fernzug mehr halten sollte, fragt man sich, was Fortschritt nun bedeuten soll.

 Sascha Graedtke

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