Editorial

Vor kurzem besuchte ich Freunde in der Sächsischen Schweiz. Der Ort liegt nicht gerade im Umfeld von Radebeul, aber worüber ich gern erzählen möchte, trifft ebenso für Radebeul oder jeden anderen Ort dieses Landes zu. Der Ort ist nicht gerade ein Einkaufsparadies. Die 3500 Einwohner ziehen zum Einkauf Neustadt oder Sebnitz vor. Außer einem Bäcker, einem Blumenladen, einer Apotheke, einem Sportartikelgeschäft und einem Teegeschäft gibt es nicht viel mehr. Zu meiner Überraschung eröffnete nun gegenüber dem Rathaus auch einen kleines, aber feines Geschäft für lauter Leckereien, hergestellt vorwiegend in der Region. Von Käse bis Schokolade, von Wein bis Pasta, von Wurst, deren Grundlagen nicht aus der Massentierhaltung kommen. Sicher, nicht alles ist lebensnotwendig, aber was ist das schon? Auf jeden Fall kann man bei einem Espresso am kleinen Tisch im Lädchen es sich gut gehen lassen. Ich finde es toll, dass es immer wieder Menschen gibt, in diesem Fall zwei Frauen, die einem die Möglichkeit geben, anders und anderes einzukaufen. Gute Produkte, z.B. auf der Grundlage artgerechter Tierhaltung erzeugt, Käse und Schokolade hergestellt in der Region. Solche Initiativen unterstütze ich sehr gern und gebe dafür unter Umständen auch etwas mehr aus. In diesem Zusammenhang sei auf ein zwar etwas anderes, aber nicht minder interessantes Projekt in Radebeul hingewiesen: »deinHof« ist ein solidarisches Landwirtschaftsprojekt, initiiert als Möglichkeit, »sich seinen Kohl selbst anzubauen «, wenn man keinen Garten hat. Ebenfalls eine schöne Möglichkeit, oftmals fragwürdigen Praktiken der Erzeugung und Handels von Obst und Gemüse etwas entgegen zu setzen.

Ilona Rau

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