Denkmalausstellung im Kulturbahnhof Radebeul Ost

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (kurz DSD) mit Sitz in Bonn hatte zum 5. Februar 2014 zur Eröffnung ihrer Wanderausstellung „Seht, welch kostbares Erbe!“ nach Radebeul eingeladen. Und viele interessierte Besucher kamen, fast zu viele möchte man sagen, denn nicht alle fanden im Vortragsraum der Stadtbibliothek Platz.
Als Gastgeber sozusagen begann Herr Dr. Müller, 1. Bürgermeister in Radebeul, die Begrüßungsreden und dankte der DSD für die Förderung einiger Radebeuler Kulturdenkmale, u.a. der Weinbergstraße 10 und der Ludwig-Richter-Allee 17. Danach sprach Frau Prof. Pohlack, Landeskonservatorin des LfD. Sie lobte die gute Zusammenarbeit mit der DSD auch auf wissenschaftlichem Gebiet, bedauerte aber dass die Große Kreisstadt Radebeul die untere Denkmalschutzbehörde abgegeben hat. Sie drückte die Hoffnung aus, dass sich bald eine Lösung für die einsturzgefährdete Kötzschenbrodaer Friedhofsmauer und die Straße finden wird.
Als Dritte trat schließlich Frau Dr. Wilcken, die Vorstandsvorsitzende der DSD, ans Pult. Sie war bisher Bürgermeisterin der Stadt Wismar (Hansestädte haben trotz einer gewissen Größe der Stadt keine Oberbürgermeister) und setzt nun in der DSD die Tätigkeit des verstorbenen Prof. Kiesow fort. Sie erläuterte die verschiedenen Arten von Förderung und Hilfen für Not leidende Denkmale in ganz Deutschland, wobei sich die DSD in erster Linie als Mittlerin zwischen Spendern von Geld und dem nötigen und sinnvollen Einsatz desselben an Kulturdenkmalen versteht. Frau Dr. Wilcken eröffnete schließlich die Fotoausstellung von 35 Förderobjekten in Deutschland in der ehemaligen Schalterhalle des Bahnhofs.

Meinholdsche Turmhaus

Meinholdsche Turmhaus


Unter den Gästen erkannte ich neben vielen Denkmaleigentümern Herrn Dr. Otto, den Leiter der Dresdner Arbeitsstelle der DSD und den Radebeuler Oberbürgermeister Herrn Wendsche. An diesem Tag erlebte ich die erste Veranstaltung in der renovierten Bahnhofshalle, die nun wieder ein funktionierendes Oberlicht und dezente Bemalung aus der Entstehungszeit hat. Die Ausstellung belebt den meist leeren Raum, ich war beeindruckt von dem gelungenen Zusammenwirken. Leider ist die Ausstellung nur kurz, bis zum 28.02.14, in Radebeul zu sehen. Nach 1990 war die DSD bemüht, die östlichen Bundesländer, die großen Bedarf hatten, zu unterstützen, so auch Radebeul. Vielleicht wird durch die Ausstellung auch der eine oder andere in Radebeul angeregt, als Spender gegenüber der DSD aufzutreten und damit anderen Denkmaleigentümern zu helfen. Während des Rundgangs und der zwanglosen Gespräche wurde Radebeuler „Müller-Thurgau“ vom Weingut Aust ausgeschenkt. Danke für diese stilvolle Abrundung des Abends.

Dietrich Lohse

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