Kleine Buchreihe „Menschen und Orte“ entdeckt

Ja, Buchbesprechungen oder –ankündigungen tauchen in unregelmäßigen Abständen in V&R immer wieder mal auf. Wenn sich Mitglieder unserer Redaktion ein neues Buch vornehmen oder auch an eine ältere Bucherscheinung erinnern, dann geschieht das meist aus einem emotionalen Antrieb, also dann, wenn das Buch bzw. der Inhalt gefallen hat und man glaubt, das könne auch andere interessieren – kommerzielle Gründe sollte man da eher ausschließen.

Foto: D. Lohse

Foto: D. Lohse


Vor etwa sieben Jahren habe ich für mich die kleine aber feine Buchreihe „Menschen und Orte“ der Edition A. B. Fischer Berlin entdeckt, Gefallen am ansprechenden, unaufwändigen Äußeren sowie an den Inhalten (kurz und bündig, etwa 30 Seiten, gut bebildert) gefunden und meine diesbezügliche Sammlung auf inzwischen zehn Exemplare erweitern können. Auch als Rentner kann ich mir ab und zu ein Büchlein für 7,80 € leisten.

Ach so, viele werden an den bekannteren S. Fischer Verlag oder Fischer-Taschenbuch-Verlag Frankfurt / Main denken, nein, das ist eine andere Liga, die wohl nichts mit der o.g. Edition zu tun hat. Kurioserweise bin ich im Ausland, genauer gesagt in der Schweiz, auf diese Buchreihe aufmerksam geworden. Wir hatten im Urlaub Montagnola und das dortige Hesse-Museum besucht. In den Auslagen fand ich das Heft (Heft trifft’s besser als Buch!) über Hesse und sein Haus in der Schweiz, erwarb es und hatte so eine passende Lektüre um etwas über Hermann Hesse zu erfahren ohne gleich zum Hesse-Fan zu werden.

Später stellte ich „Thomas Mann in Nidden“ in mein Regal neben Hesse. Im vergangenen Herbst bereisten wir dann die baltischen Länder und hatten in Litauen die Möglichkeit, das Thomas-Mann-Museum in Nidden auf der Kurischen Nehrung zu besuchen. Da ich das Heft vorher gelesen hatte, war ich bestens vorbereitet.

In der Reihe „Menschen und Orte“ wird jeweils ein Künstler, Wissenschaftler oder eine andere, nicht mehr lebende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts knapp vorgestellt und dazu ein mit ihm, respektive ihr, in Verbindung stehendes Gebäude – das Geburtshaus, Wohnhaus, Atelier oder auch ein Sommerhaus – näher dargestellt. In dem Zusammenhang erfährt man meist auch wer’s gebaut hat oder sieht verschiedene zeitliche Zustände des Hauses. Es kann schon sein, dass dem einen Leser die Personen und einem anderen die Häuser interessanter sind. Meist ist aber das Zusammenwirken beider das Wesentliche, darin liegt wohl der tiefere Sinn der kleinen Buchreihe.

In der Reihe tauchte dann auch Karl May und Radebeul auf, ich glaube das war meine fünfte Erwerbung. Der Band „Gerhart Hauptmann auf Hiddensee“ berührt Radebeul insofern, als darin die Thienemann-Töchter aus dem Hohenhaus erwähnt werden. Zum Thema „Göschen und Seume in Grimma“ haben es die Radebeuler auch nicht weit, das ist mit einem Tagesausflug gut zu schaffen. In meiner bisherigen Auswahl finden sich noch Hefte zu Marie Luise Kaschnitz, Henry van de Velde, Otto Dix, Ernst Barlach und Hans Fallada.
In Ankündigungen sind weitere Bändchen mit klangvollen Namen wie: Ernst Jünger, Wilhelm Busch, Karl Hagemeister, Brecht und Weigel, Wolfgang Koeppen, Voltaire, Georg Kolbe, Hermann Sudermann und Arno Schmidt, man kann also seinen Bestand je nach Lust und Geldbeutel noch erweitern und so eine Sammlung nach seinem Geschmack anlegen.

Da ich oben die Form, bzw. Gestaltung, erwähnte – sie ist denkbar einfach mit einem je Heft anders farbigem Kartoneinband (grau, blau, gelb, braun …), dem eine kleinere Manschette mit Bild und Titel über den Rücken geklebt ist, dem inneren Titelblatt ist eine Handschrift von der behandelten Persönlichkeit grau hinterlegt und alle Bilder sind als Schwarz-Weiß-Fotos wiedergegeben. Und, wenn auch sicherlich Zufall, das handliche Format entspricht mit 21×13,5 cm nahezu dem der Vorschau und passt in manche Jackentasche. Da die meisten Orte / Häuser zugleich als Museum fungieren, sind jeweils auf der letzten Seite als praktische Hilfe die Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten aufgeführt. Natürlich ist das mit Vorsicht zu genießen, da können sich über die Zeit auch Änderungen ergeben.

Bis auf das erste bezog ich meine Hefte von der Buchhandlung Sauermann, aber da kann sicherlich auch jeder andere Buchladen helfen, eventuell auch als Bestellung, wenn’s nicht im Regal steht.

Dietrich Lohse

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