„Auf dem Nil“ und anderswo

Die Radebeuler Malerin und Grafikerin Renate Winkler stellt in der Filiale der Deutschen Bank aus

Eingehüllt in ein farbenprächtiges Gewand gönnt sich eine Frau eine „Ruhepause in der Wüste“. Gleich daneben fällt der Blick auf „Ramadans Enkel“, der alles andere als schläfrig, sondern quicklebendig scheint. Es sind nur zwei Bilder aus der umfangreichen Schau der 1948 in Meißen gebürtigen Malerin und Grafikerin, die aber angesichts der aktuellen Ereignisse hinsichtlich der derzeitig alle Nachrichten beherrschenden Flüchtlingsbewegung ganz besonders die Blicke der Ausstellungsbesucher auf sich ziehen. Beide Bilder widerspiegeln eine ruhige und friedliche Stimmung. Sie sind in kräftigen Ölfarben gemalt und verweisen in der Darstellung einer Idylle den Inhalt der hasserfüllten Kommentare an den Grenzen Europas in das Reich der Legende. Ob es die in Ölfarben gemalten Bilder „Sayds Mutter“ oder „Der Eselkarren“ sind, ob es die Aquatintaarbeit „Auf dem Nil“ oder die in Ölfarben gemalten Kamele mit dem stimmungsvollen Titel „Meine Wüstenfreunde“ sind. Ihre Arbeiten schlagen einen weiten Bogen aus einer fernen Welt zur Heimat und umgekehrt.

»Winterlandschaft«, Tusche

»Winterlandschaft«, Tusche


»Ruhepause in der Wüste,« Öl

»Ruhepause in der Wüste,« Öl


Renate Winkler – die Schöpferin dieser Bilder – bereiste in der Vergangenheit schon mehrfach arabische Länder. Und ihre, unter den Eindrücken jener Welt entstandenen bildkünstlerischen Arbeiten widersprechen mit ihren Botschaften sehr deutlich dem grölenden und geifernden Mob draußen auf der Straße. Die Malerin hat diese Bilder aber nie in der Absicht gemalt, damit ein politisches Statement abgeben zu wollen. In der Ende September 2015 eröffneten Ausstellung in der Filiale der Deutschen Bank in Radebeul verweist Renate Winkler aber nicht nur auf ihre Intentionen aus den arabischstämmigen Ländern. Sie zeigt in einem Holzschnitt auch das „Haus Lotter“ in Radebeul, würdigt in einer Winterlandschaft die landschaftliche Schönheit ihrer sächsischen Heimat und verweist gleich daneben in einer Idylle auf des „Winzers Rastplatz“.
»Ramadans Enkel«, Öl

»Ramadans Enkel«, Öl


Wolfgang Zimmermann

In den kommenden Monaten kann man die Ausstellung in der Filiale der Deutschen Bank in Radebeul-West besichtigen.

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