Editorial 03-16

Editorial

„In wenigen Wochen verlasse ich diese Behörde, und dann gibt es für mich vielleicht ein Leben ohne Stasiakten. Auch keine schlechte Perspektive“. Das ist der letzte Satz für mich
im Theaterstück „Meine Akte und ich“.
Aber was kommt dann? Diese Frage steht nicht nur bei mir an. Viele von Ihnen haben diesen Wechsel im Leben bereits hinter sich und könnten mir jetzt darauf antworten.
„Dann hat man gar keine Zeit mehr“, oder „ langweilig wird es nie, wenn man noch andere Interessen hat“, oder, oder, oder…
Einen Schwerpunkt, das weiß ich ganz genau, setze ich zu Beginn meines Rentnerinnendaseins: Ich räume endlich mal „richtig“ auf. Und ich freue mich darauf. Schon im Büro Ordner durchzusehen und gegebenenfalls der Silbertonne übergeben zu können, hat etwas ungemein Befreiendes. Wie wird es erst, wenn ich mir Schränke, Kästen und Regale, den Boden, den Keller und den Schuppen vornehme. Einige werden jetzt lachen und sagen, da hat sie sich ja viel vorgenommen. Richtig, habe ich. Und die Gefahr, sich zu übernehmen, besteht schon.
Schwierig wird es bei der Frage: Wohin mit den Dingen, die ich selbst nicht mehr brauche, die zum Wegwerfen aber zu schade sind? Die Kinder lehnen ja meistens ab. Freunde, Verwandte, Bekannte kann man fragen, aber auch da findet sicher nur Einiges Anklang. Kleidung ist gut ans DRK weiterzugeben. Tja, aber alles Andere?
Vielleicht mach‘ ich es mal so, wie die Schweden: Loppis, d.h. Flohmarkt am Haus. Überall ist das dort verbreitet und findet regen Zuspruch. So gehen noch viele nützliche Dinge für wenig Geld von Hand zu Hand. Das wäre doch für alle eine gute Lösung.

Ilona Rau

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