»Pariser Leben« – Zum 5. Bühnenball an den Landesbühnen Sachsen

Im Februar luden die Landesbühnen Sachsen zum nunmehr 5. Bühnenball ein. Intendant Manuel Schöbel gab gewohnt den jovialen Hausherrn. Der Abend war thematisch von der rauschenden Offenbachiade PARISER LEBEN inspiriert, einer Operette von 1866.

Bühnenball der Landesbühnen Sachsen 2019
Foto: © 2019 Michael Schmidt – www.schmidt.fm


Wieder ging es um Verkleiden und Verwandeln und so war jeder Besucher angehalten sich zeitgemäß zu präsentieren. So tauchten auch ich mit meiner zauberhaften Begleitung in edler Robe erwartungsvoll in den verführerischen Abend ein.

Wenn man das Haus auch gut aus der Sicht hinter den Kulissen kennt, erahnt man den organisatorischen Kraftakt für diese Festivität. Im großen Saal wich das Gestühl einer großen Tanzfläche, die den kulturellen Mittelpunkt des Abends bildete. Das Glashaus, die Studiobühne, Proberäume und gar das Treppenhaus wurden wirkungsvoll mit frankophilen Accessoires bestückt.

Für die kulinarischen Genüsse zeichnete diesmal das beliebte Radebeuler Ladenlokal Gräfes Wein&fein verantwortlich.

Im Galaprogramm erklangen beliebte Oper-und Operettenmelodien, gesungen von Kirsten Labonte, Antje Kahn, Julia Harneit, Johannes Leuschner, Paul Song und Edward Lee. Schauspielerinnen und Schauspieler u.a. Matthias Henkel, Julia Vincze und Luca Lehnert nehmen die Ballbesucher kurz mit auf eine Reise nach Paris. Die Tänzerinnen und Tänzer des Ensembles begeisterten mit ihren Choreografien zur Musik von Brel.

Den Tanz eröffnete wie schon in den letzten Jahren die Tanzschule Linhart mit einem Wiener Walzer. Die Protagonisten der Tanzschule zeigten allerdings bis in die Nachtstunden unverdrossen ihre Künste, sodass sich wenig geübte Tänzer ungewollt gehemmt fühlen mussten.

Der Vorzug des Radebeuler Bühnenballs ist aber die Vielgestalt der Angebote. In zahlreichen Räumen wie im Ballettsaal, in der Goldnen Weintraube und in der Werkstatt des jungen.studios gab es kurzweilige Programme zu erleben. Im Glashaus luden Kirsten Labonte, Hans-Peter Preu, Ruslan Kratschkowski, Tino Scholz und Roland Vetters zum Programm „Pour l’amour, pour la vie“ ein. Später sagten Gundula Ehret, Uwe Zimmermann und Arne König „Bonsoir Paris“.

Auf der Studiobühne gab es „Neues aus Moulin Rouge“ mit Christin Rettich, Johannes Leuschner und Matthias Mücksch zu hören und zu tanzen.

Wer kurz mal Innehalten möchte, ging zu vorgerückter Stunde Uhr zu Michael Heusers kurzer Lesung aus Guy de Maupassants „Boitelle“.

Im Ballettsaal tanzten die Tänzerinnen und Tänzer Auszüge aus „Fly sein_Reloaded“ und auch „Coppelia-Android Q1“ war zu sehen.

In der Goldnen Weintraube sang Michael Berndt-Canana Chansons von Joe Dassin im Programm „Ein zweiter Amerikaner in Paris“ mit derartiger Inbrunst, dass wohl das Original verblassen musste. Im Anschluss folgte das heitere Programm Troubadour de‘amour „Vive la Floyd“ mit Holger Uwe Thews, Benjamin Rietz und Michael Wünsch.

Im KochStudio des jungen.studios neben der Goldnen Weintraube präsentierten Peter Kube und Cornelia Kaupert „Häppchen aus Paris“ und plauderten dabei mit einem Überraschungsgast.

Um Mitternacht tauchte im Ballsaal mit „The dark tenor“ der angekündigte Überraschungsgast auf. Von ihm erklang popularisierte Klassik für kurze Zeit bis er schließlich wieder im Pariser Nachtleben verschwand.

Zum Ausklang rundeten in der Goldnen Weintraube Friederike Wachtel, Sascha Mock und Hans-Richard Ludewig als Trio Edelsüß mit bunten Liedern den sinnenreichen Abend ab.

Weit nach Mitternacht empfing uns nach all den Eindrücken draußen das beschauliche nächtliche Radebeul.

Sascha Graedtke

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