Karrasburg Museum Coswig: „raumgreifend – elementar“

»Vogelfrau« (2016)

Die Sonderschau des Radebeulers Friedemann Dietzel ist noch bis 19. Juli zu erleben
„raumgreifend – elementar“, so lautet der Titel der aktuellen Sonderschau des Bildhauers Friedemann Dietzel. Ein Ausstellungstitel, der sich nicht nur auf die Holz- und Bronzewerke Dietzels beziehen lässt. Die Ausstellungseröffnung lag zeitgleich mit dem Beginn der Corona-Verordnungen, die raumgreifend bzw. flächendeckend in unser aller Alltag elementare Veränderungen brachten.

»Hoffnung ist das Ding mit Federn« (2018)

Fast zwei Monate lang konnte die Ausstellung nicht besucht werden. In dieser Zeit hatten die Figuren aus Holz und Bronze den Raum ganz für sich.

Holzskulptur und Sägebilder

Die Materialien Wachs/Bronze und Holz sind die vorrangigen im Schaffensprozess des Künstlers. Als gelernter Tischler hat Friedemann Dietzel eine besondere Verbindung zum Werkstoff Holz als ein lebenspendendes, nachwachsendes und gut formbares Element.
1968 in Dresden geboren, führte das Leben Friedemann Dietzel nach der Wende zum Studium der Sozialarbeit/Sozialpädagogik an der Ev. Hochschule für soziale Arbeit in Dresden. Bis heute ist er in diesem Berufsfeld tätig.
Doch der Drang zur schöpferischen, bildhauerischen Auseinandersetzung blieb bestehen und so ergriff er 2009 das Basisstudium für Bildhauerei in der Bildhauerhalle Bonn bei Paul Advena.

»Malalas Schwestern« (2014)

Seit 2013 arbeitet Friedemann Dietzel parallel zum Beruf als freischaffender Bildhauer.
Das Holz wird von ihm mit der Kettensäge bearbeitet – dem Werkzeug des Waldarbeiters. Friedemann Dietzel beschreibt es als ein Werkzeug, welches effektiv, laut, aggressiv und häufig schneller als die menschlich gesteuerte Vernunft ist. Im Schaffensprozess geht es ihm aber auch darum, hierzu die Gegenpole wie Entschleunigung und Rückzug finden.
„Bei der Feinmodellage setzt die Kettensäge eindeutige Grenzen, dies führt zwangsläufig zur Reduktion und Abstraktion. Die Werkspuren der Kette geben eine eigene Oberfläche, eine expressive Landschaft, eine mechanische Textur“, so der Künstler.
Mit Acrylfarbe oder dem Element Feuer als gezielte Flamme wird das Holz weiterbearbeitet. Dabei wechselt das Auftragen der Farbe mit dem Abtragen des Holzes, bis sich ein stimmiger Zustand einstellt.
Mit den Materialien Wachs und Bronze ist es dem Künstler möglich filigran zu arbeiten. Die entstandenen Figuren mit ihren feinen Gliedmaßen und ausdrucksstarken Bewegungen erobern sich raumgreifend ihren Platz.

»Prometheus XXXY« (2017), im Hintergrund: Sägebild

Noch bis zum 19. Juli sind sie in der Karrasburg zu sehen und da eine Eröffnung nicht richtig stattfinden konnte, gibt es diesmal eine Finissage, gemeinsam mit dem Künstler und musikalischer Begleitung durch Frank Nestler am Saxophon. Ein bisschen greift Corona aber auch hier noch ein, die konkrete Gestaltung der Finissage muss sich nach den dann gültigen Hygienevorschriften richten.

 Katrin Kynast

Alle Informationen zur Veranstaltung erfahren Sie rechtzeitig auf der Internetseite des Museums: www.karrasburg.de
Museumsteam und Künstler freuen sich auf alle, die bis zum 19. Juli oder am Tag selbst die Gelegenheit eines Ausstellungsbesuches nutzen. Der Eintritt ist kostenfrei.

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