Editorial

Kennen Sie das auch?

Ohne konkreten Anlass nutzt man kaum die Gelegenheit Orte aufzusuchen, die vielleicht interessant erscheinen, jedoch nicht unbedingt zur ersten Wahl gehören. So erging es mir kürzlich, als ein lieber Freund mich zu einem Tagesausflug nach Halle (Saale) einlud. Schon lange schwärmte er, wie herrlich sich die Stadt rausgemacht habe. Meine Erwartungen hielten sich in Grenzen, hatte sich doch aus den Wendezeiten in mir eine graue Stadt im Zentrum des mitteldeutschen Chemiedreiecks mit öden sozialistischen Blocksiedlungen manifestiert.

Nun sind über 30 Jahre vergangen und die Verblüffung war perfekt. Den zukunftsweisenden Stadtplanern ist durchaus Meisterhaftes gelungen. Der Autoverkehr wurde konsequent aus dem Zentrum verbannt, sodass weite Teile des historischen Stadtkerns als Fußgängerzone erlebbar ist. Und so ist es hier tatsächlich ein Vergnügen sich die Sehenswürdigkeiten zu erlaufen: so u.a. die Moritzburg, das Händelhaus oder Burg Giebichenstein. Das Wahrzeichen der Stadt bildet der große Marktplatz mit dem imposanten Ensemble aus spätgotischer Marienkirche mit ihren vier Türmen und Roten Turm in unmittelbarer Nachbarschaft.

Da Halle im 2. WK nicht flächendeckend zerstört wurde, sind zahlreiche Strukturen und Gebäude aus dem Mittelalter, der Renaissance und Gründerzeit erhalten und heute vorzüglich restauriert. Qualitätsvolle moderne Architektur bereichert die historische Bausubstanz und auch die einstige Bedeutung als Hansestadt ist an vielen Stellen noch gut ablesbar.

Und wer der Stadt überdrüssig ist, findet fußläufig nach wenigen Minuten am grünen Band der Saale Erholung in einer weit ausufernden Naturlandschaft.

Sascha Graedtke

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