Editorial 12-23

Schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Mit wohl weit mehr Turbulenzen als wir uns alle wünschen könnten. In einer Zeit, wo es traditionell üblich ist Bilanz zu ziehen, gehen bange Gedanken zurück, noch bangere in die ungewisse Zukunft.

Nachdem die unsägliche und über Jahre währende Corona-Zeit endlich ihr vielleicht nur vorläufiges Ende nahm, bemächtigte sich in Europa wieder ein noch viel hartnäckigeres und scheinbar unausrottbares Virus des Menschengeschlechts – das des Krieges!

Nach fast zwei Jahren ist der Ausgang in der Ukraine noch völlig unabsehbar. Spielen hier weitgehend geopolitische Interessen eine Rolle, verfängt der weltpolitisch komplexere Krieg zwischen Isreal und dem Gaza-Steifen zusätzlich im religiösen Deutungswahn.

Nüchtern bleibt zu konstatieren, dass nur selten der Menschenverstand oder die Diplomatie obsiegte, sonderm allein das militärische Durchhaltevermögen. Es wäre wohl beschämend zu wissen, wieviel deutsche Rüstungsgüter neben anderen internationale Kriege heute buchstäblich befeuern.

Kurz vor Drucklegung verfügte die Bundesregierung nach ihrem desaströsen Scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht über eine umfängliche Haushaltssperre. Am selben Tage wurden der Ukraine vom Verteidigungsminister nach bisher über 22, weitere 1,3 Milliarden Euro an Rüstungsgeldern zugesprochen. Überall fehlt es an Mitteln, aber wo ein Wille ist finden sich offenbar immer Wege.

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie uns trotz allem mit einem unerschütterlichen Frohsinn in die Zukunft schauen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.

Sascha Graedtke

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