Gedenken zum 60. Todestag Paul Wilhelms (1886-1965)

Am 15. November 2024 haben Annerose und Gottfried Klitzsch in ihrer Villa in Radebeul-West, Hohe Str. 35, die Ausstellung „ Paul Wilhelm – im Garten seiner Kunst“ eröffnet. Sie vereint 80 Gemälde des Meisters. (V&R berichtete im Heft 12/2024)

Ausstellungsgespräch mit Prof. Dr. Harald Marx, Prof. Ralf Kerbach und Gottfried Klitzsch (v.l.n.r)
Foto: H. Flemming


Viele Kunstinteressierte, nicht nur aus dem Elbtal, waren gekommen, um die Ausstellung zu sehen, die auf Anfrage unverändert besichtigt werden kann und sich mit mehreren Sonderöffnungszeiten fast schon zu einer Dauerausstellung entwickelt hat.

Dies war die Grundlage, um auch des 60. Todestages von Paul Wilhelm am 23. Oktober 2025 in herausgehobener, besonderer und würdiger Weise zu gedenken.

Anknüpfend an die von Werner Schmidt zum zum 30. Todestag Wilhelms am 23. Oktober 1995 in der Johanneskapelle auf dem Radebeuler Johannesfriedhof ausgerichtete Gedenkfeier, sollte auch diesmal eine stille Stunde am Grab Paul Wilhelms gleichsam den geistigen Mittelpunkt des Erinnerns an diesen großen Künstler bilden.

Saxophonist Dietmar Diesner am Grab von Paul Wilhelm
Foto: H. Flemming


Um 14 Uhr versammelte sich dort bei Nieselregen unter Schirmen eine kleine Schar am feierlich geschmückten Grab, um sich dieses „…Vollenders und letzten bedeutenden Führers einer typischen Dresdner Malkultur…” (Fritz Löffler) zu erinnern. Der bekannte Dresdner Jazz-Musiker und Saxophonist Dietmar Diesner spannte mit einer nachdenklichen Performance zum Eingang und Ausgang dieser Stunde den musikalischen Raum für die eigenen Gedanken zu diesem Tag. Worte von Gottfried Klitzsch fassten Wesenszüge und Biografisches zusammen, umrissen die Bedeutung Paul Wilhelms für Kollegen seiner Zeit und für uns heute.

Am Abend fand 18 Uhr eine weitergehende Würdigung Paul Wilhelms in der Ausstellung selbst – inmitten seiner Bilder – in Form eines Ausstellungsgesprächs mit Professor Dr. Harald Marx, langjähriger Direktor der Galerie Alte Meister der Dresdner Kunstsammlungen und Professor Ralf Kerbach, Malerkollege Wilhelms und langjähriger Professor für Malerei und Grafik an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste statt.

Violinistin Johanna Mittag spielte zur Abendveranstaltung
Foto: H. Flemming


Dicht gedrängt füllte eine interessierte Kunstgemeinde die Räume in der AUSSTELLUNG DRESDNER KUNST und es entspann sich, moderiert von Herrn Klitzsch, eine angeregte Diskussion der Professoren Kerbach und Marx zum Wesen der uns in besonderem Maße berührenden Kunst Paul Wilhelms, ihrer Verankerung in der klassischen Kunst des 18. Jahrhunderts und ihrer Wirkung, bei der auch neuere Entwicklungen in der Hochschule, wie auch der Dresdner Museumslandschaft zur Sprache kamen. Der Abend wurde hinreißend von der Violinistin Johanna Mittag musikalisch begleitet und fand mit einer bejubelten Chaconne sein furioses Finale. Ihr sensibel-vortreffliches Spiel bleibt als ein Glanzlicht dieses Abends in Erinnerung. Anschließend war in kleinen Freundesgruppen bei Brot und Wein vor den Bildern Paul Wilhems ausreichend Zeit zum Gespräch, unter anderem auch mit dem Radebeuler Altmeister Peter Graf.

Wie man erleben und an den freudigen Gesichtern ablesen konnte, war es ein erfüllender, von vielen Besuchern begeistert aufgenommener Abend und ein gelungener Abschluss dieses Gedenktages zu Ehren eines großen Wahl-Radebeulers, der, wie sonst vielleicht nur noch Karl Kröner und Theodor Rosenhauer das künstlerische Bild der Lößnitz geprägt und seine Idee von der Schönheit mit derjenigen dieser Landschaft verschmolzen hat.

Sascha Graedtke

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