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Aus meinen grafischen Tagebüchern

Schon als junger Mann haben mich Architektur und Skulpturen der klassischen Antike fasziniert. Vermutlich hat diese Kunst Spuren in meinem Innersten hinterlassen. Woher sonst taucht spontan beim Zeichnen mit Tusche und Feder das Bedürfnis auf, Architekturelemente dieser Zeit in meine abstrahierte grafische Arbeit einzuarbeiten? Denn Gelegenheit, diese Objekte im Original vor Ort zu erleben hatte ich bisher nicht.

Trotzdem entwickeln sich beispielsweise Zeichnungen wie eine Mischung aus Elementen dieser klassischen Architektur, textilem Faltenwurf und optischer Illusion. Mit Linien, Schraffuren und Kontrasten versuche ich eine starke grafische Wirkung zu erreichen die, wie sich im Rückblick herausstellt, entfernte Ähnlichkeiten mit Zentangle- oder Op-Art-Elementen enthält.

Was an ein ionisches Kapitell erinnert, könnte man auch als zwei Spiralen, die wie wachsame Augen den darunter fließenden Stoff, enge Schraffuren oder das flirrende Schachbrettmuster beobachten, interpretieren.

Vertikale Bahnen in der Mitte, wie Vorhänge oder fließende Stoffe, die kurz zu kippen oder einzuschnüren zu scheinen, öffnen hinter dem Ornament scheinbar eine zweite Ebene. Die zu entdecken überlasse ich dem Betrachter.

Alles ist in Bewegung, im Rhythmus – mein Spiel aus Ordnung und Verformung, aus Architektur und textilem Traum.

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