Zum Titelbild März 2013

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Der Grundhof, ein ehemaliges Weingut, Paradiesstraße 66/68, hat mehrere Zugänge. Einer befindet sich als etwas höhere Pforte in einer langen Bruchsteinmauer an der Paradiesstraße und wirkt bogenähnlich durch eine geschweifte Verdachung mit Biberschwanzziegeln, darunter eine ebenfalls geschweifte, doppelte Putzkante. Torflanken und Sturz bestehen wohl aus glatt verputztem Ziegelmauerwerk, das gegenüber der Syenitmauer leicht vorspringt. Die einflüglige Holztür ist an ein Sandsteingewände angeschlagen. Diese lößnitzblau (eine Mischung aus Blau und etwas Grün) gestrichene Tür wurde nach 2000 erneuert, wobei der Bauherr leider auf das ursprünglich vorhandene Lattenwerk in der oberen Hälfte des Türblattes verzichtete. Dadurch wirkte die Pforte früher transparenter und einladender. Durch diese Pforte gingen im Laufe der Zeit viele Menschen, auch die Maler, die hier wohnten, bzw. noch wohnen – Wilhelm Claus, Karl Kröner und Gunter Herrmann – oder die, die hier malen wollten wie Paul Wilhelm. Wann diese Pforte entstanden ist, lässt sich nicht genau sagen, ich würde annehmen noch im 18. Jahrhundert. Mauer und Pforte haben für den Spaziergänger eine ländliche, ja südländische Anmutung, man denkt Bilder von Cézanne und an den oft gebrauchten Vergleich Radebeuls mit der Mittelmeerregion – „Sächsisches Nizza“!

Dietrich Lohse

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