„Elemente“ plus „Temperamente“ sind gleich „Lebensfreude“

Die langjährige Pädagogin Erika Bartusch zeigt im Radebeuler Kulturbahnhof eine umfangreiche Auswahl ihrer Bilder

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»Wie jetze?«, Acryl                                                                             Repro: W. Zimmermann

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»Evangelisten«, Lindenholz    Repro: W. Zimmermann

Die jugendlich zeitgemäße Frage „Wie jetze?“ in ein schlüssiges Bild umzusetzen ist gewiss keine leichte Aufgabe. Auch nicht für eine Frau, die das Gros ihrer Lebensjahre der Schule und damit der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, aber auch der Ausbildung eigener Berufskollegen gewidmet hat. Von dieser Position aus schärfte Erika Bartusch ja nicht nur ihren Blick für absurde Situationen; sie erlebte auch die Höhen und Tiefen der Sprache des Alltags. „Wie jetze?“ bspw. ist Alltagssprache; zwei, die sich irgendwie nicht riechen können, treffen aufeinander. Trotzig, stur und unnachgiebig. In kräftigen Acrylfarben hat Erika Bartusch dieses Bild mit dem provokanten Titel gemalt. Es ist eines von insgesamt 49 Arbeiten der aktuellen Ausstellung von Erika Bartusch, die im Kulturbahnhof von Radebeul-Ost zu sehen sind. Zu den Bildern gesellen sich außerdem einige Arbeiten aus Holz, Ton und Speck- oder Sandstein.
Der Bogen ihrer bildkünstlerischen Themen ist durchaus weit gefasst. Man findet darunter einen in Mischtechnik gemalten „Weiher“ in winterlich-frostiger Stimmung. Man ist versucht, die turbulente kopfüber „Zuneigung“ eines Paares (gemalt in Mischtechnik) zu ergründen. Wird in das Mysterium von „Erlkönigs Tochter“ (eine Acryl-Strukturarbeit) entführt. Oder begegnet der unbändigen Kraft der „Elemente“ (gemalt in Acryl-Struktur). Und nicht zuletzt auch einer kleinen Gruppe von „Evangelisten“, die Erika Bartusch aus Lindenholz gearbeitet hat.

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»Weiher«, Mischtechnik                         Repro: W. Zimmermann

Sie selbst hatte genügend Muse, das Wesen des Menschen zu ergründen. 21. Jahre lang arbeitete sie als Lehrerin und weitere 15 Jahre half sie als Lehrerbildnerin künftigen Kolleginnen und Kollegen in diesen so verantwortungsvollen Beruf.
Wolfgang Zimmermann

Die Bilder der im Jahre 1935 gebürtigen Dresdnerin erstrecken sich vom Kulturraum der Bibliothek in der ersten Etage bis hinunter in die Halle des Kulturbahnhofs selbst. Die Ausstellung ist bis zum 18. Dezember 2015 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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