„Tag des Offenen Denkmals 2016“ am 11. September

verein für denkmalpflege und neues bauen

In diesem Jahr wenden wir uns in Radebeul vorrangig Wohngebäuden zu.
Radebeul wird neben den historischen Dorfkernen insbesondere durch seine vielfältige Wohnbebauung der Ober- und Niederlößnitz geprägt. Zumeist verbinden wir damit Villen, Winzerhäuser, Weingüter. Weniger im Bewusstsein sind die kleinen Siedlungsgebiete aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie z. B. die zwischen Kötitzer und Brockwitzer Strasse in Naundorf (Nähe „Planeta“), die Gröba-Siedlung in der Niederlößnitz oder die an der Trachauer Strasse in Radebeul Ost. Auch anderenorts in Radebeul findet man Ansätze von Siedlungsbebauung aus dieser Zeit in Radebeul.

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Wohnhaus »Kyauhaus«, Wettinstraße 2 Foto: J. Reichstein

Städtebaulich besonders prägend ist die kleine, aber sehr feine Bebauung am Rosa-Luxemburg-Platz. Diese wurde ebenso wie die Gröba-Siedlung, durch den Elektrizitätsverband Gröba für Mitarbeiter der neuen Verwaltungszentrale am Körnerweg gebaut. Und dies am besten Platze der Niederlößnitz – direkt gegenüber dem Rathaus!
Von Außen betrachtet schienen die Gebäude in den letzten Jahren in einen unergründlichen Dornröschenschlaf gefallen zu sein. Seit dem Sommer saniert die Besitzgesellschaft Radebeul als Eigentümer das Objekt und gewährt am „Tag des Offenen Denkmals“ Einblick in ihr Vorhaben und in dem Wohnbereich Rosa-Luxemburg-Platz 3.

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Wohnhaus, Heinrich-Heine-Str. 11a Foto: C. Crämer

Wohnbebauung ganz anderer Art – vor allem viel älter – begegnet uns im Kyauhaus auf der Wettinstrasse 2. Um das Gebäude rankt sich nicht nur die eine oder andere Sage, es ist nach der aufwändigen (teilw. noch laufenden) Sanierung ein beeindruckendes historisches Zeugnis Radebeuls.
Die Ursprünge des Gebäudes stammen von einem zwischen 1650 und 1670 erbautem Winzerhaus. Es folgten bald erste Umbauten und mit dem Besitzerwechsel 1754 die barocke Neuordnung des Grundrisses. Aus dieser Zeit sind noch Deckenmalereien im 1. Obergeschoss erhalten und können besichtigt werden. Ebenso die historische Holzdecke im Erdgeschoss, die sich nach Freilegung als  reichhaltiger „Bretter-Fundus“ verschiedenster Bauepochen entpuppte. Auf alle botanisch interessierten Besucher wartet außerdem die frisch ausgetriebene Kyau-Linde im Garten.
Eine ebenso abwechslungsreiche, wenn auch nicht so alte Geschichte verbindet sich mit dem Objekt auf der Heinrich-Heine-Strasse 11a. Erbaut wurde das Gebäude als Remise mit Kutscherwohnung für die Villa „Lina“ Horst-Viedt-Strasse 3. Dank der liebvollen Sanierung der Eigentümer ist der bauliche Zusammenhang heute im Äußeren wieder unverkennbar. Ab den 1938er Jahren wurde das Gebäude zu Büro und Werkstatt umgebaut und erhielt mehrere Anbauten sowie Nebengebäude. 2012 bis Ende 2013 sanierten die jetzigen Eigentümer das Objekt nicht nur denkmalpflegerisch, sondern auch umfangreich energetisch. Am „Tag des Offenen Denkmals“ gewähren sie Einblick in Grundstück und Erdgeschoss mit ehem. Stallung und Remise.
Traditionell öffnet die Hoflößnitz am „Tag des Offenen Denkmals„ kostenfrei ihre Türen. Alle Denkmalfreunde sind in das Museum mit Sonderausstellung und zu Führungen durch die historische Weingutanlage eingeladen. Das Presshaus wurde in den letzten Jahren umfangreich umgebaut und steht seit Mai dieses Jahres als Veranstaltungsstätte zur Verfügung – am 11. 09. dem Deutsch-französische Chor Dresden als Konzertraum.
Wir laden Sie recht herzlich ein, am 11. September „Neues Altes“ in Radebeul zu entdecken, mit Bauherren und Mitbesuchern ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen.
Katja Leiteritz

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