Eine etwas kritische Wegebetrachtung

 – oder wo unsere Fußwege zu verbessern wären

Kürzlich erst hatte ich die Stadtverwaltung in unserem Blatt hinsichtlich der Neugestaltung eines Teiles der Finsteren Gasse gelobt. Nun hoffe ich, es geht auch andersrum, ich meine, dass es auch möglich sein sollte, mal einen Missstand aufzuzeigen. Sollten die Verantwortlichen in der Verwaltung das auch so sehen, könnte vielleicht eine Verbesserung der Fußwege an den nachfolgend genannten Stellen früher oder später zustande kommen. In den letzten Jahren ist viel über Autoverkehr und öffentlichen Nahverkehr gesprochen worden, es sind Maßnahmen realisiert worden (Straße im Bereich Weißes Ross / Landesbühnen) und es bestehen weitere Planungen für die Meißner Straße. So weit, so gut, aber was ist mit Fußgängern, die sozusagen auf der untersten Stufe der Verkehrsteilnehmer stehen? Auch da gibt es in Radebeul ein paar Stellen, wo mal etwas investiert werden könnte, bzw. müsste. Und man bedenke, die Stufen der Verkehrsteilnehmer vermischen sich ja auch mal – Autofahrer können auch mal Fußgänger oder Radfahrer sein. Erst neulich musste ich, der zugegeben gern Auto fährt, die Mittlere Bergstraße von der Gerhart-Hauptmann-Straße bis nach Coswig zu Fuß gehen und ja, ich lebe noch! Also, man sollte die Wünsche der Fußgänger nach sichereren Fußwegen bitte mehr berücksichtigen.
Nun glaube ich, dass meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen im Rathaus sicher einen guten Job machen, dass an vielen Stellen wichtige Dinge gelöst werden und manchmal aber auch das Geld nicht reicht – ich will ja auch nur einen kleinen Denkanstoß geben, nehmt’s mir bitte nicht übel.
Doch nun zur Sache: innerhalb des letzten halben Jahres hatte ich unabhängig voneinander an drei Nahtstellen Radebeuls zu benachbarten Kommunen (im Osten, im Norden und Westen) zu tun und das war als Fußgänger nicht ungefährlich. Schaut man an Radebeuls Grenzen vielleicht doch nicht so genau hin?
Da, wo die Kötzschenbrodaer Straße im Osten Radebeuls den alten Elbarm quert und an der Siedlung Dresdner Flur erreicht, fehlt auf beiden Seiten der Fußweg. Die Wohnbebauung hat hier zwar eine Lücke aber es ist eine örtliche Straße – 50 km/h sind möglich. Die Straße ist relativ breit, doch auch stark befahren. Ein Fußweg hätte auf Radebeuler Flur auf der S-Seite Sinn, weil auf Dresdner Seite ein solcher auf der S-Seite bei diversen Autohäusern vorhanden ist.
Den Verlauf der Stadtgrenze im Lößnitzgrund zu verfolgen, ist nicht so einfach. Das kann auch mit einem Ende der 90-er Jahre erfolgten Grundstückstausch (die „Meierei“ sollte unbedingt zu Radebeul kommen) zusammenhängen. Ich glaube, die „Scheffler-Mühle“ gehört nicht mehr zu Radebeul aber genau hier gibt’s mit der Lößnitzgrundstraße ein Problem. Diese ist relativ schmal, hat eine mit hoher Hecke bepflanzte Kurve, die Straßen Am Brand und der Langewiesenweg (Radebeul) münden auf der anderen Seite ein und Fußweg ist Fehlanzeige. Diese Stelle ist für Fußgänger noch gefährlicher als die o.g.. Man muss sich wundern, dass hier noch nichts passiert ist, oder hat man vielleicht einen Unfall in der Zeitung nicht gelesen. Einen Geländestreifen für einen Fußweg von der Mühle zu erwerben, wäre denkbar, sagte man mir vor Ort. Müßte hier vielleicht Moritzburg den Fußweg bauen oder kann man auch mal was gemeinsam machen, wenn die Bürger beider Kommunen davon Nutzen hätten?
Und dann wäre da noch die Mittlere Bergstraße ganz im Westen Radebeuls, da, wo früher der „Karlshof“ gestanden hatte, bzw. dem gegenüber. Hier gibt es zwar auf der N-Seite einen Fußweg zwischen zwei Zaunfluchten (!?), doch der hat grundstücksweise sehr unterschiedliche Qualitäten, dabei auch holprige Strecken mit Pfützen oder Staub (je nach Witterung). Auf Coswiger Seite gibt es dann einen sehr gut ausgebauten Fußweg, der offensichtlich im Zuge der jüngst da errichteten Neubauten entstanden ist. Hier drängt sich der Gedanke auf, ist Coswig die reichere Stadt? – vielleicht stimmt das ja sogar!
Für die Mittlere Bergstraße sollte man nicht „zu kleine Brötchen backen“ und mehr als den Fußweg direkt an der Stadtgrenze in eine längerfristige Planung aufnehmen. Hier gibt es nur wenige kurze Abschnitte von Fußwegen auf beiden Seiten, in unregelmäßigem Wechsel und nicht durchgängig. Die Bebauung auch im Hinterland wurde verdichtet und ist noch nicht abgeschlossen, d.h., das Aufkommen an Kraftfahrzeugen und Fußgängern nimmt zu. Das Gefährdungspotential ist nicht zu übersehen, da hilft m.E. auch die Begrenzung auf 30 km/h wenig. Interessant ist, dass bei ein paar Häusern (u.a. Nr 62 und 64) aus der Kaiserzeit der Zaun bereits so angeordnet wurde, dass da ein Fußweg möglich war, damals hatte man an die Zukunft gedacht!
Sicherlich, es gibt auch innerhalb Radebeuls noch ein paar Stellen ohne Fußweg an der Straße; mir fällt ohne Anspruch auf Vollständigkeit gerade die Borstraße gegenüber der Nr. 57 und vor der Nr. 59 ein. Da und an anderen Stellen wird man langfristig auch Lösungen für das Problem finden. Die geschilderten Fälle an der Stadtgrenze werfen aber zusätzlich eine weitere Frage auf: reden die denn nicht miteinander, die Bürgermeister, Amtsleiter oder Sachbearbeiter, um für ihre Bürger vernünftige und sichere Fußwege gerade an den Übergängen von einer Kommune zur benachbarten hinzukriegen? Nun bin ich sicher, dass die Verwaltungen von Coswig und Radebeul intensiv zusammen arbeiten, miteinander reden und sich Verwaltungsaufgaben teilen. Wie das Miteinanderreden mit Moritzburg klappt, weiß ich gerade nicht so genau, aber mit Dresden hörte und las man schon, dass der Ton etwas rauer geworden ist – etwa wegen einer besseren Autobahnzufahrt von Radebeul nach Dresden Neustadt.
Ich weiß, dass das keine Veranstaltung „Wünsch Dir Was“ ist, aber loswerden wollte ich meine Gedanken zu dem Thema schon mal. Und wer weiß, vielleicht kommt ein Krümel davon über die Zeit auch im richtigen Ohr an.

Dietrich Lohse

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