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Die Tuschezeichnung von Bärbel Kuntsche ist erst vor wenigen Tagen entstanden. Sie zeigt eine baumgesäumte Allee, welche auf ein repräsentatives Gebäude zuführt. Obwohl nur dessen Mittelteil mit dem markanten Turmaufbau und dem vorgelagerten Portal zu sehen ist, erkennt der Kundige sofort, dass es sich hierbei um „Haus Sorgefrei“ in der Oberlößnitz handelt.

Das einstige Herrenhaus wurde für den Dresdner Bankier und Freiherrn Christian Friedrich von Gregory (1757 – 1834) nach Plänen des Architekten Johann August Giesel (1751 – 1822) im spätbarocken Zopfstil errichtet. Danach wechselte das weitläufige Anwesen mehrfach seinen Besitzer. Oftmals forderten fehlende finanzielle Mittel ihren Tribut. Die Spuren des einstigen Verfalls sind heute getilgt. Das Haupthaus des Gebäudeensembles wird als Landhotel und der Gartensaal als Restaurant genutzt.

Ganz bewusst wählte Bärbel Kuntsche für ihre Zeichnung eine Frontalansicht aus der Distanz, so wie sie sich dem Spaziergänger vom Augustusweg her bietet. Weitergehen oder nähertreten – beides ist möglich.

Maler, Dichter, Fotografen, Historiker und Denkmalpfleger wurden immer wieder von diesem besonderen Ort inspiriert. Entstanden sind sehr individuell geprägte Bilder und Texte.
Auch der Schriftsteller Heinz Czechowski (1935 – 2009) bewahrte Vergangenes vor dem Vergessen in einem wunderbaren Essay aus dem Jahr 1974 über „Haus Sorgenfrei“ und seine einstigen Bewohner, das Malerpaar Gussy Hippold-Ahnert (1910 – 2003) und Erhard Hippold (1909 – 1972). Weitergehen oder nähertreten – beides ist möglich.

Karin (Gerhardt) Baum

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