Editorial Juni 2021

Für Kenner ist das Käthe-Kollwitz-Haus in Moritzburg, der Rüdenhof, seit seiner Eröffnung vor über 25 Jahren ein kulturelles Kleinod am Rande Dresdens. Dort verbrachte die Künstlerin das letzte Jahr ihres Lebens, bevor sie 1945 kurz vor Ende des 2. Weltkriegs verstarb. Es ist der letzte Ort an dem sich ihrer Persönlichkeit noch authentisch erfahren lässt. Die hier verwahrte Sammlung gibt Einblick in das mehr als 50-jährige Schaffen der Grafikerin, Malerin und Bildhauerin, die zu den bekanntesten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts zählt. Als stilbildend gelten ihre schonungslosen Lithografien, Radierungen, Kupferstichen, Holzschnitten und Plastiken, die von ihren persönlichen Lebensumständen und Erfahrungen geprägt sind.
Der Fortbestand des Hauses, das in all den Jahren in zahlreichen Ausstellungen auch anderen Künstlern eine Plattform bot, geriet vor über einem halben Jahr in Gefahr.
Die Hintergründe mögen vielgestaltig sein. Die Gedenkstätte sei zur Förderung durch den Kulturraum zu klein, zur Finanzierung der Gemeinde Moritzburg zu groß. Aufgrund von Änderungen der Förderkriterien durch den Kulturraum wurden die ohnehin nicht üppigen Mittel nun gar um zwei Drittel gekürzt. Nicht zuletzt mögen politisch intendierte Motive eine Rolle spielen.
In der ersten Jahreshälfte gab es ein breites mediales Echo, welches große Aufmerksamkeit hervorrief. Eine Petition zeichnete großen Zuspruch aus allen Teilen des Landes. Von der Landesregierung folgten daraufhin hoffnungsvolle Signale! Die Kuh ist – langfristig – aber noch längst nicht vom Eis.
Unterstützen auch Sie den Erhalt des Hauses mit einer Spende oder/ und einem Besuch, sofern dies wieder möglich ist.

Sascha Graedtke

 

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