Editorial 4-22

Bewegte Zeiten!

Wähnten wir uns vor Drucklegung des vorangegangenen Heftes noch im hoffnungsvollen Aufatmen aus der Endphase einer bleiernen zweijährig währenden Corona-Zeit, so schlägt unterdessen ein veritabler Krieg in Europa weitaus schmerzvollere Töne an.

So sehr die Medien sich an der Pandemie auch berauschten, so sehr versinken die mürben Zahlengebäude der Inzidenzen nun scheinbar in Bedeutungslosigkeit.

Weltweit und mit unvorstellbaren finanziellen Mitteln, Sanktionen und Entbehrungen stemmte sich die Weltgemeinschaft gegen den Virus-Feind. Kaum ausgestanden, bekämpft sich die schwerlich vernunftbegabt zu nennende Gattung mit dem teuflischsten Kriegsgerät nun gleich selbst.

Natürlich war das immer so. Wir haben nur nicht genug hingesehen. Bisher war es ja weiter weg auf dem Erdenrund.

Aus himmlischen Sphären herabgeschaut lacht man vielleicht ungläubig ob des menschengemachten Irrsinns.

Jetzt ist Reisen wieder möglich. Wirklich? Die eine oder andere Stadt hätte man gern noch gesehen, dort im ganz nahen Osten – wenn sie es dann noch geben sollte…

Das Wort „Partnerstadt“ gewinnt an diesen Tagen völlig neu an Bedeutung, das ukrainische Obuchiw ist die unsrige. 16 Stunden, 25 Minuten Fahrzeit, 1438km Entfernung wie in einem Navi-System zu lesen ist. Viele Bürger sind nun hier unerwartet angekommen. Nicht im Rahmen eines freundschaftlichen Besuches. Aus Flucht und Todesangst.

Europa im Frühjahr 2022. Kaum auszudenken welche Blüten es noch treibt!

Sascha Graedtke

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