Schreibwerkstatt (6. Teil)

Mein winterlicher Schulweg in Radebeul

Es ist kalt draußen. Die Bäume haben kein einziges Blatt mehr und eisiger Wind wirbelt das Laub auf die Straße. Dunkle Wolken sind am tief schwarzen Himmel kaum zu erkennen. Ich ziehe meinen Schal noch etwas tiefer in mein Gesicht und stecke meine Hände weiter in die Taschen meines dicken Mantels. Zum Glück bin ich gleich bei der Haltestelle, um in die Bahn zu steigen. Rechts fahren schnelle Autos an mir vorbei und ihre Lichtkegel streifen meinen Ranzen. In manchen Häusern leuchten noch die Schwibbögen vor den Fenstern oder Christbäume in den Gärten.

Endlich bin ich auf der Bahnhofstraße, beim „Netto“, und gehe den kleinen Weg entlang zur Haltestelle. Da ist auch schon meine Bahn, fast hätte ich sie verpasst. Gerade noch rechtzeitig. Ein wohlig warmes Gefühl beschleicht mich, als ich in die Bahn steige. Ziemlich viele Menschen sitzen in der Bahn.

Ungefähr zehn Minuten später steige ich an der Zillerstraße aus und sehe die andere Straßenbahn aus der anderen Richtung. Aus ihr steigt eine Freundin und wir laufen den kleinen, aber ziemlich steilen Berg hoch.

Links, in einer anderen Straße, ist eine Kirche kaum zu erkennen. Die Lichter in den Fenstern leuchten hell. Wir laufen die Zillerstraße weiter, an den Gärten und Zäunen vorbei. Wenn ich ausatme, schwebt eine kleine Wolke vor meinem Mund. Gleich haben wir es geschafft. Da sind wir auch schon an der Kreuzung bei der Tanzschule Linhart und überqueren die Straße. In der Tanzschule brennt noch kein Licht.

Schnell sind wir im Gymnasium Luisenstift und suchen unseren Klassenraum. ‚Wo haben wir jetzt Unterricht?‘, frage ich mich.

Helena Meißner
Klasse 6 – Luisenstift Radebeul

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