Schreibwerkstatt

Wenn das Leben aus den Fugen gerät – Die außergewöhnliche Geschichte einer starken Mutter

Heute soll es einmal nicht um unseren Alltag, die Arbeit oder diverse Entspannungsmethoden gehen. Heute möchten wir über das Abtauchen in andere Welten berichten. Und das Verschwinden von Kindern – und das beides als Kombination in der realen Welt.
Was diese beiden Themen nun im Detail miteinander verbindet, mag sich nicht sofort erschließen, wird sich nach unserem Interview mit Anna, einer betroffenen Mutter, aber klären.
Sie hat mit uns über das eingangs erwähnte Thema gesprochen und engagiert sich inzwischen auch anderweitig in der Öffentlichkeit, um andere Eltern darauf aufmerksam zu machen.
Sie erzählt uns von Angst und Verunsicherung, aber auch von zuversichtlichen Momenten.
„Zuerst war das alles vollkommen surreal“, erinnert sich Anna. „Ich wollte und konnte nicht begreifen, dass meine Tochter eines Tages nicht mehr nach Hause kam. Mein erster Gedanke war natürlich, dass sie bei ihrem besten Freund zum Spielen war und vielleicht spontan übernachten wollte. Das ist ja schon öfters vorgekommen, aber als ich seine Mutter anrief, meinte sie, dass ihr Sohn alleine wäre und er schon gefragt hätte, ob es Luca, also meiner Tochter, gut ginge. Offensichtlich war sie auch nicht in der Schule gewesen. Ab da machte sich in mir mehr und mehr Panik breit.“
Trotzdem macht Anna während des gesamten Interviews einen sehr gefassten Eindruck, obwohl es sich hierbei um ein augenscheinlich sehr belastendes Thema handelt. Wie ihr dies gelingt, eröffnet sich im weiteren Verlauf unseres Gesprächs.
Nach der ersten verstrichenen Woche von Lucas Verschwinden habe sie dann die gesamte Wohnung auf den Kopf gestellt, um jeden brauchbaren Hinweis zu finden.
Tatsächlich sei sie nach langer Sucherei fündig geworden. Im Zimmer ihrer Tochter sei sie auf Unmengen verbotener Fantasy-Literatur gestoßen, erzählt uns Anna weiter. 1

Nachdem sie die beschriebenen Bücher sorgfältig untersucht habe, seien ihr in einem von ihnen Bilder eines Kindes aufgefallen, das eine verblüffend große Ähnlichkeit mit ihrer Tochter aufwies. Beim zweiten Blick auf die Zeichnungen sei sie sich dann absolut sicher gewesen, dass es sich um Luca handele.
„Ich rief also sofort den Beobachtungs- und Überwachungsdienst (kurz: BÜD), weil ich endlich eine verwertbare Spur hatte, mit der ich nun auf Unterstützung des Staates bei meiner Suche hoffte.“ 2

Das betroffene Buch sei daraufhin beschlagnahmt worden.
Eine genauere Untersuchung ergab schockierende Ergebnisse: Bei dem mithilfe von Testpersonen untersuchten Buch handele es sich um eine äußerst seltene und gefährliche Anomalie, heißt es im zugehörigen Gutachten, das wir auf Anfrage beim BÜD erhalten.
Für das Experiment sollten 5 Personen das Buch lesen. Nach dem Lesen des 27. Kapitels waren jedoch alle 5 Versuchspersonen unauffindbar.
Auf den Bildern der Überwachungskamera spielte sich währenddessen eine grausige Szene ab. Sie zeigte, wie das anormale Objekt die Betroffenen regelrecht in sich hineinsaugte und auffraß. Danach fanden sich neue Abbildungen derer im Buch wieder.
Man sei sich sicher, dass das Objekt ähnlich einem Portal funktioniere und sich die verschwundenen Personen in einer Art Parallelwelt befänden. Wie nun jedoch das Zurückholen der Menschen vonstattengehen solle, sei noch nicht hinreichend erforscht. Man sei aber zuversichtlich, das angesprochene Problem in absehbarer Zeit beheben zu können, so das Gutachten weiter.

Bis dahin heißt es für Anna: abwarten. Doch sie zeigt sich recht zuversichtlich, was besonders aus folgenden Worten hervorgeht:
„Ich weiß, dass Luca noch am Leben ist und nachdem, was ich bisher gehört habe, freue ich mich schon sehr darauf, sie in ein paar Wochen oder Monaten wieder in die Arme schließen zu können. Ich dachte, ich würde meine Tochter nie wiedersehen.“
Nach diesen Worten bleibt uns nichts anderes übrig, als auf ein baldiges Wiedersehen von Mutter und Tochter zu hoffen.
Bevor wir jedoch mit diesem Artikel schließen können, möchte Anna noch einmal an alle Eltern appellieren:
„Ich rate Ihnen wirklich dringend, Ihre Kinder bezüglich Literatur strengstens zu kontrollieren. Mir war auch nicht bewusst, wie gefährlich so etwas sein kann, bis Luca verschwunden ist. Mein Tipp: Beobachten Sie immer das Verhalten Ihres Kindes. Wenn es etwas zu verbergen hat, verhalten sich die meisten Kinder ein wenig auffällig. Bei Luca habe ich nicht sonderlich genau darauf geachtet, obwohl sie sich schon sehr verdächtig verhielt. An meinem Beispiel sieht man deutlich, was das für fatale Auswirkungen haben kann.“

Luise Schellenberger – Klasse 11
Lößnitzgymnasium Radebeul

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