Korrespondenz aus einer Nachbargemeinde

Tharandt. Ich sitze bei Kaffee und Eierschecke, ein Glas Waldmeisterbowle wäre schön gewesen, denn hier hat es schließlich 6.000 ha Wald vor der Haustür. Die Wege sind gut markiert, Infotafeln erzählen Historie und Geheimnisse. Und ist man erstmal sanft emporgestiegen, sind die mäßigen Höhenamplituden selbst leicht zu erwandern oder zu erradeln. Reitern begegnet man auch. Selbst an gewissen Feiertagen habe ich den Tharandter Wald nie so überlaufen erlebt wie z.B. das Elbsandsteingebirge. Man nehme den Zug bis Tharandt oder Klingenberg-Colmnitz. Von beiden Bahnhöfen erschließen Buslinien das Gebiet. Nur Achtung, die DB hat zahlreiche SEV bis November auf der Strecke Richtung Freiberg angekündigt. Zentraler Punkt im Wald ist Grillenburg. Ich mag diesen lautmalerischen Namen und bin gespannt auf die Zukunft des Schlosses unter Nutzung der TU Dresden. Sowohl am Gondelteich (montags meist zu) wie am Badesee gibt es sehr respektable Imbissmöglichkeiten. Vielleicht könnten die in Zukunft Waldmeisterbowle…? Witzig, am Badesee befand sich immer ein Wegweiser in zwei Richtungen: „textil“ und „naggsch“. Der ist im letzten Jahr wohl als Souvenir verschwunden. Wir sind gern dort in einem sonnigen April, im Hinterkopf, dass offizielle Bäder erst im eisheiligkalt-verregneten Mai öffnen und später zum Altweibersommer wieder pünktlich schließen. „Waldmeister“ ist übrigens der Titel einer apokryphischen Operette von Johann Strauss jr. Am Ende kriegen sich die richtigen Paare nach einem Gelage mit eben solcher Bowle. Zumindest in der Urfassung von 1895 spielt die in einer Kleinstadt unter Nennung der Königlich-Sächsischen Forstakademie: Tharandt. Für mich bitte noch eine…, na was denn nun?

Tobias Märksch

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