Spender gesucht für Pavillon im Mohrenhauspark
Ein Hut mag drei Ecken haben. Ein Teepavillon im Garten sollte mindestens sechs haben. Der Pavillon im Mohrenhauspark hat acht. Aber, um auf den Hut zurück zu kommen, der möchte gefüllt sein, von hochherzigen Spendern, die Euro-Scheine erübrigen können, weil sie ein Herz haben für alte Dinge mit Charme, die es behutsam zu pflegen und zu erhalten gilt. Kurzum, dieser Text ist ein einziger Bettelbrief!
Nach dem erfolgreichen Großprojekt, der stufenweise verkauften Treppe im Bismarckturm, hat sich der Radebeuler Bau- und Erhaltungsverein mit dem ellenlangen klein geschriebenen Namen ein etwas kleineres, dafür um so klein-odrigeres gesucht. Wobei: Gefunden hat es längst Robert Bialek. Der im allerbesten Sinne Hand-Werker, Eigentümern denkmalwürdiger Bausubstanz in Radebeul bestens bekannt, hat schon seit Jahren mindestens ein Auge auf den Pavillon geworfen. Bereits vor einem halben Jahrzehnt hat er sich, unter Zuhilfenahme Sohn-seitiger Unterstützung, daran gemacht, das Siechtum des Teehauses im Mohrenhauspark zu stoppen. Da wurde das Gesims unterm Kuppeldach neu gemauert und das runde Dach regensicher gemacht. „Erste Sicherungsarbeiten“ nennt man so etwas. Bei zwei Denkmaltagen führte Bialek Vereinskollegen und Interessierte durch den Park und brachte seine Idee „unter die Leute“.
Mittlerweile sind wichtige Mitmacher, die Stadt Radebeul und der Denkmalschutz mit im – ja, welchen Vergleich ziehe ich nun: „Boot“ klingt so abgedroschen, also: mit am Teetisch im Pavillon. Besagte Mitmacher geben jedoch Steuergeld aus, und das ist bekanntlich rar. Daher, es stand eingangs bereits: Es wird um Spenden gebeten!
Pavillon und Wintergarten am nahen Anwesen sind beide im Tudor-Stil errichtet. Das wollte Fabrikbesitzer Alwin Bauer so haben. Geld spielte eine untergeordnete Rolle, bekanntlich hat Derselbe der damals klammen Königsfamilie Schloss Weesenstein abgenommen, für schlappe 1,9 Millionen Mark. Das müssen damals Gold- und keine Renten-Mark gewesen sein. Da war das 1910 erworbene Mohrenhaus sicher eins der kleineren Schnäppchen, weshalb Bauer dann auch fleißig daran herumbaute, weshalb er erst 1913 seinen Wohnsitz darin nahm und 1928 starb.
Wer den Kompass zuhilfe nimmt und nach der Nord-Süd-Ausrichtung des Pavillons sucht, wird allerdings enttäuscht. Der Bauherr wollte nur Eines: Den geraden unverwachsenen Blick ins Elbtal. Kann man sich heute, mit hohen Bäumen ringsum, kaum vorstellen. Man sieht gerade noch auf den Kinderspielplatz im Park.
Der achteckige Pavillon ist auf fünf Seiten gemauert und öffnet sich mit drei offenen Seiten nach Südosten, bestehend aus gusseisernen Tudorbögen. Die obenauf sitzende, ebenfalls achteckige Haube war verschiefert, was sie auch wieder sein soll. Den Boden zieren Zementfliesen, gefertigt von Villeroy & Boch in Dresden. Die kaputten durch neue zu ersetzen wird sicher spannend. „Und die gusseisernen Säulen müssen sandgestrahlt werden“, behaupte ich, voll mit denkmal-ungerechtem Wissen. „Strahlen schon, aber nicht mit Sand“, korrigiert mich Bialek. Ich höre heraus: So eine Sanierung ist herausfordernd. Und dann erst die „befundgerechte Rekonstruktion des Gipsstucks“. Klingt alles nicht nach billig. So um die 100.000 Euro könnten es werden. Also sei hiermit wiederholt: Es wird um Spenden gebeten.
Übrigens, zu finden im Stadt-WiKi: Einer der Vorkäufer des Mohrenhauses war 1819 Ludwig Pilgrim. Der Mitbegründer der Sektkellerei Bussard lagerte im Haus nebenan in der Hauptsache Wein. Dann lasst uns doch im sanierten Pavillon zu einem Glas, oder zwei, verabreden! Notfalls nehmen wir auch den Tee.
Burkhard Zscheischler
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Spendenkonto bei der Sparkasse Meißen DE45 8505 5000 3011 0054 68
Stichwort: Spende Pavillon im Mohrenhauspark
Empfänger: siehe der klein geschriebene Vereinsname oben
Nachstehenden Text bitte im Kasten unter dem oberen Text:
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Die neuen Termine für die Denkmalsprechstunde im Jahr 2026 sind am
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23. September
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wie immer im Ladenbüro der Fami, Altkötzschenbroda 20 von 16 – 17 Uhr.
Frau Elliger von der unteren Denkmalschutzbehörde aus Großenhain und Mitglieder des Vereins erwarten Denkmalbesitzer und –Interessenten, um anstehende Vorhaben und Probleme zu besprechen.
Vom neuen Fenster über die Dachgaube und den Fassadenanstrich bis zur Solaranlage. Anliegen und Anforderung sollen unter einen Hut passen? Dann nutzen Sie bitte diese Termine!
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