Rückblick und Vorschau – Plätze in Radebeul

verein für denkmalpflege und neues bauen

Von der Idee bis zur Realisierung ?/ !

Das Interesse an Stadtplätzen ist in der Radebeuler Öffentlichkeit ungebrochen. Der „verein für denkmalpflege und neues bauen ev.“ initiierte dazu im Frühjahr eine Veranstaltung und spannte den Bogen der Vorträge von realisierten Objekten bis zu geplanten Vorhaben. Landschaftsarchitekten und Frau Funke von der Stadtverwaltung Radebeul, Sachgebiet Stadtgrün, referierten über entstandene, entstehende, absehbare und erträumte Plätze in unserer Stadt.
Herr Ritter vom ehemaligen Büro kokenge.ritter gmbh, jetzt RSP Freiraum GmbH, Dresden, berichtete von der Planung und Realisierung des „Hochzeitsgartens“ in der Rücklage der alten Post in Radebeul Ost, Pestalozzistraße 6a. Eingerahmt von den Gebäuden des Rathauses, der Post bzw. des Standesamtes und der ehemaligen Polizeiwache entstand ein moderner, attraktiver Freiraum nicht nur für das Standesamt. Der 2014 fertiggestellte Hochzeitsgarten ist ein weiterer gelungener Baustein im Rathaus- und Kulturbahnhofsareal mit einer klaren gestalterischen Handschrift.
Die Planung des Robert- Werner- Platzes begann 2011, realisiert wurde der Platz 2013. Herr Bender vom gleichnamigen Büro für Freiraumplanung, Dresden, erläuterte die Entstehungsgeschichte der Anlage. Die ursprüngliche Funktion des Platzes wurde in der Planung aufgegriffen und eine Streuobstwiese als offen zugänglicher und nutzbarer Garten in der Stadt angelegt. Besonderer Wert lag auf dem historischen Bezug und dem dörflichen Charakter der Anlage, die bis ins Detail umgesetzt wurden. Der Brunnen erinnert an Viehtränken einstiger Dorfanger und lädt heute stimmungsvoll zum Sitzen am Wasser ein.
Zum diesjährigen Vorhaben des Sachgebietes Stadtgrün gehört die behutsame Umgestaltung des Hörnigplatzes in der Oberlößnitz unweit der Hoflößnitz. Frau Funke stellte die Planung zur neuen Bepflanzung und zur Aufwertung der überalterten Gesamtanlage vor. Inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen.
Auch am Rosa- Luxemburg- Platz wird die Umgestaltung beginnen.  Als Planungsgrundlage liegt der Entwurf der Landschaftsarchitekten Haufe, Lohse, Pätzig, Dresden von 2009 vor, der nun zur Ausführungsreife gebracht werden kann. Die Umsetzung wird in mehreren Etappen erfolgen. Ergänzend wird die Entsiegelung der westlichen Durchfahrtsstraße in die Gestaltung aufgenommen. Es ist ein großer Erfolg, dass ein progressiver Entwurf, der Rosa Luxemburg gerecht wird, in den kommenden Jahren umgesetzt wird.
Der „verein für denkmalpflege und neues bauen ev.“ hatte die Idee, den Bismarckturm als eines der Wahrzeichen der Weinhänge in Radebeul neu zu etablieren, seine Denkmalfunktion zu stärken und als wichtiges Ausflugsziel für Radebeuler und Touristen attraktiv zu gestalten. Das Ziel ist, neben der „Vollendung“ der ursprünglichen Idee, einen Rundum-Blick über Radebeul und Umgebung durch den Einbau einer Treppe in den Turm zu ermöglichen, ergänzt durch geschichtliche Informationen. Mit Stand September 2016 sind knapp 240.000 € Spendenzusagen durch Stifterbriefe und Patenschaften für Podeste und Treppenstufen erreicht und die Umsetzung der Idee rückt näher. In diesem Sinne war die Vorstellung der Gestaltungsvorschläge für den Außenraum durch Frau Knibbe vom Landschaftsarchitekturbüro Knibbe, Coswig eine glückliche Ergänzung der Aktivitäten der Stadtverwaltung und des Vereins. Auch hier kann nun die gelungene Planung zur Ausführungsreife weiterbearbeitet werden.
Zur Gestaltung des Bilzplatzes  gab es zahlreiche Ideenfindungsrunden durch das Team Fam. Hentsch, Fam. Schumacher, Fr. Täubert unter Einbeziehung von Künstlern und der Stadtverwaltung.  Modelle der Fam. Schumacher und viele Abstimmungen führten letztlich zu einem Entwurf des Berliner Künstlers Roland Fuhrmann für eine Skulptur. Die Spenden der Anwohner der Eduard- Bilz- Straße und weiterer Unterstützer sind nahezu vollständig eingegangen, so dass für die Skulptur der Auftrag erteilt werden konnte. In Regie des „vereins für denkmalpflege und neues bauen ev.“ wurde eine reduzierte Planung für den Platz mit einem Brunnen erarbeitet und mit der Stadtverwaltung abgestimmt.
Fr. Heinrich vom Landschaftsarchitekturbüro Dr.-Ing. Heinrich, Radebeul konnte im Frühjahr die Entwurfsplanung dazu vorstellen. Das Sachgebiet Stadtgrün hat festgelegt, den Platz erst im Frühjahr 2017 bauen zu lassen. Nehmen wir den 175. Geburtstag von Eduard Bilz und die 125 Jahre Betriebserlaubnis Sanatorium Bilz zum Anlass für eine erfolgreiche Umsetzung im kommenden Jahr.
Als offenes, spannendes und visionäres Projekt bleibt der ZiIlerplatz, dessen Planung schon vor fast 10 Jahren begann. Herr Blume vom Büro Blume Landschaftsarchitekten, Dresden, hat in seinem Vortrag die vielen älteren Entwurfsstudien zu diesem, leider vorrangig von Fahrzeugen dominierten Stadtplatz, angerissen und einen weiterentwickelten Ausblick und Denkanstoß gegeben, wie eine offene, moderne und flexible Freiflächengestaltung die vielfältigen Anforderungen an diesen Platz bündeln kann. Er hat beeindruckend und philosophisch untersetzt die Denk- und Arbeitsweise der beteiligten Landschaftsarchitekten verdeutlicht und allen ein Weiterverfolgen dieses Projektes ans Herz gelegt. Allein die Entstehung dieses Platzes als Schmuckplatz im Verhältnis zu seinem heutigen bedauernswerten Zustand sollte Ansporn genug sein. Wünschen wir uns für den Zillerplatz, dass die vorliegenden Entwürfe kurzfristig weiterentwickelt werden können.

Grit Heinrich
Quellen: Vorträge vom 29.04.16 und Internetauftritte der beteiligten Landschaftsarchitekten und des vereins für denkmalpflege und neues bauen ev.; Wikipedia (Zillerplatz)

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