Eine Schlossherrin verlässt die Insel

Mit einer nachdenklichen, aber auch humorigen Rede, gehalten am 1. November 2018 von Herrn Dr. Striefler – Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sächsische Schlösser, Burgen und Gärten (SBG) – verabschiedete er die langjährig auf Schloss Moritzburg tätig gewesene Ingrid Möbius in den wohlverdienten Ruhestand.
Ingrid Möbius war in den 40 Jahren ihres Wirkens, wie man so sagt, ein Segen für Schloss und umgebende Kulturlandschaft.

Foto: Archiv SBG

Ihr Tun war von Spontanität, Neugier, starkem Willen, Freude an der Arbeit und natürlich auch von Autorität geprägt.
Sie hat sich eingemischt, mitgeredet und Entscheidungen getroffen, die manchmal nicht jedermann passten und vielleicht auch auf Unmut stießen.
Unbequem war sie also auch von Zeit zu Zeit.
Herr Dr. Striefler beschrieb ihren Lebensweg unter Hinzuziehung eines schriftlichen Dokumentes, welches ihm durch einen früheren Lehrer von Ingrid Möbius zugespielt worden war. Im zarten Alter von 16 Jahren hatte sie sich ihren Lebensweg selbst vorgegeben:
„Ich will Schlossherrin werden“, „Ich will in einem Schloss leben“ oder „Ich möchte Erfolg haben“, um nur einige Lebensmaximen zu nennen.
Alles das ist dann in ihrem Leben so eingetroffen. Sie hat zwar nicht im Schloss gewohnt, aber dafür in dem nordwestlichen Teichhaus viele Jahre ihres Lebens zugebracht.
Ihre erfolgreiche Tätigkeit blieb jedoch nicht nur auf die zu verwaltenden Immobilien, wie Schloss, Fasanerie mit Leuchtturm und andere Baulichkeiten sowie das Fasanenschlösschen, begrenzt. Sie hat im Sinne der Einmischung und Einflussnahme wichtige Beiträge über den eigentlichen Schlossbetrieb hinaus geleistet.
Da sind Ausstellungen zu nennen (z.B. Brücke in Moritzburg 1995), die Etablierung des Rüdenhofes als Käthe-Kollwitz-Gedächtnisstätte und dann, der alljährliche Höhepunkt zur Weihnachtszeit: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.
Ebenfalls gehört sie zu den Mitinitiatoren für die feste Größe „Moritzburg-Festival“, welches alljährlich tausende Besucher in das Schloss und die Kirche von Moritzburg anzieht.
Nunmehr hat sich ein Lebenskreis geschlossen, aber wir können nicht sicher sein, ob dieser abgeschlossen sein wird. Mit gesundem und optimistischen Blick in die Zukunft: Frau Möbius „Glück auf!“
Gemeinsam mit Marlies Zerjatke begleiten wir als Architekturbüro seit 2004 die Instandsetzung und Instandhaltung der äußeren Hülle des Schlosses Moritzburg, einschließlich der Terrassenbereiche mit Gewölben, Brüstungen, Treppen und aller Putten und Vasen.
Ich will sagen: wir hatten vielerlei Begegnungen mit der „Chefin“, ein wenig haben wir sie dabei auch kennengelernt. Es war eine interessante und schöne Zeit.
Danke!

Dietmar Kunze

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