Grußworte

Grußworte

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,
mitten zwischen die beiden großen deutschlandweiten 30er Jubiläen – gedenkend der friedlichen Revolution im Herbst 1989 sowie der deutschen Wiedervereinigung am 03.10.1990 – fällt für Radebeul ein weiteres 30-jähriges Jubiläum: Das erstmalige Erscheinen von „Vorschau und Rückblick“, ein Kind der neu gewonnenen Freiheit vor 30 Jahren.
30 Jahre Bestehen einer kleinen Zeitschrift sind in heutigen Zeiten, da selbst die etablierten Zeitungen und Zeitschriften mit sinkenden Verkaufs- bzw. Abonnentenzahlen zu kämpfen haben und ein großer Teil der Menschen „im digitalen“ liest, eine tolle Leistung!
Das Heer der Enthusiasten der Autoren und Herausgeber, die das Radebeuler Kultur-, Kunst- und Geschichtsleben redaktionell begleiten und es schaffen monatlich ein anspruchsvolles Heft herauszubringen, hat sich im Lauf der Zeit geändert, dennoch sind sogar einige Gründungsmitglieder noch aktiv.
Im Rathaus, als auch in den Ablagestellen in unserer Stadt wird am Monatsanfang geschaut, ob die „Vorschau“ schon da ist. Dies zeigt doch deutlich, dass diese Zeitschrift ihren Leserkreis in Radebeul gefunden hat.

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und viele spannende Themen für noch zahlreiche weitere Ausgaben unserer Radebeuler „Vorschau & Rückblick“ wünscht Ihnen
Ihr Oberbürgermeister Bert Wendsche

Alles bleibt anders!

Grußwort von Dr. Volkmar Kunze, Oberbürgermeister i.R.

14. Oktober 1989: Der Premierenbeifall nach Donizettis Don Pasquale brach abrupt ab. Auf die Bühne waren Ensemblemitglieder aus allen Sparten sowie die Theatertechniker gekommen. „Wir treten aus unseren Rollen heraus. Die Situation in unserem Land zwingt uns dazu.“ Eine lange Minute Stille. Betroffenheit? Nachdenken? Alle waren aufgestanden, stürmischer Applaus folgte. Es kam die quälende Frage auf: Wie wird sich das entwickeln?

März 1990: Vertreter der Bürgerinitiative „Kultur Radebeul“ brachten mir die Überlegungen nahe, die 1963 eingestellte regionale Kulturzeitschrift „Die Vorschau“ wiederzubeleben. Zeitgleich überbrachten sie eine Petition an den „Radebeuler Runden Tisch“ und an die Stadt Radebeul, mit der die Stadtgalerie Radebeul zukünftig im Grundstück Altkötzschenbroda 21 fortgeführt werden könnte.
Wir waren uns einig, dass die einst blühende Wein-, Garten- und Villenstadt Radebeul über Jahrzehnte auch ein eigenes kulturelles Leben geprägt hatte. Die Initiative zur neuen „Vorschau & Rückblick“ sollte mit der gewonnenen Freiheit den traditionellen Ansatz von Helmut Rauner und Alfred Fellisch aus Rückblicken in die Zukunft begleiten. In der ersten Ausgabe wünschte ich, „dass ein immerwährendes Erscheinen gesichert wird“. Stadtgeschichte sollte im Sinne heimatlicher Pflege, Stadterhaltung und der Fortsetzung kultureller Traditionen für neue Aufgaben nutzbar gemacht werden. Tine Schulze-Gerlach schrieb damals: „Da, wo man unterwegs aller zehn Schritte zu jemandem ‚Guten Morgen‘ sagt, – da, wo einem aus einem Fenster mit ‚Hallo‘ gewinkt wird, – wo ein Auto im Vorbeisausen einen anhupt oder ein Mopedfahrer grüßend den Arm hochreißt, und da, wo man die Nachbarin übern Zaun um ein bißchen Salz bitten kann, – dort ist Heimat.“

Was auf uns zukommen wird – war offen, klar war aber „Alles bleibt anders“. Für viele Jahre nahm Dieter Malschewski, mit dem ich freundschaftlich verbunden war, die Redaktion in die Hand und prägte die neue „Vorschau & Rückblick“. Heute, dreißig Jahre seit der ersten Neuausgabe, hat sich unser „Heimatblatt“ etabliert und ist aus dem Radebeuler Leben nicht mehr wegzudenken; dazu meinen herzlichen Glückwunsch.

Wichtige Teile der redaktionellen Gestaltung sind die vom Radebeuler Stadtrat am 21.05.1997 gestifteten jährlichen Preise: der „Kunstpreis der Stadt Radebeul“ und der „Bauherrenpreis der Stadt Radebeul“. Beide Preise bereichern die Stadtentwicklung in besonderer Weise.
Ausführlich begleitete die „Vorschau & Rückblick“ die Gründung der „Stiftung Weingutmuseum Hoflößnitz“ (Stadtrat 24.10.1996), die aus Verantwortung zur Bewahrung des Kulturgutes, der Pflege der historischen Kulturlandschaft und der vom Weinbau geprägten regionalen Traditionen des oberen Elbtales für künftige Generationen das städtische Radebeuler Engagement auf neue Füße stellte. Viele Ausstellungen in der Stadtgalerie werden besprochen.

Die Autorenvielfalt spiegelt auch die breite der Themen wider. Besonders Thomas Gerlach, Karin (Gerhardt) Baum, Ulrike Kunze und Dietrich Lohse werden seit der ersten Ausgabe gern gelesen.

War im Frühjahr 1990 nur klar, dass sich viel verändern wird, im Rückblick ist zu erkennen, alles ist anders geblieben, wir haben uns aber verändert. Die sehr langen Traditionen der Radebeuler Kunst- und Kulturlandschaft, das mit den Radebeuler Villen der Architekten der Gebrüder Ziller geprägte Siedlungsbild finden ihre Fortsetzung in einem reichhaltigen Kultur- und Bildungsangebot in meiner Heimatstadt.

Dr. Volkmar Kunze
Oberbürgermeister i.R.

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