„Polyphonie“ – eine Ausstellung anlässlich des 95. Geburtstages von Max Manfred Queißer

Foto: G. Queißer

Das Monatsblatt heißt Vorschau & Rückblick und so gestatte ich mir, einen kurzen Rückblick zu werfen auf die Ausstellung von Max Manfred Queißer in der Stadtgalerie Radebeul.

Zum 95. Geburtstag des 2016 verstorbenen Philosophen, Kultursoziologen und Künstlers waren im Zeitraum Februar/März in der Galerie expressive Gemälde aus den Jahren 1998 bis 2016 ausgestellt.

Bewusst haben wir uns für diese Ausstellung orientiert auf abstrakte Arbeiten zu musikalischen Themen. Mit dieser Auswahl konnten wir offensichtlich einen Nerv der Besucher treffen, die zahlreich in die Galerie kamen. Kraftvoll strahlende Farben beherrschten die Räume. In lähmenden Pandemiezeiten, in grauer Jahreszeit und in Zeiten eines Krieges in Europa, der uns weiterhin bis ins Mark erschüttert, setzten die Bilder ganz offensichtlich ein hoffnungsvolles Zeichen. Max Manfred Queißer hat das Grauen des 2. Weltkrieges als 17jähriger Soldat in der Ukraine und einer sich daran anschließenden dreijährigen Gefangenschaft noch unmittelbar erleben müssen. Das hat ihn wohl geprägt, ihm aber nicht seinen Optimismus, seine Lebensfreude nehmen können. Er hat selbst viel musiziert, Musik tief verinnerlicht und in den späteren Lebensjahren auf die Leinwand transformiert. Mit einem starken Gefühl für Farbe und Rhythmus entstanden Arbeiten, welche er teils in ruhig komponierten, teils in explosivem Ausdruck auf die Leinwand bannte.

„Wir wandern aus dem Bereich des Visuellen in den Bereich des Akustischen, es gibt ein inneres Sehen, wie es ein inneres Hören gibt“. Was der Kunsthistoriker Will Grohmann zu Ernst Wilhelm Nay schrieb, lässt sich umgekehrt auf die Werke von Max Manfred Queißer anwenden.

Mit einem gut besuchten Gespräch über den Malerphilosophen und einer abschließenden Führung mit Gerlinde Queißer, jeweils begleitet von Musik, die er liebte, wurde die Ausstellung in wunderbarer Weise abgerundet.

Wir danken Gerlinde Queißer für die Initiative, die gute Zusammenarbeit in der Gestaltung und für die Begleitung der Ausstellung.

Alexander Lange

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