4. Thematischer Filmclubabend am 13. Oktober 2022, um 19.30 Uhr, Stadtgalerie Radebeul


Der vierte thematische Filmabend des FilmClubMobil erfolgt in Kooperation mit der Stadtgalerie Radebeul. Im Rahmen der aktuellen Jubiläumsausstellung zum 30-jährigen Bestehen der Städtischen Kunstsammlung werden zwei Dokumentarfilme über das Schaffen von Künstlern gezeigt. Jürgen Böttcher führte Regie und hatte auch das Drehbuch geschrieben. Der Film „Drei von vielen“ entstand im Jahr 1961 und wurde unmittelbar nach seiner Fertigstellung verboten. Dessen Erstaufführung erfolgte 1988 in Schottland und 1990 in Deutschland. Der Film „Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner“ wurde 1985 fertiggestellt, aufgeführt und als bester Dokumentarfilm des Jahres ausgezeichnet.

Der Maler und Filmregisseur Jürgen Böttcher, der auch unter dem Pseudonym Strawalde bekannt ist, studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (1949–1953) Malerei. Von 1955 bis 1960 belegte er an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam das Fach Regie und arbeitete bis 1991 im DEFA-Dokumentarfilmstudio in Berlin.

Drei von vielen

DEFA- Dokumentar-Kurzfilm, 1961, 33 Min., Drehbuch/Regie: Jürgen Böttcher, Kamera: Christian Lehmann

Der Film stellt drei junge Arbeiter aus Dresden vor, die sich in einem Malzirkel der Volkshochschule kennenlernten, den Jürgen Böttcher leitete. Obwohl sie in unterschiedlichen Berufen tätig sind, Peter Herrmann ist Chemigraph, Peter Graf Lastkraftwagenfahrer und Peter Makolies Steinbildhauer, finden sie sich immer wieder zusammen. Was sie verbindet, ist die Leidenschaft für Malerei und Jazzmusik.

Der Film ist ein wunderbares Zeitdokument ohne jeden überschwänglichen Pathos. Er gewährt Einblicke in das berufliche und familiäre Umfeld dieser jungen Menschen, die ihr Leben individuell gestalten wollen. Im Film wird auch der Böttcher-Schüler Ralf Winkler (A. R. Penck) vorgestellt. Sprecher ist Manfred Krug. Einer der „Drei von vielen“, gemeint ist Peter Graf, lebt in Radebeul und wurde von seiner Wahlheimat 2007 mit dem Kunstpreis und 2022 mit einer Retrospektive zum 85. Geburtstag geehrt.

Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner

DEFA- Dokumentar-Kurzfilm, 1985, 32 Min. Drehbuch/Regie: Jürgen Böttcher, Kamera: Thomas Plenert

Der Streifen ist ein DEFA-Dokumentarfilm von Jürgen Böttcher aus dem Jahr 1985 über den konstruktivistischen Maler und Bildhauer Hermann Glöckner (1889–1987), der in Dresden lebte und arbeitete. Im Gespräch mit Jürgen Böttcher erinnert sich der 96-jährige Glöckner an sein Elternhaus, an die Stationen seiner Ausbildung von der Volksschule bis zum Studium an der Dresdner Kunstakademie. Mit seiner konstruktivistischen Kunst stieß er sowohl in Nazideutschland als auch in der DDR der 1950er/1960er Jahre auf Unverständnis. Zur Lebenssicherung wendete er sich den so genannten „baubezogenen ‚Brot‘-Werken“ zu. Zahlreiche dieser Arbeiten in Sgraffito-Putzschnitt-Technik kann man auch in Radebeul entdecken. Sein künstlerisches Interesse lag jedoch auf anderem Gebiet.

Karin Baum und Michael Heuser
Sprecher der Cineastengruppe „Film Club Mobil“ im Radebeuler Kultur e.V.

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