Augusts Afrika – Zu zwei Ausstellungen in Moritzburg

Abbildung: August der Starke als »Chef der Afrikaner«, 1709, Kostümskizze


Noch bis zum 31.10.2022, oder über das kommende Sommerhalbjahr 2023 kann man im Schloss Moritzburg und im Käthe Kollwitz Haus in Moritzburg zwei Sonderausstellungen sehen, die sich mit der Faszination Augusts des Starken für Afrika beschäftigen. Seine Liebe für alles Fremdländische, wie das chinesische Porzellan ist hinreichend bekannt. Weniger bekannt ist, dass er sich selbst in höfischen Maskeraden und Festlichkeiten mehrfach in die Rolle eines „Chefs der Afrikaner“ begab um seine Gäste zu empfangen. Erstmals wird vorgestellt, was man bisher über das Leben der sogenannten „Hof-und Kammermohren“ in Dresden weiß, deren beachtliche Zahl von 80 Menschen dunkler Hautfarbe im Zeitraum von 1650 bis 1750 erstaunen lässt. Ein weiteres Kapitel berichtet über die Herrnhuter Missionare in Afrika im 18. Jahrhundert. Und es geht um die erste wissenschaftliche Expedition, die August der Starke nach Nordafrika entsandte um Tiere, Pflanzen, Mineralien und ethnografische Gegenstände zurück nach Dresden zu bringen. Einige wenige wilde Tiere, wie Löwen und Leoparden, aber auch Strauße kamen 1733 lebendig in Dresden an. Die Strauße fanden ihr Domizil im „Indianischen Vogelhaus und Straußenzwinger“ in Moritzburg, dem heutigen Käthe Kollwitz Haus auf der Meißner Str. 7. Dort lenkt uns die zweite Ausstellung mit Fotografien der bekannten Leipziger Fotografin Karin Wieckhorst auf das heutige Nordafrika. 1997 reiste eine Gruppe von Leipziger Wissenschaftlern und Künstlern auf den Spuren von Augusts Expedition durch Tunesien. Karin Wieckhorst war dabei und hielt interessante Aufnahmen mit ihrer Kamera fest.

Margitta Hensel

Informationen zu den Öffnungszeiten unter www.schloss-moritzburg.de und www.kollwitz-moritzburg.de
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Literaturhinweis: Eberhard Görner beschreibt in seinem Buch „Abenteuer Afrika“ anhand umfangreicher Recherchen die abenteuertliche Reise der sieben Männer, an der Spitze der Leipziger Mediziner Johann Ernst Hebenstreit. Allen, die das Wissen um diese Expedition noch vertiefen wollen, sei dieses Buch empfohlen. Erschienen ist es im Chemnitzerverlag, ISBN 978-3-944509-13-6.

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