Felix Meyer – Künstlerporträt

Es ist uns eine große Freude 2026 für unser Heft Felix Meyer gewonnen zu haben! Jenseits von Konzertbesuchen wird er vielen Hörerinnen und Hörern von MDR-Kultur kein Unbekannter sein.
Felix Meyer, geboren am 10. Dezember 1975 in Berlin, feierte im Rahmen der Drucklegung dieser Ausgabe seinen 50. Geburtstag. Er gehört heute zweifelsohne zu den markanten Stimmen der deutschsprachigen Liedermacherszene. Aufgewachsen in Berlin, Bayern und Schleswig-Holstein, suchte er früh seinen eigenen künstlerischen Weg. Bevor er sich der Musik widmete, studierte er Dokumentarfotografie – ein Hintergrund, der seine späteren Texte prägt, denn er denkt in Bildern und verwandelt Beobachtungen in poetische Momentaufnahmen. Der Weg zur professionellen Musik führte ihn nicht durch Akademien oder Wettbewerbe, sondern über Straßen, Plätze und Bahnhöfe Europas. Mehr als fünfzehn Jahre lang zog Meyer mit seiner Band Project Île durch Städte wie Barcelona, Paris oder Dubrovnik und entwickelte dabei jenen unverwechselbaren Stil, der zwischen Chanson, Folk, Straßenmusik und poetischem Erzählen oszilliert.
Sein Durchbruch kam unerwartet: Bei einem Straßenauftritt in Lüneburg wurde der Musikproduzent Peter Hoffmann auf ihn aufmerksam. Zusammen mit dem Hamburger Produzenten Franz Plasa entstand die Idee, Meyers Straßenmusik-Erfahrungen in eigene deutschsprachige Lieder zu übersetzen. 2010 erschien schließlich das Debütalbum „Von Engeln und Schweinen“, eine Mischung aus eigenen Songs und deutschsprachigen Versionen französischer Chansons. Noch im selben Jahr organisierte Meyer ein Straßenmusikfestival in Lüneburg – eine Verneigung vor seinen Wurzeln und der Kultur des freien Musizierens.
Mit dem zweiten Album „Erste Liebe / letzter Tanz“ (2012) erreichte er ein größeres Publikum. Die anschließende Deutschlandtour führte ihn in Clubs und Theater, und das Album wurde mehrfach positiv besprochen. Auch Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten: Noch im selben Jahr erhielt er den Transvocale-Preis im polnischen S?ubice. 2013 folgte „Menschen des 21. Jahrhunderts“, dessen Titel sich auf den berühmten Fotoband von August Sander bezieht – ein Hinweis darauf, wie stark Meyers bildhafte Sprache weiterhin mit seiner fotografischen Vergangenheit verbunden bleibt. Ein weiteres, sehr persönliches Album erschien 2016 unter dem Titel „Fasst euch ein Herz“. Darauf mischte Meyer Folk-, Pop- und Chanson-Elemente mit gesellschaftlichen und privaten Themen und arbeitete erneut eng mit Project Île zusammen. Meyers Musik entzieht sich festen Kategorien. Sie ist geprägt von akustischen Arrangements, von Akkordeon, Gitarre, Geige und dezenten Weltmusik-Einflüssen. Seine Texte stehen stets im Mittelpunkt: Sie erzählen von Sehnsucht, Zugehörigkeit, politischen Stimmungen und den stillen Momenten des Alltags. Mit Projekten wie „Später noch immer“ beweist er weiterhin, dass authentische, handgemachte Musik auch jenseits des Mainstreams ein großes Publikum berühren kann.
Seine hier veröffentlichten Texte sind ein insgeheimer Ausblick auf seine 2026 erscheinende Scheibe Felix Meyer & project île „Paradies“.

Sascha Graedtke

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