Editorial 10-26

Das Lügenmuseum schließt Ende September endgültig seine Türen – der Streit ist juristisch entschieden!

Mehr als zwölf Jahre lang war der ungewöhnliche Kunst- und Ausstellungsort in der ehemaligen Gaststätte „Gasthof Serkowitz“ eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt. Nun endet dieses Kapitel – und mit ihm verschwindet ein Ort, der sich allen gewohnten Kategorien entzog.

Als Reinhard und Dorota Zabka 2012 in den damals leerstehenden und zunehmend verfallenden Gasthof an der Kötzschenbrodaer Straße einzogen, war kaum abzusehen, was dort entstehen würde. Aus dem historischen Gebäude wurde ein begehbares Gesamtkunstwerk, irgendwo zwischen Museum, Atelier, Kuriositätenkabinett und kulturellem Experimentierfeld. Der Gasthof erhielt wieder eine öffentliche Nutzung. Besucher aus Radebeul, der Region und weit darüber hinaus kamen, Künstler stellten aus, zahlreiche Veranstaltungen fanden statt.

Was nach dem 30. September mit dem Gebäude und vor allem mit dem gewachsenen Gesamtkunstwerk geschieht, bleibt offen. Zu wünschen bleibt natürlich, dass das Künstlerpaar mit ihrer Kunst vielleicht doch noch eine neue Heimstatt findet.

Von nicht geringerem Interesse ist, was aus dem im Kern von 1337 bestehenden Gasthof mit seinem Ballsaal aus dem späten 19. Jahrhundert werden soll. Hierfür sind kluge Konzepte und solvente Investoren nötig.

Sascha Graedtke
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Lügenmuseum im September 2026, siehe 3. Umschlagseite.

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