20. Thematischer Filmclubabend

Zum Auftakt unserer Veranstaltungsreihe Film Club Mobil sind wir auch in diesem Jahr wieder zu Gast in der Heimatstube Naundorf. Die liebevoll ausgestalteten Museumsräume bieten den stimmungsvollen Rahmen für den DEFA-Märchenfilm „Das blaue Licht“ aus dem Jahr 1976. Ein loderndes Kaminfeuer, geheimnisvolle blaue Lichter, kleine Leckereien und würzige Heißgetränke stimmen auf den winterlichen Filmclubabend am 26. Februar ein. (s. Terminteil)

Das Grimmsche Märchen diente dem gleichnamigen DEFA-Film als Vorlage. Iris Gusner (geb. 1941), welche Regie führte, hat auch das Drehbuch geschrieben. Es war Gusners einziger Märchenfilm. Zu ihren erfolgreichsten Arbeiten zählt wohl das filmische Gruppenporträt über Arbeiterinnen eines Glühlampenwerkes „Alle meine Mädchen“ (1980).

Die Handlung des Märchens erfuhr in der Verfilmung eine inhaltliche Erweiterung durch zahlreiche eigenständige Episoden und zusätzliche Figuren. So wurde u. a. im Unterschied zur Grimmschen Vorlage eine weitere junge Frau in Beziehung zum Hauptakteur gesetzt: Die eine, freundlich, zugewandt, klug und fleißig, die andere, launisch, eingebildet, dumm und faul. Soziale als auch moralische Aspekte werden angesprochen. Und so ist es auch konsequent, dass sich der ausgediente Soldat Hans für die Kellnerin Anne entscheidet, weil er nicht mehr sein will, als er ist – ein einfacher Bauer, der rechtschaffen und in Frieden sein Leben leben will. Die

Die Filmfreunde können sich auf zahlreiche Szenen freuen, die voller Wortwitz sowohl schelmisch als auch boshaft und lebensklug anmuten. Die Dialoge sind sehr facettenreich angelegt und die Spielfreude der Darsteller steigert das Vergnügen. In den Rollen sehen wir zahlreichen namhafte Schauspieler, die auf der Bühne und in Filmen sehr erfolgreich waren bzw. noch immer sind.

DEFA-Märchenfilm „Das blaue Licht“
1976, DDR, 82 Minuten, FSK 0

Regie und Drehbuch: Iris Gusner; Musik: Gerhard Rosenfeld; Besetzung: Viktor Semjonow, (Soldat Hans), synchronisiert von Jacky Schwarz; Fred Delmare (Männlein); Günter Schubert (Räuber); Marylu Poolmann (Hexe); Blanche Kommerell (Kellnerin Anne); Katharina Thalbach (Prinzessin); Helmut Straßburger (König); Jacky Schwarz (Häscher Knut); Reinhard Lakomi (Gesang)

Handlung: Der Krieg ist vorbei. Die Soldaten kehren heim. Der König hat sie um ihren Sold betrogen. Aber nur Hans will beim König sein Recht einfordern. Kaum hat er sich nunmehr allein auf den Weg gemacht, wird er von einem Räuber überfallen. Der Versuch, ihn auszurauben, misslingt und der Soldat gibt dem Räuber sogar noch gute Ratschläge, wie der seine gestohlene Kanone zum Funktionieren bringen könnte.

Als Hans an einem Haus vorbeikommt, bittet er die Bewohnerin um ein Nachtlager sowie um Speis und Trank. Aber dafür soll er einige Gegenleistungen erbringen und zu guter Letzt noch ein Licht aus dem Brunnen holen. Hans steigt hinab, nimmt das blau strahlende Licht an sich und will es aber erst übergeben, wenn er mit beiden Beinen wieder auf festem Boden steht. Jetzt zeigt die Hexe wütend ihr wahres Gesicht und stößt ihn zurück in den Brunnen. Hans muss erkennen, dass er ein Dummkopf ist: Erst hatte er sich an den König verkauft und nun an eine Hexe. Umgeben von Skeletten zündet er sich an dem blauen Licht seine letzte Pfeife an. Und plötzlich erscheint ein Männlein, dass ihm fortan zu Diensten sein will. Da sich im Brunnen auch die gestohlenen Schätze der Hexe befinden, füllt er sich – vom Männlein ermutigt – damit seine Taschen und findet mit dessen Hilfe aus dem Brunnenschacht heraus.

In einem Wirtshaus bezieht Hans Quartier und findet an der freundlichen Kellnerin Anne Gefallen.
Obwohl er jetzt genügend eigene Thaler besitzt, lässt er sich trotzdem nicht davon abbringen, beim König seinen ausstehenden Sold einzufordern. Im Schloss wird gerade die „siegreiche Schlacht“ gefeiert. Die Zeremonie der Ordensverleihung verkommt zur Groteske. Hinter der Fassade des königlichen Schlosses geht es grobschlächtig zu. Die „feine Gesellschaft“ wirkt infantil. Nur der Soldat Hans bietet dem König mutig die Stirn. Aber das fordert den Zorn des Königs derart heraus, dass er ihn eigenhändig erwürgen will. Doch das Männlein lässt „seinen Herrn“ quasi in letzter Minute unsichtbar werden.

Kaum gerettet, sinnt Hans auf süße Rache und treibt mit des Königs Tochter seinen Schabernack. Er entführt sie in der Nacht in seine Wirtshauskammer und lässt sie als Magd niedere Dienste verrichten. Das sorgt für Spott. Schnell fällt der Verdacht auf den Fremden im Wirtshaus, welcher jetzt überall gesucht wird. Hans gerät in die Fänge des Häschers Knut und landet im Verlies. Die Pfeife und das blaue Licht können ihm nicht helfen, hatte er sie doch im Wirtshaus vergessen. Aber er kann den Wächter überreden, ihm seinen Ranzen zu bringen.

Hans scheint dem König zu imponieren, gern würde er ihm das Leben schenken, wenn er in seine Dienste tritt. Hans hingegen meint, dass sich nur ein Esel ein zweites Mal an den König verkaufen würde. Nun gibt es keine Rettung mehr. Eine letzte Bitte wird dem Delinquenten gewährt. Unterm Galgen darf er sich noch eine Pfeife anzünden. Wie erhofft, erscheint das Männlein. Ein furchtbarer Sturm bricht los und die Anwesenden ergreifen panisch die Flucht. Schließlich sprengt auch noch der Räuber den Galgen in die Luft. Wie war das doch: „Die Macht hat der, der sie zu gebrauchen weiß…“. In Todesangst bietet der König seine eigene Tochter feil. Doch Hans lehnt angewidert ab, hat er doch mit seiner Anne eine bessere Braut gefunden. Ende gut, alles gut?

Karin Baum und Michael Heuser
Sprecher der Cineastengruppe „Film Club Mobil“ im Radebeuler Kultur e.V.
Anmerkung: unter Verwendung von verschiedenen Filmbegleitmaterialien und Wikipedia-Eintragungen

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