125. Geburtstag von Gerhard Madaus – sein Wirken und bauliche Zeugnisse in Radebeul – eine Einladung

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G. Madaus, Mitte der 1930er Jahre

G. Madaus, Mitte der 1930er Jahre Foto: Radebeuler Stadtarchiv

Bei der Ideenfindung zu geeigneten Themen für das Vereins-Vortragsprogramm 2015 wurde das Jubiläum „125. Geburtstag – Gerhard Madaus (1890 -1942)“ vorgeschlagen.
Ja, da war doch einmal eine Firma Madaus in Radebeul, irgendetwas mit Pflanzenmedizin, konnten wir uns erinnern. In den 90er Jahren hatte jemand auch mal in der Zeitung gelesen, dass die Nachkommen der Familie Madaus Pläne mit dem zurückerworbenen ehemaligen Firmengelände hatten. Und natürlich, da sind doch unlängst Firmengebäude des ehemaligen AWD an der Gartenstraße – ich glaube, das gehörte ehemals zu Madaus – zu einer Wohnanlage umgebaut worden.
Gedankensplitter, noch ungeordnet im Kopf, aber wir ahnten Potential im Thema für einen Vortrag, der Radebeuler über den Verein hinaus interessieren könnte.
Der Verein für Denkmalpflege und neues Bauen stellt sich in seiner Satzung u.a. die Aufgabe, durch Öffentlichkeitsarbeit zur „Stärkung der lokalen Identität“ beizutragen und auf dieser Basis die bürgerschaftliche Diskussion zur „Erhaltung des besonderen Charakters von Radebeul“, gerade im Spannungsfeld von Denkmalpflege und neuem Bauen, zu fördern. Und im Thema Madaus scheint die Breite dieses Anliegens gut vereint. Ein Stück Geschichte von Personen einer zeitweise in Radebeul ansässigen Unternehmerfamilie, ein Stück Industriegeschichte und pharmazeutischer Innovation, die hier stattgefunden hat, könnte beleuchtet werden. Viele Radebeuler haben im AWD gearbeitet und fühlen sich dadurch eng mit Radebeul verbunden. Ein Teil der Produktion und Entwicklungen der Firma Madaus wurden im AWD und seinen Vorläuferfirmen nach dem 2. Weltkrieg weiterentwickelt, obwohl die Firma Madaus Radebeul verlassen hatte. Sicher haben viele in der letzten Zeit die baulichen Veränderungen der ehemaligen Madaus-Gebäude zur Wohnanlage im Vorbeigehen oder auf dem Bahnsteig stehend verfolgt?

Das Thema „Madaus“ wurde im Beirat des Vereins für das Programm 2015 für gut befunden und ich konnte weitere Schritte zur Vorbereitung angehen. Wer hat Kenntnis zu diesem Komplex? Erste Idee war – im Stadtlexikon steht doch etwas zu Madaus – und mit Frank Andert, den ich dazu anrief, traf ich auch gleich auf den Richtigen, der die historischen Details des Themas beleuchten kann. Wie ich las, wurde die Firma nicht in Radebeul gegründet und erst 1929 aus Platzgründen nach Radebeul verlegt. Man griff auf vorhandene Gebäude zurück und erweiterte diese für seine Belange. Auch gab es mehrere Standorte, an denen die Firma in Radebeul wirkte.

Radebeul-Ost, Gartenstraße 22

Radebeul-Ost, Gartenstraße 22 Foto: M. Mitzschke

Für den inhaltlichen Schwerpunkt der Naturheilmittel und diesbezüglicher homöopathischer und biochemischer Entwicklungen, eingebunden in den Geist der damaligen Zeit und bezogen auf die Verdienste der Firma Madaus, brauchte ich aber einen sehr speziellen Referenten. Das Glück war mir hold und ich fand mit Frau Dr. Marina Lienert sogar eine Radebeuler Wissenschaftlerin, die profunde Kennerin der Medizingeschichte ist. Im Gespräch mit ihr erfuhr ich viele für mich neue zeitgeschichtliche Facetten, in die das Wirken von Gerhard Madaus und der Firma Madaus in Radebeul eingebettet ist.
Und auch zum dritten Themenkomplex – Umbau des Firmengebäudes zur Wohnanlage – gelang es,  einen Referenten mit Kenntnissen aus erster Hand zu gewinnen. Über Vermittlung der Ventar Immobilein AG Böblingen, die das Projekt Gartenstraße 22 als Projektentwickler betreute, wurde ich mit Herrn Thomas Hanselmann, dem Gründer des Architekturbüros a³ Architekten Dresden, bekannt. Dieses Büro leistete Planung und Bauleitung für dieses Projekt. Sowohl das ehemalige Produktionsgebäude von 1910/12 als auch das Hauptverwaltungsgebäude von 1932/33 stehen unter Denkmalschutz. Er wird beleuchten, was an Bausubstanz vorgefunden wurde, welche Ansprüchen man in der Veränderung der Gebäude umsetzen wollte und wie sich Denkmalpflege und neues Bauen, hier mit moderner Wohnkultur, vereinen ließen.

Putte mit Kolben, Burhart Ebe, 1933

Putte mit Kolben, Burhart Ebe, 1933 Foto: M. Mitzschke

Vom Bahnsteig aus sehe ich jedenfalls beleuchtete Fenster, es herrscht wieder Leben in den Gebäuden.
Vielleicht ist es auch für die neuen Bewohner der Madaus-Gebäude interessant, wie viele Themen sich um ihr neues Zuhause ranken. Hier besteht das Angebot etwas zu hören, was Identität vermitteln kann. Und es ist auch gar nicht weit.

Der Verein für Denkmalpflege und neues Bauen lädt herzlich  ein zum Vortrag:
„125. Geburtstag von Gerhard Madaus – sein Wirken und bauliche Zeugnisse in Radebeul“
am Freitag den 27. Februar 2015, 19.30 Uhr im Vortragsraum der Stadtbibliothek Radebeul Ost im Kulturbahnhof.

Wir würden uns freuen, wenn wir mit unserer Prognose richtig lägen, dass viele dieses Thema interessieren könnte und wir Sie im Kulturbahnhof begrüßen dürften. Vielleicht gelingt es für die, die nicht kommen können, im Mai Heft einen Artikel mit dem Rückblick auf die Veranstaltung in V&R zu veröffentlichen.

Michael Mitzschke

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