In der Gegend um das Adlergebirge, (Und in dem…) Schneegebirge (…da fließt ein Brünnlein kalt), Heuscheuer-, Reichensteiner-, fast Altvater-, eher fernem Riesengebirge gibt es eine Stelle, da kann man innerhalb eines Spazierganges von zwei Stunden in drei Meere spucken. Irgendwann würden Cuxhaven (Elbe-Nordsee) erreicht, Swinemünde (Oder-Ostsee) und die parlamentarische Unentschlossenheit der Donau mit ihrer Deltamündung ließe die Hoffnung, das Schwarze Meer über den Bosporus ins Mittelmeer zu entlassen. Im Sommer kann es hier tagelang regnen oder es ist bei 20 Grad schon T-Shirt-wechsel-schwül. September und Oktober bieten dagegen oft längere stabile Hochdruckphasen, es ist noch lange hell, lohnt einen Aufbruch. Ich schreibe aus Neustadt an der Mettau/Nove M?sto nad Metují mit Blick auf Altstadtpflaster, Laubengänge und Schloss. Hier herrscht die Prinzessin Ka?enka, der es immer wieder gelingt, dem alten kautzigen Rübezahl die Gewitterwolken zurückzuschieben. Man sagt den beiden sogar eine Romanze nach. Einmal zur „Hölle“ (tsch. Peklo), bitte ich den Taxifahrer. Rückabholung in zwei Stunden. Es handelt sich um eine ehemalige Wassermühle an der Mettau, Holzhäuser mit Volksbemalung, Gastro. Ein schöner Ort. Wanderwege heißen nach Dichtern. Und selbst wenn Sie Božena N?mcová vom 500-Kronen-Schein anlacht, stecken Sie das Buch „Die Großmutter“ ein, bevor sie das „Großmütterchental“ (Filmkulisse!) entlangspazieren. Ein kleiner Grusel zum Abschluss wäre ein Ausflug in die Schädelkapelle, bei Náchod über die polnische Grenze und in Kudowa Zdrój links der Straße. Eine größere Stätte dieser Art ist mir nur aus Kuttenberg/Kutná Hora südlich von Prag bekannt. Sie müssen sich an das Makabre bitte selbst heranrecherchieren.
Im Winterhalbjahr übernimmt die Herrschaft im Adlergebirge übrigens der bärtige Berggeist Rampušák von Ka?enka. Also beeilen Sie sich bitte, um die Prinzessin zu grüßen von ihrem
Tobias Märksch
