Das Jahr 2026 bietet mit dem 125. Geburtstag am 8. Mai und dem 30. Todestag am 14.Juni gleich zweimal Gelegenheit, dieses herausragenden Dresdner Malers zu gedenken und sein solitär innerhalb der Dresdner Malkultur und der deutschen Kunst im 20. Jahrhundert aufragendes Werk zu feiern. Zunehmend bedürfen solche Ereignisse privater Initiative und bürgerlichen Engagements.
Rosenhauer war nicht nur eingefleischter Alttrachauer, sondern auch begeisterter Wahl-Radebeuler, dem die Lößnitzlandschaft einige ihrer herausragendsten Darstellungen verdankt. Zeit seines Lebens verband ihn eine enge Künstlerfreundschaft mit Paul Wilhelm wie auch mit Joseph Hegenbarth. Nachdem die Paul Wilhelm – Ausstellung unverändert seit Mitte November 2024 auf der Hohen Straße die Wände schmückt, entstand bei Annerose und Gottfried Klitzsch in Verbindung mit dem bekannten, ebenfalls aus Trachau stammenden Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle als einem dedizierten Liebhaber der Kunst Theodor Rosenhauers der Gedanke, den Geburtstag Theodor Rosenhauers mit einem Besuch einiger Gemälde Theodor Rosenhauers in der Paul-Wilhelm-Ausstellung zu feiern, ganz so, wie früher auch Rosenhauer mit neuen Gemälden bei Marion und Paul Wilhelm auf den Gradsteg zu Besuch war, um die Arbeiten mit dem 15 Jahre älteren Freund und Kollegen zu diskutieren.
Das Ergebnis war ein fulminantes Gipfeltreffen zweier Meister, wie es in der Dresdner Kunst- und Ausstellungsgeschichte ohne Beispiel ist.
Für ein Wochenende am 16./17. Mai 2026 nahmen einige herausragende Gemälde Theodor Rosenhausers in der „Ausstellung Dresdner Kunst“ auf der Hohen Straße in völlig unprätentiöser Weise auf Staffelein in den Ausstellungsräumen Platz, zur hohen Ehrung Theodor Rosenhauers und zum farbmächtigen, intensiven Dialog mit den umgebenden Gemälden Paul Wilhelms. Ein in der Tat in jeder Weise einmalige Präsentation und ein stiller Höhepunkt Dresdner, Sächsischer und Deutscher Kunstgeschichte, den auch die zahlreichen Gäste, unter Ihnen der Doyen des Dresdner Films, Ernst Hirsch, der Maler und Architekt Peter Albert und die Dichter und Schriftsteller Jörg Bernig und Uwe Tellkamp, als einen besonderen Moment, ja als ein Königstreffen der Kunst wahrgenommen haben, wie Gottfried Klitzsch beschreibt. Gedanken des Gastgebers zu Theodor Rosenhauer, Erinnerungen von Waldemar Braun, des 90 jährigen Rahmenbauers von Rosenhauer und das erneut virtuose, beglückende Spiel der Radebeuler Violinistin Johanna Mittag gaben der Gedenkstunde das Gepräge.
Viele frohe und glückliche Gesichter bei einem anschließenden Glas Wein, angeregte Gespräche vor den Staffeleien mit den „Rosenhauern“ und ein sonnendurchglänzter Sonntagmorgen kündeten von einem großen Einvernehmen und davon, wie Wenigem es bedarf, um das Festgewand der Kunst zum Leuchten zu bringen und als uns Gegebenes wahrzunehmen.
Am 14. Juni wurde in einer Lesung aus der Korrespondenz zwischen Theodor Rosenhauer und seinem Essayisten Horst Drescher etwas von der Genialität beider zur Sprache gebracht.
Sascha Graedtke



