Geschichtlicher und wirtschaftlicher Abriss von NIEDERLÖSSNITZ anhand seiner Straßen und Bauwerke

Die Radebeuler Gemeinden von Nieder- und Oberlößnitz wurden spät, erst 1839, gegründet. Die anderen Altgemeinden bestanden nach urkundlichen Erwähnungen bereits seit dem 13. und 14. Jahrhundert.
Niederlößnitz liegt etwa in der Mitte der Altgemeinden Naundorf, Lindenau-Oberort, Wahnsdorf, Oberlößnitz, Serkowitz und Kötzschenbroda und war vor 1839 eine sehr dünn besiedelte landwirtschaftliche Fläche. Die Hauptkultur war der Weinbau sowohl in Steillagen als auch in flacheren Lagen. Hier gab es nur ein paar Winzerhäuser und einige Herrenhäuser, meist mit großen Abständen untereinander.

Ehemaliges Rathaus Niederlößnitz,
Rosa-Luxemburg-Platz 1 (1892-95) Foto: D. Lohse

Niederlößnitz erstreckt sich über ca. 3km von Ost nach West und ca. 1,5km von Nord nach Süd – auf der Karte bildet es ein lang gestrecktes Dreieck vom Lößnitzbach bis zu Wacker-barth’s Ruhe und von der oberen Hangkante etwa bis zur Meißner Straße.
Nur wenige archäologische Funde wie südlich vom „Luisenstift“, deuten auf eine ältere Besiedlung vor dem 16. Jahrhundert hin. So könnten auch einzelne Gebäude im 30-jährigen Krieg (1618-1648) total zerstört und nicht wieder aufgebaut worden seien. Größere Häuser, die nach diesem Krieg in Niederlößnitz errichtet und z.T. später umgebaut wurden, sind: Schloß Wackerbarth’s Ruhe, Altfriedstein, das Mohrenhaus, die Friedensburg, Haus Minckwitz und der Grundhof. Daneben existierten noch die kleineren Winzerhäuser u.a. „Fliegenwedel“, „Liborius“, „Lotter“, „Reinhardsberg“, „Möbius“, „Claus“ und „Barnewitz“ in Niederlößnitz.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts war der Weinanbau auf der Heidesandterrasse allmählich rückläufig und wurde schließlich durch die Reblauskatastrophe nach 1885 völlig beendet. Nach 1830 entstanden neben o.g. Winzerhäusern ein paar einzelne Wohnhäuser, u.a. Winzerstr. 1, und ab 1860 setzte in Niederlößnitz schließlich der große „Bauboom“ mit Landhäusern, Wohnhäusern und kleinen und auch großen Villen ein. Den größten Anteil am Aufbau in Niederlößnitz hatten die Baumeisterfamilien Große (Kötzschenbroda) und Gebr. Ziller (Serkowitz). Das spiegelte sich natürlich in der Bevölkerungsentwicklung von Niederlößnitz wider: 1856 nur 668 Einwohner und 1890 schon 2981, was fast einer Verfünffachung entsprach. Niederlößnitz lag damit nach Kötzschenbroda (1890 mit 4577 Einwohnern) auf dem zweiten Platz aller 10 Altgemeinden, hier zum Vergleich die 2017 für Niederlößnitz ermittelte Einwohnerzahl: 8521! Oberlößnitz hat eine ganz ähnliche Entwicklung genommen.
Das hatte auch auf das Straßen- und Wegesystem im Niederlößnitzer Revier Einfluss. Gab es vor 1860 nur Wirtschaftswege, Verbindungen zwischen den Winzer- und Herrenhäusern, Wege die der Topografie folgten – untere, mittlere und obere Bergstraße, diagonal verlaufende, unbefestigte Viehtriebe, so wurde das ehemalige Weingelände nun kleinteilig parzelliert und einem Rastersystem folgend, befestigte Straßen angelegt, parallel verlaufend und sich rechtwinklig kreuzend. So entspricht z.B. der Verlauf der heutigen Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße dem alten Wegesystem, und der der Hohen Straße dagegen dem neueren System. Mit dem neuen Straßensystem entstanden auch kleinere Plätze, wie der Rosa-Luxemburg-Platz oder der Zillerplatz.
Mit Gärten, Parks und Straßenbäumen in Niederlößnitz kam es zu einer überdurchschnittlichen Begrünung und damit zu einer guten Lebensqualität – zum Vergleich muss man nicht Stadtteile von Radebeul ansehen, sondern sollte andere Städte mit geschlossener Bebauung wie Meißen oder Großenhain betrachten.

Siedlungshaus, Rosa-Luxemburg-Platz 3 (1924) Foto: D. Lohse

In der Zeit des Aufschwungs – auch als Gründerzeit bezeichnet – entstanden in Niederlößnitz Schulen (Luisenstift), Kranken- und Pflegeeinrichtungen (Krankenhaus Heinrich-Zille-Str.), Verwaltungs- (Rathaus Niederlößnitz) und Handelseinrichtungen (priv. Läden), Gaststätten (Goldne Weintraube), etliche Gartenbaubetriebe und einzelne andere Betriebe (Bussard-Sekt-Kellerei), also ein funktionierendes Gemeinwesen. Die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts brachten für Niederlößnitz ein paar neue Siedlungshäuser (Gebiet zwischen Heinrich-Zille-Str. und Winzerstr.), eine katholische Kapelle an der Borstraße (die spätere Kirche) und den Verwaltungsbau des Elektrobetriebes Gröbawerke im Körnerweg. In jener Zeit bestand in Niederlößnitz ein dichtes Netz von Läden und Versorgungseinrichtungen mit kurzen Wegen für die Anwohner – über diese gute Versorgung können wir heute nur staunen!
Zerstörungen aus dem 2. Weltkrieg sind in Niederlößnitz zum Glück nicht zu beklagen gewesen. Zwischen 1945 und 1989 änderte sich hier wenig, es entstand ein Theater, die Landesbühnen Sachsen in der ehem. Goldenen Weintraube, eine Reihe von DDR-mäßigen, größeren Neubauten (Hohe Straße), ein paar Typen-Einfamiliehäuser kamen hinzu, Kindergärten entstanden in alten Villen oder auch als Neubau, ein Krankenhausneubau und eine neue Kaufhalle am Rosa-Luxemburg-Platz wurden errichtet, dafür schlossen ein paar kleinere Läden – der Charakter unseres Stadtteils blieb aber im Wesentlichen erhalten.
Ab 1990 erkennen wir dann ein paar weitere Veränderungen in Niederlößnitz. Von den vielen bis dahin noch arbeitenden Gärtnereien schließt eine nach der anderen, u.a. weil der holländische Einfluss auf diesem Wirtschaftssektor zu stark war. Die Suche nach Baulücken (da gibt es durchaus einen Zusammenhang mit o.g. Gärtnereien) und darauf fußend der Wunsch, sich ein möglichst individuelles Eigenheim oder ein eher rentierliches Mehrfamilienhaus bauen zu lassen wuchs, sowohl durch immer hier ansässige, wie auch durch zugereiste Bauherren, von denen ein paar inzwischen auch Niederlößnitzer geworden sind und sich hier wohl fühlen. Schule und Krankenhaus konnten abermals erweitert werden und beim Krankenhaus (Elblandkliniken) wird demnächst eine erneute Erweiterung vollendet werden. Niederlößnitz hat mehrere Pflegeheime, teils in Altbauten, teils als Neubau. In Radebeul insgesamt gesehen kamen einige neue Kaufhallen hinzu und zwangsläufig änderte sich erneut das Kaufverhalten, was dazu führte, dass der Einzelhandel in Niederlößnitz abermals, fast könnte man von „gegen Null“ sprechen, zurückging. Mein Bäcker Ecke Humboldtstraße/ Winzerstraße blieb uns bis jetzt aber erhalten! Aus ehemaligen Eckläden entstanden jetzt in den meisten Fällen Wohnungen. Hausabrisse blieben die Ausnahme (wie der ehem. Ratskeller Niederlößnitz), dafür wurden viele Häuser (stellvertretend seien die Gröba-Häuser an der Ostflanke des Rosa-Luxemburg-Platzes genannt) und Villen saniert. Wir stellen fest: Niederlößnitz ist immer noch relativ locker bebaut, gut durchgrünt und lebenswert. Und nun wird gerade zum Fest die Neugestaltung des zentralen Rosa-Luxemburg-Platzes fertig sein, na ja, sagen wir fast fertig, da dürfen wir uns doch freuen!
Die für mich über die Zeit auffälligsten Veränderungen sehe ich beim Wegfall der ehemals zahlreichen Gartenbaubetriebe und privaten Läden im Kernbereich von Niederlößnitz, also im Radius von etwa 500m um das ehem. Rathaus und dafür aber eine Zunahme von Wohnbebauung.

Dietrich Lohse

Bläserquintett CARION aus Dänemark

Zum Benefizkonzert in Coswig/Neusörnewitz zu Besuch

Foto: PR Bläserquintett

Zu einem im doppelten Sinne ungewöhnlichen Benefizkonzert lädt die Initiative Coswig – Ort der Vielfalt in diesem Jahr nach Neusörnewitz ein. Zum einen ist das Bläserquintett CARION aus Dänemark etwas ganz Besonderes und zum anderen ist auch der Ort des Konzerts, die Betriebsräume der SUPERIORE.DE GMBH (Köhlerstraße 22), eine Rarität. Vor neun Jahren erwarb die Firma das Gebäude der ehemaligen Elektrowärme Sörnewitz und baute das denkmalgeschützte Gebäude in vier Jahre zum Stammsitz eines der größten Online-Weinhändler italienischer Spitzenweine in Europa aus und um. Alles läuft wie auch in den Jahren zuvor unter Schirmherrschaft des Coswiger Oberbürgermeisters Frank Neupold.
Das Ensemble CARION präsentiert an diesem Abend seine neue CD unter dem Titel „Dreams of Freedom“. In diesem Programm präsentieren CARION das große Thema „Sehnsucht nach Freiheit“ mit Werken von Komponisten, die unter den Verhältnissen ihrer Zeit weder arbeiten noch leben konnten und deshalb Wege in die Freiheit suchten. Zur Uraufführung kommt dabei ein eigens für das Ensemble komponiertes Werk eines jungen syrischen Musikers und Komponisten, der derzeit als Flüchtling in der Türkei lebt und von einer Fortsetzung seines Kompositionsstudiums in Europa träumt.
„Für uns als Initiative ist es etwas ganz außergewöhnliches, solch schöne Musik und so tolle Architektur hier zu einem Benefizkonzert verbinden zu dürfen“ erklärt Christiane Böttger (Vorsitzende des Vereins Coswig – Ort der Vielfalt e.V.) zu diesem Konzert. „Es ist uns einmal mehr gelungen, für unsere Arbeit als Initiative ein Highlight nach Coswig zu holen“. Alle Einnahmen aus dem Konzert fließen zu 100% in die Arbeit mit Flüchtlingen.

Sven Böttger

Das Konzert findet am 7.9.2018 ab 20 Uhr statt und die insgesamt 200 Karten zu 20 € gibt es in der Geschäftsstelle der Initiative auf der Karrasstraße 3 oder bei der Buchhandlung Ernst Tharandt bzw. unter der Telefonnummer 03523-2390879 oder unter initiative@coswig-ort-der-vielfalt.de.

175 Jahre Männerchor Radebeul e.V. „Liederkranz 1844“

Am 19. Mai 1844 fand die Gründung des Gesangvereins „Liederkranz 1844“ im Bahnhotel Radebeul statt. Seitdem treffen sich die Sänger allwöchentlich um die Tradition fortzuführen.
Der Gründer dieses Männergesangvereins war ein berufener und fähiger Mann, der viel von seinem Können und Wissen an die Mitglieder weitergab. Es war der Kantor der Kirche zu Kötzschenbroda, Traugott Friedrich Keller.

Der Männerchor vor dem Hotel »Goldener Anker« Foto: H. Ebert

Schon zu Anfang fanden sich 21 sangesfreudige Kötzschenbrodaer zusammen, um gemeinsam das deutsche Liedgut zu pflegen. Kantor Keller prägte und leitete den Chor 21 Jahre von seiner Gründung bis August 1865.
Die Sängerfrauen fertigten in Handarbeit eine Vereinsfahne und stifteten sie dem Verein. Damit unterstützten sie aktiv das Hobby ihrer Männer. Am 16. November 1873 wurde die Fahne feierlich geweiht und noch heute wird sie zu besonderen Anlässen stolz gezeigt. Dem Vereinsvorstand Fleischermeister Gerhard Schiefner (Vorstand: 1947–1991) ist es zu verdanken, dass es die Fahne noch gibt. Er hatte sie in den Kriegswirren versteckt und damit für den Chor bewahrt. Der Zahn der Zeit war auch an der Fahne nicht spurlos vorübergegangen, der Stoff war porös und die Lyra auf der Rückseite kaum noch zu erkennen. So entschlossen sich die Sängerfrauen die Fahne erneuern zu lassen und übernahmen hierfür die Kosten. Zur Weihnachtsfeier am 16. Dezember 2009 übergaben sie dann die restaurierte Fahne zur Freude ihrer Männer.
Bereits 1869 wurde der Chor in den „Deutschen Sängerbund“ aufgenommen. Die Sänger sahen es als Verpflichtung und Ehre. Nach einigen Unterbrechungen um den 2. Weltkrieg nahm in den 50er Jahren die Pflege von Geselligkeit und Frohsinn wieder zu. Chorproben und Auftritte wurden wieder zum Bestandteil des Lebens der Sangesbrüder. Nach der Wende wurde der Männerchor Radebeul e.V. „Liederkranz 1844“ auch ein fester Bestandteil im Rahmen der Eröffnung des Radebeuler Herbst- und Weinfestes auf dem Kirchvorplatz.
Anlässlich des 170-jährigen Jubiläums übergab nun Hans Jürgen Wächtler den Taktstock an seine Nachfolgerin, Frau Maria Meckel (jetzt Schreyer). Zum ersten Mal in der 170jährigen Geschichte wird ein Radebeuler Männerchor von einer jungen Chorleiterin dirigiert. Sie wurde von Anfang an von allen Sängern akzeptiert und mit Freude auf- und angenommen.
Das vorhandene und über viele Jahre gesungene Liedgut wurde auch weiterhin gepflegt, aber sie hat es von Beginn an verstanden, die Sänger auch an neuere, anspruchsvollere Lieder heranzuführen. Dadurch hat sie mit dem Chor auch einen Anklang bei den Zuhörern bei Auftritten erreicht.
Traditionsgemäß wird auch am 28. September 2018 um 17.30 Uhr das Radebeuler Herbst- und Weinfest vom Männerchor eröffnet. Diesen können Sie wie auch in den Vorjahren danach in verschiedenen Höfen mit seinen Liedern hören.
2019 wird für den Chor ein besonderes Jahr. Da feiert er sein 175-jähriges Jubiläum. Das soll ein ganz besonderes Erlebnis werden und dafür sind die Vorabsprachen und Vorbereitungen bereits gestartet.
Zum Abschluss ein Appell an alle Leserinnen und besonders an alle Leser, die Freude am Gesang und am Vereinsleben haben: Besucht uns an unseren Probeabenden im Hotel „Goldener Anker“ in Radebeul, immer montags 19 Uhr.
Ein schöner Sängerspruch, mit dem wir meistens unsere Proben beenden lautet:

„Gesang verschönt das Leben,
Gesang erfreut das Herz,
Ihn hat uns Gott gegeben,
zu lindern Leid und Schmerz!“

Georg Kabisch

„Tag des offenen Denkmals 2018“ am 9. September

Der „Tag des offenen Denkmals“ feiert in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum in Deutschland. Seinen Ursprung hatte er in Frankreich, wo er 1984 erstmalig stattfand. Die Idee wurde bis heute von 50 europäischen Ländern aufgegriffen und wird seit 1993 in Deutschland durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert.
In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“. Das Motto regt wie immer zu verschiedenen Möglichkeiten der Annäherung und Schwerpunktsetzung an. Ziel ist stets „Bekanntes einmal anders zu sehen“ – so der Grundsatz der Initiatoren. Wir als Verein sind auf die Suche nach FREMDEN Einflüssen in Radebeuls Stadtlandschaft gegangen. Wo finden sich ortsUNtypische Materialien, Baustile oder Bauweisen?

»Villa Waldhof«, Paradiesstraße 46 (1920) Foto: Stadtarchiv

Radebeul bietet mit seinen Villenvierteln der Ober- und Niederlößnitz geradezu ein Feuerwerk von Erkundungs- und Entdeckungsmöglichkeiten. Griechische Stilelemente lassen sich an Villen wie z.B. auf der Nizzastraße Nr. 9, 11, 12, 13 finden. Vorbild für die Grabstädte Karl Mays war für Paul Ziller der Nike-Tempel auf der Akropolis. Den Bauerngarten der Bischofspresse – ein eher traditionelles Winzerhaus in Fachwerkbauweise – schmückt ein „griechischer“ Rundtempel. Gerne ließ man den Blick auch nach Italien schweifen. Baumeister und Bauherren griffen antik-römische, venezianische oder toskanische Stilelemente und Gebäudetypen auf, wie z.B. am Katholischen Pfarramt (Borstraße 11) oder Augustusweg Nr. 1 und 3 zu sehen ist. Am ehemaligen „Töchterheim Sallawa“ in der Ludwig-Richter-Allee sind mit der pagodenartigen Dachkonstruktion sogar fernöstliche Einflüsse zu entdecken.
Besonders oft ist in Radebeul jedoch der sogenannte “Schweizer Stil“ anzutreffen, der Anleihen an der alpenländischen Landhausarchitektur nimmt. Wir freuen uns sehr, Ihnen hierfür zwei Beispiele am „Tag des offenen Denkmales“ näherbringen zu können. Herzlicher Dank geht dafür an die Bauherren der aufwendig sanierten „Villa Waldhof“ (Paradiesstraße 46) und an die Bauherren der in Sanierung befindlichen „Villa Walter“, Bennostraße 23. Passend zum Thema war bereits im April 2018 ein Artikel von Dietrich Lohse in der „Vorschau und Rückblick“ zu finden, auf den ich gerne verweise.
Viele Male nahm bereits die Friedenskirchgemeinde am „Tag des offenen Denkmals“ teil. In diesem Jahr wird das Augenmerk insbesondere auf den Wiederaufbau der Kirche und des Kirchturms nach dem 30-jährigen Krieg durch Baumeister Ezechiel Eckhardt im Auftrag von Kurfürst Georg I. gelegt. Die Kirche war im Krieg 1637 durch schwedische Truppen zerstört worden. Das Motto des Tages wird damit als zeitliche Dimension erfasst – was verbindet uns heute mit Zeit und Geschehen vor 400 Jahren? Pfarrerin Annegret Fischer greift bereits im Rahmen des Gottesdienstes das Thema auf und lädt 9.30 Uhr in die Friedenskirche ein. Danach ist die Kirche offen. Kirchenhüter sind vor Ort und führen nach Bedarf durch das Objekt. Eine Turmbesichtigung ist derzeit leider aufgrund der Baumaßnahmen nicht möglich.

»Villa Walter«, Bennostraße 23 (2018) Foto: Verein f. Denkmalpflege u. neues Bauen

Kurfürst Johann Georg I. und Ezechiel Eckhardt sind aber vor allem mit der Hoflößnitz „in Verbindung zu bringen“. Sie hielten mit dem Bau des Lust- und Berghauses von 1648 bis 1650 die Geschicke für die erste größere höfische Baumaßnahme nach dem 30-jährigen Krieg in den Händen. Traditionell öffnet das Sächsische Weinbaumuseum Hoflößnitz am „Tag des offenen Denkmals“ kostenfrei seine Türen. Bereits am Samstag wird dort die neue Sonderausstellung „Hund und Wild. Die kurfürstliche Jagdlust im Spiegel von Tierporträts in der Hoflößnitz“ eröffnet.
Katja Leiteritz

Programm „Tag des offenen Denkmals“ 2018 am 9. September in Radebeul:

Friedenskirche
Radebeul-Altkötzschenbroda
9:30 Uhr Gottesdienst
11:00 Uhr – 16:30 Uhr
Offene Kirche – Führungen nach Bedarf

17:00 Uhr – Orgelsommer
Friedenskirche umgebaut 1884/85 im neogotischen Stil; Arch.: K. R. Weissbach
Ort der Unterzeichnung des „Waffenstillstandes von Kötzschenbroda“ von 1645 zwischen dem sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. und dem schwedischen General Lennart Torstensson
Musik für Flöte, Kontrabass und Orgel

„Villa Walter“
Landhaus Bennostraße 23
Baustellenbesichtigung
10:00 Uhr – 12:00 Uhr
Führungen durch Architekten hinte + beyer architektur nach Bedarf
Landhaus im Schweizer Stil, errichtet durch die Fa. Gebrüder Ziller 1873/74;
Sanierung Fassade 2007;
z. Zt. Komplett-Sanierung der Innenräume

„Villa Waldhof“
Paradiesstraße 46
14:00 Uhr – 16:00 Uhr
Vortrag – Dauer ca. 1 h
Zweigeschossige Villa im Schweizer Stil, als
Familienpension gebaut;
1862 Errichtung Wohnhaus; A: Moritz Ziller
1910/11 Aufstockung Nebengebäude; A: Paul Ziller

Hoflößnitz
Knohllweg 37
10:00 Uhr – 18:00 Uhr
Freier Eintritt

11:00 | 15:00 Uhr
Kuratorenführungen
Historische Weingutanlage mit Herren-, Press- und Verwalterhaus sowie Wirtschaftsgebäuden;
Weinbaumuseum; Sonderausstellung „Hund & Wild“
1648-50 Errichtung des Lust- und Berghauses für Johann Georg I.

Editorial 9-18

Am 22. August hatte ich die Gelegenheit, im vollbesetzten Minckwitzschen Weinberghaus einen spannenden Vortrag von Dr. Sebastian Storz über Johann Joachim Winckelmann (1717 – 1768) anzuhören.
Frau Stiller und Herrn von Minckwitz für die Initiative ein herzliches Dankeschön.
Schon einmal, nämlich zur Feier des 20.Geburtstages des „vereins für denkmalpflege und neues bauen radebeul e.v.“, war Dr. Storz mit diesem Vortrag vorgesehen. Leider musste Dr. Baumann damals den Referenten um eine Kurzfassung bitten, da die vielen Festtagsredner den vorgesehenen Zeitplan sprengten. Nun also, in entspannter Atmosphäre bei einem Glas Wein, konnte ich dem ausführlichen Vortrag lauschen. Zweigeteilt, in Anliegen des Vereins „Forum für Baukultur e. V. Dresden“, dessen Vorstandsvorsitzender Dr. Storz ist und der Darstellung der Beziehung des Vereins zu Johann Joachim Winckelmann und dessen Wirken in Dresden und europaweit, wies er auf große Defizite in der Bildungslandschaft hin. Die aller drei Jahre veranlasste PISA-Studie der OECD vergleicht nicht etwa ein Allgemeinwissen der Fünfzehnjährigen, nein, Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften sowie die Lesefähigkeit stehen im Focus. Nur diese Bereiche gelten als wichtige Indikatoren für gebildete Jugendliche.
Andere Bildungsinhalte wie Philosophie, Ethik, Geschichte, Geographie, Kunsterziehung, Musik oder gar alte Sprachen spielen keine Rolle. Dabei sind es gerade diese Fächer, die Kinder für den „Gemeinsinn einer Gesellschaft“ sensibilisieren, „ weil sie die Entstehung eines Identitätsbewusstseins befördern“. Für mich sind diese Gedanken zwar nicht neu, aber im Kontext zu Winckelmann sehr interessant. Und da ich hoffe, vielen von Ihnen liebe Leserinnen und Leser geht es auch so, habe ich Dr. Storz dafür gewonnen, in einigen der nächsten Hefte, sowohl zum „Forum für Baukultur“ und dessen Anliegen als auch zu Johann Joachim Winckelmann Beiträge beizusteuern.
Seien Sie gespannt. Es lohnt sich.

Ilona Rau

Ein Tusch dem Meister

Zum 75. Geburtstag von Günter Baby Sommer

Foto: G. Sommer

Vorweg gesagt: Die Stadt Radebeul kann sich glücklich schätzen, so einen Meister des Schlagwerks als Bürger zu wissen. Günter Baby Sommer ist einer der wenigen Weltstars, der in der Kultur- und Weinstadt zu Hause ist. Auf der Wilhelmshöhe fand der Musiker vor über zwei Jahrzehnten seine neue Soundschmiede – und einen Ruhepol neben dem ganzen Touralltag. Regelmäßig rollt sein Bus bis heute durch ganz Europa, immer gut gefüllt mit allerhand Drums und Percussion. Er ist ein gefragter Mann in der Musikwelt, spielt mit jungen sowie mit etablierten Musikerkollegen aus nahen und fernen Ländern. Musik verbindet – so auch bei Baby Sommer, der schon immer ein Bindeglied zwischen den Künsten ist. In der Literatur-, Theater- und natürlich Musikwelt, überall kennt und schätzt man ihn. Über 125 Tonträger, Zusammenwirken mit Günter Grass, Wolf Biermann, Nora Gomringer oder Alexander von Schlippenbach, um nur einige zu nennen, sind uns gut in Erinnerung und »grooven« immer noch im Ohr.

Der Musiker bleibt ein junggebliebener Klangforscher. Sobald er die Bühne betritt, begibt er sich in den freien Lauf der Improvisation, um im nächsten Moment in den Beat zurückzukehren. Sein Proberaum gleicht einem Labor voller Schlagwerk aus aller Welt, welches darauf wartet, immer wieder neu kombiniert zu werden. Doch was wäre ein kraftvoller Künstler und großer Musiker ohne die Unterstützung seiner Frauen und Musen? An dieser Stelle gilt es, Mutter Erna und seine Frau Katharina zu nennen. Beide sind nicht nur bei seinen Events dabei. Die eine als Gast, die andere ab und an als Mitmusikerin, beide engagieren sich auch darüber hinaus und sorgen auch für die herzliche Atmosphäre auf dem Hofe Sommer. Nicht ohne Grund ist Baby noch vielen ehemaligen Schülern bis heute verbunden: Steffen Roth, Christian Lillinger oder Demian Kappenstein sind zuweilen Gäste des Hauses. Zudem trifft der Meister auch immer wieder musikalisch auf sie. In guter Erinnerung blieb das Zusammentreffen von Schüler und Lehrer 2016 im Rahmen der ersten Ausgabe des Jazzfestivals XJAZZ Edition Radebeul. Günter Sommer und Demian Kappenstein zauberten dort eine besonders vielfältige Klangwelt in der Lutherkirche Radebeul. So ist er es auch als Festivalschirmherr, welcher jährlich internationale Künstler im Rahmen des Festivals bei sich beherbergt und somit auch eine Brücke zwischen Radebeul und der Welt schlägt.

Abschließend soll noch eines erwähnt sein, an das vielleicht nicht jeder sofort denkt, wenn man vom Musiker liest: Günter Sommer ist schon immer politisch interessiert und engagiert gewesen. Einen guten Einblick in diese Arbeit bildet das Kommeno-Projekt. Zudem verschließt er sich nicht der Zusammenarbeit mit jungen Kollegen, wie zum Beispiel der Konzertagentur Dynamite Konzerte – auch wenn die Auffassungen wohlgemerkt sicherlich manchmal unterschiedliche sein mögen.
In diesem Sinne, weiter so! Bleib vielfältig, streitbar und sei definitiv als Mensch kein Solist! Alles Gute, Günter Baby Sommer, zum 75. Geburtstag am 25 August!

Björn Reinemer

 

Schätze, dem Himmel so nah!

Historisch bedeutsame Funde im Turmknopf der Friedenskirche

Foto: S. Graedtke

Schon seit Monaten ragt weit sichtbar der eingerüstete Turm der Friedenskirche ins Land. Umfangreiche und längst überfällige Sanierungen erfolgen derzeit nach jahrelanger Vorbereitung am Außenbau. Ein sprichwörtlicher Höhepunkt in 47m war im Zuge dieser Arbeiten die Abnahme des Turmkreuzes mit der darunter befindlichen Turmkapsel. Nicht selten bergen jene über die Zeiten hinweg ungeahnte Geheimnisse, welche von kirchen- und stadtgeschichtlicher Bedeutung sein können. Die letzte Einsicht liegt mit den Renovierungen von 1962/63 immerhin bereits über ein halbes Jahrhundert zurück.
Was für ein erhebender Moment mag es daher eine Woche vor Pfingsten für die Anwesenden, darunter federführend Pfarrerin Annegret Fischer und Restauratorin Christina Nehrkorn-Stege wohl gewesen sein, der Öffnung von zunächst zwei von insgesamt drei versiegelten Kassetten beizuwohnen. Die Spannung war sicher groß, auch wenn eine Inhaltsliste aus den 1960er Jahren im Kirchenarchiv vorlag.
Wie erwartet traten, insbesondere aus den frühen Zeiten, zahlreiche handschriftliche Dokumente zutage. Sie wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Radebeuler Stadtarchiv sachkundig gesichtet und dokumentiert. Aufgrund der in den letzten Jahren gewonnenen technischen Möglichkeiten, konnten dort

Blick in den Luthersaal mit den ausgebreiteten Fundstücken Foto: S. Graedtke

alle relevanten Autographe umfänglich digitalisiert werden, sodass sie der Nachwelt auch in diesem Medium erhalten bleiben. Dies ist insbesondere für die weitere wissenschaftliche Aufarbeitung interessant, da die oft nur schwer lesbaren Originaltexte einer geduldigen Transkription bedürfen. So gesehen bleibt auch uns Zeitgenossen manches schriftlich verfasste Detail zunächst auf Weiteres verschlossen. Immerhin geben die mit Initialen oft reich verzierten Deckblätter der Niederschriften zumeist über Autoren, Inhaltsangaben oder Jahreszahlen hinreichend Auskunft.

Kassette von 1746 Foto: S. Graedtke

Am 18. August wurden schließlich alle aufgefundenen Dokumente im Luthersaal der Friedenskirche der interessierten Öffentlichkeit – gemessen an einem Menschenleben durchaus einmalig! – zugänglich gemacht. Auf mehreren Tischen wurden die Kassetten platziert und ihre jeweiligen Fundstücke nummeriert nach ihrer Einlage aufgereiht. Ausgelegte Inhaltsverzeichnisse machten eine Übersicht und Zuordnung leichter. Die eintägige Ausstellung erlebte nach Öffnung am Vormittag regen Andrang, war über Mittag dann überschaubar, bis schließlich die an diesem Tag von kultureller Station zu Station wandernden Radebeuler vom „Bürgertreff“ kurz vor Toresschluss mit ihrem letzten Programmpunkt den Saal stürmten. Wer den Weg also nicht scheute, konnte sich über ein Schriftkonvolut aus über dreieinhalb Jahrhunderten einen Überblick verschaffen und in sich so in unterschiedlichste Zeitschichten vertiefen.

Älteste Handschrift von 1656 Foto: S. Graedtke

Im Rahmen des Gottesdienstes am 25. August werden die Kassetten vor der Gemeinde präsentiert und neu bestückt, um schließlich am 1. September an seinen angestammten Platz an der Spitze des Turms zurückzukehren.
Im Folgenden lohnt es sich, etwas genauer über den Inhalt der drei Kassetten zu berichten. Insgesamt beherbergen sie etwa einhundert gezählter Posten, auf die an dieser Stelle nur stichpunktartig eingegangen werden kann. Die zeitliche Abfolge aller Schriften steht nicht zuletzt im festen Zusammenhang mit den Arbeiten und Umbauten an Kirche und Turm in den Jahren 1746, 1834, 1885, 1912, und 1962.

Fundstücke aus der mittleren Kassette von 1834 Foto: S. Graedtke

In seiner wechselvollen Geschichte, die bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhundert zurückreicht, war die Zerstörung des Gotteshauses während des Dreißigjährigen Krieges durch schwedische Truppen im Jahr 1637 die letzte dramatische Zäsur. Schon im selben Jahr erfolgte durch Landbaumeister Ezechiel Eckhardt und großzügig gefördert durch Kurfürst Johann Georg I. der Wiederaufbau. Während dieser Zeit, seit 1623, war Augustin Prescher (1593-1675) Pfarrer der Kirche, der schließlich über 50 Jahre dem Ort sein Gepräge geben sollte. Von überregionaler Bedeutung ist, dass Prescher 1645 in Kötzschenbroda Gastgeber für die Friedensverhandlungen zwischen Sachsen und Schweden war. Eine Denkschrift aus seiner Feder, datiert vom 25.9.1656 dokumentiert den 20 Jahre währenden Wiederaufbau der Kirche. Sie zählt zum ältesten und wohl kostbarsten Fundstück. Eine weitere Denkschrift vom 22.9.1699 ist mit der Unterschrift von Georg Friedrich Köhler versehen.
Warum die mit Abstand beiden ältesten Schriftzeugnisse in der dritten Kassette mit den „neuesten“ Unterlagen aus der Zeit zwischen 1884 und 1962 völlig zeitfremd verbracht wurden, muss ein Rätsel bleiben.

Fundstücke aus der großen Kassette von 1886 Foto: S. Graedtke

Auf der ersten und weitaus kleinsten Kassette, kaum größer als eine Postkarte, ist im Deckel die Jahreszahl 1746 eingestanzt. In ihr befanden sich 12 Posten mit Münzen und Handschriften zu unterschiedlichen Themen. So u.a. ein Bericht über den Friedensschluss zwischen Preußen und Ungarn, …, eine Liste über Getreidekosten in Dresden oder Reparationszahlungen. Zudem wird auch das trockene Wetter erwähnt. Erwähnenswert ist ferner eine gebundene Zeitschrift mit dem blumigen Titel: „Genealogisch-historische Nachrichten von den Allerneusten Begebenheiten, welche sich an den Europäischen Höfen zugetragen worinn zugleich Vieler Standes-Personen und anderer Berühmter Leute Lebens-Beschreibungen vorkommen, als eine Fortsetzung des Genealogisch Historischen Archivarii“.
Die zweite Kassette, in der Größe eines schmalen und überhöhten Schuhkartons, mit über 40 Einzelposten aus den Jahren zwischen 1812 und 1834 gefüllt, stammt von Sanierungsarbeiten aus dem Jahr 1834. Als zentrale Gestalt ist hier Pfarrer Johann Gottlob Trautschold (1777-1862) zu nennen, der sich in zahlreichen Denkschriften und im Rahmen anderer Feierlichkeiten umfassend verewigte. Ferner sind u.a. Münzen, Meißner Gemeinüziges Wochenblatt von 1827, Dresdner Anzeigen von 1812, Predigten u.a. zur Taufe und Ernte, Jubelfeiern, „Zum festlichen Empfang der neuen Glocken“ 1834 oder eine Chronik der Stadt Dresden und ihrer Bürger in 15 Heften zu nennen.
Wann die dritte, jüngste und zugleich größte Kassette erstmalig Verwendung fand, ist nicht mit Gewissheit zu sagen. Sie enthält mit etwa 50 Einzelposten von 1862 bis 1962, bis auf die o.g. beiden Ausnahmen, die meisten Dokumente. Der umfassenden Verbreitung drucktechnischer Erzeugnisse im 19. Jahrhundert folgend, waren hier weitgehend publizierte Hefte, Blätter und Fotos in ungeordneter Reihenfolge zu finden. Stellvertretend seien genannt: Adressbuch von Kötzschenbroda 1883, Denkschrift für den Turmknopf zu Kötzschenbroda vom 6. August 1885, Bild vom Turm mit Gerüst/ Umbau des Turmes 1886, Fotopostkarte zum Besuch von König Friedrich August in der Kirche zu Kötzschenbroda am 4. Mai 1908, Programm des Weihnachtsoratoriums von 1960, Leitung Kantor Hoch, Abschrift: Gutachten zur Erneuerung der Kirche, gez. Dr. Magirius.
Und die Geschichte geht weiter. Eine neue, vierte Kassette wird mit lebendigen Grüßen unserer Tage, so von Pfarrern, Gemeindemitgliedern, Bürgern und Broschüren für kommende Generationen befüllt. Wohl wissend um die Inflation des gedruckten Papiers und in Bewahrung der individuellen Handschrift jetzt wieder weitgehend mit persönlich notierten Gedanken.
Die erste Ausgabe vom Mai 1990 und das aktuelle Heft von „Vorschau & Rückblick“ gehen auch auf die Zeit-Reise. Wo wären sie denn auch besser aufgehoben – als dort oben?

Sascha Graedtke

Buchbesprechung:

„Zauberhaftes Radebeul – Silhouetten der Wein-, Villen- und Gartenstadt“

Bereits an anderer Stelle hatte ich meiner Freude Ausdruck verliehen, dass es jetzt, verglichen mit der Zeit vor 1990, so viele Bücher über Radebeul gibt – und nun gibt‘s noch eins! Seit ein paar Wochen ist das im Husum-Verlag erschienene Buch im handlichen Mittelformat (H= 20,5cm, B= 21,5cm, 118 Seiten) vom Radebeuler Autor Jürgen Helfricht da und ich darf mir ein paar Gedanken dazu machen.

Bild: Repro D. Lohse


In Bildern und Texten werden die Schauseiten der Stadt Radebeul, geschichtlicher Ursprung, hiesige Kunst und bauliche Entwicklung sowie ein paar Radebeuler dargestellt – Industrie wird nur ansatzweise erwähnt, Sport in Radebeul gar nicht. Gut, ein Autor muss bei der Überschrift „Zauberhaft“ sein Thema ja abgrenzen. Es handelt sich also um eine weitere Publikation, die sich in erster Linie an Gäste, die Radebeul besuchen und Radebeuler wendet, die für nicht hier lebende Freunde ein kleines Geschenk suchen.

Dieses Ziel wird meines Erachtens erreicht. Besser vielleicht sogar, als das vom selben Autor bereits 2014 herausgegebene Büchlein „Kleines Radebeul – ABC“, besser vor allem deshalb, weil hier ein größeres Format für die Bilder möglich ist. Kurz gesagt, ist das „Zauberhafte Radebeul“ die große Schwester des „Radebeul – ABC“. Da Herr Helfricht rationell arbeitet, erkennen wir, dass in beiden Büchern Bild- und Textteile gleichermaßen wiederverwendet werden. Der Autor nutzt nun aber auch die Gelegenheit, neue Bilder zu zeigen, die 2014 so noch nicht existierten, wie z.B. den neu gestalteten „Bilz-Platz“ (Augustusweg / Eduard-Bilz-Straße).

Kritisch anmerken möchte ich den Bildtext zur Abb. auf Seite 41, wo die Himmelsrichtung verwechselt wurde. Es handelt sich um einen Blick auf den Westen von Radebeul, denn man sieht Teile von Niederlößnitz und Kötzschenbroda und nicht auf den Osten! Auf Seite 60 ist der vor etwa 10 Jahren durch die Stadtverwaltung Radebeul wieder hergerichtete Pavillon in der Pestalozzistraße dargestellt, er gehört heute zur Adresse Pestalozzistr. 3 (Nr. 5 könnte eine frühere Zuordnung gewesen sein). Herr Helfricht zeigt auf Seite 79 das Rathaus von Süden, so wie es die Lichtverhältnisse am leichtesten zulassen. Interessanter wäre aber m.E. die Straßenansicht, also die Schauseite gewesen, da hätte der Fotograf etwas früher aufstehen müssen, ca. 8 Uhr. Die Rücktitelgestaltung finde ich grafisch – ein Bildmosaik mit z.T. schiefen Einzelfotos – nicht so gut, hier wäre eine Straffung, bzw. nur ein Foto sicherlich besser gewesen.

Wenn ich oben feststellte, dass sich das Buch auch an internationale Touristen wenden will, so ist es schade, dass nur deutsche Texte zu finden sind. Zumindest ein dreisprachiger (neben Deutsch eventuell noch Englisch und Französisch) Kurztext als Vorspann wäre da gut gewesen.

Dass der Autor die Kulturdenkmale der Stadt Radebeul in großer Breite dargestellt hat, einschließlich seines Hauses, fand ich aber gut und ich möchte keinesfalls zu viel kritisieren. Dürfen wir von Herrn Helfricht in Zukunft vielleicht noch ein Werk erwarten? Das müsste dann ein großer Bildband über Radebeul werden, größer als das heute vorgestellte Buch zu 17,95 €. Dann könnte er alle Preiskategorien bedienen, doch in Sachen Marktwirtschaft muss ich ihn sicherlich nicht belehren.

Ich kann das Buch „Zauberhaftes Radebeul“ unseren Lesern jedenfalls sehr empfehlen.

Dietrich Lohse

Hobby: Winzer

Aus der Rede zur Ausstellungseröffnung in der Hoflößnitz am 1. Juli

»Wein und Hobby passen nicht zusammen«, stand im April letzten Jahres als große Überschrift in der Sächsischen Zeitung. (…) Dass der seinerzeitige Vorstandsvorsitzende des Sächsischen Weinbauverbandes die Bezeichnung »Hobbywinzer« als nicht mehr zeitgemäß empfand, hatte mit dem sogenannten »Weinskandal« von 2016 zu tun und mit der übertriebenen Sorge davor, dass Hobby zu sehr nach »al gusto« klingt. Dabei meint der Anglizismus doch nichts anderes als, laut Duden, eine »Beschäftigung, der man aus Freude an der Sache und zum Ausgleich für die Berufsarbeit in seiner Freizeit nachgeht«. Der stattdessen präferierte Begriff »Nebenerwerbswinzer« mag besser in unsere Zeit passen, aber ohne Freude an der Sache und ihrem Ergebnis wird sich kaum einer der Kleinwinzer dieser anspruchsvollen Arbeit widmen, die sommers wie winters keinen Aufschub duldet und bei der auch der Amateur in gewissem Sinne Profi sein muss. Nebenerwerb und Hobby gehören also zusammen.

Sylvia Preißler mit Hobbywinzer Dietmar Krause bei der Ausstellungseröffnung
Foto: F. Andert


Für eine große Ausstellung über die Geschichte der Sächsischen Winzergenossenschaft haben wir hier im Museum gegenwärtig weder den Raum noch die Objekte. Außerdem ist gegenwärtig in der Weinerlebniswelt am Bennoweg 9 in Meißen-Zscheila, wo die Genossenschaft seit 1946 ihren Sitz hat, eine entsprechende Schau zu sehen. Zur Frühgeschichte nur einige wenige Fakten: Ihre Gründung fand am 9. Mai 1938 hier in der Hoflößnitz statt. (…) Die Basis war aber schon in den vorangegangenen 25 Jahren gelegt worden, als durch die Rebschul- bzw. Weinbauvereine zunächst in Meißen und der Lößnitz Schritt für Schritt an der Wiederaufrebung vieler infolge des Reblausbefalls brach liegender Weinberge gearbeitet wurde. Dass sich aus den hier geernteten Trauben hervorragende gebietstypische Weine erzeugen ließen, hatte Carl Pfeiffer seit den 20er Jahren demonstriert. Doch wenn man sich die Preislisten der großen Dresdner Weinhandlungen noch aus den 30er Jahren anschaut, sind sächsische Weine dort entweder gar nicht oder nur unter »ferner liefen« zu finden. Der Markt war besetzt und der Traubenverkauf für kleinere Erzeuger ohne eigene Kellerei schwierig und wenig lukrativ. In dieser Situation erschien es nur folgerichtig, auf das in anderen deutschen Anbaugebieten seit langem bewährte Rezept der genossenschaftlichen Organisation eines gemeinsamen Kellereibetriebes zurückzugreifen.

Aus der Presseberichterstattung über die Gründung der Sächsischen Winzergenossenschaft 1938 geht hervor, dass zumindest anfangs die Idee bestand, ihre Kellerei in der Hoflößnitz einzurichten, wo ausreichend große Keller aber noch gar nicht zur Verfügung standen. Mit Carl Pfeiffer als Geschäftsführer und Oberbürgermeister Severit als Aufsichtsratsvorsitzendem waren auch die Führungspositionen der Genossenschaft in den Anfangsjahren von Radebeulern besetzt. Aufgebaut wurde die Genossenschaftskellerei dann in der ehemals Bergeschen Weinhandlung in Radebeul-Zitzschewig. Die ersten Jahre waren neben dem Kriegsausbruch durch schlechte Ernten und zwei hochwasserbedingte Überflutungen der Kellereiräume überschattet, was 1942 zum Umzug nach Meißen führte. (…)

Blick in die aktuelle Fotoausstellung
Foto: F. Andert


Überleben konnte das defizitäre Projekt nur dadurch, dass sich die teils schon seit Jahrzehnten in Meißen, Radebeul, Seußlitz und Weinböhla bestehenden Weinbauvereine im Frühjahr 1943 auflösten und ihre Mitglieder geschlossen der Genossenschaft beitraten. Diese zweite Gründung, aus der genau heute vor 75 Jahren die »Weinbaugenossenschaft Sachsen« hervorging, hatte mit anfangs 345 Mitgliedern eine genügend breite Basis, um die Umbrüche der folgenden Jahre zu überstehen, und passte dann – unter anderen Vorzeichen – auch bestens zu der von der DDR-Führung seit den 50er Jahren propagierten Neuorganisation der gesamten Landwirtschaft nach genossenschaftlichem Modell. (…)

Die Gründergeneration der Genossenschaft bestand in der Tat hauptsächlich aus »Nebenerwerbswinzern«, die in schlechten Zeiten auf die wirtschaftliche Nutzung des ihnen zur Verfügung stehenden Landes angewiesen waren. Die Aktivitäten der vor dem Ersten Weltkrieg in der Lößnitz und in Meißen gegründeten Weinbauvereine und die Winzerlehrgänge, die Carl Pfeiffer seit Anfang der 20er Jahre regelmäßig hier in der Hoflößnitz veranstaltete, zielten ja in erster Linie darauf, dass sich die Mitglieder und Teilnehmer durch den Weinbau ein Zubrot verdienen konnten.

Als die Genossenschaft längst (…) zum größten und schließlich, in Kooperation mit dem Volkseigenen Weingut Radebeul, zum einzigen großen Produzenten von Elbtalwein geworden war, ließ sich der wachsende Durst der Sachsen nach diesem heimischen Kulturgut aber noch immer nicht annähernd stillen. Für Weinfreunde aus der Region, die den als »Bückware« gehandelten Meißner Wein trinken wollten, gab es nur ein sicheres Mittel, um daranzukommen: Sie mussten Feierabend- oder, auf »Neudeutsch«, Hobbywinzer werden und der Genossenschaft beitreten.

Helmer Pardun fasst diese aus der Mangelwirtschaft geborene Entwicklung des neuen Hobbywinzertums in seinem Büchlein »Meißner Wein – Qualität von Anfang an« von 1996 treffend zusammen: »Mitte der 60er Jahre begann im Elbtalweinbau der damaligen DDR aus arbeitstechnischen und wirtschaftlichen Überlegungen heraus die Parzellierung von Anbauflächen und deren Vergabe an Feierabendwinzer. Vor allem die Aufrebung und Bearbeitung von für größere Landmaschinen unzugänglichen Steil-, Hang- und Terrassenlagen wurde nach 1970 an Kleinwinzer übergeben […]. Heute ist der sächsische Weinbau ohne seine rund 2.600 Feierabend-, Freizeit- und Hobbywinzer nicht mehr vorstellbar. Zwar gibt es im bestimmten Anbaugebiet Sachsen noch einige wenige Weinbaubetriebe, die Traubenerzeugung haupt- oder nebenerwerblich als wirtschaftliche Grundlage betreiben, aber der größte Teil der derzeit rund 325 Hektar Weinbaufläche wird von Hobbywinzern bearbeitet. Für sie ist die Traubenerzeugung keine Einnahmequelle. Sie wollen vielmehr mit dem Erlös aus dem Verkauf ihrer Trauben die anfallenden und laufenden Kosten im Weinberg decken […] und mit dem Rückkauf von Wein zu günstigen Bedingungen den eigenen Bestand im Keller bewahren.«

Die Zeiten haben sich geändert. Dass der sächsische Wein hierzulande als besonderes Kulturgut begriffen und geschätzt wird, hat zwar weiter zu einem nicht geringen Teil mit der nach wie vor großen Gruppe der Hobbywinzer zu tun, die aus eigener Erfahrung wissen, welche Arbeit in jeder Flasche steckt. (…) Inzwischen ist der sächsische Weinbau durch die vielen, oft aus dem Hobby geborenen Neugründungen von Weingütern – zumindest theoretisch – aber auch ohne die Hobbywinzer vorstellbar. (…) Dass die Gesamtzahl der sächsischen Winzer in einem Jahr um ein Zehntel schrumpft wie laut amtlicher Statistik von 2016 auf 2017, hat es vermutlich seit der Reblaus nicht mehr gegeben. (…) Passen Weinbau und Hobby heute, wo es Meißner Wein heute überall gibt, freie Zeit dagegen zur Mangelware geworden ist, vielleicht wirklich nicht mehr zusammen?…

Sylvia Preißler, deren Arbeiten wir in den kommenden Wochen hier im Galerieraum des Museums zeigen, (…) hat andere Hobbys: den Umwelt- und Naturschutz und, seit langem schon, die Fotografie. Eines ihrer jüngsten Fotoprojekte war einer bedrohten regionalen Spezies gewidmet: dem gemeinen Hobbywinzer. Mitten im Herzen unserer Weinbaukulturlandschaft hat sie am Hang zwischen dem ehemals Carl Pfeifferschen »Wächterberg« in Radebeul-Naundorf und der Zitzschewiger »Wettinshöhe« ein in vielerlei Hinsicht typisches Exemplar dieser Gattung aufgespürt und über Jahre in dokumentarischer Absicht mit der Kamera begleitet. (…) Der besondere Reiz, die Mühen und Freuden des Hobbywinzertums im Wandel der Jahreszeiten, das Natur- und Kulturerlebnis im Weinberg (…) sind in diesen Bildern überzeugend und mit künstlerischem Blick eingefangen. Vielleicht lässt sich der eine oder andere unserer Besucher, der den sächsischen Wein bisher nur aus der Flasche kennt, ja vom Reiz dieser Fotos anstecken. Die sächsischen Hobbywinzer brauchen dringend Nachwuchs.

Frank Andert

Die Kabinettausstellung »Hobby: Winzer. Ein Jahr im Weinberg« mit Fotos von Sylvia Preißler ist noch bis 26. August im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz, Knohllweg 37, in Radebeul zu sehen, geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Radebeuler Begegnungen

Exkursion von der Oberlößnitz nach Kötzschenbroda am 18. August 2018

Nunmehr zum achten Male setzen sich Radebeuler in Bewegung, um Radebeuler kennen zu lernen. Auf den Tag genau vor 17 Jahren, hatte die erste Expedition 2001 von Kötzschenbroda nach Wahnsdorf geführt. Die Bergbewohner bereiteten den Talbewohnern damals einen so herzlichen Empfang, dass die Teilnehmer der Meinung waren, es müsse unbedingt eine Fortsetzung geben. Seitdem wurden in loser Folge alle Radebeuler Ursprungsgemeinden von Radebeulern freudig inspiziert. Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung gesellten sich hinzu.

Eine Besonderheit der diesjährigen Begegnung wird die fachkundige Führung in doppelter Besetzung sein. Der Freizeithistoriker Hans-Georg Staudte, welcher die Expeditionen von Anbeginn ortskundig begleitet hat, erhält Unterstützung durch den Historiker Frank Andert, der die Veranstaltungsreihe ab 2020 mit einem jungen Team weiterführen wird.

Bärbel Kuntsche »Auszugshaus in Altkötzschenbroda« 2018, (Heimatstube Radebeul) Tuschezeichnung Repro: Stadtgalerie

Die Expedition beginnt auch diesmal, wo sie zuletzt endete. Treffpunkt ist die Wachsche Villa, heute Geschäftsstelle der Kinderarche Sachsen, Augustusweg 62. Nach der Begrüßung durch die Oberlößnitzer wird ein kleiner Startimbiss gereicht. Unterwegs gibt es vieles mitzuteilen über geschichtliche Ereignisse, heitere Episoden, gelungene Sanierungen, kühne Zukunftspläne und geheimnisvolle Turmkapseln. Die Expeditionsteilnehmer erfahren, wo sich in Kötzschenbroda Galgenberg und Hühnertunnel befunden haben. Auch das Museum im Rucksack wandert wieder mit. Die Route führt vorbei an Villen, Plattenbauten, Bauernhöfen, Kirchen, Museen, Denkmälern, Kunstobjekten, Schmuckplätzen und Parkanlagen. Erinnert wird an Persönlichkeiten wie Friedrich Eduard Bilz, Karl May, die Gebrüder Ziller, Augustin Prescher, Isolde Klemmt und Karl Reiche, die in Radebeul bemerkenswerte Spuren hinterließen.

Beim Überschreiten der Gemeindegrenze zwischen Serkowitz und Kötzschenbroda übergeben die Oberlößnitzer den Staffelstab, und die Ankömmlinge werden traditionell mit Brot und Salz, Wasser und Wein empfangen. Danach ist es nicht mehr allzu weit. An einer reich gedeckten Kaffeetafel im Innenhof der Kulturschmiede, Altkötzschenbroda 21 klingt die Exkursion gesellig aus. Schaulustige und Wissbegierige können sich danach ins Land der Phantasie begeben oder in der Heimatstube Kötzschenbroda Dokumentationen von den vergangenen Radebeuler Begegnungen sowie von der Einweihung des ersten sanierten Gebäudes in Altkötzschenbroda vor 25 Jahren anschauen.

Die komplette Route wird im Programmflyer ausführlich beschrieben, welcher ab August in der Tourist-Information und den Radebeuler Kultureinrichtungen erhältlich ist.

Karin (Gerhardt) Baum

am 18. August 2018 von der Oberlößnitz nach Kötzschenbroda
Strecke: 6 km, Zeitdauer: 6 Stunden

DIE STATIONEN im Überblick
10.00 Uhr Treffpunkt in der Oberlößnitz, Kinderarche (ehem. Wachsche Villa)
>Begrüßung durch die Oberlößnitzer und das Organisationsteam
>Vorstellung der Stadtführer Hans-Georg Staudte und Frank Andert
sowie der Leiterin des Rucksackmuseums Karin Baum
>Kleine Stärkung auf den Weg
10.15 Uhr Aufbruch der Expedition
>unter kundiger Führung während der gesamten Strecke
10.30 Uhr Eduard-Bilz-Platz mit „Nymphe“ und Trinkbrunnen
>Gespräch mit Wolfgang Hentsch und Anwohnern
11.00 Uhr ehem. Alvslebenplatz, Figurengruppe mit „Bacchanten“
>Kurzvortrag von Hans-Georg Staudte und Frank Andert
11.30 Uhr Neues Gemeindehaus der Lutherkirche
>Rundgang mit Christof Heinze
12.00 Uhr Karl-May-Museum
>Rundgang mit Dr. Christian Wacker
12.30 Uhr Karl-May-Hain
>Rundgang mit Heike Funke und Sebastian Fauck
>kleine Erfrischung
13.30 Uhr OS Radebeul-Mitte
>Historisches Schulgebäude, Kurzvortrag von Hans-Georg Staudte
und Frank Andert
>Sanierter Plattenbau, Rundgang mit Monika Hornuf
14.30 Uhr Gemeindegrenze Serkowitz/Kötzschenbroda
>Übergabe des Staffelstabes von den Oberlößnitzern an die Kötzschenbrodaer
>Empfang der Ankömmlinge mit Brot und Salz, Wasser und Wein
15.15 Uhr sogenannter „Galgenberg“ am Gottesacker
> Kurzvortrag von Hans-Georg Staudte und Frank Andert
15.30 Uhr Friedenskirche
>Kirchhof, Sandsteinplastik “Chronos und die Trauernde“,
Kurzvortrag von Hans-Georg Staudte und Frank Andert
>Luthersaal, Ausstellung des Inhaltes der geöffneten Turmkapsel,
Gespräch mit Annegret Fischer
16.00 Uhr Kulturschmiede mit Kulturamt, Stadtgalerie und Heimatstube
>Kaffeetafel auf dem Innenhof
>individueller Besuch der Ausstellungen „Sieben Radebeuler Begegnungen“,
„Indianerland“, „25 Jahre erstes saniertes Gebäude in Altkötzschenbroda“

 

Kommen und Gehen ist jederzeit möglich!
Gemeinden: Oberlößnitz, Radebeul, Serkowitz, Kötzschenbroda

Radebeuler Begegnungen
unter Schirmherrschaft des Radebeuler Bürgermeisters Bert Wendsche

Kontakt: SG Kunst- und Kulturförderung
galerie@radebeul.de, 8311-600, 0160-2357039

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