ZEIT-Geist-Fragen 3

Die da oben und die da unten…

Schachspieler wissen am ehesten, was eine Demarkationslinie ist. Unter den vier Siegermächten, die Deutschland nach dem 2. Weltkrieg aufteilten, erreichte der Begriff eine ähnliche strategische Bedeutung, doch eine weit größere und langwierigere Dimension.

Wann allerdings die Radebeuler »Demarkationslinie« entstanden sein soll, bleibt im Dunklen verborgen. Und selbst die unzähligen bisherigen Namenspatrone der einstigen und heutigen Meißner Straße sind heute nicht mehr zu befragen. Nicht jener uniformierte Diktator und selbsternannte »Führer«, nicht »Väterchen Stalin« und auch nicht der greise 1. Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, dessen Namen die Straße bis 1989 trug.

Glaubt man aber nun den beiden forschen ZEIT-Journalisten, dann wohnt das Radebeuler Bettelpack unterhalb dieser Straße und der Radebeuler Geldadel oberhalb. Das zu wissen scheint zweifellos unverzichtbar, will man ein Radebeuler Lebensgefühl richtig beschreiben. Glaubt zumindest die ZEIT! Ob deren Mitbegründerin Gräfin von Dönhoff oder Altkanzler Helmut Schmidt die gewählte Herangehensweise wirklich toleriert hätten bzw. haben, sei dahingestellt. Ebenso die Hoffnung der Schreiber, dass ihrem Glauben auch die Radebeuler folgen werden. Normalerweise müsste nach Veröffentlichung dieses Artikels längst das große Umziehen im Gange sein. Denn welcher Manager, Banker oder Immobilienmakler lässt sich schon gern in die eine Kategorie einordnen, wo er doch glaubt, längst zur anderen zu gehören.

Erstaunlicherweise aber rollen noch immer keine Umzugs-LKW. Daher muss zur Ehrenrettung vieler wohlhabender Neuradebeuler wohl gesagt werden, dass es ihnen vollkommen schnuppe ist, ob sie nun direkt unterhalb der Weinberge oder in der Nähe des Elbufers leben. Beides hat sowohl Vor- wie Nachteile. Und daran kann die Bezeichnung »Demarkationslinie« rein gar nichts ändern. Es sei denn, die oben ziehen irgendwann mal entlang der »Meißner« einen Stacheldrahtzaun und hängen daran Schilder auf mit Mahnungen wie »Zutritt nur mit Einkommensnachweis bzw. Kontoauszug ab 1 Million € aufwärts!«. Dann wäre der soziale Friede endlich fest zementiert, der Begriff »Demarkationslinie« rechtens und Ausreden zählten ab sofort nicht mehr.

Um solche Missverständnisse von vornherein auszuschließen, haben sich die ZEIT-Journalisten in ihrem Beitrag selbstverständlich auf die »üblichen Verdächtigen« konzentriert: einen Luxusimmobilienhändler, einen cleveren Schlossbesitzer als Vermieter und eine Autohausbesitzerin, deren unterste Preisklasse bei ca. 150.000,– € liegt. Sehr ausführlich kommen also vor allem jene zu Wort, deren Wege zum Wohlstand meist ziemlich unangenehm duften. Nicht hinein in die weitere Aufzählung gehört der jetzige Besitzer von Hohenhaus, weil der in Radebeul längst heimisch geworden ist und sich auch entsprechend einbringt. Dass die Kommunalpolitik durch den amtierenden OB zu Wort kommt, entspricht sozusagen einem ganz normalen Akt der Höflichkeit. Zum echten Härtefall aber wird das beschriebene Leid einer zugunsten einer Luxussanierung aus ihrer Wohnung vertriebenen Altradebeulerin. Wo aber bleibt die Recherche der ZEIT-Journalisten beim und über den Vertreibenden, jenen Luxussanierer nämlich. Weil gerade darauf die Antwort fehlt, wirkt die beschriebene Tragik wie ein ziemlich hilfloser Versuch, die eigentliche Tendenz dieser Radebeul-Beschreibung zwanzig Jahre nach Mauerfall und Wiedervereinigung zu verschleiern. Eine Tendenz, die den Neid fördert und damit dem sozialen Unfrieden Tür und Tor öffnet. Im Übrigen suchte das Journalistenteam auch einen Radebeuler Kunstpreisträger und engagierten Denkmalschützer auf. Der stellte vor seine Antwort die Gegenfrage: »Wie sind Sie auf Radebeul gekommen?« Worauf man einen Moment herumdruckste, um dann in aller Schlichtheit zu erwidern: »Der FOCUS hat über Radebeul geschrieben, da wollten wir das auch mal tun!« Das jedenfalls war wirklich eine ehrliche Antwort.

W. Z.

[V&R 2/2010, S. 13f.]

100 Jahre Vor|Stadt|Geschichte – Die Lößnitz 1835-1935

1835 war die Lößnitz eine vom heraufziehenden Fortschritt praktisch noch unberührte Weinbaulandschaft, in der sich acht alte Dörfer und Dörfchen und ein paar Dutzend Weingüter malerisch verteilten. Radebeul gehörte eher zu den Dörfchen. Unbestrittener Hauptort war der Marktflecken Kötzschenbroda mit frisch renovierter alter Kirche, zweieinhalb Stunden von Dresden entfernt.

Im gleichen Jahr wurde die »Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie« gegründet. Der Bau dieser ersten deutschen Ferneisenbahnstrecke, von der die Lößnitz das Glück hatte, durchschnitten zu werden, und die sächsischen Reformen jener Jahre – u.a. ist da die Einführung der kommunalen Selbstverwaltung auch auf dem Lande durch die Gemeindeordnung von 1838 zu erwähnen – läuteten eine Zeit tief greifender Veränderungen ein. Hundert Jahre später war die Vereinigung der Lößnitzgemeinden zur »Industrie- und Gartenstadt« Radebeul vollzogen. Dieses »neue Radebeul« hatte mehr Einwohner als heute und achtmal so viele wie die Lößnitz 1835.

Bei der Ausstellungseröffnung am 8. Januar 2010 (Foto K. Gerhardt)

Die goldenen Jahre des »Sächsischen Nizza« waren zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses von Kötzschenbroda mit Radebeul am 1. Januar 1935 schon wieder Geschichte. Diese goldene Ära hatte etwa mit der Reichseinigung 1871 begonnen und bis zum Ersten Weltkrieg gedauert. Es war die Periode des Baubooms und der Industrialisierung, die Blütezeit des Kurbetriebs, des Fremdenverkehrs und des bürgerlichen Vereinswesens in der Lößnitz. Damals entstanden die neuen städtischen Kerne von Kötzschenbroda und Radebeul (ohne dass diese Gemeinden zunächst irgendwelche städtischen Ambitionen hegten). Damals wurde die grundlegende Infrastruktur der öffentlichen Daseinsvorsorge geschaffen, die großen Schul- und die schönen Rathäuser gebaut.

Mitten in dieser Zeit wurde auch der Wunsch nach Vereinigung mehrerer, wenn nicht aller Lößnitzgemeinden zu einem größeren Gemeinwesen lauter. – Von außen gesehen erschien die Lößnitz ohnehin schon als eine große zusammenhängende »Vorstadt der sächsischen Residenz«. Die schrittweise Umsetzung dieser Bestrebungen blieb schlechteren Zeiten vorbehalten; wachsende Aufgaben und die Not der öffentlichen Haushalte sowie die Abneigung gegen eine Eingemeindung nach Dresden schweißten zusammen. Vollendet wurde die Vereinigung dann in der allerschlechtesten Zeit. Mit Gewalt brach man eine erst fast reife Frucht vom Baum, die in den hundert Jahren davor gewachsen war.

Viel reifer wäre sie vermutlich nicht mehr geworden, denn 1935 war die Stadt praktisch fertig. Danach passierte lange nicht mehr viel, oder zumindest nicht mehr viel Gutes. Auch die großen Wunschträume, die in den Vereinigungsdiskussionen der 20er Jahre immer wieder eine Rolle gespielt hatten (eine hemmende übrigens – viele sahen damals vor allem die drohenden Kosten…) sind entweder erst Jahrzehnte später (z.B. die Schwimmhalle) oder bis heute noch nicht (oder noch nicht ganz) Wirklichkeit geworden: die Elbbrücke, das zentrale Rathaus, eine halbwegs vernünftige Straße nach Wahnsdorf etc. Der letzte große öffentliche Neubau für lange Zeit war das Sparkassengebäude Kötzschenbroda, das gerade saniert wird, eingeweiht im Dezember 1934.

1835 – 1935. Einige wesentliche Entwicklungen dieses dynamischsten Jahrhunderts unserer Stadtgeschichte werden in der ersten »Ausstellung im Depot« auf etlichen Schautafeln und in ausgewählten Sachzeugen aus öffentlichen und privaten Sammlungen vor Augen geführt. Jedes der angeschnittenen Themen ließe sich vertiefen, viele, ebenfalls bedeutsame Aspekte mussten aus Platz- oder Zeitgründen unberücksichtigt bleiben, zu manchem war auch schlicht nichts Vorzeigbares zu finden. Aber: Diese Ausstellung ist ja auch nur als ein Anfang gedacht, der den Facettenreichtum der Radebeuler Stadtgeschichte ins Blickfeld rücken soll. Weitere Ausstellungen können folgen und vielleicht sogar nicht nur alle »Jubeljahre« einmal.

Dafür ist die kleine AG Stadtmuseum – hervorgegangen aus einem großen Museumsbeirat – auf Unterstützung angewiesen, z. B. durch neue Mitstreiter, Hinweise auf interessante potentielle Exponate in privater Hand oder die Bereicherung der städtischen Sammlungen, die in diesen Räumen ein gutes neues Domizil gefunden haben, um Dokumente aller Art zur Radebeuler Geschichte. Über entsprechende Angebote würden wir uns freuen.

Frank Andert

Die Ausstellung ist bis Jahresende im Obergeschoss des Hintergebäudes (Neubau) der Roseggerschule, Wasastr. 21, zu sehen.

[V&R 2/2010, S. 15f.]

Das Sparkassengebäude in Radebeul-West

Zur Eröffnung der letztjährigen Radebeuler Bauherrenpreisverleihung brachte Rainer Schikatzki, Vorstandsmitglied der Sparkasse Meißen, das eigene Unternehmen gleich mal coram publico als heißen Anwärter auf eine der begehrten Plaketten des Jahrgangs 2010 ins Gespräch. Das Geldinstitut saniert derzeit seine Filiale in Radebeul-West. Nach Fertigstellung soll es dort in helleren Räumen nicht mehr nur Bares geben, sondern auch Kaffee und die Möglichkeit zum Surfen im weltweiten Netz. Die Hälfte der gesamten Bausumme von gut zweieinhalb Millionen war im November schon ausgegeben. Wie Schikatzki betonte, gingen die meisten Aufträge an Baubetriebe aus der Region.

Das Stadtbankgebäude Kötzschenbroda kurz nach der Einweihung

Bei der Gelegenheit hätte sich auch ein Blick in die Geschichte gelohnt, denn fast auf den Monat genau 75 Jahre vorher, am 10. Dezember 1934, war das damalige »Stadtbankgebäude Kötzschenbroda« nach knapp neunmonatiger Bauzeit feierlich eingeweiht worden. Bei Errichtung des vom Kötzschenbrodaer Architekten Edmund Kießling geplanten »größten städtischen Gebäudes der Lößnitz«,  ausgeführt »in den schlichten Formen des so genannten Lößnitzer Barock«, waren auch damals bewusst fast nur ortsansässige Firmen zum Einsatz gekommen. An die 100 Handwerksmeister und ihre Gesellen hatten mitgebaut.

Der Bau war eine der ersten großen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Nazizeit in der Lößnitz, die ersten Planungen reichten aber schon gut zehn Jahre zurück. Bereits bei der Vereinigung der westlichen Lößnitz 1923 hatte das Projekt eine Rolle gespielt. Wie der Kötzschenbrodaer Bürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzende der Spar- und Girokasse Dr. Wilhelm Brunner bei der Einweihung – seinem letzten großen öffentlichen Auftritt – betonte, konnten die Gesamtkosten von damals 440.000 Reichsmark ohne weiteres aus dem liquiden Barbestand der örtlichen Sparkasse bestritten werden. Diese sparte nun Miete und konnte durch den Neubau fortan selbst auf erhebliche Mieteinnahmen rechnen. Neben den Bankräumen waren 14 Wohnungen sowie modern ausgestattete neue Domizile für das »Ratskeller«-Restaurant und die Stadtbücherei entstanden. Eine ganze Etage bekam die örtliche NSDAP für Bürozwecke, auch »ein neuzeitlicher und zeitgemäßer Luftschutzraum« war nicht vergessen worden, und auf Kunst am und im Bau hatte man großen Wert gelegt, wie noch heute die in doppelter Hinsicht hervorragenden Reliefs von Burkhart Ebe belegen.

Ob der Umbau des Baudenkmals die Plakette verdient, wird, eine ordnungsgemäße Einreichung vorausgesetzt, im Herbst – wie immer – eine fachkundige Jury entscheiden.

F. A.

[V&R 2/2010, 3. US]

Wo Hausknisterer, Müllranfte und Knatterlinge wohnen

Der Radebeuler Autor Christian Grün erzählt Geschichten um ein »altes Haus«

In jenem alten Haus in Radebeul lebt auch Morimutz, die Waschhausmaus. Und die wiederum beneidet seit langem schon die Spinne Thekla um deren zahlreiche Beine. Um wie vieles schneller könnte sie selbst doch laufen, hätte sie auch so viele Beine. Ergo schlägt Morimutz der Thekla einen Tauschhandel vor; ihre vier Beine gegen die acht. Der Handel kommt zustande, funktioniert aber in der Praxis überhaupt nicht. Denn Morimutz ist mit acht Spinnenbeinen alles andere als flinker und auch Thekla merkt, dass nur vier Mäusebeine ihren täglichen Speiseplan ganz schön durcheinander bringen. So machen sie alles wieder rückgängig und sind beide wieder glücklich.

Geschichten wie diese können wohl nur in einem alten Haus passieren. Dort nämlich, wo außer den Tieren auch die Hauswichtel ihr Domizil haben. Und die »Hausknisterer«, die für das Knarren der Dielen verantwortlich sind. Und die »Müllranfte«, die immer nur als Trio auftreten und den Müll nach Verwertbarem durchsuchen. Oder die Knatterlinge, die im Auspuff des Autos leben; und und und …ihnen allen und vielen anderen mehr kann man jedenfalls im neuen Buch des Radebeuler Autors Christian Grün begegnen, dem er den Titel »Der kleine Kuckuck« gab. Grün erzählt in seinem Buch mit unerschöpflicher Phantasie Geschichten, wie es sie in dieser Art in der Literatur scheinbar längst nicht mehr gibt. Und er nährt ein Gutteil dieser märchenhaften Geschichten aus seiner eigenen Radebeuler Kindheit. Denn das »alte Haus« ist zugleich das Haus seiner Kinderjahre. Illustriert wurden die Geschichten von dem Radebeuler Maler Edgar Kupfer und erschienen sind sie dieser Tage im Radebeuler Notschriftenverlag.

Christian Grün ist ein Radebeuler des Jahrgangs 1957, der mit 26 Jahren von der damaligen Bundesregierung freigekauft wurde, bis in die 1990er Jahre in Norddeutschland lebte und in unterschiedlichsten Berufen arbeitete und nach der deutschen Wiedervereinigung nun wieder in Radebeul angekommen ist. Der Notschriftenverlag verlegte u.a. seine »Chronik von Serkowitz« und auch den fantasievollen Roman »Kokeros«.

Das Buch »Der kleine Kuckuck« ist für den engagierten Verlag von Jens Kuhbandner insofern ein Novum, weil davon zeitgleich mit dem gedruckten Werk eine Hörbuch Doppel CD erschienen ist. Darauf liest der Rundfunksprecher Uwe Behnisch Grüns Geschichten und wird dabei musikalisch begleitet von dem Radebeuler Duo »LAND ÜBER«. Das Buch kostet 12,50 € und das Hörbuch 14,80 €

W. Zimmermann

[V&R 1/2010, S. 8]

Nach fünfundsiebzig Jahren

ist es an der Zeit einmal zu fragen, was damals eigentlich passiert ist. Aus dem eigenen Erleben nur des letzten Drittels dieser Zeit können wir Vokabeln wie Verwaltungsgemeinschaft, Gemeindegebietsreform oder Zwangszusammenschluß mühelos vorwärts und rückwärts deklinieren. Wir kennen die Befindlichkeiten der Vereinnahmten, wissen um die Renitenz, mit der neue Namen eifrig vermieden werden. Die Demokratie hats schwer, auf ihrem Wege schmerzhafte Schritte durchzusetzen. Das war damals anders. Da gab es eine Partei, die hatte recht (und brauchte sich das auch nicht immer selbst vorzusingen) und setzte dieses Rechthaben mit unglaublicher Brutalität gegen alle scheinbaren und tatsächlichen Widerstände durch. Sie hat da gar nicht lange gefackelt, obwohl sie grad mit ihren Fackelzügen so viele Ahnungslose zu beeindrucken verstand. Der damalige Bürgermeister von Kötzschenbroda gehörte dieser Partei nicht an und wurde also gar nicht erst gefragt. Es heißt sogar, es habe schon ein Wagen bereit gestanden, den Ungeliebten nach Hohnstein ins KZ zu bringen. Der damalige Ortsgruppenführer, der trotzdem ein anständiger Mensch gewesen sein soll, heißt es, habe ihn gewarnt. Alles in allem liegt noch so vieles im Dunkeln, daß es sich lohnt, in den nächsten 25 Jahren alles ordentlich aufzuarbeiten, um dann ein würdiges Hundertjähriges feiern zu können.

Grund zum Feiern jedenfalls ist durchaus gegeben.

Im Ergebnis ist hier nämlich etwas zusammengewachsen, was zwar so nie zusammen gehört hätte, aber dennoch lebensfähig ist. Und lebensfähig heißt hier: Es ist eine gemeinsame Identität gewachsen, es hat sich ein gemeinsames Ortsbewußtsein gebildet: Selbst die Kötzschenbrodaer sind zuerst Radebeuler.

Aus der Art des flächenhaften auf einander zu Wachsens resultieren freilich auch all die markanten städtebaulichen Problemzonen, die die Bürgerschaft so gar nicht zur Ruhe kommen lassen. Zuerst das Vakuum: Es fehlt ein Zentrum. Dafür gibt’s ausreichend infrastrukturelle Zersplitterung, und es gibt diese Straße, die Meißner Straße. Sie könnte das einigende Band darstellen, am Ende aber trennt sie mehr, als sie vereint. Es wird noch viel Kraft kosten, ihren Ausbau zur Schnellstraße dauerhaft zu unterbinden.

Ohne die vor 75 Jahren vollzogene Vereinigung hätten wir diese Probleme nicht. Unser Zentrum läge auch irgendwo zwischen Frauenkirche, Residenzschloß, Semperoper und Zwinger. Die Waldschlößchenbrücke ginge uns wirklich etwas an, und die von Naundorf nach Cossebaude befände sich noch ebenso tief im Planungssumpf wie die zugehörigen Straßen (wieso haben wir diese Brücke eigentlich so frag- und klaglos hingenommen? Immerhin gleicht sie in ihrer Form auffällig einem Entwurf für die Waldschlößchenbrücke, der 1988 aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen und 1990 als »nicht mehr zeitgemäß« verworfen worden war).

Das Fehlen eines städtischen Zentrums ist jedoch durchaus nicht nur von Nachteil. Es erfordert von der Stadtplanung unausgesetzt erhöhte Aufmerksamkeit. Jedes noch so kleine Ungleichgewicht wirkt sich sofort aufs Ganze aus. Als damals bei den Vier Jahreszeiten neu gebaut werden sollte, wurde wider besseres Wissen die Baumasse von Glasinvest als Maßstab genommen. Jetzt soll Glasinvest abgerissen werden. Deren Maßstab jedoch wurde ja lange vorher schon auf die Vier Jahreszeiten übertragen. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Der Zeitgeist ist ein flüchtiger Gesell, schwer zu greifen und insbesondere im Elbtal von allen Winden zerblasen. Folgerichtig tut sich die Stadt selbst schwer mit ihrem Jubiläum. Allein das Kulturamt hat die Bürger aufgerufen, einmal mit wachen Augen durch die Stadt zu gehen.

Wir haben das getan, gemeinsam mit dem Kunstverein. Und wir sind mal wieder über einen Stein gestolpert:

Einen schlichten Sandsteinquader, 60 cm hoch, 56 cm breit und 32 cm stark – er stand einst auf einem Sockel auf dem alten Friedhof in Radebeul-West. Er war mit einer Deckplatte versehen und trug auf seiner Schauseite eine Inschrift. Der Text ist stark verwittert, er lautet u.a.: August Joseph Ludwig Graf von Wackerbarth, geb. zu Koschendorf am 7. März 1770, gest. zu Nd. Lössnitz am 19. März 1850. Menschengeschlechter ziehen vorüber wie die Schatten vor der Sonne …

Gestiftet hatte das Denkmal der einzige (uneheliche) Sohn des »Dahingeschiedenen«, Teut von Wackerbarth »aus kindlicher Liebe und Verehrung«. Der Verewigte war ein Großneffe des berühmten Feldmarschalls gleichen Namens, dem wir Wackerbarths Ruhe verdanken.

Irgendwann war der Stein dann von seinem Sockel gerutscht, und der rührige Radebeuler Altertumsfreund Gottfried Thiele hatte ihn in die Bildhauerwerkstatt Bollenbach getragen. Hier hoffte er, ihn nach und nach – so wie er solvente Helfer fände – restaurieren lassen zu können, um ihn dann wieder an seinen Ort zurückzubringen. Es war Gottfried Thiele nicht vergönnt, dies Werk zu vollenden. Nun wollen wir es versuchen.

Und wenn es geschehen sollte, daß am Ende dieses gerade begonnenen Jahres der Stein wieder gefestigt am alten Platze steht, so verdankt Radebeul dies nicht nur den beiden genannten Vereinen, sondern auch seinem 75. Geburtstag. Der nämlich hat uns aufmerksam werden lassen.

Thomas Gerlach

[V&R, 1/2010, S. 2f.]

Die Logen – Erstmals Leben der Freimaurer in der Region erforscht

Gut, dass Journalisten so neugierig sind, sonst wäre dieses Buch nie entstanden. Als Kathrin Krüger-Mlaouhia, Redakteurin bei der Sächsischen Zeitung in Großenhain, in einem Stadtkalender ihres Wohnortes einen kurzen Hinweis auf einen Freimaurerklub von 1857 entdeckte, war ihre Neugier geweckt. Sie wollte mehr über das geheime Leben der Freimaurer erfahren, fand aber nur wenige Hinweise in den Bibliotheken und Archiven der Region, nicht mal in der Unibibliothek Dresden. Ihre Recherche führte sie über bis Merseburg bis nach Berlin, zum Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz.

Die Freimaurer waren ein Männer-Geheimbund, »über 70 Jahre blieben sie quasi unentdeckt«, schreibt die Autorin im Vorwort, denn unter den Nazis wurden sie 1935 zwangsaufgelöst und verfolgt. Ziel der Freimaurer, die sich in örtlichen Clubs und Logen organisierten, war die Vervollkommnung des Menschen. Weisheit, Stärke und Schönheit galten als die drei fundamentalen Säulen. Sichtbar wird das Anliegen durch die Werkzeuge der Steinmetze – die zugleich Symbole waren: Wasserwaage (Gerechtigkeit), Hammer (Arbeiten an der Vervollkommnung), Zirkel (ordnenden Kraft) und Winkeldreieck. Konflikte sollten vermieden, Menschlichkeit und Toleranz gelebt werden. Da die Mitglieder der Geheimbünde meist wohlhabende Handwerker, Unternehmer und Lehrer waren, spendeten sie beträchtliche Summen an Bedürftige.

Die Logen in Sachsen hatten so blumige Namen wie »Zum goldenen Apfel« Dresden oder »zur Akazie« in Meißen oder »Minerva zu den drei Palmen« in Leipzig, wobei die Pflanzen natürlich auch wieder symbolische Bedeutung hatten. All dies, ihre Geschichte und ihre Rituale und sind in dem Buch ausführlich und reich bebildert dargestellt.

Wer wissen will, wer im Elbland zu den Freimaurern gehörte, wird ebenfalls in dem Buch fündig. Denn nicht nur Prominente wie Lessing, Goethe und Mozart waren bekennende Freimaurer, sondern auch Otto Baer (Farbenfabrikbesitzer aus Dresden), Max Barbe (Geheimer Hofrat aus Niederlößnitz) und Alfred Bergmann (Fabrikbesitzer aus Radebeul). Manchen Mitbürgern werden vielleicht auch folgende Radebeuler Namen geläufig sein: Max Brösel (Kunstmaler), Johannes Eisold (Baumeister), Hermann Flade (Lehrer). Insgesamt enthält die Liste der Mitglieder aus unserer Region 77 Persönlichkeiten.

Heute soll es nach Informationen der Autorin deutschlandweit noch 14.000 Freimaurer geben, denn nach der Wende haben sich die Logen zum Teil wieder gegründet. In Berlin sind die meisten aktiv, aber es gibt auch Hinweise die in Radebeul sichtbar werden. So zum Beispiel an dem Mühlsteinbrunnen zwischen den Landesbühnen und dem »Weißen Ross«, den die Dresdner Freimaurerstiftung im Jahr 2008 errichten ließ.

»Die Logen. Verschwiegene Gesellschaften mit offenem Herzen. Freimaurer im Elbland 1800 bis 1935« – dieses informative, 200 Seiten starke Sachbuch von Kathrin Krüger-Mlaouhia erschien im »activ Verlag« in Großenhain, enthält zahlreiche Abbildungen auch in Farbe sowie Tafeln/ Tabellen und kostet 14,50 €. Man bekommt es über den Verlag (www.activ-verlag.de) oder in der Buchhandlung Thalia, oder in der Buchhandlung Sauermann, im SZ-Treffpunkt Bahnhofsstraße, im Stadtarchiv Gohliser Straße bzw. in der Touristinformation.

Karin Funke

[V&R 1/2010, S. 6f.]

Zu den Titelbildern des neuen Jahrgangs

Im Mai wird die ›Vorschau‹ 20. Im Laufe des Jahres werden wir deshalb ab und zu auf unsere Anfänge zurückblicken und an treue Begleiter erinnern. Einer unserer treuesten Begleiter war der Druckfehlerteufel. Gleich auf der zweiten Seite des ersten Heftes schlug er zu. Als Urheber der Titelgrafik war dort »Architekt Thilo Hänsch« genannt. Gemeint war natürlich Thilo Hänsel, dessen Federzeichnungen alle Ausgaben von 1990 zieren sollten. Auch er wurde ein treuer Begleiter der ›Vorschau‹, deshalb haben wir ihn gebeten, zum Jubiläumsjahrgang wieder Titelillustrationen beizusteuern.

Thilo Hänsel (Foto F. Andert)

Die Lust am Zeichnen hat Thilo Hänsel (* 1939) schon während der Grundschulzeit in Oberschöna gepackt und seitdem nicht wieder losgelassen. Eigentlich wollte er sein Hobby zum Beruf machen, Grafik und Buchkunst studieren. Als das nicht klappte, riet ihm sein Freiberger Lehrer Werner Küttner, es mit der Architektur zu versuchen, was er auch tat. Gern erinnert er sich daran, dass die Architekturstudenten an der TU Dresden damals von Professoren wie Walter Howard, Georg Nerlich und Walter Hentschel, bei dem er Hilfsassistent wurde, ein gerüttelt Maß an künstlerischer Bildung mit auf den Weg bekamen. Ab 1965 war Thilo Hänsel dann dreieinhalb Jahrzehnte als »Gesellschaftsbauer« tätig, lange beim Kreisbaubetrieb Dresden-Land. Der Zeichenstift hat in dieser Zeit nie geruht und danach erst recht nicht mehr.

Anders als man beim Rückblick auf die ›Vorschau‹ von 1990 vermuten könnte, interessieren den Zeichner Thilo Hänsel, seit 1966 Radebeuler, nicht nur die markanten Baudenkmale der Lößnitz, mit denen er sich zum Teil auch von Berufs wegen oder während seiner Mitarbeit im »Aktiv für Bau- und Denkmalpflege« zu befassen hatte. Vielmehr will er zeichnend all dem nachspüren, was unsere Stadt ausmacht. Er nimmt sich dabei immer neue Aufgaben vor, mal den Lößnitzgrund mit seinen Mühlen, mal die dörflichen Wurzeln, die großen und kleinen Türme der Stadt, Villenstraßen, Elb- und Weinbergslandschaften, die Kirchen und Gottesäcker etc. Aus einigen dieser Themen sind im letzten Jahrzehnt Buchprojekte entstanden, aus einigen schon Bücher: das »Lößnitzgrundbuch« (2003), die »Elbigramme« (2006), der »Höhenwind« (2008), immer in Kooperation mit dem Poeten und Freund Thomas Gerlach. In seiner dicken Radebeuler Skizzenmappe hat Thilo Hänsel so manche Ecke festgehalten, der sonst vielleicht kaum jemand Beachtung schenkt, der eilige Passant schon gar nicht. Vor allem solche Blätter, teilweise schon von dokumentarischem Wert, haben wir gemeinsam mit dem Künstler für die ›Vorschau‹-Titel 2010 ausgewählt.

Nicht nur unsere Titelillustrationen stehen – wie jedes Jahr – unter einem neuen Motto. Diesmal hat sich auch der Rahmen geändert. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir uns von unserem 1991 eingeführten alten Layout verabschiedet. Nicht aus Eitelkeit oder Neuerungswahn. Wir haben dabei in erster Linie an Sie, unsere geschätzten Leser gedacht. Das Auge liest ja schließlich mit.

F. A.

[V&R 1/2010, S. 12]

Günter Schmitz und Gerhard Schiffel – Eine Malerfreundschaft

Was von einem Künstler bleibt, ist seine Kunst. Vorausgesetzt, der künstlerische Nachlass wird bewahrt – durch Nachkommen, Freunde, Sammler – und nicht zuletzt getragen durch eine „kulturell gebildete“ Öffentlichkeit. Eingebunden in den Reigen von vier Gedenkausstellungen, die in diesem Jahr aus Anlass des 100. Geburtstages von Günter Schmitz (1909-2002) in Dresden, Groß Zicker und Radebeul zu sehen sind, bietet die Ausstellung in der Radebeuler Stadtgalerie eine Besonderheit, denn in ihren Mittelpunkt wurde nicht Schmitz allein, sondern die Malerfreundschaft zwischen ihm und Gerhard Schiffel (1913-2002) gestellt.
Über 70 Jahre fühlten sich Schmitz und Schiffel sowohl künstlerisch als auch freundschaftlich familiär verbunden. Trotz widriger Umstände, die wechselvolle Zeiten mit sich brachten, verloren sie sich über die Jahrzehnte nicht aus den Augen und bewahrten sich Humor und Lebensfreude. Am künstlerischen Werdegang des anderen blieben sie zeitlebens interessiert. So war es auch selbstverständlich, dass Gerhard Schiffel der großen Personalausstellung zum 90. Geburtstag seines Freundes Günter Schmitz in der Radebeuler Stadtgalerie einen Besuch abstattete – nicht ahnend, dass es zehn Jahre später einmal zu dieser Gemeinschaftsausstellung kommen würde.

Viele wichtige Arbeiten aus der künstlerischen Hinterlassenschaft von Schmitz und Schiffel wurden innerhalb der Familien zusammengehalten. So war es möglich, aus einem reichen Œuvre zu wählen. Für eine Gesamtschau hätte es der mehrfachen Ausstellungsfläche bedurft. So hieß es aber immer wieder reduzieren, reduzieren, reduzieren. Zu sehen sind in der Ausstellung Arbeiten aus acht Jahrzehnten, welche von gemeinsamen künstlerischen Auffassungen zeugen, aber auch recht unterschiedliche Entwicklungen deutlich machen.

Zunächst absolvierten beide in Dresden eine Lehre zum Gebrauchsgrafiker. Während dieser Zeit müssen sie sich erstmals begegnet sein. Dem Katalog von Günter Schmitz ist zu entnehmen, dass er in den dreißiger Jahren mit seinem Freund Gerhard Schiffel „auf der Kaulbach-Ecke Grunaer Strasse …“ in einem Junggesellenquartier mit allen Merkmalen der Bohéme…“ wohnte. Zahlreiche humorvolle Zeichnungen legen davon beredtes Zeugnis ab. Während Günter Schmitz von 1930 bis 1937 an der Dresdener Kunstakademie studierte, arbeitete Gerhard Schiffel nach der Lehre in der AG für Kunstdruck in Dresden-Niedersedlitz. Bereits 1939 wurde er zum Militärdienst eingezogen und von der Front aus lediglich für das Wintersemester 1942/43 zum Studium an die Kunstakademie delegiert. Doch unabhängig von der Studiendauer mussten sich schließlich beide Künstler ihren Lebensunterhalt als Gebrauchsgrafiker verdienen. Zwar nutzten sie jede Gelegenheit zum Malen und Zeichnen, doch die Zeit war rar. Zunehmend wendeten sie sich der Technik des Aquarellierens zu und brachten es darin zu hoher Virtuosität. Die Kunsthistorikerin Dr. Christel Wünsch stellte in ihrer Rede zur Ausstellungseröffnung fest: „In der Darstellung der Schönheit von Mensch und Natur, von Ausgewogenheit und Harmonie sahen sie das Ziel ihrer Kunst, und sie verfolgten dieses Ziel im Stil einer impressionistisch-realistischen Malerei, die in der Dresdner Kunst so reiche Früchte getragen hat.“

Zu den hervorhebenswerten Arbeiten aus den frühen Jahren zählen bei Günter Schmitz zweifellos die figürlichen Studienblätter, welche ab 1931 im Malsaal der Kunstakademie entstanden sind, darunter die spektakulären Dix-Modelle. Eher ungewöhnlich für Günter Schmitz ist das Ölgemälde „Zwingerserenade“ aus dem Jahr 1937, welches bei Gerhard Schiffel in einem gleichnamigen Aquarell sowie einer Radierung seine Entsprechung fand.

Die Landschaft war beider bevorzugtes Motiv. Finden sich in ihrem Schaffen zunächst zahlreiche Dresdendarstellungen und Reiseeindrücke, sind es später bei Schmitz Motive aus der Lößnitz, der Sächsischen Schweiz, dem Erzgebirge und immer wieder dem alljährlichen Urlaubsort Zicker auf Rügen. Schiffel hingegen blieb vorwiegend seinem ländlichen Umfeld in und um Borthen verbunden. Hinzu kam bei ihm die Neigung zur Fotografie. Einige sehr schöne Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit berührendem Orts- und Zeitbezug aus den Nachkriegsjahren wurden in die Ausstellung eingefügt.

Während es Günter Schmitz bis ins hohe Alter vergönnt war, uneingeschränkt künstlerisch tätig zu sein – selbst als über Neunzigjähriger bewältigte er großformatige Landschaftsaquarelle -, wurde Gerhard Schiffels Aktionsradius aus gesundheitlichen Gründen zunehmend kleiner. Doch getreu dem eigenen Spruch „Ein Maler malt immer, auch wenn er keinen Pinsel in der Hand hat.“ fand er die Motive fortan im häuslichen Umfeld. So malte und zeichnete er seine Katzen in unzähligen Variationen und wendete sich schließlich der Technik des Scherenschnitts zu.

Welche Wertschätzung beide Künstler in ihrem Wirkungsumfeld – Günter Schmitz in der Lößnitzstadt Radebeul und Gerhard Schiffel in Burgstädtel bei Borthen – noch heute genießen, lässt sich am außergewöhnlich großen Besucherzuspruch ermessen, der seit Ausstellungseröffnung nicht abreißt.

Außer den künstlerischen Arbeiten werden Filmsequenzen, Bild- und Textdokumente, gesammelte Überlebenssprüche, gebrauchsgrafische Arbeiten und selbstgefertigte Handpuppen gezeigt. Kleine Freundschaftsbeweise von der gemalten Glückwunschkarte zu Schiffels Hochzeit im Jahr 1938 über die erste Nachricht von Günter Schmitz an den Freund aus russischer Gefangenschaft im Jahr 1945 bis hin zu humorvollen Anspielungen auf Schiffels Refugium, den Pavillon mit Märchenwiese, oder seine besondere Affinität zur „Burgstädtler Linde“ ergänzen die Ausstellung, die noch bis zum 20. Dezember zu sehen ist.
Karin Gerhardt

Unser Nachruf für Dich, lieber Dieter Malschewski

Noch vor unserem 20. Geburtstag gingst Du als unser Redakteur von uns.
Als einer der ersten Initiatoren 1990, von einer wieder auferstehenden „Vorschau und Rückblick“ träumend, wurde dieser Traum auch Dank Deines Einsatzes schnell zur Realität.
Schon in den 50er Jahren mit dabei, war es Dir ein Bedürfnis, als Redakteur über fast 20 Jahre die neue„Vorschau“ Monat für Monat zur Auslieferung zu bringen. Auch wenn zeitweise unser Konto rote Zahlen zeigte: für das Kind „Vorschau“ wurde zeitweise auch persönlich verzichtet oder gar zugeschossen.
Dafür unser Dank, auch an Deine Frau. Ohne sie wäre das alles auch nicht möglich gewesen.
Das Leben ist endlich, wir wissen es!
Und trotzdem, Dein Tod , zwar einige Zeit schon von uns geahnt und von Dir ignoriert, macht uns alle sehr traurig. Bis zuletzt gelang es Dir mit aller Kraft, die Du noch hattest, die “Vorschau” pünktlich zum Druck zu geben. Sie war unglaublich, diese Beharrlichkeit, trotz Deiner schweren Krankheit.
Wir werden uns das zur Vorgabe machen müssen.
Und so werden wir keine Anstrengung scheuen, um die „Vorschau“ weiterhin pünktlich jeden 1. des Monats unserer treuen Leserschaft vorzulegen. Versprochen!

Versprochen im Namen aller Redaktionsmitglieder
 Ilona Rau

Aufmerksame Schilderungen in der Stadtgalerie

Die Radebeulerin Susan Wittwer absolvierte an der Dresdner Kunsthochschule ein Studium der Malerei und Grafik, an das sich zwei Meisterschüler-Jahre anschlossen. Seit fünf Jahren ist sie in ihrer Geburtsstadt freiberuflich tätig.

Man mag ihre Menschenbilder ungern als Porträts bezeichnen, wobei einem Passbilder und Fotoalben in den Sinn kommen. „Bildnis“ wäre zutreffender und verbindet das Menschenbild der Malerin mit dem der alten Meister. Mehr »

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