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… von flüchtigen Momenten …

unaufhaltsam ruhend II
Fotografie | 2015

Es ist Sommer. Es ist trocken. Es ist Krieg. Junge Männer, alte – egal welcher Seite – verlieren Arme, Beine, ihr Leben. Frauen verlieren ihre Kinder, Männer, Brüder, Väter. Andernorts – auch hier – scheint das Leben weiterzugehen wie bisher. Blicken wir in der Menschheitsgeschichte zurück, war es nie anders, beide Extreme geschahen, geschehen nebeneinander, zu gleicher Zeit.
Oft in diesen Tagen hadere ich, frage ich nach der Sinnhaftigkeit unser aller, meines Tuns. Aber ich bemerke auch, dass wir dem äußeren Unfrieden nur mit dem eigenen inneren Frieden begegnen können. Eine Möglichkeit, diesen zu finden, ist für mich das Aufsuchen lang vertrauter Orte in der Natur, die mich mit ihrer besonderen Aura immer wieder magisch anziehen. Einer von ihnen ist jener im Titel gezeigte, flussaufwärts am Elbestrom gelegen, wird er von einer markanten Reihung charakterisiert. Mich faszinieren die starken Gegensätze – die ruhenden Stammformen und das bewegte Wasser – die ganz selbstverständlich miteinander zu spielen scheinen und sich vereinen zu einem rhythmisch-harmonischen Ganzen. Während sie sich beständig, wie flüchtige Momente, nur minimal wandeln, spüre ich einen polyphonen Klang in mir sich entfalten, als einen friedvollen, unendlichen Raum …

Constanze Schüttoff

Mit Gerhard Schöne poetisch durch das Jahr

Radebeuler Miniaturen

Fortschritt

Die Biergartensaison ist nicht nur eine Zeit des Durstes, wenn die Eisheiligen mal wieder was falsch verstanden haben, es ist auch eine Zeit der Begegnung. Im Leben treffe ich Wolf eher selten. Nun aber, wie ich auf meinem Stammhocker am Stamm hocke, seh ich ihn angeschlurft kommen. Grad fröhlich sieht er nicht aus. Nach dem üblichen, nicht sonderlich ernst gemeinten „darf ich“ zieht er sich seinerseits einen Hocker heran.

Schön, sagt er, mal wieder draußen sitzen.

Ja, bestätige ich, der erste Fortschritt im Jahr.

Das unterstellt, sagt Wolf ernst, daß Fortschritt was Gutes ist, ist aber bestenfalls neutral. Jedenfalls brauch ich erstmal ein Bier.

Das kenn ich, sage ich, was meinst du, warum ich hier sitze?

Du sitzt hier, weil du hier sitzt, ich aber habe einen Grund, sagt er wichtig. Er bedankt sich für das ihm gereichte Bier, wartet geduldig, bis die Revierwespe ihre Visite mit offenbarer Zufriedenheit beendet hat und abschwirrt, trinkt und schweigt. Ich begreife, daß ich ihn fragen soll, also frage ich: Warum hast du denn am Tag der kalten Sophie son Durst?

Kalte Sophie, Wolf lacht bitter, da hast du blind ins Schwarze getroffen: die kalte Sophie ist fort geschritten.

Aha, sag ich, Sophie – Was ist mit ihr? Sprich …

Fort geschritten ist sie, wiederholt Wolf, weggelaufen, also – nicht mehr da …

Ja, sag ich, hab längst geahnt, daß Fortschritt nicht jedem gut tut. In der Schule – du erinnerst dich vielleicht – haben sie uns erzählt, Fortschritt wäre unwidersprochen immer nur gut. Und das kleine Land im Herzen Europas meinte sogar, den Fortschritt allein zu besitzen. Und jeder, der gegen den Fortschritt war, war gegen den Staat und wer gegen den Staat war, war ein Reaktionär. Dabei heißt Fortschritt nur, wie du ja schon angedeutet hast, daß es anders ist – obs besser wird, steht auf einem anderen Blatt …

Im konkreten Fall, bringt sich Wolf in Erinnerung, ist jetzt erst mal eine große Leere entstanden in diesem Leben. aber das wird mir eine Lehre sein, eine leere Lehre vom Fortschreiten oder weglaufen, nenn es wie du willst.

Die aufmerksam mitfühlenden Kellnerinnen bedenken uns mit ausreichend Flüssigkeit. Wir bedanken uns artig.

Solche fröhlichen Gesichter sind auch mal was Schönes, seufzt Wolf.

Die haben den Vorteil, sag ich, daß sie nicht nur fortschreiten, sondern auch wiederkommen – und wie zufällig immer etwas frisch Gezapftes dabei haben. Meinst du, daß ihr Wiederkommen Rückschritt bedeutet, wenn sie einmal weggegangen sind?

Was die Kellnerinnen angeht, würde ich nicht von Rückschritt sprechen, sondern von positiver Reaktion.

Reaktion – erinnere dich an den Staatsbürgerkundeunterricht – ist immer negativ, und zwar durch und durch. Apropos: Wie reagierst denn du jetzt? Hast du Aussicht, daß Sophie vom Fortschritt zurücktritt und dir wieder dein Heim kehrt? Wenn ja, wäre das Rückschritt?

Noch ein allgegenwärtiger Irrtum, sagt er rasch: Rückschritt führt nie wieder dort hin, von wo der Fortschritt ausgegangen ist. Was solls, ich muß so oder so neu anfangen …

Stell dir vor, sag ich später zu Ulrike, dem Wolf ist die Sophie weggelaufen …

Nu gucke, lacht sie, für so fortschrittlich hätt ich sie gar nicht gehalten…

Thomas Gerlach

Lautes Schweigen in Radebeul

Oder: Sprachlosigkeit, die sprachlos macht

Das Ringen um den Erhalt des Lügenmuseums und des historischen Festsaales im ehemaligen Gasthof Serkowitz wird zum Wettlauf mit der Zeit. Wie war das doch mit dem Hasen und dem Igel? Der Hase hatte keine Chance. Er rannte und rannte bis er schließlich erschöpft zusammenbrach. Er hatte nicht begriffen, dass es mitunter schlauer sein kann, wenn man sich gar nicht bewegt. Wie dem Igel und dessen Frau die gewonnene Flasche Branntwein bekam, ist leider nicht bekannt.

Einen freischaffenden Künstler mit einem gehetzten Hasen zu vergleichen ist natürlich recht gewagt. Doch das Wegbrechen von Strukturen und die zunehmend grassierende Projektitis erfordern den aberwitzigen Dauerlauf von Fördermittelgeber zu Fördermittelgeber. Nach dem Projekt ist vor dem Projekt und Selbstausbeutung der Normalzustand.

Die Aktion der Offenen Türen am 2. Juni im Lügenmuseum, reiht sich ein, in die unzähligen Versuche, das überregional bekannte Lügenmuseum als Kunst- und Kultureinrichtung in Radebeul etwas bekannter zu machen und um es dauerhaft zu etablieren. Über 60 Besucher waren der Einladung gefolgt, darunter auch zahlreiche Leser von „Vorschau und Rückblick“.

Die Kurzführungen der zwei Kunsterklärerinnen im Ehrenamt wechselten mit musikalischen Rundgängen, die durch den Leiter des Lügenmuseums Reinhard Zabka und den Akkordeonspieler Gabriel Jagieniak begleitet wurden. Die Erläuterungen zu den kinetischen Objekten, Licht- und Klanginstallationen, verbunden mit einem kurzen Exkurs über den Dadaismus, die Dissidentenszene der ehemaligen DDR, die Geschichte des Lügenmuseums, über verschiedene Lebensentwürfe und Kulturen. Zu entdecken gab es neben den Werken von Zabka, auch Exponate von vielen anderen Künstlern. Dass die Erklärungen sehr dankbar aufgenommen wurden, ist wohl auch ein Hinweis darauf, dass noch einige Zusatzinformationen in den Ausstellungsbereichen ergänzt werden sollten. Unbestritten ist jedoch die Qualität des reichhaltigen Ausstellungs- und Sammlungsbestandes.

Vor, während und nach den Rundgängen sowie bei Kaffee und Kuchen im Museumsgarten ist man miteinander ins Gespräch gekommen. „Obwohl wir in Serkowitz wohnen, sind wir heute das erste Mal hier und werden mit den Enkelkindern bestimmt wiederkommen“, meinte ein älteres Ehepaar. Eine junge Radebeulerin war mit Tochter und deren Freundin gekommen. Die Begeisterung stand ihnen ins Gesicht geschrieben und auch die Lust, solcherart Objekte aus Alltagsgegenständen einmal selber zu gestalten. Nahezu allen Besuchern war allerdings auch die Fassungslosigkeit anzumerken, dass es diesen anregenden Kunstort schon bald nicht mehr geben könnte in Radebeul. Und es stand die Frage im Raum, warum sich die Entscheidungsträger einer inhaltlichen Diskussion verweigern.

Zwischen Türen und Toren: v.l.n.r. Birgit Schaffer, Karl Uwe Baum, Dorota Zabka, Gabriele Schindler, Reinhard Zabka, Christine Zabka Foto: Karin Baum

Schade eigentlich, dass keiner der drei Oberbürgermeisterkandidaten an diesem Tag durch die weit geöffneten Türen schritt und auch keiner der gewählten Stadtverordneten. Einzig Prof. Thomas Bürger, welcher als Sachkundiger Bürger im Bildungs- Kultur- und Sozialausschuss aktiv ist, zeigte aufgeschlossenes Interesse.

Reinhard Zabka führt durch alle Räume, mittendrin die Vorsitzende des Vereins „Vorschau und Rückblick“ Ilona Rau (3. v.l.) Foto: Karin Baum

Aber wie, so frage ich mich, soll der Disput über Kunst- und Kultur geführt werden, wenn auf die zahlreichen Beiträge im kulturellen Monatsheft „Vorschau und Rückblick“ und den Offenen Brief des Radebeuler Kultur e.V. zur Situation des Lügenmuseums, über 350 Personen unterzeichnet haben, keinerlei Reaktion erfolgt? Das laute Schweigen macht wütend, rat- und fassungslos.

Nachdem der Vorsitzende des Radebeuler Kultur e. V. Günter „Baby“ Sommer noch einmal bestätigt hatte, dass keine Antwort auf den Offenen Brief vom 29. März 2022 eingegangen sei, wollte Karl Uwe Baum zur Einwohnerfragestunde im Rahmen der Stadtratssitzung vom 15. Juni wissen, welche Gründe es gibt, dass der Offene Brief bis heute nicht beantwortet wurde. Der jüngst wiedergewählte Oberbürgermeister Bert Wendsche schien sich über diese Frage zu wundern, da man doch gerade dabei sei, eine Ausschreibung der Immobilie vorzubereiten. Sobald der Ausschreibungstext durch den Stadtrat bestätigt ist, gäbe es ein Antwortschreiben.

Das war sehr ernüchternd. Ein öffentlicher Disput ist nicht vorgesehen und man fragt sich: Ist die massive Ausgrenzung der aktiven Kunst- und Kulturszene etwa kalkulierte Absicht?

Worum es den Unterstützern zum Verbleib des Lügenmuseums im Gasthof Serkowitz geht? Ganz bestimmt nicht um die Bevorzugung eines einzelnen Künstlers. Dass gegenwärtig über 60 Bildende Künstler in der Lößnitzsztadt wirken, ist kein Geheimnis. Aber nicht jeder Einzelkünstler betreibt eine Kunst- und Kultureinrichtung, die an jedem Wochenende und während der Schulferien zuverlässig geöffnet ist, entwickelt genreübergreifende Kunst- und Vernetzungsprojekte für den öffentlichen Raum, bietet jungen, lokalen und internationalen Künstlern die Möglichkeiten zur Mitwirkung und Präsentation.
Darüber hinaus geht es den Unterstützern um den Erhalt des letzten öffentlich zugängigen Saales und um den Erhalt von Kunst- und Kulturgut.

Die Redaktionsmitglieder Karin und Karl Uwe Baum mit dem Musiker Gabriel Jagieniak im Dissidentenatelier Foto: Burkhard Schade

Diese Ignoranz ist jedoch kaum auszuhalten. Haben wir es verlernt, miteinander in einen Dialog zu treten? Dass es in Radebeul ein Kommunikationsbedürfnis gibt, wurde deutlich am 16. Mai zum Bürgermeisterkandidaten-Triell im mehr als gut gefüllten Luthersaal. Merkwürdig war nur: Kultur stand leider nicht auf der Tagesordnung. Allerhöchste Priorität scheinen in Radebeul die Fuß- und Radwege zu besitzen.

In Bezug auf den Serkowitzer Gasthof haben sich die Kommunalpolitiker bisher jeder Diskussion verweigert. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit sollten Tatsachen geschaffen werden.
Bereits 2012 wurde das Anwesen in Form einer Ausschreibung zum Objektpreis von 125.000 Euro angeboten. Schon damals meinte man, dass eine Wohn- und Gewerbenutzung auch ohne Publikumsverkehr vorstellbar wäre. Glücklicherweise ist es dazu nicht gekommen. Und schon damals hatte man festgestellt, dass es schwer möglich ist, den Gasthof als gastronomische Einrichtung wiederzubeleben. Die zehnjährige Nutzung als Ausstellungs- und Experimentierort hat bisher sehr gut funktioniert und die Räumlichkeiten des ehemaligen Gasthofes blieben in ihrer Ursprünglichkeit erhalten.
Es ist immer wieder eine Frage der Prioritätensetzung. Will man Kunst und Kultur erhalten oder vernichten? Zur Abschreckung ist von einer millionenschweren Sanierung die Rede. Die Strategie der kleinen Schritte scheidet scheinbar von vornherein aus. Warum eigentlich? Vielleicht wäre die Maßnahme finanziell beherrschbar, wenn die notwendige Zeit zugestanden wird, damit Spenden und Fördermittel eingeworben werden können?

Es wäre gut, wenn die gemeinsame Suche nach einer Lösung nicht abbricht, bevor sie begonnen hat. Der erbärmliche Zustand des Bahnhofs in Radebeul-West ist ein warnendes Beispiel. Auch hier fehlte der komplexe Weitblick. Politik und Verwaltung waren zu zögerlich. Sparen wollte man an der falschen Stelle. Und vom Vorkaufsrecht der Stadt wurde kein Gebrauch gemacht. Das Resultat ist eine leerstehende Ruine.

Auch auf der Titanik spielte die Musik bis zuletzt. Deshalb sind alle Freunde und Unterstützer des Lügenmuseums am 9. September herzlich zu einem Fest eingeladen. Gefeiert werden zwei Jubiläen: das 33-jährige Bestehen des Lügenmuseums und 10 Jahre Lügenmuseum in Radebeul-Serkowitz.

Karin (Gerhardt) Baum

Achtung Terminverschiebung!

Die Podiumsdiskussion mit anschließendem Festakt anlässlich „10 Jahre
Lügenmuseum in Radebeul-Serkowitz“ findet am 12. September 2022, um 19 Uhr statt.

Unterzeichner Offener Brief des Radebeuler Kultur e.V.

Die Bekundungen zum Offenen Brief über den Gasthof Serkowitz und das Lügenmuseum halten unvermindert an. Den Brief haben mittlerweile über 360 Bürgerinnen und Bürger aus Radebeul und aus weiteren 46 Ortschaften der Bundesrepublik unterzeichnet. An der parallel laufenden Petition beteiligten sich bis zum 15. Juni 577 Personen.

Nach neuesten Informationen aus der Stadtratssitzung vom 15. Juni 2022 erfolgt eine Antwort auf den Offenen Brief des Radebeuler Kultur e. V. nach der Ausschreibung des Objektes „Serkowitzer Gasthof“ seitens der Stadtverwaltung.

Andrea Littau, Pädagogin, Pirna – Wolter Schuh, Rentner, Coswig/Sa. – Markus Retzlaff, Künstler, Radebeul – Kathrin Schmidt, Verkäuferin, Radebeul – Uwe Daubitz, AL Fernsehen, Radebeul – Chris Wagner, Fotograf, Dresden – Angela Lüken, Sozialpädagogin, Darmstadt – Ingrid Buchmann, Rentnerin, Coswig/Sa. – Wilfried Buchmann, Rentner, Coswig/Sa. – Albrecht Dubiel, Angestellter, Dresden – Eva Wulsten, Lehrerin, Radebeul – Jörg Baarß, Architekt, Radebeul – Victoria Esper, Kulturmanagerin, Radebeul – Dr. Hans-Jochen Müller, DV-Berater, Radebeul – Renate Klingner, Rentnerin, Radebeul – Thomas Berndt, Angestellter, Radebeul – U. D. Nagel, Rentnerin, Dresden – Monika Dreyer, Rentnerin, Dresden – Hans Naumann, Rentner, Radeburg – Wolfgang Gebauer, Rentner, Radeburg – P. Könitz, Selbständiger, Dresden – Torsten Nenke, Rentner, Radebeul – Erika Nenke, Rentnerin, Radebeul – Rudolf Zirm, Renter, Radebeul – Marion Kahnemann, Künstlerin, Dresden – Dr. Ute Müller, Rentnerin, Radebeul – Gudrun Seidel, Bürgerin, Radebeul – Dr. Heinrich Seidel, Rentner, Radebeul – Steffan von Koslovski, Privatier, Weinböhla –Angelika Güttler, Erzieherin, Niederau – Henri Güttler, Empfangsmitarbeiter, Niederau – Kerstin Louig, Heilpraktikerin, Moritzburg – Sebastian Lieber, KFZ-Service, Dresden – Frank Mietzsch, Ebersbach – Edelgard Taepke, Kulturinteressierte, Dresden – Enrico Scotta, Künstler, Radebeul – Prof. Dr. Gudrun Jägersberg, Radebeul – Monika Binder, Rentnerin, Radebeul – Evelyn Dänhardt, Rentnerin, Dresden – René Stich, Maschinenbau Ingenieur, Radebeul – Lutz Richter, Rentner, Radebeul – Silvana Mehnert, Sängerin, Radebeul – Heiko Fröhlich, Physiker, Radebeul – Andreas Deppner, Baumsachverständiger, Radebeul – K. Leliveld, Dipl Mg, Radebeul – Marc Binder, Arzt, Radebeul – Herbert Heinze, Rentner, Dresden – Julian Heschgen, Ingenieur, Freiburg – Sebastian Hempel, MA. Soziale Arbeit, Konstanz – Henry Nitschke, Ingenieur, Radebeul – Yvonne Raschke, Angestellte, Radebeul – Ute Roschig, Angestellte, Radebeul – Jürgen Heidenreich, Rentner, Radebeul – Heike Schmidt, Architektin, Radebeul – Gabriele Hübner, Erzieherin, Radebeul – Karin Kretschmar, Rentnerin, Radebeul – Volker Kretschmar, Rentner, Radebeul – Sonja Kratzsch, Rentnerin, Dresden – Anette Richter, Rentnerin, Kesselsdorf – Christine Ruge, Rentnerin, Freital – Ute Faust, Dresden – C. Mandel, Angestellte, Tharandt – Marleen Herz, Angestellte, Dresden – Stephanie Laeger, Freiberuflerin, Dresden – K. Kretzschmar, Lehrerin, Radebeul – Annekattrin Böhme, Lehrerin, Radebeul – Andrea Hammer, Lehrerin, Radebeul – Steffen Berger, Betreuungskraft Demenzkranker, Radebeul – Jürgen Kavte, Musiker, Niederau – Andreas Baßendowski, Dichter, Coswig/Sa. – Sylvia Luft, Trauerrednerin, Dresden – Sven Helsig, Verwaltungsangestellter, Braunschweig – Claudia Schmoranzer, Verwaltungskauffrau, Radeburg – Detlef Schmoranzer, Sozialarbeiter, Radeburg – Silvia Ibach, Malerin, Radebeul – Christian Fuller, Selbständiger Kaufmann, Radebeul – Heidi Heschel, Rentnerin, Dresden – M. Hesolel, Projektleiter, Dresden – Nicola Berlin, Erzieherin, Dresden – Christoph Pysz, Dipl.-Ingenieur, Friedewald – Robby Lampe, IT Dipl.-Ingenieur, Dresden – Grit Zimmermann, Dipl.-Ingenieur – Babett Hesolet, Medizinisch-technische Assistentin, Dresden – Christiane Zeidler, Erzieherin, Dresden – Britta Sommermeyer, Angestellte, Dresden – Carolina Günther, Referendarin, Dresden.

 

 

Neue Karikaturenausstellung in Radeburg.

Eine witzige Fahrt ins Blaue!

Neue Karikaturenausstellung in Radeburg. Eine witzige Fahrt ins Blaue! Foto: Heimatmuseum Radeburg

Unter dem Motto „Fahrt ins Blaue!“ lassen die besten deutschen Cartoonistinnen und Cartoonisten ihrem Humor freien Lauf. Die neue Ausstellung zum Heinrich-Zille-Karikaturenpreis zeigt seit dem 12. Juni rund sechzig Zeichnungen von knapp fünfzig Künstlerinnen und Künstlern, darunter ist auch der Zille-Preisträger von 2020, BECK aus Leipzig.
„Wir haben das Motto bereits im Sommer 2021 festgelegt. Aber mit Spritpreis-Erhöhungen und Neun-Euro-Ticket-Debatte haben wir wohl mit „Fahrt ins Blaue“ voll ins Schwarze getroffen“, so die Veranstalter, die Stadt Radeburg und die Galerie Komische Meister Dresden. Vorsitzende der Karikaturenpreisjury ist die Miterfinderin des Preises, die Bürgermeisterin der Stadt Radeburg, Michaela Ritter (parteilos).
Die Cartoons und Karikaturen beschäftigen sich diesmal mit den Tücken der Elektromobilität, leeren Akkus und möglichen Fortbewegungsvarianten der Zukunft. Der aktuelle Jurysieger heißt Markus Grolik aus München. Er überzeugte mit seinem Motiv namens „Aufladen“. Zwei Radler mit Elektro-Bike stehen entgeistert vor einer Aufladestation mit Grünem Strom – der per Hometrainer erzeugt werden muss. Das Bild überzeugte die Jury mehrheitlich. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro, gestiftet vom Hauptsponsor der Schau, dem Unternehmen IVAS Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme aus Dresden.
Das Publikum kann nun wieder seinen Favoriten wählen. Dies ist direkt in der Ausstellung im Heimatmuseum Radeburg möglich, wo entsprechende Abstimmungskarten ausliegen. Die Ideenwerk Radeburg GmbH stiftet für den Sieger oder die Siegerin fünfhundert Euro. „Dieser zweite Teil des Heinrich-Zille-Karikaturenpreises gehört inzwischen fest zum Wettbewerb dazu und gibt allen Künstlerinnen und Künstler eine Chance, deren Werk nicht von der Jury erwählt wurde“, so Jurymitglied Mario Süßenguth. Er betreibt zusammen mit Dr. Peter Ufer die Galerie Komische Meister Dresden.

Siegerbild von Markus Grolik: Cartoon »Aufladen« Repro: Heimatmuseum Radeburg

2018 wurde der inzwischen deutschlandweit renommierte Kunstpreis als Premiere ausgeschrieben und wird seit 2019 von der Stadt Radeburg gemeinsam mit der Galerie Komische Meister Dresden jährlich vergeben. Radeburg ist der Geburtsort des später in Berlin berühmt gewordenen Grafikers, Malers und Fotografen Heinrich Zille (1858 bis 1929). Im Heimatmuseum Radeburg ist auch eine Kabinettschau zu Zilles Leben und Werk zu sehen. „Die tollen Besucherreaktionen in unserem neu gestalteten Museum geben der Idee des Preises recht“, so Bürgermeisterin Michaela Ritter. „Wir glauben, dass auch dieser neue Zille-Jahrgang viele zum Lachen und Nachdenken bringen wird.“ Das Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost fördert das Zille-Karikaturenpreis-Projekt – so wie bereits die Sanierung des Museumsgebäudes.
Die neue Ausstellung „Fahrt ins Blaue!“ im Heimatmuseum Radeburg ist noch bis zum 8. September zu sehen.
Robert Rösler / Mario Süßenguth
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Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungsteil!

 

 

 

 

 

 

 

Siegerbild von Markus Grolik: Cartoon „Aufladen“

 

 

 

 

 

 

Preisverleihung im Heimatmuseum mit dem Sieger Markus Grolik, v.l.n.r.: Dirk Ohm (IVAS, Sponsor des Hauptpreises), Michaela Ritter (Bürgermeisterin Radeburg), Markus Grolik (Zillepreisträger 2022). Foto: Heimatmuseum Radeburg.

Schreibwerkstatt (5. Teil)

Essenauto, Ampelmädchen, Katzen und Füchse, Wolkenbilder

Mit dem Fahrrad komme ich als erstes an meinem alten Kindergarten und meiner alten Grundschule vorbei. In der Früh wuseln sehr viele Eltern mit ihren Kindern über die Straße. Es wird geredet, geweint, gelacht. Ich muss auf der Hälfte der Straße immer anhalten, damit das Essenauto mit dem großen Spiegelei darauf in die Einfahrt des Kindergartens einlenken kann. Das Spiegelei sieht nicht lecker aus. Irgendwie künstlich. Wenn ich mich aber an das Essen im Kindergarten erinnere, habe ich immer aufgegessen. Ob es heute noch dieselben Gerichte gibt? Ich glaube, niemand würde die Krautnudeln dort vermissen.
An der Ampel angekommen, drücke ich immer auf „Signal kommt“. Auf der anderen Seite wartet oft schon ein Mädchen, ebenfalls mit dem Fahrrad. Im Winter trägt sie eine rosafarbene Mütze. Es wird grün, ein kleines Gefühl der Erlösung nach dem Warten springt in mir auf. Unsere Wege schneiden sich für eine Sekunde, erst morgen werden wir uns erneut begegnen. Und obwohl ich sie jeden Tag sehe, kenne ich nicht ihren Namen. Manchmal stelle ich mir vor, wie sie ihre Mütze verliert, ich anhalte, um sie aufzuheben und ich letztendlich doch noch ihren Namen erfahre. Seitdem lächeln wir uns öfter an, grüßen uns oder halten den Daumen nach oben, um zu sagen, alles ist okay. Ich frage mich, ob wir Freunde wären, wenn wir unsere Namen kennen würden. Vielleicht mag sie auch keine Krautnudeln und empfindet die Ampelphase genauso kurz wie ich. Ich winke zu ihr hinüber und sie hält an. Wir stellen unsere Fahrräder an die Seite und sie erzählt mir von ihrem gestrigen Schultag und ihren Freunden. Das Ganze ist nun schon ein kleines Morgenritual geworden, was ich vermisse, wenn sie einmal nicht an der Ampel steht.

Vorbei an den Kleingärten und den Pferden, die zu jeder Jahreszeit draußen auf der Wiese neben dem Feld stehen, von dem ich nicht weiß, was dort eigentlich angebaut wird, führt mich mein Weg weiter in Richtung der freiwilligen Feuerwehr. Hier treffe ich häufiger auf Katzen, aber nie auf dieselbe, so als würden jeden Tag neue dazustoßen. Wem diese Katzen wohl gehören? Vielleicht einer alten Frau, die gleich fünf von ihnen adoptiert hat und sie nun ein bisschen zu gut füttert und laut über die ganze Straße ihre Namen ruft, wenn sie einmal nicht pünktlich zum Essen erscheinen. Abends sitzen sie dann, wie eine kleine Familie, in einem Kreis um den Sessel der Frau, in dem sie zum Schlagerabendprogramm einen neuen Schal für ihren Enkel strickt.
Dem Mädchen von der Ampel ist auch die Menge an Katzen aufgefallen, die dort herumgeistern. Ihre Vermutung liegt bei einem geheimen Katzentreff.
Auch heute läuft mir ein Tier über den Weg. Es ist allerdings, zu meiner großen Überraschung, ein Fuchs. Er hat keine Angst vor mir und meinem klapprigen, lauten Fahrrad in hellblau. Er setzt sich einfach an den Rand des Fußwegs und schaut mich mit seinen großen bernsteinfarbenen Augen an, leckt sich die Pfote, so als würde er darauf warten, dass ich gleich ein Gespräch mit ihm anfange. Weiß er, was ich in diesem Moment denke? Weiß er, dass ich ein wenig Respekt vor ihm habe? Ich hoffe, er hat die Katzen nicht verscheucht.
Wenn ich dann die Feuerwehr und das THW hinter mir gelassen habe, aus der Einfahrt habe ich übrigens noch ein Feuerwehrauto rauschen gesehen, überquere ich auch schon die nächste große Straße und muss schließlich am Zebrastreifen der Grundschule halt machen. Die Kinder strecken immer einen Arm heraus, um anzuzeigen, dass sie über die Straße gehen wollen und laufen erst los, wenn sie sich sicher sind, dass ich auch wirklich anhalte. Sie alle tragen die gelben Kappen des ADAC. Der Fußweg, den ich manchmal auch schiebend passiere, weil ich schon einmal eine dieser braunen Biomülltonnen angefahren habe, führt mich schließlich zur Kreuzung.
Hier gibt es das „Vu“, einen tollen Vietnamesen, bei dem ich öfters schon mit meiner Oma die Glasnudeln mit Gemüsepfanne ausprobiert habe.
Ich nehme den Fußweg Richtung Gradsteg. Früher war hier einmal ein Eisladen, wo ich als Kind öfters eine Kugel mitnehmen durfte und sie später auf dem Spielplatz nebenan genießen konnte. Hier gab es auch immer das beste Karussell von allen, unter der Kastanie, zumindest glaube ich, dass es ein Kastanienbaum war. Das Karussell war so schnell, dass man aufpassen musste, nicht herauszufallen.
Ich biege auf den Gottesacker ab, wo sich auf der rechten Seite der Friedhof entlang streckt. Auf der anderen Seite steht ein Haus, was ich besonders einladend finde. Es ist gelb angestrichen und hat petrolgrüne Fensterläden. Das Gelb ist aber nicht quietschend, laut oder aggressiv. Es ist fröhlich, gemütlich und ein kleiner Farbtupfer zwischendrin.
Die Müllcontainer kommen mir entgegen und ich fahre auf den neu gemachten, asphaltierten Teil der Straße. Links sind Bäume gepflanzt, die allerdings noch eine stützende Hilfe brauchen und auf der anderen Seite von viel höheren Laternen zu einer kleinen Allee ergänzt werden.
Früh am Morgen ist das das beste Stück des Wegs. Wenn die Sonne gerade aufgeht, erlebt man hier die motivierendsten Farben und ich fahre mitten in sie hinein. Entweder sind sie tiefrot und orange oder sie verschleiern sich mit den Wolkenbildern zu beruhigenden Pastellfarben. Sie zeigen eine andere Welt entfernt in meiner Phantasie, leicht, kraftvoll und unendlich weit. Sie geben mir Hoffnung auf einen weiteren Tag, an dem die Sonne aufgeht. Einen weiteren Tag, an dem ich dazulernen kann und ich über mich hinauswachse. Falls ich mit dem falschen Fuß aufgestanden bin, verbessern sie meine Gemütslage. Und wenn ich aufgeregt bin, weil ich in wenigen Minuten eine wichtige Klausur schreibe oder eine Präsentation vorstellen muss, dann beruhigt mich dieser Himmel.
Das Feld macht einem Platz, um auf der rechten Seite die Berge von der anderen Elbseite und auf der linken Seite die Weinberge mitsamt dem Spitzhaus zu sehen. Jeden Tag überholt mich hier die S-Bahn aufs Neue. Ich werde niemals schneller sein als sie. Die Abteile leuchten blau auf, und dann verschwinden sie in einem Wolkenbild in der Form eines Fuchses.
Ich bremse schließlich, steige ab und hebe das Fahrrad die kleine Stufe des Hintereingangs hoch. Meistens habe ich noch große Auswahl bei den Fahrradständern.

Helene Protze
Klasse 12 – Lößnitzgymnasium Radebeul

Sommerlicher Musikgenuss in Radebeul auf höchstem Niveau

Ein neues Kammermusikfestival rund um den Radebeuler Geiger Albrecht Menzel lädt in diesem Sommer vom 26.08. bis 04.09.2022 mit vier Konzerten erstmals an historische und ungewöhnliche Spielstätten in seiner Heimatstadt ein.

Geiger Albrecht Menzel Foto: A. Horneman

Ende August versammelt der Radebeuler Geiger und künstlerische Leiter Albrecht Menzel mit seiner wunderbaren Stradivari Violine und Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, wie dem berühmten Paganini Wettbewerb in Genua, junge herausragende Musiker und Musikfreunde, um in seiner Heimatstadt Radebeul gemeinsam zu musizieren. Ein Sommerkonzert 2021 in Radebeul wurde so gut angenommen, dass daraus ein kleines Musikfestival entstanden ist. Mit dabei sind die besten Musiker*innen ihrer Zunft, wie die Pianistin Lily Maisky, der Geiger Sascha Maisky oder der Cellist Andrei Ionita, Gewinner des Tschaikowski Wettbewerbes. In sommerlich-festlicher Atmosphäre präsentieren sie ein erlesenes Kammermusikprogramm. Mit der „Eröffnung“ beginnt das Festival am Freitag, den 26. August um 17.00 Uhr in der Friedenskirche. Mit den volkstümlichen Klängen von Dvoraks Klavierquintett op. 81 wird das Publikum willkommen geheißen. Die wunderbare Kulisse, die herrliche Natur der Radebeuler Weinberge und die Musik bilden eine Symbiose, die zum Verweilen einlädt. Ebenfalls im Programm des ersten Konzertes steht Schumanns Klavierquintett op. 44. Beim zweiten Konzert im Weingut Schloss Hoflößnitz am Montag, den 29.08. um 16.00 Uhr erklingt Dvoraks bekanntes Amerikanisches Streichquartett und anschließend berichtet der Dresdner Maler Christoph Wetzel über sein Lebenswerk: Die Ausmalung der Frauenkirche Dresden.
Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung in Radebeul
Albrecht Menzel spielte als Solist nicht nur unter Dirigenten wie Kurt Masur, Vasily Petrenko oder Joanna Mallwitz mit dem London Philharmonic Orchestra oder dem Münchner Rundfunkorchester u.a. in der Elbphilharmonie oder dem Gasteig München. Er wurde auch von der Geigerin Anne-Sophie Mutter eingeladen mit ihr gemeinsam als Solist u.a. in der Philharmonie Berlin, der Philharmonie Luxemburg und dem Grand Theatre in Aix-en-Provonce zu spielen. Außerdem tourte Menzel mit der Künstlerin in den USA, Kanada und Europa, in der Carnegie Hall, beim Grafenegg-Festival oder den Salzburger Festspielen. Daher ist es nicht von ungefähr, dass Albrecht Menzel zum dritten Konzert am Donnerstag, den 01.09. um 18.00 Uhr in der Lutherkirche Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung mit Werken vom Mozart und Beethoven nach Radebeul eingeladen hat.

Internationale junge Musiker und das Sozialprojekt
Junge Musiker*innen möchten sich sozial engagieren. Ein besonderer Teil des Musik Festival Radebeul wird der Besuch der jungen Künstler in einer Radebeuler Schule bilden. Dort wird nicht nur ein kleines Konzert für die Kinder in der Turnhalle erklingen, die Musiker werden über ihre „coolen alten“ Instrumente sprechen und über ihre Leidenschaft: die Musik.
Großes Finale in der Maschinenhalle des ehemaligen VEB Zerma Radbeul
Zum großen Finale geben sich die Meister der Kammermusik die Klinke in die Hand und bilden den Abschluss des Festivals mit dem Nachmittagskonzert am Sonntag, den 04.09. um 16.00 Uhr im Industriedenkmal – der Maschinenhalle des ehemaligen VEB Zerma Radebeul (Meißner Str. 17/Straßenbahnhaltestelle Forststraße) mit tänzerischen Klavierquartetten von Dvorak und Brahms. Alles in allem ein Kammermusik-Feuerwerk, bei dem keine Wünsche offenbleiben. Seien Sie neugierig und bringen Sie Ihre Kinder und Enkelkinder mit!
Bärbel Schön

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Detaillierte Angaben zu den Konzerten entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsteil!

Radebeul – die einstige Großbaustelle

Das erste bewohnte Haus der Friedlandstraße (Nr. 5) – Es musste leider, wie derzeit zu oft in Radebeul, einem Neubau weichen. (abgerissen 2019)
Quelle: Stadtarchiv Radebeul, StBA Bauakten abgerissener Gebäude, Friedlandstraße 5

Wenn man über die Historie der Lößnitz redet, kommt man an der Reblaus-Katastrophe nicht vorbei. Oftmals wird sie als Grund für die historische Parzellierung genannt: stillgelegte Weinbergfla?chen lockten Spekulanten an, die wertlose Grundstücke aufkauften und mit Häusern bebauten. Doch eigentlich war die Reblaus-Katastrophe nur das Tüpfelchen auf dem „i“, denn die Siedlungsent-wicklung begann schon einige Jahre früher. Die zunehmende Industrialisierung und der Anschluss an die Dresden-Leipzig-Eisenbahn hatten auch in den Lößnitzortschaften zu einer regen Bautätigkeit geführt. Fabrikbesitzer, Militärs, Beamte, Rentiers – wer ein bisschen Geld sein Eigen nannte, konnte sich hier seinen Wohntraum zu moderaten Preisen in landschaftlich reizvoller Lage erfüllen.
Im Stadtarchiv kann man seit einiger Zeit die alten Bilanzbücher der Baufirma Gebr. Ziller einsehen, in denen sich diese Entwicklung perfekt nachvollziehen lässt. In den Büchern notierten die Baumeister akribisch alle Ausgaben und Einnahmen. Mitte der 1860er Jahre waren das noch recht wenige – der Bauboom hatte noch nicht begonnen. Beim Lesen schmunzelt man über manch private Ausgabe, die sich zwischen Löhnen, Baumaterialaufwendungen oder den Kosten für Fuhren findet. „Mama Ziller“ bekam wöchentlich 10 Taler Wirtschaftsgeld, ein „Service für Ottos Geburtstag“ kostete etwas mehr als

Lößnitzwarenhaus von Otto Ziller (Augustusweg 11; Foto 1900-1920)
Quelle: Stadtarchiv Radebeul, F – 989

3 Taler, ein Boule-Ball für 3 Taler und 15 Groschen wurde angeschafft und der Bruder in Wien mit 40 Talern unterstützt. Auch in den 1870er Jahren ging es bei Zillers noch gemächlich zu. Die Auftragslage war gut, das ist unbestreitbar, aber noch immer wurden nur einzelne Bauplätze in den Büchern benannt. Erst ab Ende 1870 weitete sich das Ziller‘sche Baugeschehen extrem aus. Im Bilanzbuch ist nun von „Baukomplexen“ die Rede, z. B. vom „Baukomplex Sophienstraße“ oder „Baukomplex Nizzastraße“. Moritz (1838-1895) und Gustav Ziller (1842-1901) erwarben Grundstücke im großen Stil und begannen diese in eigenem Auftrag zu bebauen. Ganze Straßenzüge entstanden unter ihrem Wirken. Das war ein neues Geschäftsgebaren, welches sich nicht nur die Zillers zu eigen machten. Auch andere Baufirmen, wie „Schilling & Gräbner“ mit der „Villenkolonie Altfriedstein“ oder die „Baufirma F. W. Eisold“ aus Serkowitz, waren mit dieser Art des Bauens in der Lößnitz aktiv. Selbst Privatpersonen versuchten, mit Bauspekulation das große Geld zu machen. So hatte beispielsweise der Berliner Kunstgärtner Otto Teske (1847-1904) Familien-Landbesitz im Berliner Umland zu solch hohen Preisen verkauft, dass er sich 31jährig als Rentier in Niederlößnitz niederlassen konnte. Wahrscheinlich ging er davon aus, dass sich Dresden in naher Zukunft ähnlich wie Berlin ausdehnen würde und er die Grundstücke mit Gewinn verkaufen konnte. 1872 erwarb er die Moritzburger Str. 12 mit viel Bau- und Feldland. 1890 zog er in die Schulstr. 22 (heute Ledenweg 30) um. Sein dortiger Grundbesitz war riesig. Er projektierte und erschloss u.a. 1891/92 die untere Thomas-Mann-Straße, die damals inoffiziell „Teskestraße“ genannt wurde, ließ zwei große Mietvillen bauen (Nr. 1 und Nr. 2) und errichtete an der Kreuzung zur Karl-Liebknecht-Str. ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Nicht immer gingen die Spekulationen gut, manch einer brachte sich damit um Kopf und Kragen. Beim einstigen Kötzschenbrodaer Gemeindevorstand Woldemar Vogel endete es 1889 gar im Suizid. Aber zurück zu den Zillers. Wie lief die Bebauung nun tatsächlich ab?

Baukomplex Sophienstraße 1877 (heute E.-Bilz-Straße)
Quelle: Stadtarchiv Radebeul, Nachlass Ziller, N – 86/13

„Baukomplex Friedlandstraße“
Das Baugeschehen der kleinen Straße steht exemplarisch für viele Straßen zur damaligen Zeit. 1880 erwarb die Baufirma Gebr. Ziller von Pauline Marie Haase ein Feldgrundstück für 6.900 Mark. Die Parzelle 632 des Flurbuches Serkowitz gehörte ursprünglich zur Villa Friedland (heute Bennostr. 11), welche im Besitz der Witwe von Prof. Carl Friedrich Haase war, einem bekannten Mediziner der Medizinischen Akademie zu Dresden, der 1846 den jungen Karl May wegen seines Augenleidens behandelt hatte. Das erworbene Land hatte eine Größe von 1 Hektar und 10,9 Ar (11.090 m2). Nach Steuern und Gebühren wiesen die Zillers für diese Parzelle einen Bodenrichtwert von 68,11 M/Ar aus, was heute unglaublichen 4,56 Euro/m2 entspricht.* Auch für damalige Verhältnisse war dieser Bodenpreis äußerst günstig und regte Spekulationsgeschäfte an. Allerdings muss man auch sagen, dass man mit dem sandigen Boden kaum etwas anderes anfangen konnte.

Auf ihrem neu erworbenen Land legten die Zillers zuerst den Verlauf der neuen Straße fest. Das durfte nicht einfach willkürlich geschehen. Die Neuanlage von Straßen und Plätzen und die Errichtung von Wohngebäuden regelte die Lokalbauordnung der Gemeinde. Im öffentlich einsehbaren Bebauungsplan mussten die Straßen vor dem Bau als „neu anzulegende Straße“ oder zumindest als Weg enthalten sein. Ein verpflichteter, neutraler Geometer (in der Lößnitz war dies oft der Dresdner Geometer Emil Überall) bestimmte Richtung, Breite und Einmündung in die anschließenden Straßen, das Straßenniveau zur Entwässerungsregelung sowie der Baufluchtlinie der geplanten Hauptgebäude. Die hierdurch entstehenden Kosten trug selbstverständlich der Bauunternehmer.

Angebot der Zillerschen Villen und Häuser (Hauptstraße 2/3 ist heute Augustusweg 3 und 5?)
Quelle: Stadtarchiv Radebeul, Nachlass Ziller, N – 86/13

Am 29. September 1880 ersuchten die Gebr. Ziller bei der Gemeinde Serkowitz um die Genehmigung einer neuen Straße, die den Namen „Friedlandstraße“ erhalten sollte. Am 20. Oktober 1880 erteilte die Gemeinde die Erlaubnis, der Bau konnte beginnen. Wie in der Lokalbauordnung gefordert, bepflanzte Gustav Ziller die 175 m lange und 8m breite Straße „mit Schatten gebenden Bäumen“. Fußwege wurden angelegt: auf einer Seite der Fahrbahn ein 1,50m breiter Gehsteig, auf der anderen ein Weg von 50 cm. Die Erstellung der Straße kontrollierte die Baudeputation der Gemeindevertreter. Hatte sie nichts zu beanstanden, ging die Straße nach Fertigstellung in den Besitz der Gemeinde über, die fortan für deren Unterhaltung zuständig war. Die Kosten des Straßenbaus wurden auf die Grundstücke umgelegt.

Nun wurden die Grundstücke parzelliert. Im westlichen Teil der Friedlandstraße entstanden fünf Parzellen mit einer Fläche von 7,1 bis 18,6 Ar (heute Nr. 1-9). Das Bauland auf der östlichen Straßenseite ließ man vorerst liegen. Baugenehmigungen wurden eingeholt und mit der Errichtung der ersten drei Häuser begonnen (Nr. 1, Nr. 3, Nr. 5). Bis in die 1880er Jahre hinein bauten die Zillers vor allem zwei Haustypen, die auch in der Friedlandstraße zur Anwendung kamen: das „italienische Landhaus“ und das „Schweizerhaus“. Lt. Lokalbauordnung waren sämtliche Hauptgebäude von der Straßeneinfriedung 4,5 m abzurücken und von allen Seiten freistehend (mind. 4,5m zum Nachbarn) zu errichten. Die Bilanzbücher 1881 zeugen von einem regen Baugeschehen: Ausgaben für Mauer- und Dachziegel, Bruchsteine, Sandsteintafeln, Dachpappe, Eisenbahnschienen (!), Bauholz, Bretter, Pfosten, Nägel, Stifte, Farben, Lehm, Kies, Steinmetz- und Zimmerarbeiten, Falltür und Bodentreppe, Tischler- und Glasarbeiten, aber auch Kosten für Tapezierer sowieso Gartenkies, Bäume und Sträucher sind verzeichnet. 1882 waren die Häuser Nr. 3 und 5 bezugsfähig. Am Gebäude Nr. 1 wurde fleißig gebaut. Keines der drei Häuser hatten die Zillers bisher verkauft.

Nizzastraße 11 (links – bis 1904 Nizzastr. 1c; 1880 von Gebr. Ziller erbaut) und Lößnitzgrundstr. 2 (rechts) auf Oberlößnitzer Flur
Quelle: Stadtarchiv Radebeul, F – 1024

Hier half Otto Ziller (1840-1914), der einzige Kaufmann der Baumeisterfamilie. In seinem „Lößnitzwarenhaus“ (Augustusweg 11), einem Geschäft für Kolonialwaren, Delikatessen und Sämereien gab es für Interessierte einen „Nachweis für Mietwohnungen und verkäuflichen Haus- und Grundbesitz“. Neben dem Ladeneingang hingen Schaukästen, in welchen per Zeichnungen und Fotos die neuesten Zillerschen Häuser und Villen angeboten wurden. In Zeitungen und Adressbüchern erschienen Anzeigen. Interessenten konnten natürlich auch direkt im „Bau-Bureau“ der Zillers vorsprechen. Die Baufirma bot hier „… stets zum Verkauf eine Auswahl von complet eingerichteten Villen zu den verschiedensten Preisen und Größen, als auch Bauplätze in den angenehmsten Lagen der Ober- und Niederlößnitz“ an.
Die Werbung zahlte sich aus. Haus und Grundstück in der Friedlandstr. 5 fand zuerst seinen neuen Besitzer oder besser gesagt, eine Besitzerin. Frau Burghardt zahlte dafür am 27. August 1883 den Preis von 12.000 Mark. War die Gewinnmarge hoch? Das Bilanzbuch verrät, dass die Baufirma für Boden-, Gerichts-, Baukosten, die anteiligen Wasserwerks- (600 M) und Straßenbau-Kosten insgesamt 11.270,03 M aufgewendet hatte. Die Zillers erzielten demnach einen Gewinn von 729,97 M (heute etwa 4.900 Euro*). Nicht wirklich ein Knaller, das dachten sich wohl auch die Zillers, denn beim nächsten verkauften Haus lag die Gewinnmarge deutlich höher. Ende September 1883, erwarb Kommissionsrat Ludwig Grundstück und Haus Nr. 3 (ausgewiesener Gewinn: 2.006,67 M – heute ca. 13.500 Euro*).
Die neuen Bewohner hatten sich das Leben in der schönen Lößnitz sicher anders ausgemalt, als die Realität war: Ihre Häuser standen wie zwei Trutzburgen an einer von neu gepflanzten Platanen gesäumten Straße. Um sie herum Feldgrundstücke, auf denen das Unkraut wuchs. Auf dem Grundstück Nr. 1 eine aktive Baustelle mit Dreck und Lärm, denn jetzt arbeiteten die Zillers an diesem Haus mit Hochdruck weiter. Im Frühjahr 1885 wurde es endlich an den Kgl. Pr. Ökonomie-Kommissionsrat Kombst verkauft, der mit der Familie aus Ratibor hergezogen war.
Doch auch jetzt ließ sich das Leben in der „Sommerfrische“ nicht genießen, denn der Ausbau der östlichen Straßenseite (Nr. 2 – Nr. 12) begann. Auf den parzellierten Grundstücken wurden Baustellen eingerichtet. Mittlerweile hatte sich herumgesprochen, dass hier eine neue kleine Straße entstand. Nicht immer errichtete die Zillers zuerst die Häuser, bevor sich Käufer fanden. Die Grundstücke Nr. 4, Nr. 6 und Nr. 10 wurden als Bauplätze verkauft. Es war keine Frage, dass die Zillers den Bau der Wohnhäuser für die neuen Grundstücksbesitzer übernahmen. Die Parzelle am Anfang der Straße reservierte sich Otto Ziller, vis à vis zu seinem Laden. Die Häuser Friedlandstraße Nr. 8 und Nr. 12 errichtete die Baufirma wieder in eigenem Auftrag und veräußerte sie anschließend. Alle Häuser der östlichen Straßenseite entstanden zwischen 1885 und 1888. Allein die Feldgrund-stücke am oberen westlichen Teil der Straße blieben unbebaut und fanden erst viele Jahre später ihre Besitzer und Baumeister.
Über fünf Jahre hatten die ersten Bewohner die „Dauer-Baustelle Friedlandstraße“ ertragen. Dreck, Baulärm, Materialfuhren – ausgiebiges Lüften oder ein gemütliches Kaffeetrinken im Garten waren sicher nicht immer möglich gewesen. Die Idylle wurde aber nicht nur von dem Baugeschehen in der Friedlandstraße getrübt. Überall in Serkowitz, Oberlößnitz, Niederlößnitz entstanden fast zur selben Zeit Villen und Landhäuser. Das heutige Radebeul muss eine Großbaustelle gewesen sein!

Wohnqualität im Fokus
Die Schönheit der Villen-und Gartenstadt zeigte sich erst wenige Jahre später, denn die Baumeister von damals hatten das Areal als Ganzes im Blick behalten. Neben den unterschiedlichsten Villen und Landhäusern, legten sie Schmuckplätze und eine Vielzahl kleinerer Grünflächen an, wie den Fon- tainenplatz Dr.-Schmincke-Allee. Der „Verschönerungsverein für die Lößnitz und Umgebung“, dessen Gründungsvorsitzender Moritz Ziller war, tat alles, um die landschaftlichen Reize der Lößnitz zu erhalten und besser zugänglich zu machen.
Aber auch die Gemeinden übernahmen Verantwortung. So berichtete der bereits oben erwähnte Geometer Emil Überall, der 1884 mit der Erstellung des Bebauungsplanes für Oberlößnitz beauftragt war, dass die Gemeinde noch „… zu rechter Zeit für planmäßige Correktion und Verbreiterung öffentlicher Wege innerhalb der Flur Sorge tragen…“, die „zukünftigen Verkehrsverhältnisse nach menschlichem Ermessen“ im Blick. Oberlößnitz war die letzte der Lößnitzortschaften, die einen Bebauungsplan einführte. Mit den Lokalbauordnungen wurden Industriebauten in Wohngebieten abgewehrt und für eine geringe Überbauung der Grundstücke gesorgt, was deren Wert systematisch steigen ließ. Die alten Bebauungspläne sind noch heute Grundlage für Planungen, die durch den 1. und 2. Weltkrieg völlig zum Erliegen gekommen sind und erst in der Gegenwart sukzessive aufgegriffen werden.

Anja Hellfritzsch

* Mittels der früher veröffentlichten langen Reihe des Statistischen Bundesamtes und dem aktuellen Verbraucherpreisindex kann für die Mark folgende Kaufkraft berechnet werden: 1 Mark (1873) entspricht 6,70 Euro. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_W%C3%A4hrungsgeschichte#Die_Mark_des_neuen_Deutschen_Kaiserreichs )

 

Offene Alte Kirche

Alte Kirche zu Coswig Foto: M. Hartig

Die ALTE KIRCHE in Coswig gilt als eine der schönsten und interessantesten Dorfkirchen Sachsens. Sie kann mit zahlreichen Besonderheiten aufwarten, die in diesem Maße ihren Vergleich sucht. Der Altar sowie der Taufstein sind seit der Weihung dieser Kirche im Jahre 1497 zu sehen.
1611 wurde das Gotteshaus erweitert und erhielt in dem Zusammenhang eine bewundernswerte Innenausstattung, die heute noch fast unverändert so zu sehen ist. Der umfangreiche Bildschmuck betrifft zum einen die Deckenbemalung mit ihrem jüngsten Gericht, den Aposteln sowie den zahlreichen musizierenden Engeln. Zum andern lädt ein Kreuzweg an der Emporenbrüstung dazu ein, Jesu Leiden in der Folge von sehr gut erhaltenen Bildern mitzuerleben. Ein großes Wappen über dem Eingangsportal erzählt von der bewegten Geschichte der Alten Kirche.
Die Orgel, deren Ursprung bis ins Jahr 1624 nachweisbar ist, steht seit ihrer Restaurierung für vielfältige musikalische Einsätze bereit. Ihre mitteltönige Stimmung lockt Organisten sogar aus dem Ausland herbei. Während der Sommerzeit finden mehrere Konzerte statt.
Kunstliebhaber, geschichtlich Interessierte oder einfach Neugierige sind eingeladen, diese schöne Gotteshaus zu erleben. Es ist zugleich ein Ort, an dem man Stille finden kann im Getriebe des Alltags. Vielleicht ist es auch eine gute Rast auf einer Radtour. Vom 13. Juni an ist die Alte Kirche auf dem Ravensburger Platz in Coswig wieder für ihre Besucher geöffnet. Von Montag bis Freitag sind dafür ehrenamtliche Helfer von 11 bis 15 Uhr im Einsatz. Samstags kann man von 16 bis 18 Uhr die Kirche besichtigen. In den Monaten Juli und August beendet der SonnAbendKlang um 17.30 Uhr Uhr den Tag. Mit Orgelmusik und Meditation werden die Hörer auf den Sonntag eingestimmt.
Die ehrwürdige Alte Kirche ist gespannt und in Vorfreude auf ihre zahlreichen Besucher.
M. und H. Hartig

In eigener Sache

Foto: Karin Baum

Aus Anlass des 50. Geburtstages unseres sehr geschätzen Vorstands- und Redaktionsmitglieds Bertram Kazmirowski Anfang Juli gratulieren wir ganz herzlich.
Wir wünschen Dir nach diesen anstrengenden zwei Corona- Jahren – und überhaupt: Gesundheit und Kraft und Lust für die vielen Aufgaben, die weiterhin auf Erfüllung durch Dich warten, wie immer souverän.
Sowohl als Rezensent für kommende Theateraufführungen und Autor anderer interessanter Beiträge, als auch als Schlichter für eventuelle Krisensituationen mögst Du noch vielen, viele Jahre der Vorschau treu bleiben.
Mit diesen Wünschen stoßen wir auf Dich an!

Im Namen des Vorstandes und der Redaktion
herzlichst

Ilona Rau

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