Lesung in der Heimatstube

„Radebeul liest…“ mit AG Kötzschenbroda

Christine Strangfeld (r.) trägt in der Heimatstube Kötzschenbroda eigene Texte aus der Reihe »Als die Läden noch Namen von Leuten trugen« vor.Foto: K. (Gerhardt) Baum;

Was 2024 verhalten begann, sich im letzten Jahr enorm steigerte, entwickelte sich diesmal zu einem wahren Renner. Gemeint ist die von der Kultur- und Werbegilde Kötzschenbroda ins Leben gerufene Veranstaltung „Radebeul liest…“!
Gleich die Eröffnungslesung mit Thomas Gerlach und Jürgen Stegmann am 1. März in Teuberts Weingewölbe auf der Hoflößnitzstraße – dem ehemaligen Bunker – war bis auf den letzten Platz besetzt. Die zahlreichen, vor der Tür wartenden Besucher mussten letztendlich auf die im Monat März noch folgenden 31 Veranstaltungen vertröstet werden. An diesem 1. März ahnte freilich niemand, dass es über den gesamten Zeitraum ratsam sein könnte, sich frühzeitig zu den Lesungen einzufinden. Diese erfreuliche Entwicklung hatte natürlich auch ihre Schattenseiten. So wurde der Besuch einer Lesung diesmal zum Glücksspiel. Am Ende konnte man sich freuen, einen Platz „ergattert“ zu haben.
Sollten die Lesungen ursprünglich stärker auf Einrichtungen des innerstädtischen Handels verweisen, so ist das Bild der Veranstaltungsorte nun vielfältiger geworden. Zu den traditionellen Verkaufseinrichtungen gesellten sich Gaststätten, kulturelle und soziale Einrichtungen sowie die Bibliothek und die Friedenskirche. Unter die Lesungen mischten sich musikalische bis teilweise theatralische, ja gar filmische Angebote.
Erstaunlicherweise befanden sich diesmal unter den Akteuren mehr professionelle Autoren, als in den vergangenen Jahren. Manch einer hatte gar eine weite Anreise nicht gescheut. Gleichwohl konnten sich die Besucher auch diesmal wieder an den Nichtprofessionellen erfreuen, die eigene wie auch Texte anderer Autoren zu Gehör brachten. Dankenswerterweise hatte nun schon zum zweiten Mal die Radebeulerin Brigit Freund die Leitung des Unternehmens übernommen.
Die AG Kötzschenbroda „Heimatabend mit Frühstück“ hatte sich nach den guten Erfahrungen im vergangenen Jahr erneut entschieden, mit einem eigenen Beitrag an „Radebeul liest…“ teilzunehmen. Dafür wurde ein neues Konzept entwickelt. Die parallelen Lesungen in den beiden Ausstellungsräumen der Heimatstube Kötzschenbroda auf dem Anger in Altkötzschenbroda – dem kleinsten Veranstaltungsort – lehnten sich stärker an die Themenkomplexe der Heimatstube an. Zum einen lasen und erzählten Karin Baum und Christine Strangfeld Geschichten und Erlebtes zum Handel in Kötzschenbroda, passend zur gegenwärtigen Sonderausstellung „Ladenschluss in Kötzschenbroda?“, zum anderen trug Karl Uwe Baum Texte aus Hartmut Pfeils Publikation zur Industriegeschichte von Kötzschenbroda mit dem Titel Welch ein Reichtum vor.
Die auf eine Stunde konzipierte Veranstaltung verging auch deshalb wie im Flug, weil die Vortragenden ihre Lesung mit zahlreichem, zusätzlichen Anschauungsmaterial ausgestattet hatten.
Bedingt durch das ohnehin knapp bemessene Platzangebot in der Heimatstube, hatte die AG Kötzschenbroda „Heimatabend mit Frühstück“ vorsorglich um eine telefonische Anmeldung für die Lesung gebeten. So war es möglich, eine sichere Planung vorzunehmen und keinen Besucher unbefriedigt nach Hause schicken zu müssen. Der Andrang war allerdings so groß, dass sich die Vortragenden spontan entschlossen, an die erste, eine zweite Lesung anzufügen.
Für Interessierte, die diese beiden Lesungen nicht wahrnehmen konnten, bietet die Arbeitsgemeinschaft am 17. Mai um 16 Uhr eine weitere, kostenlose Lesung in der Heimatstube in Altkötzschenbroda 21 zum Thema „Handel und Industrie in Kötzschenbroda“ an.

Karl Uwe Baum


Um eine telefonische Anmeldung (0160/103 86 63) wird auch diesmal gebeten.

 

Kultur jenseits aller Leuchttürme

PR Künstlerhof Kunath

12. Pleinair mit Ausstellung im Künstlerhof Kunath in Röhrsdorf

Im Jahr 1786 nahm der französische Maler Pierre-Henri de Valenciennes eines Tages kurzerhand seine Staffelei und stellte sie in die freie Natur. Das Spiel des Lichtes selbst sollte Bild werden. Er gilt seither als einer der Begründer der modernen Freilicht- oder Pleinair- Malerei. Freilich hat es seit der Renaissance (so etwa Leonardo da Vinci, „Traktat über Malerei“) schon hin und wieder Überlegungen zur Rolle des natürlichen Lichtes in der Malerei gegeben.
Was vor 240 Jahren neu, aufregend, ja geradezu revolutionär anmutete, ist heute schöne Selbstverständlichkeit geworden.
Im linkselbischen Hochland hat Franziska Kunath in diesem Jahr bereits zum zwölften Pleinair auf ihren Künstlerhof eingeladen. Jenseits aller Leuchttürme sind abermals vierzehn Künstlerinnen und fünf Künstler dem Aufruf gefolgt. Von Mitte April bis Anfang Mai haben sie die sanftbewegte Landschaft um die Ortschaft Röhrsdorf im Frühlingslicht mit Pinsel und Farbe erkundet.
Auch in diesem Jahr werden dabei entstehende Arbeiten in der Zeit vom 15. Mai bis 7. Juni auf Franziskas schönem großen Scheunenboden der Öffentlichkeit vorgestellt.
Herzlich Einladung an alle!
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Apropos Spenden:

Auch auf dem Lande gibt’s Kultur nicht für umsonst.
Franziska Kunath hat als Veranstalterin sehr viel Zeit und Mühe investiert, um Fördermittel finden und beantragen zu können. Die Fördermittelgeber stellen Bedingungen: Dazu gehören vor allem die Eigenbeteiligung und die anteilige Beteiligung anderer Förderer.
Wenn einer die Summe kürzt, kürzen alle – damit das Verhältnis stimmt. Franziska aber kommts darauf an, daß auch für die beteiligten Künstlerinnen und Künstler mehr bleibt als die unsichere Hoffnung auf einen Bildverkauf. Hier nun sind wir als Besucher gefragt, mit privaten Spenden zu helfen!
Die Kooperation mit dem Verein „Landgestalten e.V.“ ermöglicht es dabei die Spenden steuerlich geltend machen zu können:
Mit dem Betreff: „Spende für Kunstprojekt 12. Pleinair 26 auf dem Künstlerhof Kunath“ Dazu Name und Bankverbindung:
Kontoinhaber:
Landgestalten e.V.
IBAN DE09 5003 1000 1083 5070 00

Auf daß Kultur auch weiterhin dort leuchten kann, wo keine Türme sind …

Thomas Gerlach

Veranstaltungsplan:
15. Mai 2026 Vernissage mit Musik von Danuta Jacobasch, Cello und einer Laudatio von T. Gerlach
21. 5. Constapella, eine erfolgreiche Band aus Musikern der Region, spielt zum Tanz auf.
24. 5. Künstlerinnen und Künstler führen durch die Ausstellung.
31. 5. Impulsvortrag von Professor Kossak mit anschließendem Künstlergespräch.
7. 6. 20 Uhr, Finissage mit einem Solokonzert von Matthias Macht

Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe 2026 auf dem Jahnaischen Hof Meißen in der Produzentengalerie

Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe 2026
auf dem Jahnaischen Hof Meißen in der Produzentengalerie

Auch in diesem Jahr möchten wir an die kulturellen Ereignissen der letzten Jahre anknüpfen und wieder ein interessantes Veranstaltungsprogramm gestalten in dem Bildende Kunst, Literatur und Musik in Verbindung gebracht werden. Den historischen Jahnaischen Hof als Kunst- und Kulturort in Meißen lebendig zu halten und die Strahlkraft über Meißen hinaus zu stärken, ist das große Anliegen.
Mit der ersten Ausstellung in diesem Jahr mit dem Titel „Scharfenberger Wege I“ wird der Beginn einer Ausstellungsreihe ihren Anfang finden, in der Arbeiten von Künstlern gezeigt werden, die in Scharfenberg bei Meißen gearbeitet und gelebt haben. Scharfenberg, insbesondere das Schloß Scharfenberg übte seit dem frühen 19.Jh. mit dem „Scharfenberger Kreis“, dem literarischkünstlerischen Zirkel um Tieck, Novalis, Körner, Fouque u.a. eine bedeutende Anziehung aus.
Diese Anziehungskraft setzte sich bis in die heutige Zeit fort, so dass es im laufe der Jahre zahlreiche Künstler nach Scharfenberg und in die Umgebung gezogen hat.
In der Produzentengalerie Jahnaischer Hof wird mit dieser Ausstellungsreihe die Bedeutung und Ausstahlung dieses Ortes und der Gegegend des Meißner  Hochlandes mit seinen zeitgenössischen Künstlerpersönlichkeiten thematisiert.
Die Ausstellung „Scharfenberger Werge I“ vom 8.5. bis 19.7.2026 zeigt Malerei von Andreas Bäunsdorf, Graphitzeichnungen von Angelika Becher und Siebdrucke und Radierungen von Sylvia Fenk.
Auf Schloß Scharfenberg lebten und arbeiteten Andreas Bräunsdorf von 2001 bis 2025 und Angelika Becher, 2000/01 und ab 2025. Sylvia Fenk hatte ihren Atelier-und Wohnort von 1995 bis 2005 auf einem Hof in Scharfenberg. Da Andreas Bräunsdorf im September letzten Jahres bei einem Autounfall ums Leben kam, wird diese Ausstellung auch zu seinem Gedenken ausgerichtet.

Begleitprogramm zur Ausstellung:

PR Jahnaischer Hof

8.5., 19.30 Uhr, Vernissage
Laudatio: Katharina Arlt, Musik: Max Wutzler (Gitarre), Thomas
Schönfeld (Trompete), Gero Dumrath (Schlagzeug)

23.5., 10 -18 Uhr „Kunst offen in Sachsen“

30.5., 18 – 22 Uhr „Lange Nacht der Kultur“
ab 19 Uhr Lieder und Oldys mit der one man band „Streuner“

5.6., 19.30 Uhr Verwehte Geschichte – Vergessene Romantik.
„Der Scharfenberger Kreis“ und die Geselligkeit der Künstler.
Vortrag von Dr. phil. Justus H.Ulbricht (Historiker), Musik Stefan
Maaß (Gitarre)

12./13.6. zahlreiche Lesungen zum Literaturfest Meißen und
zwei Konzerte auf dem Jahnaischen Hof
12.6., 20 Uhr„ Sehnsucht nach gestern und morgen“ Lieder und Poesie
aus dem Hohen Fläming mit Maren Petzold (Gesang, Gitarre),Texte von und
Helmuth Engels
13.6., 20.30 Uhr, „El viaje del Salamandro“, Konzert mit Saúl und
Leandro aus Ecuador und Argentinien (Quenas, Gitarre, Zikus,
Charango, Ronrroco, Quenacho, Percussion)

3.7., 19 Uhr, Finissage und Konzert
Gitarrennacht mit David Benjamin Sick


Die zweite Ausstellung in diesem Jahr mit dem Titel „querbeet“
zeigt Objekte, Assemblagen und Hinterglasbilder von Else Gold.
Diese wird am 4.9. eröffnet. Auch in dieser Ausstellungszeit wird es
zahlreiche Veranstaltungen geben.

Informationen sind auf www.sylviafenk.de zu finden.

Jahnaischer Hof
Freiheit 1
01662 Meißen
Kontakt: post@sylviafenk.de

Konzertankündigung Schlosskirche Jahnishausen

MIT LEIB & SEELE – chorusvocalis

PR chorusvocalis

In der Schlosskirche Jahnishausen findet am 10. Mai 2026 um 16 Uhr das erste gemeinsame Konzert der beiden Dresdener Chöre „chorus resonia“ und „vocalis“ unter dem neuen Namen „chorusvocalis“ statt.
Die Organisatoren freuen sich sehr, dass dieser gemischte Chor mit seinem neuen Projekt, eigens für diesen Anlass konzipiert, den Jahnishausener Schlosskirchensommer 2026 eröffnet.

Unter der bewährten Leitung von Edith Maria Breuer, die in ihrem Musiksalon „impulssein“ in Radebeul Altkötzschenbroda musiziert, mit Chören probt und unterrichtet, lädt das Programm MIT LEIB & SEELE zu einer musikalischen Erlebnisreise durch berührende Chorliteratur von Heinrich Schütz, J.S. Bach, Jean Sibelius, Ola Gjeilo und Eric Whitacre ein.

Die beiden Chöre widmen sich seit langem dem Entwickeln und Erleben vom eigenen freien Klang.
Als klassische Sängerin und Chorleiterin überschreitet Edith M. Breuer dabei mit Freude Genregrenzen.
Von Taizé-Gesängen über Bach, Pärt oder Lauridsen bis hin zu Popsongs bietet jedes Genre spezielle Möglichkeiten und Farben für die EINE Idee:
Klangwelten zu erleben.

Mit Leib & Seele musikalisch durch die Jahrhunderte zu wandern und dabei jeweils das Herz einer Komposition zu entdecken, ermöglicht in diesem Programm ein besonderes Hörerlebnis im unverwechselbaren Resonanzraum der Konzert- und Kulturkirche in Jahnishausen/ Riesa.

Am Piano: Susanne Barnkoth, Dresden
Leitung: Edith Maria Breuer, Radebeul, www.impulssein.com

 


Eintritt 15 Euro,
Ticketreservierungen unter +49 177 6790220
Barrierefreier Zugang

Der Notschriften-Verlag ist umgezogen

Verleger Jens Kuhbandner am neuen Standort, Foto: S. Graedtke

Der Radebeuler Notschriften-Verlag feiert 2026 nicht nur sein 30-jähriges Bestehen, sondern hat am prominenten Platz ein neues Zuhause gefunden. Sieben Jahre war der Buchladen etwas versteckt in der Bahnhofstr. 19a ansässig. Kurz vor Ostern eröffnete in den Räumlichkeiten der einstigen „Holzkiste“ direkt am Dorfanger Altkötzschenbroda 22 der Sitz des Verlages seine Pforte.
Über dem Ladengschäft prangt nun „Buch & Spiel“, da sich der Verlag mit einem ausgewählten Angebot von Holzspielwaren den Verkaufsraum mit dem langjährigen Inhaber der „Holzkiste“ in Symbiose teilt.
Die Redaktion von „Vorschau & Rückblick“ wünscht dem Verleger Jens Kuhbandner am neuen Ort alles Gute und stets eine interessierte Käufer- und Leserschaft!
Und selbstverständlich sind allmonatlich auch unsere Hefte dort zu finden.

Sascha Graedtke

 

 

Lößnitzbar – Ausstellung „Im Licht der Schatten“

Stille Dinge und fotografische Collagen von Holger Goehler

Foto: A. Mayer u. H. Goehler

Holger Goehler widmet sich seit Langem der Stilllebenfotografie. Dabei erkannte er sein besonderes Potenzial im Umgang mit Licht und Schatten. Hier arbeitet er an Langzeitprojekten wie „Homelights“, „Office life“ und „Bathroom stories“ – vorzugsweise in Schwarz-Weiß. Bei seinen Kompositionen spielt er bewusst mit Schatten und Reflexionen und experimentiert damit, wie Formen das Licht manipulieren können.
In jüngster Zeit beschäftigt er sich mit der Technik von Mehrfachbelichtung und Collagen. Hierbei setzt er fotografische Sequenzen

K. Kiesewalter

von unterschiedlichen Schauplätzen zusammen und erzeugt surreale visuelle Geschichten.

Die Ausstellung ist derzeit in der Radebeuler Lößnitzbar zu sehen und die rührigen Baristen mit „Lokal & Bühne“ freuen sich auf Ihren Besuch. Bitte beachten Sie zudem die zahlreichen weiteren Veranstaltungen und Angebote!

 

 

Foto: H. Goehler

 

Manfredo

„Mütter gebt von eurem Überfluss“ – das Plakat von Käthe Kollwitz entstand vor 100 Jahren

Schenkung der Originallithografie von Käthe Kollwitz durch Dr. Ursula Schoen ist jetzt im Kollwitz Haus in Moritzburg zu sehen

Repro: Käthe-Kollwitz-Haus

Das Plakat entstand 1926 für die Milchsammelstelle der Frauenklinik Erfurt. Initiiert hatte dies die Ärztin Dr. Marie-Elise Kayser. Im Mai 1919 hatte sie in der Säuglingsabteilung des Magdeburger Krankenhauses Altstadt die erste Frauenmilchsammelstelle Deutschlands ins Leben gerufen. Jahrzehnte existierten diese Sammelstellen in fast allen deutschen Großstädten. Noch heute existieren ca. 20 Sammelstellen in Deutschland nach Marie-Elise Kaysers Vorbild.
Bereits 1921 hatte sich die Ärztin an Käthe Kollwitz gewandt, mit der Bitte um ein Plakat für ihre Spendenaktion in Erfurt.
Käthe Kollwitz schreibt am 16. Dezember 1921:
„Ich finde die Idee glänzend. Sicher ist da ein Weg, die Säuglingssterblichkeit herabzudrücken. Ein Plakat, das für diese Idee wirbt, denke ich mir so, dass eine junge fröhliche Frau mit voller Brust, an der sich ihr eigenes Kind bereits sattgetrunken hat, dass sie aber noch im Arm hat, ein fremdes schwächliches Kind in den anderen Arm nimmt und anlegt…Ich möchte so etwas schon gerne machen – schon weil ich die ganze Idee so glücklich und erfreulich finde – aber doch kann ich es ihnen nicht zusagen… Ich habe jetzt sehr viel Arbeit vor, die ich nicht unterbrechen möchte und kann“.
1923 stehen die beiden Frauen erneut im brieflichen Kontakt. Und wieder ist Käthe Kollwitz beschäftigt mit einer großen Plastik für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Dr. Ursula Schoen und Katharina Merkel, Vorsitzende des Vereins Käthe Kollwitz Moritzburg e.V., Foto: A. Ackermann-Schopf

Dann endlich 1926 kann die Künstlerin mit der Arbeit beginnen.
Sie schreibt am 31.10.1926: „Liebe Frau Dr. Kayser/ Meine Absage lässt mir doch keine Ruhe und ich möchte nun so sagen: Ich versuche gleich die Sache vorzunehmen. Glückt sie, dann erhalten Sie sie zum 10. November, glückt sie nicht, dann kann ich sie eben nicht, wenigstens jetzt nicht, machen“. Sie bittet um den Text, der auf das Plakat soll.
Sie vereinbarten, einige signierte Vorzugsexemplare der Lithographie zu behalten und zu verkaufen. Den Druckstein überließ Käthe Kollwitz Frau Dr. Kayser.
Eine dieser Lithographien gehört jetzt dem Freundeskreis des Kollwitz Hauses und ist in Moritzburg seit Ende März 2026 zu sehen.
Übergeben wurde sie von Dr. Ursula Schoen im März 2026 zur Mitgliederversammlung des Vereins.
Der Kontakt zu unserem Verein entstand über unser Vereinsmitglied Thomas Emmrich, der Frau Dr. Schoen auf einer Tagung der Diakonie kennen lernte.
Wie kam die Lithographie in den Besitz von Frau Dr. Schoen?
Dr. Ursula Schoen: „Marie-Elise Kayser war die Ehefrau von Konrad Kayser, ebenfalls Arzt in Erfurt. Konrad Kayser war der Patenonkel meines Vaters, Wilhelm Gieseke., aus dessen Nachlass das Bild stammt. Er schenkte es meinen Eltern zur Hochzeit. Wir freuen uns, dass das Bild in Moritzburg nun einen guten Platz findet.“
Der Freundeskreis Käthe Kollwitz Moritzburg e.V. dankt Frau Dr. Schoen ganz herzlich für diese Schenkung und freut sich über die Bereicherung der Ausstellung im Sterbehaus von Käthe Kollwitz.

Petra Grubitzsch, Freundeskreis Käthe Kollwitz

 

Editorial 26-05

Was für ein Freitagabend, am 17. April! Ziel waren die Landesbühnen Sachsen, aber nicht ein Schauspiel oder eine Oper aus dem reichhaltigen Angebot des hiesigen Theaterhauses waren der Anlass. Diesmal öffneten das Theater und die „Goldene Weintraube“ ihre Pforten, um einem Spektakel ganz anderer Art Platz zu bieten.
Ein begeistertes Publikum konnte zum zweiten Mal das Finale des „Golden Grape Music Contest 2026“ im „Glashaus“ und alternierend in der „Goldenen Weintraube“ erleben. Eine Fachjury aus dem Jugend- Sozial- und Kulturbereich hatte aus 38 Bewerbungen in einem fünfstündigen Marathon acht Bands bzw. Protagonisten herausgefiltert. Aus denen sollte an diesem Freitag das Publikum den Sieger küren. Sehr unterschiedliche Sounds sowie Texte in deutscher oder englischer Sprache brachten das Publikum zu begeisterten Beifallsbekundungen. Natürlich waren da auch Fans dabei.
Ehrlich gesagt: Ich habe mich an der Bewertung am Ende nicht beteiligt. Alle hätten von mir mit ihren unterschiedlichen Musikstilen und ihren wirklich beeindruckenden Leistungen einen Preis verdient gehabt. Und ebenso hätten die Organisatoren einen Preis verdient. Im Zusammenspiel der Landesbühnen Sachsen, The Barnyard Live Club, dem Radebulli, dem White House, dem Radebeuler Kultur e.V. , dem Büro für Popkultur und Musik in Sachsen, der JUCO Soziale Arbeit gGmbH, der Stadt Radebeul und dem Freundeskreis der Landesbühnen Sachsen & der Felsenbühne Rathen e.V. ist es gelungen, ganz im Gegensatz zu „viele Köche verderben den Brei“ einen großartigen Abend für alle Beteiligten zu organisieren. Dafür ein großes Lob, verbunden mit der Hoffnung auf Fortsetzung.
Das sind erhaltenswürdige kulturelle Werte!

Ilona Rau

Zur Titelbildserie

Aus meinen grafischen Tagebüchern

Schon als junger Mann haben mich Architektur und Skulpturen der klassischen Antike fasziniert. Vermutlich hat diese Kunst Spuren in meinem Innersten hinterlassen. Woher sonst taucht spontan beim Zeichnen mit Tusche und Feder das Bedürfnis auf, Architekturelemente dieser Zeit in meine abstrahierte grafische Arbeit einzuarbeiten? Denn Gelegenheit, diese Objekte im Original vor Ort zu erleben hatte ich bisher nicht.

Trotzdem entwickeln sich beispielsweise Zeichnungen wie eine Mischung aus Elementen dieser klassischen Architektur, textilem Faltenwurf und optischer Illusion. Mit Linien, Schraffuren und Kontrasten versuche ich eine starke grafische Wirkung zu erreichen die, wie sich im Rückblick herausstellt, entfernte Ähnlichkeiten mit Zentangle- oder Op-Art-Elementen enthält.

Was an ein ionisches Kapitell erinnert, könnte man auch als zwei Spiralen, die wie wachsame Augen den darunter fließenden Stoff, enge Schraffuren oder das flirrende Schachbrettmuster beobachten, interpretieren.

Vertikale Bahnen in der Mitte, wie Vorhänge oder fließende Stoffe, die kurz zu kippen oder einzuschnüren zu scheinen, öffnen hinter dem Ornament scheinbar eine zweite Ebene. Die zu entdecken überlasse ich dem Betrachter.

Alles ist in Bewegung, im Rhythmus – mein Spiel aus Ordnung und Verformung, aus Architektur und textilem Traum.

Mit Felix Meyer poetisch durch das Jahr

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