Zum Titelbild September 2011

Zum Titelbild September 2011

Den Eingang der Schillerschule (Hauptstraße 10) flankieren seit dem Umbau von 1902 zwei markante, überlebensgroße, in Sandstein gehauene Köpfe; Titelbild: rechter Kopf. Es sind kraftvolle Jugendstilarbeiten eines unbekannten Künstlers. Ich sehe hierin ein Paar, also Mann und Frau, auch wenn das schwer zu belegen ist – lange Haare haben beide. Der Titelkopf, nach meiner Auslegung der Mann, trägt einen Kopfschmuck aus Lorbeerblättern und –früchten, die seit der Antike für Sieg oder Ruhm stehen können. Das Attribut des anderen Kopfes, also der Frau, – zwei, einen Kranz bildende Schlangen – ist schwerer zu deuten. Einerseits steht die Schlange seit Äskulap für die Medizin, anderseits ist seit Adam und Eva die Schlange ein Symbol für Versuchung, List und Falschheit. Zwei Schlangen würden die Symbolaussage gar noch steigern, wo kämen wir da hin? Die Schulkinder werden uns da leider auch nicht helfen können.
Der männliche Kopf zierte schon unser Heft 6/94, nach 17 Jahren verwenden wir aber ein neues Foto!

Dietrich Lohse

Zum Titelbild Mai 2011

Zum Titelbild Mai 2011

Hier zeigen wir eine flache Reliefgestaltung auf der Ostseite des Erkers der Roseggerschule (Wasastraße 21). Die vom Dresdner Architekten Otto Förster entworfene Schule wurde 1901 auf Serkowitzer Flur gebaut. Wer den zeitgleich geschaffenen plastischen Schmuck ausführte, ist uns nicht bekannt. Der über die Schulter zurückgewandte Blick der jungen Dame ist nicht ohne ein gewisses Raffinement. Der florale Schmuck am Kranz und in den Seitenfeldern zeigt deutlich die Formensprache des Jugendstils. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Arbeit in Sandstein, der auch an anderen Stellen der Schule Verwendung fand. Die Schule selbst steht stilistisch an der Grenze von Historismus und Jugendstil.

Dietrich Lohse

Zum Titelbild April 2011

Zum Titelbild April 2011

Am 1882 von Baumeister Bernhard Große errichteten Landhaus Hainstraße 6 befinden sich von Anfang an zwei gleiche Frauenköpfe auf der Ostseite in Höhe des Obergeschoß-Fußbodens.
Das runde Medaillon wird jeweils durch rechts und links angefügte Fruchtgirlanden flankiert, eine in der Gründerzeit übliche Gestaltung.
Offensichtlich handelt es sich bei dem Fassadenschmuck um Konfektionsware, möglicherweise auf Gipsbasis. Somit sehen wir hier eine preiswerte Ausschmückung des Landhauses.
Die Nische im Obergeschoß war vor der Sanierung leer. Die Schmuckfigur, die die jetzige Bauherrschaft hier aufgestellt hat, erscheint ein wenig zu klein, aber ansonsten nicht unpassend.

Dietrich Lohse

 

Zum Titelbild Dezember 2012

Der Jahresabschluss unserer Bilderreihe mit Zeichnungen von André Uhlig stimmt uns auf die kommende Advents- und Weihnachtszeit ein. Schon viele Jahre wird der Radebeuler Weihnachtsmarkt in Altkötzschenbroda mit seinem beschaulichen Charakter von vielen Besuchern von nah und fern geschätzt. Unter dem Motto „Lichterglanz und Budenzauber“ locken liebevoll gestaltete Stände zum Verweilen und Geniessen ein. So lässt sich hier und da vielleicht auch noch die eine oder andere Kleinigkeit für das bevorstehende Fest finden.
Unser Titelmotiv fängt im Schutze der Friedenskirche ein buntes Treiben auf dem Kirchvorplatz ein. Dem Dunkel des Abendhimmels trotzen zahllose Laternen, die wie Sterne über den Menschen schweben.

Wie bereits in einer ausführlicheren Ankündigung in diesem Heft erwähnt, wird das kommende Jahr uns wieder mit fotografierten architektonischen Details in Radebeul vertraut machen. Diesmal werden „Torbögen vor Villen“ Gegenstand der Betrachtung sein, die Herr Dietrich Lohse in gewohnter Weise fachkundig erläutern wird.

Sascha Graedtke

Titelbild November 2012

Titelbild November 2012

Mit „Schloss Hoflößnitz“ hat eines der markantesten Wahrzeichen von Radebeul auf unserer Titelseite seinen Platz gefunden. Am Fuße der Einzellage „Goldener Wagen“ gelegen, beherrscht der äußerlich schlichte Bau eindrucksvoll die umliegenden Weinberge. Kein Wunder also, dass das reizvolle Zusammenspiel von Architektur und Weinkulturlandschaft zum dankbaren Bildmotiv für ganze Künstlergenerationen wurde. 1650 wurde das Schlösschen unter Kurfürst Johann Georg I. durch den Hofbaumeister Ezechiel Eckhardt errichtet. Spätere Höhepunkte erlebte der Ort durch Besuche August des Starken, der mit seinen Jagdgesellschaften hier so manche rauschende Festlichkeit beging. Nach dem Niedergang des Weinbaus zum Ende des 19. Jahrhunderts infolge der Reblauskatastrophe, war die Anlage zunehmend dem Verfall preisgegeben. Durch das unermüdliche Engagement des Hoflößnitzvereins erfuhr der Bau 1912/13 eine Sanierung, welche die Grundlage zur Einrichtung des ersten Museums bildete. 1998 wurde mit der „Stiftung Weingutmuseum Hoflößnitz“ schließlich eine neue Trägerschaft begründet. Wer bisher noch nicht einen Blick in die Räumlichkeiten geworfen hat, wird erstaunt sein, hier eine der wenigen erhaltenen Innenarchitekturen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts in Sachsen vorzufinden.

Sascha Graedtke

Titelbild Oktober 2012

Eine Zeichnung vom Radebeuler Lößnitzbach ziert in diesem Monat unsere Titelseite. Für viele Neuradebeuler, oder diejenigen die irgendwo in Radebeul Ost oder West wohnen, mag der zumeist unscheinbare Bach gar unbekannt sein. Aber immerhin „zerschneidet“ er in Höhe „Weißes Ross“ Radebeul, wenn auch in einigen weiten Straßenbereichen unterirdisch. Von den Dippelsdorfern Teichen kommend führt sein Weg durch den Lößnitzgrund, bevor er im Ortsteil Serkowitz in die Elbe mündet. Auf diesen nur 6,7 Kilometern überwindet er infolge des Kerbtals einen Höhenunterschied von fast 80 Metern. Abgesehen vom Bachverlauf im langen Lößnitzgrund, ist er wohl auf dem Feldweg im unteren Teil der Straße des Friedens vor dem Ortskern von Serkowitz am schönsten wahrzunehmen. Große alte Bäume säumen hier mit großer Ursprünglichkeit den Bachlauf. André Uhlig fing diese Stelle für unser Titelblatt ein, an der er als Kind so oft gespielt hatte. Nicht selten trocknet der kleine Bach in den Sommermonaten aus. Und wenn im Herbst die Dippelsdorfer Teiche zum Abfischen abgelassen werden, soll manchmal gar ein großer Fisch hier gesichtet worden sein.

Sascha Graedtke

Titelbild September 2012

Titelbild September 2012

Ein Blick auf den Dorfanger von Altkötzschenbroda wurde hier von André Uhlig stimmungsvoll eingefangen. Das ganze Jahr über laden die vielen Restaurants, Kneipen und Lädchen zum Bummeln und Verweilen ein. Jetzt im September erlebt der Stadtteil mit dem dreitägigen Weinfest und Wandertheaterfestival aber seinen uneingeschränkten Höhepunkt im Jahreskreis. Zehntausende Wein- und Theaterfreunde werden sich wieder in den bunten Reigen von zahllosen Winzerständen und Theaterbühnen einreihen.
Einige Künstler haben in „Altkö“ und im näheren Umkreis ihren festen Platz gefunden. André Uhlig gibt so neben dem „Atelier Oberlicht“ im Rahmen der Volkshochschule regelmäßig Kurse im Tiefdruck und teilt sich ein Atelier mit der Bühnenmalerin Birgit Köhler auf der in unmittelbarer Nähe gelegenen Neuen Straße.
Schön, dass ein zu DDR-Zeiten zum Abriss geweihter Stadtteil nach der Wende, wenn gar hier und da vielleicht eine Spur zu süßlich, eine derartige Renaissance erleben durfte.

Sascha Graedtke

Zum Titelbild August 2012

Zum Titelbild August 2012

Das Titelbild von André Uhlig führt uns mit Schloss Übigau zu einem barocken Kleinod ein Stück elbaufwärts von Radebeul. Seine Lage in unmittelbarer Elbnähe ist konzeptionell auf die Dresdner Altstadt ausgerichtet. Ein reich verzierter, aber verlorengegangener Barockgarten rundete das Erscheinungsbild der großzügigen Anlage ab. Die zur Gartenseite gelegene Fassade mit zwei übereinanderliegenden neunachsigen Bogenreihen vermitteln das Flair italienischer Renaissance. Jacob Heinrich von Flemming ließ um 1725 das Schloss durch den Hofbaumeister Johann Friedrich Eosander von Göthe errichten. Noch kurz vor seiner Fertigstellung erwarb Kurfürst August der Starke das Anwesen. Nach zahlreich wechselnden Besitzverhältnissen, diente das Gebäude bis zur Wendezeit schließlich als Verwaltungssitz des VEBs Dampfkesselbau Übigau.
Heute, nach über zwei Jahrzehnten des Leerstands bietet es einen traurigen Anblick. Mehrere Anläufe zur Sanierung schlugen bisher fehl. Immerhin gibt es im Umfeld wieder kleine Feste und Einkehrmöglichkeiten. Und irgendwann schlägt dem Schloss vielleicht noch eine bessere Stunde.

Sascha Graedtke

Zum Titelbild Juli 2012

Zum Titelbild Juli 2012

Sommerzeit – Urlaubszeit! So entführt uns diesmal auch das Titelbild aus heimatlichen Gefilden und präsentiert ein Motiv von der Ostseeküste. Darß-Liebhaber werden hier womöglich den wunderschönen Weststrand schon erkennen. Nördlich von Ahrenshoop, wo die vielbefahrene Straße einen weiten Bogen um den großen Darßwald schlägt, beginnt der von Touristen weniger frequentierte Strandabschnitt. Vom Quartier an den am Bodden gelegenen alten Fischerdörfen, sind es über sieben Kilometer Fahrradweg die durch den vielgestaltigen und wilden Darßwald zum Strand führen. André Uhlig hat in dieser weitgehend unberührten Landschaft zahllose Motive gefunden. Die von der See abgewandten Bäume, die sogannten Windflüchter, stellen ein eindrucksvolles Abbild der Raubeinigkeit des manchmal ungestümen Küstenwetters dar.
Dieses Jahr gab es eine erste „Sommermalreise“, wo interessierte Zeichenfreunde in einem einwöchigen Kurs die Schönheit der Landschaft unter Anleitung von zwei Künstlern einfangen konnten. Für das nächste Jahr sind bestimmt noch ein paar Plätze frei!

Sascha Graedtke

Zum Titelbild – Juni 2012

Zum Titelbild – Juni

Diesmal führt uns das Titelmotiv mit der „Gohliser Windmühle“ auf das gegenüberliegende Elbufer von Serkowitz. Maler André Uhlig verbindet auch mit diesem Ort lebendige Kindheitserlebnisse. An den Elbwiesen ist die Mühle zum Greifen nah, und wirkt doch durch den großen Fluss als unerreichbar. Bis zum Jahr 2000 gab es an dieser Stelle eine kleine Fährverbindung.
Den Betrachter wird verwundern im Tal einer Windmühle zu begegnen. Und tatsächlich hatten die durchschnittlich einhundertfünfzig Windtage auf Dauer nicht den erhofften wirtschaftlichen Erfolg gebracht. Im heutigen Stadtgebiet von Radebeul soll es im 19. Jahrhundert davon zwei gegeben haben.
Die sogenannte Turmholländermühle wurde 1828 durch den Gutsbesitzer Hefter anstelle einer Bockwindmühle errichtet und bis 1914 als Getreidemühle genutzt. In der Folge diente sie als Jugendherberge, Ferienlager, Museum und Gaststätte. Nachdem die Mühle in den 1990er Jahren zusehends verfiel, konnte 2007 eine wiederholte Restaurierung abgeschlossen werden.
Heute ist das wassernah gelegene Kleinod mit Museum und Gastwirtschaft wieder ein beliebtes Ausflugsziel.

Sascha Graedtke

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