Editorial 3-22

Passend zum ersehnten Frühling kommen auf die gedrückte Bürgerschaft nun schrittweise fast verloren geglaubte Öffnungsperspektiven zu. In der Tat gab es kaum einen Bereich im öffentlichen Leben der nicht von Schließungen oder immensen Einschränkungen betroffen war. Erst wenn wieder Normalität herrscht, wird sich zeigen, welche Spuren die Ereignisse der letzten beiden Jahre im gesellschaftlichen Umfeld tatsächlich hinterlassen haben.
An dieser Stelle soll ein bereits 2016 gegründeter Verein in den Fokus gerückt werden, der trotz seiner sinnstiftenden Agenda nur selten um Aufmerksamkeit buhlt: die „Radebeuler Tafel e.V.“ Besonders stolz sind die Mitarbeiter, dass die Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige trotz widrigster Umstände auch in diesen Zeiten bis heute nicht einen Tag zum Erliegen kam. Immerhin nehmen in Radebeul etwa zweihundert Bürger diese existentiellen Dienste in Anspruch. Die Dunkelziffer von Bezugsberechtigten dürfte, da das Thema unnötigerweise schambehaftet ist, weitaus höher liegen, denn die erforderliche Nettoeinkommensgrenze liegt derzeit bei 1300€. Darunter fallen zahlreiche Rentner, Alleinerziehende, Migranten, Arbeitslose oder auch in Teilzeit Arbeitende. Als Krisenphänomen kamen zudem Bürger in Kurzarbeit hinzu.
Schade genug, dass es der Initiative in dieser Gesellschaft überhaupt bedarf. Peinlich genug, dass ohne diese Gemeinnützigkeit brauchbare Lebensmittel fraglos der Vernichtung anheimfielen.
Sascha Graedtke
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Wenn auch Sie den Verein unterstützen wollen, so wenden Sie sich an: Radebeuler Tafel e.V., Kirchplatz 2, 01445 Radebeul, 0351/83658590 oder info@tafel-radebeul.de.

Mit Gerhard Schöne poetisch durch das Jahr

Eine Glosse

Verdaulich…?

Klar, das neue Jahr ist eigentlich schon fast wieder rum. Die restlichen 334 Tage fallen überhaupt nicht mehr ins Gewicht, zumal mir durch den Wegfall fast aller Vergnügen das Zeitgefühl ohnehin verloren gehen wird. Daran werden auch die Lockerungen nichts ändern. Außer Arbeit, Arbeit, Arbeit und dem vermutlich einen oder anderen kleinen Lockdown, wird es 2022 voraussichtlich keine großen Abwechslungen geben, wenn ich das Interview des Oberbürgermeister Bert Wendsche in der Sächsischen Zeitung vom 31. Dezember letzem Jahres richtig verstanden habe. Kulturelles scheint kaum vorgesehen zu sein. Und die geplanten Großfesten werden ja hauptsächlich für die Touristen veranstaltet. Eines muss man dem OB aber hoch anrechnen: Wenn sich auch der Spaß in Grenzen halten wird, Steuererhöhungen soll es keine geben. Da hört ja freilich auch der Spaß auf. Aber sehr glücklich sah unser Stadtoberhaupt auf dem Foto trotzdem nicht aus. Schließlich haben wir alle doch ein wenig mehr Optimismus dringend nötig. Die 24 Monate im Ausnahmezustand – wenn gleich das nicht jeder so sah – waren doch für die meisten kein Zuckerschlecken. Sicher haben einige schwarze Schafe geglaubt, die Situation für ihre Zwecke ausnutzen zu können, um sich eine „goldene Nase“ zu verdienen. Die letze Wahl hat‘s ihnen dankenswerterweise dann heimgezahlt. Das zeigt, man sollte sich nie allzu sicher fühlen. Ein Ende der „Katastrophe“ ist aber trotzdem noch nicht in Sicht. „Schwarzmalende“ Virologen behaupten sogar, das würde dieses Jahr so weitergehen und sich frühestens 2023 entspannen. Na, Prost Mahlzeit!

Mir liegt schon das vergangene Jahr schwer im Magen. Nein, nicht wegen der Gans, die meine Küchenfee knusprig aus dem Backofen auf den Küchentisch zauberte. Die war köstlich, die Gans… na… und die Fee auch! Was wir aber sonst noch so alles schlucken mussten, war nur schwer verdaulich. Ich will ja nicht schon wieder die alte Leier anstimmen. Aber dieses Hü und Hott, dieses raus aus den und rein in die Kartoffeln ging mir gehörig auf den… – nun möchte ich an dieser Stelle nicht auf das Niveau eines Dieter Nuhr herabsinken. Aber der mündige Leser ahnt ohnehin, was ich hiermit ausdrücken möchte. In Abwandlung eines alten Kalauers könnte man auch formulieren: …in diesen schlechten Zeiten muss ein jeder mitarbeitend denken. Das freilich scheint eine Herausforderung zu sein, die für manche etwas zu plötzlich in ihr Dasein getreten ist. Ich dachte bisher immer, dass Kultur ein essenzieller Bestandteil unseres Lebens sei. Wenn ich mir aber die sechzehn mageren Zeilen unseres Oberbürgermeisters im Interview dazu ansehe, muss ich zugeben, dass ich mich geirrt habe. Da bleibt eigentlich nur noch die Frage, was die Stadtgalerie mit den gesammelten Ziegelsteinen für den ursprünglich geplanten Erweiterungsbau anfangen will, wo der wegen „wichtigerer Vorhaben“ nun endgültig gecancelt sein soll? Andererseits stirbt die Hoffnung zuletzt, aber auch „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren“. Da werden Briefe wohl die Welt nicht bessern, denn „auf Worte kommt‘s nicht an, die Tat macht den Mann“.

Mit dem Schulneubau in Kötzschenbroda wird es noch etwas dauern, war zu erfahren, und über die Bahnhofstraße konnte man kein Sterbenswörtchen lesen. Zumindest aber glänzt der nördliche linke Abschnitt des Fußweges in neuer Pracht. Sogar einen Teil der Seifensteine fanden wieder Verwendung. Da gibt es nun doch wirklich fast nichts zu meckern. Blöd nur, dass die Seifensteine an den Rändern verlegt wurden, so dass sich nun die Rollatorfahrer an den Hauswänden entlang drücken müssen. Dass die „Alte Gärtnerei Radebeul“ an der Hain-, Ecke Kötzschenbroder Straße am Heiligabend allerdings letztmalig geöffnet hatte, stimmt mich schon traurig. Dieses verwinkelte Refugium war mehr als ein gewöhnliches Blumengeschäft. Mit seinem kreativen Ladenbetreiber, den antiken Möbeln, Versatzstücken und Utensilien sowie natürlich den Pflanzen- und Blumenarrangements, war es eher ein gelebter kultureller Treffpunkt für Menschen, die sich nicht zuletzt am Ulis Einfallsreichtum erfreuten.

An der „Alten Gärtnerei“ hätte sicher auch Franz Mehring seine Vergnügen gehabt, der leider am 28. Januar vor 103 Jahren gestorben ist und der immer mal wieder mit seinen Rezensionen und Kritiken ganz Berlin in helle Freude, aber auch große Aufregung versetzen konnte. Den kritischen Blick des Philosophen und Historikers auf die Radebeuler Ereignisse könnten wir heute gut gebrauchen, zumal er sich auch drei Jahre als Leiter der Freien Volksbühne in Berlin betätigt hatte. Seine Abhandlung über das weltverachtende Genie Goethe, der sich auch gern, wenn es ihm beliebte, hinter seinem unbedeutendem Ministerposten im Weimarer Zwergland versteckte, ist auch heute noch lesenswert. Und da Mehring in seiner Betrachtung nicht bei Goethe stehenblieb, sondern auch Schiller einbezog, will ich mit einem Zitat desselben schließen: „Es ist offenbar Verwirrung der Grenzen, wenn man moralische Zwecke in ästhetischen Dingen fordert…“

Euer Motzi.

Zum Titelbild




… von flüchtigen Momenten …

im fluss
Detail der Portalverglasung
Hafentor Hanau | 2017

Stellen Sie sich vor, wir würden aus der Radebeuler Oase der Ruhe westwärts gen Hanau reisen, würden mit vielen anderen Motorisierten eng an eng den Main überqueren und von der Brücke aus das Hafenbecken mit Schüttgütern, Öltanks, vielleicht auch einem Frachtschiff entdecken. Hernach drängten wir uns vierspurig ins Getöse, links oben der Damm mit den Gleisen, in der fünften Spur hält der Bus. Säßen wir darin, könnten wir aussteigen jetzt …
Das lange Wohngebäude der Hafenarbeiter aus den 1920er Jahren, das diese »Trasse« flankiert, verlor durch die zunehmende Verkehrsfrequenz erheblich an Attraktivität. Derzeit wird dieses Gebiet sozial und nachhaltig entwickelt. Auch die Kunst bekam Raum, und ein Wettbewerb für die straßenseitigen Portale wurde ausgelobt. Ich entwarf Papier-Verglasungen, die das Fließen als endlose Bewegung thematisieren. Ein jeder noch so kleine Impuls löst Bewegung aus, die sich ausbreitet und wiederum neue Bewegungen hervorbringt. Sind wir offen dafür, werden sich uns nicht nur neue Perspektiven offenbaren, wir erführen, dass selbst auf kleinstem Raum unser Bewegungsradius unendlich ist …
Das abgebildete Detail zeigt ein optisches Phänomen, darin die blauen Papierschichtungen mit dem Gezweig des Februars symbiotisch verschmelzen – für einen flüchtigen Moment …

Constanze Schüttoff

 

35 Jahre Lößnitzchor Radebeul e.V.

„Sprich, und du bist mein Mitmensch! Singe und wir sind Brüder und Schwestern!“ (Theodor Gottlieb von Hippel)

Dieses Zitat beschreibt unsere Chorgemeinschaft ziemlich gut. Neben dem gemeinsamen Singen, das uns alle miteinander verbindet, verbringen wir auch außerhalb der Proben und Konzerte viel Zeit bei gemeinsamen Unternehmungen miteinander – und das seit nunmehr 35 Jahren.

Die Anfänge des Chores unter Walter Tippmann


Gegründet am 19.01.1987 als Betriebschor der LPG „Frühgemüsezentrum“, umfasste der Chor zunächst 12 Mitglieder. Er überstand die Zeitenwende und wurde 1991 in „Lößnitzchor“ umbenannt sowie ins Vereinsregister eingetragen. Walter Tippmann, der den Chor seit der Gründung leitete, übergab den Taktstock 1993 an Lore Weise. Sie leitete den Chor 14 Jahre lang. In dieser Zeit wurde nicht nur das Repertoire stetig erweitert, auch qualitativ machte der Chor große Fortschritte. Im Jahr 2007 übernahm Karen Lalayan die Chorleitung und gab sie aus beruflichen Gründen noch im gleichen Jahr an seinen Kollegen und Freund Alexey Fomenkov weiter. Während dessen Zeit als Chorleiter wurde unser Repertoire vor allem um geistliche und russische Lieder erweitert. 2012 dann übernahm für die Adventskonzerte kurzzeitig Martina Stoye die Leitung des Chores. Seit 2013 ist nun Eric Weisheit der Herr über den Taktstock. Er knüpft in seiner Arbeit an die lange Tradition des Chores an, bereichert unser Repertoire aber auch mit eigenen Kompositionen. Unter seiner Leitung wagten wir uns an große sinfonische Werke. Das „Te Deum“ von J. A Hasse führten wir u. a. zu unserem 30jährigen Jubiläum auf. Mit dem befreundeten Chor „Friedrich Wolf“ und dem Haydnorchester kam das Weihnachtsoratorium von G. A. Homilius „Die Freude der Hirten über die Geburt Jesu“ in der Stadtkirche Nossen und in der Lukaskirche Dresden zur Aufführung.

Im Laufe der Jahre wurde unter inzwischen 6 verschiedenen Chorleitern nicht nur die Auswahl an Liedern immer umfangreicher. Auch die Zahl der Mitglieder wuchs stetig. Aktuell sind 35 Sängerinnen und Sänger aus Radebeul und Umgebung in unserem Chor aktiv. Und das nicht nur stimmlich – viele Mitglieder engagieren sich auch darüber hinaus für die Chorgemeinschaft, so zum Beispiel im Vorstand oder als Schlüsselbeauftragte/r. Das Chorleben wird außerdem bereichert durch regelmäßige Wandertage, Chorschulungen, geselliges Beisammensein und auch Chorfahrten. Diese führten uns beispielsweise schon in Radebeuls Partnerstadt St. Ingbert in das Saarland und in den hohen Norden nach Husum. Unser Besuch im Oktober 2019 beim niederländischen Chor Crescendo wurde zu einem emotionalen Höhepunkt. Als deutscher Chor nahmen wir an den Feierlichkeiten zu 75 Jahre Frieden in Europa und am internationalen Chorfestival in Roermond teil.

Die aktuellen Mitglieder des Chores


Neben deutschen und internationalen Volksliedern umfasst unser Repertoire auch geistliche Stücke sowie Wein-, Spiel- und Spaßlieder. Je nach Anlass werden daraus verschiedenste Programme zusammengestellt. Zu Gehör gebracht werden diese zum Beispiel bei jährlich stattfindenden Frühlings- und Weihnachtskonzerten in der Emmauskirche in Dresden-Kaditz. Aber auch zum Pfingstsingen am „Waldmax“ oder zu Treffen mit anderen Chören sowie anderen sich bietenden Gelegenheiten lassen wir unsere Stimmen erklingen.

In den letzten zwei Jahren hatte unser Chor durch die Corona-Pandemie leider wenige dieser Gelegenheiten. Die wenigen Auftritte, die stattfinden konnten, waren meist Freiluft-Veranstaltungen und konnten durch die nötigen Abstandsregelungen nicht in gewohnter Weise durchgeführt werden. Auch die Probenarbeit wurde durch die Hygiene-Bestimmungen sehr stark eingeschränkt und konnte zweimal über mehrere Monate gar nicht stattfinden.

Gern hätten wir, wie vor 5 Jahren zum 30jährigen des Chores, ein großes Konzert gegeben, um das Jubiläum gebührend zu begehen. Doch da momentan alle Choraktivitäten zum dritten Mal auf unbestimmte Zeit ruhen, bleibt uns nur, im Geiste miteinander anzustoßen und darauf zu hoffen, dass wir bald wieder miteinander singen und gemeinsam Zeit verbringen können.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns immer über neue Sängerinnen und Sänger. Bei Interesse kann jederzeit eine unserer Proben (montags, 18.30 Uhr auf der Pestalozzistraße 3 in Radebeul) – so sie denn irgendwann wieder stattfinden können – besucht werden.

Laura Hackeschmidt
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Alle weiteren Informationen zum Chor sowie Kontaktmöglichkeiten finden sich außerdem auf unserer Homepage www.loessnitzchor.de.

„Diplomatie“ von Cyrik Gély auf der Studiobühne der Landesbühne Sachsen

Endlich darf wieder gespielt werden im Rahmen strenger Hygienekonzepte

Am 14. Juni 1940 marschieren deutsche Truppen in Paris ein. Nach dem Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland beginnt die Besatzung mit allen unwürdigen Begleiterscheinung, die Krieg nach sich zieht. Am 6. Juni 1944 landen die Alliierten in der Normandie. Adolf Hitler, der einigen seiner Generäle kein Vertrauen mehr schenkte, durch das auf ihn am 20.Juli 1944 ausgeübte Attentat im Führerhauptquartier u.a. durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg, setzte, in der aus Sicht des Militärs aussichtslosen Situation auf General von Choltitz (Frank Siebers) in Paris. Der General bekam am 23. August 1944 den Befehl: „Paris darf nicht oder nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen.“ General Dietrich von Choltitz zögerte den Befehl auszuführen. Das ist historisch nachweisbar. In der Stückvorlage (Gély) und der Inszenierung von Tine Josch sowie der Dramaturgie von Johanna Jäger handelte es sich um „Sternstunden.“ Der General erhält mitten in der Nacht Besuch von dem schwedischen Generalkonsul Raoul Nordling (Michael Heuser) im Hótel Le Meurice in Paris. Botschafter Nordling übergibt ihm einen Brief von der militärischen Gegenseite. General Choltitz lehnt im ersten Impuls die Post des französischen Generals ab. Es ist eine prekäre Situation für beide Männer.

»Diplomatie« – mit Michael Heuser und Frank Siebers (v.l.)


Der Schwede Raoul Nordling ist selbst als Sohn des vorherigen Konsuls, seines Vaters, in Paris geboren. Aus der genauen Kenntnis der gegenwärtigen Situation und seiner biografischen Erfahrung heraus, versucht der Diplomat sein Gegenüber, den General Choltitz zum Waffenstillstand mit den Franzosen zu bewegen und die befohlene Zerstörung der Stadt Paris zu verhindern. „Sie sind anders als ihre Vorgänger.“ Er malt im Gespräch Bilder, wie der General mit seiner Frau und seinen Kindern nach dem Krieg, also in Friedenszeiten Paris besucht. Der General von Choltitz hat vor der augenblicklichen Situation um seine Familie Angst. Er möchte nicht, dass diese als Geiseln benutzt werden, wenn er versagt. Hier verspricht der Generalkonsul seine persönliche Hilfe. Er schlägt vor: „Frau und Kinder von General Dietrich Choltitz in die Schweiz zu evakuieren.“ Ob er sein persönliches Ehrenwort als Diplomat dafür gebe?, fragt ihn sein Gegenüber. Konsul Raoul Nordling erklärte, dass er seine Frau, die Jüdin ist auf dem gleichen Weg in die Schweiz bringen ließ.

Zwei Militärs (Tom Hantschel, Maximilian Westphal), die für die persönliche Sicherheit des Generals zuständig sind, berichten auf offener Szene von der aktuellen Lage. „Die Alliierten stehen kurz vor Paris. Es ist kein Durchkommen.“ Paris wurde am 25. August 1944 mit Hilfe der Alliierten befreit. Fast ein Jahr später, am 8.Mai 1945 kapitulierte Deutschland. Welch ein Wahnsinn!

Trotz der zum Teil bedrückenden Atmosphäre (Ausstattung: Irina Steiner) ist es erstaunlich, wie viele Facetten während des Gesprächs, die Schauspieler Siebers und Heuser zum Klingen bringen.
„Endlich wieder richtiges Theater,“ sagte ein Gast neben mir. Anhaltende Beifall beim Publikum.

Endlich darf wieder gespielt werden. Sehr empfehlenswert für Schulklassen. (Falls möglich.)

Angelika Guetter

Ausblicke und Rückblick mit vielen Quäntchen Hoffnung

Veränderungen in der Tanzszene der Landesbühnen Sachsen in Radebeul

Der hoffentlich nicht schon vergessene Chefchoreograf Carlos Matos von den Landesbühnen in Radebeul hatte mit seiner Company in den vergangenen Spielzeiten mehr Planungssicherheit und bot, ob von Maurice Ravel, der dreiteilige Tanzabend oder die vielschichtigen Choreografien zu Gräfin Cosel, ausgezeichnete künstlerische Leistungen solistisch und mit Team. Die Choreografie seiner Partnerin Wencke Kriemer de Matos für das „Schwanensee-Märchen“ folgten viele Kinderaugen und erhielt bei der Premiere viel Beifall. Die Liste der gelungenen Choreografien lässt sich durchaus fortsetzen.

Der in der darauffolgenden Spielzeit folgende Chefchoreograf Wagner Moreira hatte wunderbare Ideen, z.B. mit seinem Tanzprojekt zwischen Amazonas und Sachsen: „Bach Chianas“ oder entspanntes und barrierefreies Tanztheater für alle mit dem Titel: „Difference“ . Gedacht war die Uraufführung als Koproduktion mit dem europäischen Zentrum der Künste in Dresden. Oder der Tanzabend „Heimatbilder“, der zur Premiere trotz ausgiebiger Coronatests von Publikum und Tänzern/innen ein Erfolg war.

Intendant Manuel Schöbel wagte noch keine abschließende Prognose zur Spielzeit (2021/22).

Das gemeinsam gefundene Motto der aktuellen Spielzeit: „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ regt dennoch zum Nachdenken an.

Der noch relativ neue Pressesprecher Herr Benjamin Abicht, (ein großer Dank an dieser Stelle der langjährigen Vorgängerin Frau Petra Grubitzsch), gab per Mail die Neubesetzung für die Chefchoreografie ab der Spielzeit 2022/23 weiter. Diesmal übernimmt mit Natalie Wagner eine Frau das Ruder.

„Mit großer Freude und Respekt gehe ich diese Herausforderungen an, dabei bietet die Arbeit an einem Mehrspartentheater spannende Möglichkeiten in der Entwicklung interdisziplinärer Formate.“ so Natalie Wagner.

Die gebürtige Schweizerin mit brasilianischen Wurzeln begann ihren künstlerischen Werdegang im Alter von 7 Jahren an der heutigen Züricher Tanzakademie.

Außerhalb der Bühnenkunst schlägt ihr Herz, so ist zu erfahren, für soziale Tänze.

Das künstlerische Interesse gilt zudem den Verbindungen und Wechselwirkungen als Gespräch zwischen Performance und Publikum.

Der Drang ihr Wissen zu vertiefen, brachte sie an die Palluca Hochschule für Tanz in Dresden, wo sie 2020 den Master of Arts in Choreografie absolvierte. Zudem erhielt sie ein zweijähriges Stipendium auf ihrem Gebiet für weitere künstlerische Forschungen.

Wir dürfen trotz Pandemie gespannt sein, auf das, was an guter künstlerischer Leistung auf uns zukommen mag.

Agelika Guetter

Über Fußwege in Radebeul…

Romantisches Motiv für Maler und Fotografen: Zwei alte Platanen in der Friedlandstraße
vor Haus Friedland (Bennostraße)

Ein Foto in der Sächsischen Zeitung vom 6. Januar 2022 löste bei mir am morgendlichen Frühstückstisch eine regelrechte Lachsalve aus. Es zeigt einen fast fertig sanierten Radebeuler Fußweg mit großzügig eingefassten Baumscheiben (Pflanzbereiche für Bäume), die – wie im Beitrag beschrieben – an einigen Stellen für Fußgänger bis zur Grundstücksmauer nur noch 80 cm Platz lassen! „Nein, nicht schon wieder“, dachte ich. „Das kann doch einfach nicht wahr sein!“ Eigentlich wollte ich über etwas ganz Anderes schreiben. Doch das muss nun warten.
Mein ambivalentes Verhältnis zu Radebeuler Fußwegen wurde bereits in frühen Kindertagen geprägt. „Diese verfluchten Sterzl!“, klingt es mir noch heute in den Ohren, wenn ich mit meiner Großmutter (1902–1975) die Moritzburger hoch oder runter marschierte. Die Strecke zwischen Straßenbahn und Brühlstraße (später Prof.-Wilhelm-Ring) mit dem Bus zu fahren, wäre uns nie in den Sinn gekommen. Am ehemaligen Gasthof „Heiterer Blick“ war ja schon mehr als die halbe Strecke geschafft. Außerdem wurde es hier noch einmal richtig interessant. Denn in unmittelbarer Nähe befanden sich auch eine Anschlagtafel mit den Kinoprogrammen, eine Telefonzelle, ein Bäcker, ein Schreib- und ein Gemischtwarenladen. Kastanienbäume säumten die Straße. Im Herbst fiel uns Kindern das kostenlose Bastelmaterial in Form von rotbraun glänzenden Kastanien praktisch vor die Füße. Die Wurzeln der alten Bäume machten die Fußwege zur Abenteuerstrecke. Alles ist jedoch eine Frage der Perspektive und es macht einen Unterschied, ob man am Anfang oder am Ende des Lebens steht.
Beim Kramen in Kisten und Kästen stieß ich auf ein fünf Jahrzehnte altes Schreiben meiner Großmutter, genauer gesagt vom 22.11.1972, welches sie an den Rat der Stadt Radebeul, Örtliche Versorgungswirtschaft, gerichtet hatte. Darin bedankt sie sich für die Reparatur von zwei „Lampen“ im Bereich Moritzburger Straße/Winzerstraße/Ecke „Heiterer Blick“, wo es vorher so dunkel war, dass die Bus- und PKW-Fahrer verunsichert die Geschwindigkeit herab- und die Scheinwerfer heraufschalteten. Darüber hinaus weist sie auf ein weiteres, noch zu lösendes Problem hin. Recht anschaulich schilderte sie den Zustand der Fußwege, und meinte, dass es bei Regenwetter keinen Spaß machen würde, durch die „Babbe“ zu waten. Sie bekundete ihr Verständnis für die Behörde, bemerkte aber, dass sie für eine baldige Einreihung in die Planung dankbar wäre. Sie entschuldigte sich höflich für ihre Offenheit und endete wie damals üblich „Mit sozialistischem Gruß“.

Wie wichtig für sie und für viele andere Menschen der Zustand des Fußweges war, hing auch damit zusammen, dass sie in den frühen Morgenstunden zur Arbeit hasteten und nur die wenigsten ein eigenes Auto besaßen. Sehr gut erinnere ich mich an zwei unermüdliche Einzelkämpfer, wie sie nach Feierabend und an Wochenenden die Fußwege der Moritzburger Straße Abschnitt für Abschnitt mit Gehwegplatten bestückten. Im Stadtarchiv werden sich bestimmt noch Berichte über diese VMI-Einsätze finden lassen (VMI Abkürzung für Volkswirtschaftliche Masseninitiative).

Gehweg im mittleren Teil der Bahnhofstraße
mit Pflanzbereichen, Fahrradständer,
Geschäftsauslage und Fußgängern

Urlaubsschnappschuss von einem Fußweg
mit begehbarer Baumscheibenabdeckung

Dabei war das alles noch recht harmlos im Vergleich zur Finstern Gasse oder zur steil ansteigenden Burgstraße, die zur damaligen Ausflugsgaststätte „Friedensburg“ führte. Die abfließenden Regen- und Schmelzwässer suchten sich dort ihre eigenen Wege und ließen die Gräben zwischen großen Steinen und Geröll immer tiefer werden. Das Verlegen von ein paar Gehwegplatten hätte hier keinen Effekt gebracht. Doch das ist Vergangenheit und was lange währt, das wird vielleicht besonders gut. Die grundhafte Instandsetzung der Finsteren Gasse hat mein Redaktionskollege Dietrich Lohse dann im Juniheft von 2016 sehr fachkundig beschrieben und auch gelobt.

Ob Mangelwirtschaft oder Überflussgesellschaft – Diskussionen über den Zustand der Fußwege in Radebeul werden wohl ein Dauerthema bleiben. Bedingt durch die zahlreichen und großzügig bemessenen Einzelgrundstücke ist das Straßen- und Wegenetz außerordentlich weitläufig. So ist es auch verständlich, dass nicht alle auftretenden Mängel allein durch die wenigen Mitarbeiter der Bauverwaltung erfasst werden können. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung dürfte doch ein unkompliziert zu handhabendes Meldesystem kein Problem sein. Von Vorteil wäre auch ein Bauhof, wo man ortstypische Materialien erhält, um schnell mal ein kleines Loch in Eigeninitiative zu füllen, bevor es zu Unfällen führt. Wenn alle mitwirken im Sinne des Gemeinwesens, wäre das ein erster Schritt.

Neulich habe ich nicht schlecht gestaunt, als plötzlich ein Kleintransporter vor unserem Grundstück stand und ein Mann damit begann, die abgesunkenen Bordsteine anzuheben und schließlich den Fußweg auf traditionelle Weise mit einem frischen Sand/Kies/Lehm-Belag versah. Das Ganze lief reichlich unkompliziert ab. Ein Hinweis per Mail ans Bauamt hatte genügt. Meiner Dankesmail folgte eine Mail aus dem Amt mit dem Dank für die positive Rückmeldung und Dank für den Dank. Wer hätte das gedacht, die Methode „Machen statt meckern“ und auch mal „Danke“ sagen, hat doch wunderbar funktioniert!

Kreise beginnen sich zu schließen. Nun, da ich selbst kurz vor meinem 70. Geburtstag stehe, gehöre ich inzwischen zu denen, die den Blick bewusst vor und unter die Füße richten, wenn ich mich ohne Auto durch die Stadt bewege. Sand- und Kieswege werden von mir bei längeren Spaziergängen favorisiert. In den städtischen Zentrumsbereichen sind es die glatten Beläge, welche ich den unebenen vorziehe. Bei groben Kopfsteinpflasterungen denke ich zwangsläufig an mittelalterliche Folterinstrumente.

Vieles hat sich in einem halben Jahrhundert verändert. Bäume mussten dem Straßenverkehr weichen. Obstbäume sind heutzutage ohnehin als Straßenbäume ein Tabu. Das ländliche Flair der Lößnitz wird zunehmend verdrängt durch eine austauschbare Funktionalität. So manches romantische Motiv, das Generationen von Malern begeisterte, kann man sich nur noch auf deren Bildern anschauen.

Als gesunde ausgewachsene Bäume im mittleren Bereich der Bahnhofstraße leichtfertig für eine Neuordnung der Stellplätze geopfert werden sollten, standen alle Zeichen auf Sturm. Der Kampf um den Erhalt der Schatten- und Sauerstoffspender hatte sich schließlich gelohnt. Allerdings wundere ich mich bis heute darüber, wie man in Zeiten gravierender klimatischer Veränderungen überhaupt auf solche absurden Ideen kommen kann.

Der instandgesetzte Augustusweg mit Baumscheiben für Neupflanzungen im Gehwegbereich

Die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen gerät in der Gemengelage unterschiedlicher Instanzen und Zuständigkeiten sowie im Dschungel von Vorschriften, Empfehlungen oder Kann-Bestimmungen mitunter aus dem Blick. Dass das Konfliktpotenzial im öffentlichen Straßenraum zugenommen hat, ist eine Tatsache. Dabei könnte alles so einfach sein, würde sich jeder an den Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung halten. Grundregel (1): „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Grundregel (2): „Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Nachträglich verkleinerte Pflanzbereiche auf der Gartenstraße

Die Realität sieht jedoch anders aus. So manches Problem hat sich von der Straße auf den Fußweg verlagert. Mehrfach habe ich erlebt, wie Radfahrer dort, von hinten kommend, rechts oder links in unfassbarem Tempo an mir vorbeigeschossen sind. In solchen Situationen schlägt meine Fantasie Purzelbäume und mein Herz beginnt wie wild zu klopfen bei dem Gedanken, was wohl passiert wäre, wenn ich im falschen Moment, eine falsche Bewegung gemacht hätte. Vielleicht sollte es auch eine Fahrerlaubnis für Radfahrer geben und jedwedes Gefährt, welches sich im öffentlichen Raum schneller als ein Fußgänger bewegt, sollte ein Kennzeichen erhalten.

Gefährlicher Gehwegabschnitt (Breite 40 cm)
mit Betonmast und Schaltkasten sowie
hohen Bordsteinen (Höhe 12,5 cm)
auf der neu sanierten Oberen Bergstraße

Der Seitenraum neben der Verkehrsfläche schließt nicht nur die Fußwege ein, sondern auch straßenbegleitende Park- und Grünflächen. Bei entsprechender Breite der verbleibenden Gehwege sind Misch- und Sondernutzungen möglich, was für Blinde und Sehbehinderte allerdings ein großes Problem darstellt. Abgesehen von Straßenlampen, Verkehrsleiteinrichtungen, Papierkörben, Hydranten, Elektrokästen, Mülltonnen, Pflanzkübeln, Fahrradständern, Pollern, Werbeschildern, Geschäftsauslagen und Außenbestuhlungen, sind oftmals wild abgestellte Fortbewegungsmittel wie Elektroscooter zu beachten. Selbst das Flanieren in Altkötzschenbroda setzt strategisches Denken voraus. Diese Strecke mit einem Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl zu testen, brächte zusätzlichen Erkenntnisgewinn.

Es ist schon ein wenig paradox, dort wo sich in Radebeul die wenigsten Fußgänger bewegen, sind die Fußwege am breitesten. Das betrifft sowohl die Kötzschenbrodaer, als auch die Meißner Straße. Bei letztgenannter muss ich mich jedoch korrigieren. Als neulich beim totalen Stromausfall keine Straßenbahnen fuhren, waren die Fußwege beidseitig sehr reich bevölkert. Vielleicht ist das Bauamt doch viel vorausschauender als die ewig nörgelnde Bürgerschaft vermutet und hat schon für wind- und sonnenarme Zeiten vorgesorgt.

Der breite Fußweg auf der Bahnhofstraße lädt zum Flanieren und Verweilen ein

Manche Fußwege gleichen einem Flickenteppich und andere wiederum konkurrieren farblich mit den Hausfassaden, statt deren zunehmende Intensität zu neutralisieren. Und manchmal verschmelzen die Fußwege gleich ganz mit dem modernistischen Ton in Ton von Zitronengelb über Hellkaramell bis Lößnitzocker. Doch die Natur bleibt davon unbeeindruckt. Sie setzt sich letztlich immer wieder durch. Im starken Kontrast zu den die „Sächsische Wegedecke“ imitierenden Betonsteinen verschafft sie sich, selbst in der schmalsten Fuge, die ihr gebührende Aufmerksamkeit.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und allen Radebeulern recht getan, ist (eben) eine Kunst, die keiner kann. Aber vielleicht sollten neue Mittel und Methoden angewendet werden, um die Bürger stärker in die Gestaltung ihrer Stadt einzubinden. Und vielleicht sollte man sich auch einmal Beispiele in anderen Städten anschauen, wie das Problem mit den Baumscheiben künftig besser gelöst werden kann. Meine Großmutter, und da bin ich mir ziemlich sicher, würde staunen, wieviel sich in Radebeul zum Positiven verändert hat – und das, nicht nur auf der Moritzburger Straße. Wenn mein Artikel über Fußwege in Radebeul das Interesse an der Thematik geweckt haben sollte, würde mich das sehr freuen. Zahlreiche Fakten zur historischen Entwicklung von Wegen, Gassen und Straßen der Lößnitzstadt finden sich u. a. auch in älteren Beiträgen von Vorschau & Rückblick, in der Radebeuler Denkmaltopografie sowie im Radebeuler Stadtlexikon.

Karin (Gerhardt) Baum

Weitere Beiträge zur Fußwegproblematik in Vorschau & Rückblick:
Dietrich Lohse „Es tat sich was in der Finsteren Gasse“, Juni 2016
Dietrich Lohse „Eine etwas kritische Wegebetrachtung – oder wo unsere Fußwege zu verbessern wären“, November 2016
Dr. Ursula Martin „Mit dem Rollator durch Radebeul“, September 2021

Editorial 2-22

Seit einigen Wochen geschieht Beispielloses nun auch im beschaulichen Radebeul.

Montag für Montag drängt eine stetig wachsende Zahl von Bürgern (nunmehr weit über 1000!) auf die Straße. Entgegen der zuerst ausgerufenen Versammlungsverbote, spaziert eine breite Bürgerschaft friedlich vom Bahnhof Radebeul-Ost über die Haupt- und Meißnerstraße, um nach einem längeren Bogen am Rathaus zu enden. Auf den Treppen des Haupteinganges werden unzählige Kerzen aufgestellt, die ein entschiedenes, wie auch versöhnliches Zeichen setzen wollen.

Ganz klar, wir alle sind ermüdet von den Strapazen und Zumutungen der letzten beiden Jahre. Die Meinungen sind bis in die Redaktion vielschichtig. Welcher Weg ist der geeignetste aus der Krise? Kann es nur eine richtige Antwort geben? Welche Maßnahmen ergeben tatsächlich Sinn, wo den heute zementierten Regeln morgen diametrale Erkenntnisse entgegenstehen?

Bei allem Verständnis für die schwierigen Abwägungsprozesse im Politikbetrieb, bleibt es nicht aus, dass der Irrgarten der geradezu kafkaesken Verordnungen und Richtlinien selbst den geduldsamsten Bürger kopfschütteln lässt.

Diese Zeit ist von einer enormen Dynamik geprägt. Pläne, die noch vor kurzem zur vollsten Blüte gebracht werden sollten, sind schon längst verwelkt. Daher ist und bleibt Behutsamkeit wohl das Gebot der Stunde.

Kurz vor Drucklegung erreichte mich zur Causa die Pressemitteilung unseres Oberbürgermeisters Bert Wendsche, der in einer überaus wohltuenden Weise mit seinem Schreiben: Zuhören, hinsehen, mitreden – Am Miteinander führt kein Weg vorbei! (S.35) zum gesellschaftlichen Zusammenhalt gemahnt.

Sascha Graedtke

Zum Titelbild




… von flüchtigen Momenten …

der seidene Faden II
temporäre Installation
Radebeul | 2020

Dieses fotografische Detail der Fadeninstallation entstand in einer wolkendurchzogenen, frühherbstlichen Mondnacht und spiegelte mir, in jenem Moment, den Gedanken des seidenen Fadens auf besondere Weise wider. Auch berührten mich die verschiedenen Reaktionen der Menschen, als einige von ihnen den Faden wie von selbst aufnahmen, ihn weiter spannen und durch ihre Einsichten erweiterten – schließlich mich damit bedachten.
So möchte ich Ihnen nun den seidenen Faden reichen und Sie im neuen Jahr begrüßen.
Möge er Sie, unscheinbar, kraftvoll, nicht nur durch dieses Jahr geleiten…

seiden der Faden
an dem alles hängt
verwebt er unsichtbar
den Raum, die Zeit und alles Sein
seiden der Faden
der alles trägt
auch dich
immer

Constanze Schüttoff

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